Frage von Frettchenlein, 105

Hund aus dem Auslandstierschutz/Tierheim und die ersten Tage/Stunden nach der Ankunft - was ist zu beachten?

Ich bekomme vlt bald (falls die Vorkontrolle positiv verläuft) einen neuen Hund aus dem ausländischen Tierschutz und mache mir u.a. ziemlich viel Gedanken darüber, wie ich in der Anfangszeit mit dem Hund umgehen soll. Einerseits verfüge ich zwar über Hundeerfahrung und hab auch längere Zeit eine Hundeschule besucht, aber andererseits habe ich bis jetzt nur Hunde als Welpen adoptiert und dementsprechend leider Null Ahnung, wie ich mit einem völlig unbekannten Hund umgehen soll und wie man sich direkt nach der Ankunft verhält. Wart ihr schon mal selbst in dieser Situation und habt Tipps für mich?

Konkret stelle ich mir folgende Fragen: (Bitte entschuldigt die viiiielen viiielen Fragen, aber ich möchte einfach gut vorbereitet sein. :) Vielleicht könnt ihr mir auch einfach mitteilen, wie ihr die ersten Tage/die Ankunft des Hundes gemeistert habt und welche Schwierigkeit auftauchten!)

Soll ich ihn direkt nach der Ankunft füttern? Soll ich mit ihm gleich nachdem er aus dem TRansporter raus ist kurz Gassigehen? Wie unterstütze ich ihn beim Eingewöhnen in der neuen Wohnung? Ich habe u.a. gelesen, dass es gut ist, wenn man den Hund einfach in Ruhe lässt und ihn ungehindert (vlt. sogar in der NAcht) die Wohnung erkunden lässt. Außerdem wurde in einem Blog empfohlen, dass man sich einfach auf dem Boden setzt (seitlich oder mit dem Rücken zum Hund) und wartet bis er sich von selbst nähert; gegebenenfalls kann man als Mensch noch Calming Signals wie Gähnen und Strecken nachmachen. Auf einer anderen Seite stand, dass "Leckerlis geben" gleich nach der Ankunft eher vermieden werden soll - würdest ihr dies auch so handhaben? Weiters habe ich ein wenig Angst, dass der Hund es ganz und gar nicht mag, wenn ich ihn gleich nach dem Aussteigen ein Geschirr anlege - soll ich mich langsam damit "nähern" (es gibt z.B. Youtube Videos, wie man das am besten macht), um ihn nicht noch mehr aufzuregen oder ist er sowieso schon so durcheinander von dem ganzen Ungewohnten, dass ichs ihm besser schnell und ohne viel Tamtam anziehe? Soll ich ihm das dann in der Wohnung gleich wieder abnehmen? ODer den ganzen Tag obenlassen, damit ich´s nicht bei jedem Mal Gassigehen neu "überziehen" muss? Ist es vlt. besser nur ein Halsband zu verwenden? (...aber da kann er sich ja ziemlich schnell rauswinden.) Ab wann soll ich beginnen den Hund zu erziehen (nicht "Sitz, Platz, etc." - nur so kleinere Sachen, wie z.B. dass ich zuerst durch die Türe gehe)? Ab wann kann ich mit "größeren" Sachen (z.b. Leinen-, Maulkorbtraining) anfangen? Soll ich das Futter langsam umstellen - also fragen, was er zuvor bekommen hat, am Anfang das füttern und danach langsam "mein" Futter geben (ich werde Barfen)? Der Hund kommt relativ dreckig an - wann sollte er am besten gebadet werden? Und WIE? (da ich ihn ja nicht kenne und weiß, ob ich ihn überhaupt überall anfassen darf bzw. ob er baden mag/hasst, ist es vlt. grundsätzlich besser einen Maulkorb zu verwenden?)

Vielen Dank im Voraus! :)

Antwort
von sukueh, 44

Kommt denn der Hund direkt aus dem Ausland oder von deiner deutschen Pflegestelle ?

An deiner Stelle würde ich mich auf deinen gesunden Menschenverstand verlassen. Eine "pauschale" Handlungsempfehlung dürfte es nicht so leicht geben. Es müsste ja dabei bedacht werden, wie alt beispielsweise der Hund ist, wie hat er bisher gelebt (direkt auf der Straße, bei Menschen, die ihn misshandelt haben etc.).

An deiner Stelle würde ich den Hund nicht durch "Überfürsorglichkeit" "überfordern, sondern dem Hund die Zeit geben, in Ruhe deine Wohnung und seine neuen Mitbewohner zu erkunden.

Wir haben einen halbjährigen Hund aus Griechenland aufgenommen, der aber schon einige Zeit in Deutschland (auf Pflegestellen und bei einem Vorbesitzer) gelebt hat, bevor er an uns vermittelt worden ist.

Er war sehr freundlich, für ihn war es kein "offenkundiges" Problem, plötzlich in einer fremden Umgebung zu sein, solche Hunde lassen sich ihre Ängste oft nicht so anmerken. Wir haben ihn in Ruhe gelassen, bis er von sich aus zu uns gekommen ist und Kontakt aufnehmen wollte.

Die Entscheidung Halsband oder Geschirr fiel bei uns auf ein Geschirr, aber nur aufgrund der Tatsache, weil ich grundsätzlich Geschirre vorziehe (der Hund war es aber auch schon gewohnt).

Und wie gesagt, schau dir die (falls bekannt) Vorgeschichte des Hundes an und lass dich von deinem gesunden Menschenverstand leiten.

Ach ja, Baden würde ich erstmal lassen. Die wenigsten Hunde mögen das wirklich. Fraglich ist, ob ein Hund aus dem ausländischen Tierschutz es überhaupt kennt, gebürstet zu werden, Hier würde ich versuchen, den Hund mit einer weichen Bürste (es gibt so eine Art "Handschuhbürsten") abzustreichen und so sauber zu kriegen. Mir wäre erstmal das Vertrauen des Hundes in seine neue Umgebung wichtiger als ein "porenreiner" wohlduftender Hund.

Expertenantwort
von jww28, Community-Experte für Hund, 35

Hallo,

Schön das du den armen Nasen helfen magst :) aus welchen Land kommen denn dann die Pfleglinge? Ich finde das es da auch Unterschiede gibt im Verhalten. 

Zunächst muss du damit rechnen das du ein Hund bekommst der hier gar nix kennt, da ist es nicht verkehrt das du nur Welpen kennst, denn wie beim Welpen auch bist du dann gefragt den Hund sein neues Revier und Leben positiv zu vermitteln. So die Sozialisierungspunkte, Stubenreinheit etc ist nahezu identisch. 

Bevor es ans Gassigehen gehen kann sollte man sich ausrüsten, so reagieren viele sehr panisch auf manche Geräusche, Verkehrsteilnehmer usw da ist ein Sicherheitsgeschirr angeraten, damit der Hund auf gar keinen Fall wegrennen kann. Da die Hunde es womöglich nicht kennen an einer Leine fixiert zu werden und daran zu laufen, hilft eine 5m Suchleine um den Hund an ruhigen Stellen einen größeren Raum zu geben. Und nicht langsam nähern mit den Geschirr das würde mir sogar Angst machen :D Nimm das Geschirr zeig es dem Hund und streife es drüber, nimm es wieder ab und gib ihm ein lecker (falls er das schon annimmt, manche sind zu nervös am Anfang und lassen sich mit Futter nicht aus der Reserve locken).

Am ersten Tag haben wir den Hund abgeholt, sind eine Runde mit unseren anderen zusammen Gassi gegangen und sind dann gemeinsam in die Wohnung (da ggf Zeit einplanen der Hund sollte freiwillig durch die Tür gehen). Da hab ich die erstmal unter die Dusche gezogen und den ganzen Dreck ausgewaschen, unsere kamen von Fuerte Ventura und haben uns fleissig Sand mitgebracht. Danach war Zecken ziehen angesagt, einer hatte direkt 18 Zecken illegal mit nach Deutschland transportiert. Dann hat noch ein Spoton bekommen und war dann erstmal fertig. Klar ist das Prozedere für den Hund nicht so toll, aber um langfristig sein Wohlbefinden zu steigern ist das schon wichtig die bei Ankunft erstmal ordentlich zu verpflegen und dabei eine Bestandsaufnahme zu machen, für unkooperative muss dann halt erstmal ein Maulkorb her.Bei einen habe ich bei der Bestandsaufnahme halt dann auch direkt gesehen das zum Tierarzt muss, weil die Kastrationsnaht entzündet war, die Ohren schwarz und stinkig waren und einige Verletzungen (wohl durch Beißereien) erstmal versorgt werden mussten. Also in erster Linie erstmal die Gesundheit der Hunde sicherstellen. Dafür braucht man ein mildes Shampoo, Flohkamm, Zeckenzange, Taschenlampe, Krallenzange (wenn man sich das krallenschneiden zutraut), bei langhaarigen Rassen kann manchmal auch ein komplett schnitt erforderlich werden, da wäre es gut eine haarschneidemaschiene im Haus zu haben. Auch sollte man vorher mit den Verein regeln wie das mit den Tierarzt läuft und wie\ wo man sich da melden muss, weil sowas eben mit Sicherheit ansteht.

Und mach dich mit den Verhalten nicht bekloppt, habe mir das auch so schlimm vorgestellt, die Fälle gibt es auch, aber zu mindestens bei mir kamen die Hunde recht schnell an und suchten auch sehr den Anschluss nachdem sie die anfängliche Scheu abgelegt haben.

Wie bei Welpen auch alles potenziell fressbares lieber erhöht platzieren. Manche Auslandshunde haben als Beschäftigung nur knabbern kennengelernt, was sie auch im neuen Zuhause erstmal konsequent weitermachen, ein Pflegefall war ein Kettenhund, der sogar mit Vorliebe unterwegs Steine annagen wollte :( also auch mit Verhalten rechnen was merkwürdig ist.

Wenn der Hund im Heimatland eingefangen wurde muss man peinlichst drauf achten nicht so wie ein Hundefänger zu wirken, also Gegenstände wie Besen, Halsband, Leine lösen dann meist Panik aus und meist mögen diese Hunde dann keine Männer, weil meist Männer diese Arbeit verrichten.

In letzter Zeit seh ich häufig das Herdenschutzhunde und Jagdhunde über den Auslandstierschutz hierhin finden, da ist es wichtig zu beachten, wenn man vorher so einen nicht wollte weil man ihnen nicht gerecht werden kann, so sollte man auch keinen retten sondern sich auf die anderen Nasen konzentrieren. Grad bei Herdenschutzhunden sollte der Halter schon genau wissen, wie die ticken.

Wegen Futter, natürlich auch auf den einzelnen Hund schauen., ein junger aktiver Hund kann ohne Bedenken Barf (anfängerbarf zB ein Pansen Menü) bekommen. Bei älteren, geschwächten Tieren würde ich vielleicht dann doch eher auf Dosen zurückgreifen, einfach weil die Verdaaung evtl noch nicht so gut auf Rohes gewappnet ist, lebte der Hund lange im Tierheim kann es zB sein das er nur Billigtrockenfutter kennt da kann Barf bei vorbelasteten Tieren dann schon zum Problem werden. 

Und bevor du mit Erziehung Anfänger lass ihn erstmal ankommen, zeig ihn deine Welt, lass ihn Vertrauen sammeln und nimm dir ganz viel Zeit und Geduld mit. :) Wenn ihr den Verein gut ausgewählt habt so werden die euch auch nicht sofort den schlimmsten Härtefall schicken, sondern erstmal ruhigere, gesetzte Vertreter damit ihr auch Erfahrungen sammeln könnt. 

Für den ersten Tag nach den Pflegeprogramm den Hund komplett in Ruhe lassen, es sei denn er kommt freiwillig auf euch zu, das dann natürlich fördern. Und die darauffolgenden Tage den Hund einfach nicht bedrängen, nur jeden Schritt den er auf euch zugeht fördern und belohnen. Beim Gassigehen nicht mit Rufen oder Befehlen ablenken, Leine lang und locker lassen und erstmal immer die gleiche Runde gehen, so das die Reize die da alle sind irgendwann bekannt sind, bei manchen Hunden wichtig, damit sie stubenrein werden. Dafür eine möglichst reizarme Umgebung wählen. Wie es dann weitergeht entscheidet der Hund und ihr, ein Zeitrahmen wann was zu tun ist gibt es da nicht, mit den Training zur Grunderziehung fange ich zB an wenn das Vertrauen und die Bindung da ist und der Hund nicht mehr komplett von der Umwelt abgelenkt wird.

 

 

Antwort
von brandon, 32

Als wir unsere Pflegehündin die mit vielen anderen Hunden aus Rumänien kam im September abholten hatte sie bereits ein Geschirr an und wurde zusätzlich mit einem Halsband gesichert was aber eigentlich nicht nötig war.

An erster Stelle ist es wichtig den Hund in der ersten Zeit niemals von der Leine zu lassen und darauf zu achten das er sich aus Halsband oder Geschirr nicht herauswinden kann wenn er sich eventuell erschreckt. Solche Hunde die sich in ihrer Umgebung noch gar nicht auskennen verirren sich leicht und müssen mitunter tagelang gesucht werden.

Ich habe mich mich zu der Hündin auf die Rückbank.gesetzt während mein das Auto fuhr. So haben wir es auch mit unserer Hündin aus Bulgarien gemacht.

Da der Hund an diesem Tag von morgens bis zum Abend transportiert wurde bekam er zur Körperpflege eine kleine Schonfrist. Aber am nächsten Tag mußte dieser Hund in die Wanne den er roch wie eine Kloake. Ich bin auch dagegen einen Hund regelmäßig zu baden aber wenn er so riecht dann geht es nun mal nicht anders und da der Hund ein sehr zotteligen Fell hat hing da auch alles mögliche drin unter anderem Kotreste. Schüchtern war die Hündin überhaupt nicht. Leider wollte sie unsere Katzen jagen weshalb wir ihr leider nicht so viel Freiheit geben konnten wir unserer Hündin aus Bulgarien .Die war in der ersten Zeit sehr schüchtern und wollte sich kaum in der Wohnung umsehen. Diese Hündin fraß auch nur nachts wenn alle schliefen und hat sich auch nicht getraut fressen aus der Hand zu nehmen wobei unsere verfressene Pflegehündin keine Probleme hatte. Zum Glück vertrugen sich die beiden Hunde recht schnell.

Es gab bei der Eingewöhnung der Hunde wirklich riesige Unterschiede da unsere Hündin große Angst vor fremden Menschen hatte ganz im Gegensatz zur Pflegehündin die zu allen Menschen freundlich ist.

Ein Maulkorbtraining gab es bei beiden Hunden nicht. Sie brauchen beide keinen Maulkorb.

Wir füttern Nassfutter von Rocco, Rinti und Premiere dazu gibt es mal Fleischknochen oder Hühnerklein das mögen sie besonders gern (und wenn sich die Möglichkeit bietet sagen sie auch bei Katzenfutter nicht nein 😉) Verdauungsprobleme hatten wir bei beiden Hunden nicht.

Du musst jetzt erst mal sehen wie Dein neuer Hund eingestellt ist und danach musst Du entsprechend mit ihm umgehen. Versuche möglichst gelassen zu bleiben und mit ruhiger Stimme zu sprechen bis er Dir vertraut. Das wird schon.

Viel Glück dabei.

P.S. Du musst Dich nicht dafür entschuldigen wenn Du Dir unsicher bist und Fragen hast. Wir helfen gerne wenn wir können. 😉

LG

Antwort
von windhund2014, 3

Also eines stimmt, Du bist nicht perfekt, waere auch schlimm, kein Lebewesen sollte perfekt sein.

Ich hoffe es ist gut gegangen und .

Was mir aufgefallen ist, der Hund wird in einem Transporter in kleinem Kaefig mit anderen Hunden transportiert? Das gab es bei uns nie.

Vieles was ich hier lesen muss ist das was einige selbsternannte Hundetrainer verbreiten,  Muell.

Ich arbeite seit 40 Jahren im Tierschutz und zwar immer nur mit ganz schwierigen Hunden. Die letzten Jahre in Spanien.

Ich habe viele (ueber 200 Hunde) vor der Weitergabe getestet, gereinigt, trainiert . . . . .  .

Ich bin ausgebildeter Trainer und Ernaehrungsberater.

Wichtig ist am Anfang sofort mit dem Hund Gassigehen, und zwar die Bezugsperson, nicht die ganze Familie;

Eine gute Orga informiert Dich im Vorfeld ueber den Hund, denn da nicht jede Hunderasse und schon gar nicht jeder Hund zu jeder Familie passt.

2 Leinen oder lange Leine? Genau falsch. Es gibt die 2 Meter Leinen die man auch an Halsband und Maulschlaufe einklinken kann. Dann hat mann beides einfach in der Hand und flexibel zwischen einem Meter und 2 .

Mit langer Leine uebt man spaeter vor dem laufen lassen oder fuer Spuerensuche, Agiliti und aehnliches.

Der Hund braucht Sicherheit, und die gibt ihm eine kurze Leine. hinzu kommt, das er sofort merken muss wer der Chef ist. Mit Ruhe, Erfahrung und Selbstsicherheit; lasst endlich den Quatsch mit den Leckerli, jeder Hund lernt Vertrauen durch Ruhe die seine Bezugsperson austrahlt.

Bei Training fuer bestimmte Sachen erleichtern Leckerli die Arbeit, z.B. Rettungshunde, Agility u.a.

Klar gibt es Klickertraining und, und, braucht man aber nur bei schwierigen Hunden.

Die meisten Hunde aus dem Auslandstierschutz sind ganz liebe Seelen, die nur Sicherheit und Liebe suchen, und das tausenfach zurueck geben.

Spaetestens ab dem 2. Gassigehen beginnt das sanfte Training, also der Hund laeuft neben mir, nicht vor mir. Die laenger Leine gibt es wenn das normale Konzentrieren auf die Bezugsperson funktioniert, aber zunaechst ruhig sitzen lassen, dann darf er auf Kommando die lange Leine bekommen.

Was das Barfen betrifft, hat das rein gar nichts mit artgerecht zu tun, noch mit dem was frueher gefuettert wurde. Es ist eine ganz dumme und nicht ungefaehrliche Modeerscheinung, Artgerechtes Fuettern braucht viel wissen und Zeit.

Die meisten Hunde aus dem Ausland, sind Abfall gewoehnt, der Wolf war auch ein Allesfresser, kein reiner Fleischfresser, wie faelschlich von den Fleischfreunden dargestellt wird. Noch weniger braucht und vertraegt der Hund rohes Fleish. wenn man Zeit hat und sich auskennt, kann man selber fuer die Hunde Kochen, sowie auch schlachtabfaelle incl. Innereieen und Gemuese fuettern.

Ansonsten ein gutes Hundefutter, am besten nicht Buechse oder Trockenfutter, sondern diese Hundewuerste. Und auch da kann man vor allem bei Auslandshunden immer Essenreste, gekochte Huehnerkarkasse und aehnliches Zufuettern.

Ja und ich hoere schon wieder schreien - oh - Huehnerknochen.

Dummes Geschwaetz, oder hat jemand von Euch einen Wolf, Fuchs oder Hund gesehen der ein selbst gefangenes Huhn ohne Knochen verspeist?

Die beste Ernaehrung erkennt Ihr daran, das der Hund wenig Kot absetzt und ein tolles Fell und Zaehne hat. Und der Hund nicht stinkt und Furzt.

Wenn schon unbedingt in Richtung Barfen, dann langsam hinfuehren und sich richtig informieren, nicht bei Menschen die kritiklos fuer barfen schwaermen.

Baden, nach Moeglichkeit nicht sofort, der Hund ist nach der Reise gestresst, in der Natur baden die wenigsten Hunde.

Maulkorbtraining, Maulkorb beim Baden, was soll das?

Maulkorb braucht man leider fuer die Listenhunde, die kommen aber nicht legal vom Auslandstierschutz.

Ihr muest einerseits das Vertrauen und auch die Fuehrungsrolle bei eurem Hund haben, dann koennt Ihr ihm sogar die Zaehne puzten,

Wichtiger ist, wenn Ihr schon Hunde im Haus habt, den Hund nicht einfach nach Hause reinschleppen, sondern ein erstes Treffen auf neutralen Boden.

WEr fragen hat kann mich gerne anschreiben, auf unsachliche Kritik hier werde ich nicht reagieren.

Aber ich weiss, es gibt viele die Alles besser wissen, Feuer frei . . .

Antwort
von Muggelchen71, 21

Hallo,

ich habe eine extreme Angsthündin und nun eine Hündin die auch so einige Probleme hat aus Rumänien übernommen (über die Probleme wusste ich Bescheid und das war auch abgesprochen, da ich nur Problemhunde nehme).

GANZ GANZ wichtig und dies sollte an allererster Stelle stehen und das allerwichtigste sein, ist eine absolute und beste Sicherung des Hundes!!!! Also ein eng anliegendes Halsband. Dazu nehme ich ein rundgenähtes wie es die von Hunter gibt, die sich bis zu einem gewissen Punkt zuziehen, wenn Spannung auf die Leine kommt. Dann ein spezielles Sicherheitsgeschirr kaufen. DIese haben noch einen Bauchgurt zusätzlich. Dann zwei Leinen, eine am Geschirr und eine am Halsband. Evtl ist dieser Hund noch nie gassi gewesen, Hatte noch nie Leine oder Geschirr an. Kennt nichts. Da ist Geduld gefragt. Meist kennen sie keine Treppen, Menschen jagten sie meist fort.

Hat der Hund Angst, nicht auf ihn einreden, sondern einfach in Ruhe lassen. Auf den Boden setzen und leckerlies verteilen. Nicht reden, nicht anschauen, einfach erkunden lassen. Nicht bedrängen. Futter und Wasser hinstellen, schlafplatz einrichten und ....AUSATMEN.... der Hund wird in die Wohnung machen. Erst mal nur ein Zimmer anbieten. Am nächsten Morgen schaut die Welt schon anders aus.

Diese Hunde hatten noch nie hochwertiges Futter und sind Müllschlucker. Da macht man mit dem Futter erst mal nichts falsch.

Evtl. macht der Hund keinen Schritt an der Leine, dann Leine auf Spannung und warten. Macht er einen Schritt nach vorne, leine lockern. Das ist die belohnung, dann wieder Spannung und warten. Nie loben, ansprechen oder anfassen wenn Hund Angst hat, unsicher ist. So wird der Hund in der Angst bestäigt.

Ich habe meine Hunde am nächsten Tag gebadet. Aber MIT Maulkorb... hat sich positiv bewährt ;-) Ich dachte, ich mach mich erst mal unbeliebt solange noch keine richtige Beziehung aufgebaut ist, bevor ich ein aufgebautes Vertrauen wieder zerstöre....

Maulkorbtraining? Also... Du kannst natürlich trainieren, aber sei dir im klaren darüber, das ein Hund auch aus Angst beisst und das geht schneller als ein Maulkorbtraining. Natürlich kann man ewig üben. Aber Maulkorb dran und gut ist, ist da oft der sichere Weg. Meine erste Hündin hat mir den ganzen Arm verbissen und den Unterschenkel, bis ich sie vom Auto in der Wohnung hatte. Da ist nichts mit Training.... Aber sie war auch extrem.

Bei weiteren Fragen gerne schreiben. Kann deine Freude verstehen. Ich konnte es auch kaum erwarten.

LG

Antwort
von oki11, 50

Hallo Frettchen,

ich habe meine Hündin aus Spanien kommen lassen und es war für mich das größte Geschenk, dass sich genau dieser Hund auch auf mich eingelassen hat.

Ich kann die Bedenken die Du hast sehr gut verstehen, aber Du solltest nicht zu viel lesen :-)

Du wirst hier bestimmt 10 Antworten bekommen und jede Antwort unterscheidet sich, denn nicht jeder Hund reagiert gleich.

So und nun zu meinen Antworten.

Raus aus der Transportbox und natürlich schauen, ob sich der Hund lösen möchte :-) ( Pippi/ Groß )

Wenn Du in der Wohnung bist, dann lass um GOttes WILLEn das Tier in Ruhe- er wird erkunden und, er bestimmt das Tempo.

Ja Du kannst Dich auch auf den Boden setzen, aber nicht mit dem Rücken zum Hund.

Gähnen und Strecken kannst Du gleich vergessen ( der Hnd ist schon angespannt genug und braucht nicht noch einen !!! )


Was Du auf jeden Fall hinstellen solltest ist WASSER!

Ich gehe mal stark davon aus, dass der Hund bereits an eine Leine / Geschirr gewöhnt wurde, denn sonst ist ein Transport eher schlecht.

Das Thema Baden - stell Dir mal vor Du hast eine lange Reise in ein fremdes land hinter Dir, Du hast Angst, alles ist fremd und Du verstehst nicht was gerade passiert. * so und dann kommst Du und stopfst den gleich noch in die Badewanne :-(

BITTE gib dem Hund die Zeit sich zu aklimatisieren und dann erklärt sich einiges von selbst.


Ich drücke Dir ganz fest die Daumen


Kommentar von Bernerbaer ,

Na das ist doch mal eine gute Antwort ;-)

Kommentar von oki11 ,

:-)

Meine anderen auch :-) - nur nicht immer nach Deinem Geschmack

Kommentar von Buddhishi ,

Hallo Oki11, tolle Antwort!

@Frettchenlein: gute Hilfe bei dem ganzen Stress bieten Rescue-Tropfen: für Dich 4 Tr. in ein Glas Wasser in kl. Schlucken vor Ankunft des Hundes, für Doggy 4 Tr. in den Wassernapf oder verteilt auf Leckerli. Das kannst Du dann gleich mit Loben verbinden, wenn Doggy etwas gut gemacht hat :-) Viel Freude wünscht Buddhishi

Kommentar von oki11 ,

Dankeschön @Buddhishi

Antwort
von Muggelchen71, 20

Hallo nochmal, hatte noch was vergessen.

Viele Hunde haben Probleme damit, wenn man von oben über den Kopf streichelt, immer von unter der Schnautze streicheln also Hals und dann nach oben, aber nie von oben.

Dann hat es sich sehr bewährt, einen Strick (Leine ohne Schlaufe) die erste Zeit am Hund dran lassen. Es ist oft viel Stress für den Hund am Halsband angefasst zu werden. Dies sind sie nicht gewohnt und je nach dem bringen sie es mit dem Einfangen in Verbindung.
Daher einfach den Strick greifen ohne immer am Halsband oder Geschirr rumzufummeln.

Und bitte NIE ohne Sicherheitsgeschirr (Ausbruchsicher) und Sicherung am Halsband raus gehen. DIeser Hund ist Anfangs unsicher, hat evtl Ängste draussen, vor Dingen, die für uns hier ganz normal sind. Ich habe Anfangs eine Leine an meiner Hose befestigt, damit sie auf jeden Fall gesichert ist. Zu viele Hunde streunern durchs Land, die oft dann Tot aufgefunden werden oder nie wieder eingefangen werden können.

Kommentar von windhund2014 ,

Sorry, der Strick kann das Gegenteil bewirken, denn gerade hier in Spanien werden die Hunde am Strick gebunden, am Strick geshclagen und am strick ausgesetzt oder vor dem Tierheim angebunden, also vergiss Strick!

Ein staendiges Halsband und zum Gassigehen und spaeteren Trainieren eine Kopf- Maulschlaufe, z.B. Trixi verwenden. Sicherheitsgeschirr macht meistens unnoetig Angst und gar nicht noetig.

Kommentar von Muggelchen71 ,

Anscheinen absolut noll Erfahrung mit Angsthunden? Ein Hund zerlegt dieses Halti in Sekunden und ist dann weg!

So ziemlich jede Organisation die Hunde aus dem Ausland vermitteln machen es sogar oft zur Pflicht ein Sicherheitsgeschirr anzulegen! Es macht ganz sicher nicht unnötig Angst und sichert den Hund. Ist er erstmal weg, ist zu spät und oft bekommt man diesen dann nie wieder, da er panisch weggrennt.

Ich arbeite seit Jahren mit Angst-und Panikhunden mit großem Erfolg und was Du da schreibst ist einfach ... unüberlegt und falsch.

Eine Leine, die der Hund kurzzeitig hinter sich herzieht bringt ihm absolut keinen Stress, sondern minimiert ihn, da man nicht nach dem Hund greifen muss.

Ich weiß von was ich rede. Mich fragen Menschen um Rat, die jahrelang Hunde trainieren und bei solchen Hunden dann nicht weiter wissen!

Antwort
von DonCredo, 15

Hi! Wir haben im November letzten Jahres unseren inzwischen 4ten Hund aus dem Tierschutz übernommen und es war bei jedem anders. Ich rate Dir auch, nicht zu viel zu lesen sondern beobachte das Tier und lasse ihn das Tempo bestimmen und bedränge ihn nicht. Stelle ihm Wasser hin und gib ihm einen sicheren Rückzugsort und lasse ihn am Besten erstmal in Ruhe ankommen. Schaffe (Futter-)Rituale und gestalte einen Tagesablauf um ihm Sicherheit zu vermitteln. Von Baden rate ich unbedingt ab und wenn lass es vorher von jemand anderem machen, damit Du nicht gleich mit negativen Erlebnissen verbunden wirst. Und von Hundeschule halte ich in den ersten Wochen auch nichts - verschaffe ihm schöne, stressfreie Spaziergänge und baue eine Beziehung auf - danach ist immer noch Zeit für Schule. Das schliesst ja auch nicht aus, mit ihm an Grundkommandos zu arbeiten aber alles mit der gebotenen Ruhe und Geduld. Unserer hat fast ein halbes Jahr gebraucht um wirklich anzukommen. Und ein Plan wird Dir eh nichts nutzen, Du weisst ja gar nicht was der auspackt. Unserer z.B. geht ausser in unsere/seine Wohnung fast nirgends rein, daran arbeiten wir im Moment, aber es wird. Viel Erfolg und vor allem viel Spass mit Deinen Wuffi

Antwort
von Ninitima, 10

Ich lese einfach mal mit.... Stehen nämlich momentan an der selben Stelle und ich mach mir tausend Gedanken ..... Bin sogar am überlegen "sie" in eine Box zum schlafen zu bringen.. Und wenn wir testen sie ( mit unserem ersten Hund zusammen) für ein paar Minuten allein zu lassen.

Unser erster Hund war nie in einer Box aber vielleicht gibt es dem neuen Hund Sicherheit?!

Drück dir die Daumen!

Antwort
von Frangge, 43

Hast du den Hund schon kennengelernt, bzw. schon Zeit mit ihm verbracht? Dann weißt du in manchen Situationen ja schon, wie er reagiert. wenn nicht: Gratulation zum Überraschungsei.

Generell: Lass ihm Zeit, sich einzugewöhnen, aber lass ihm nicht alles durchgehen. Konsequenz und nicht Strenge, gerade am Anfang. Wenn du mit ihm Gassi gehst, dann bitte gleich am Angang so, wie du es in Zukunft auch machen willst. wenn er also Zuhause kein Geschirr tragen soll, dann auch am Anfang nicht. Du wirst jede Menge mit ihm trainieren müssen, das geht nicht von heute auf morgen. Wichtig: Loben, wenn alles gut gelaufen ist, ignorieren, wenn nicht.

Viel Glück.

Antwort
von hauseltr, 38

Nur mal so:

Ich habe große 2 Hunde, die habe ich noch nie gebadet!

Barfen ist auch nur so Modererscheinung.

Du machst von vornherein einen großen Fehler: du willst alles perfekt machen, dass schaffst du nicht.

Kommentar von Frangge ,

Naja, diese "Modeerscheinung " praktiziere ich schon seit über 30 Jahren. Hieß damals aber noch nicht Barfen ;). Ansonsten hast du vollkommen recht.

Kommentar von LukaUndShiba ,

Meine Oma hatte ihren ersten Langhaar Collie mit Mitte zwanzig, nun ist sie 65 und unglaublich aber wahr: schon der erste collie hatte reine roh Fütterung. 

Das ist aber eine sehr lange Mode Erscheinung. 

Es hat halt nun einfach nur einen richtigen Namen bekommen und deswegen halten Leute die selber lieber Müll in ihren Hund stopfen meist nichts davon.

Kommentar von brandon ,

Ich habe große 2 Hunde, die habe ich noch nie gebadet!

Dann haben sich Deine Hunde vermutlich noch nie in Fuchskot gewälzt.  💩 🙇

Kommentar von Frettchenlein ,

Man muss DIESEN Hund baden! Vielleicht weißt du nicht, welche Lebensbedingungen in ungarischen/spanischen/rumänischen/etc. Auffangstationen/Tierheimen/Tötungsstationen herrschen: Der Hund, den ich adoptieren möchte, lebt z.B. in einem kleinen Zwinger, mit Hundehütte aus Holz und Betonboden, sprich er ist vom eigenen Kot/Urin umgeben. Ein mal pro Tag, werden die Exkremente mithilfe eines Wasserstrahls weggespühlt. Es ist nur logisch, dass diese Tiere bei solchen Bedingungen relativ dreckig werden. Desweiteren wird der Hund mit einem großem Hundetransporter mit vielen anderen Hunden in einem kleinem Käfig transportiert, die Möglichkeit, dass er sich in diesem erleichter, ist recht groß. Würdest du diesen Hund echt ohne ihn zu baden in deiner Wohnung haben wollen? Nein, oder? Außerdem wird das Baden sobald wie möglich nach der Ankunft eigens von der Vermittlungsorga empfohlen.

Bezüglich barfen - weshalb bist du dieser Meinung? (Wenn du willst, erkläre ich dir gern, warum ich der Meinung bin, dass es viel, viel gesünder für den Hund ist!)

Zum Rest: Ja ich versuche natürlich alles perfekt zu machen und ja ich werde das sicherlich nicht schaffen. 

Ist es denn besser gar nichts zu wissen und von vornherein alles falsch zu machen? Oder ist besser sich soviel wie möglich zu informieren und versuchen alles richtig zu machen, auch wenn man trotzdem viel dabei falsch macht? 

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