Hund allein durch loben erziehen?

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5 Antworten

Hallo, mein Hund frisst nie ausser morgens, deswegen habe ich mich entschieden ihn mit Lob zu belohnen wenn er etwas richtig macht.

Oh, ein Hund, der auf seine schlanke Linie achtet? Das ist ungewöhnlich. :)

Das klappt bis jetzt auch, aber ich habe Angst dass ich irgendwas falsch mache.

"Dosis sola facit venenum. - Allein die Dosis macht das Gift.", wusste schon Paracelsus zu berichten.

Wenn du nur lobst - und das auch noch ununterbrochen -, kann dein Hund irgendwann nicht mehr unterscheiden und wird diesen Zustand als "Normalität" betrachten. 

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Habt ihr Tipps, zum Beispiel wann man aufhören sollte das Tier zu loben?

Anders herum: Du brauchst einen guten Grund, WARUM du den Hund lobst. Und das sollten triftige Gründe sein. 

Schaue es dir von der Natur ab: Kein Rudelführer stellt sich hin und lobt seine Meute dafür, irgendwas mit ihm gemeinsam oder für ihn getan zu haben. Er nimmt es hin, weil es normal/selbstverständlich ist. Punkt. Das Lob ist hier einzig, dass es keine Korrektur (i.S.v. Zurechtweisung) gibt.

Nur, wenn etwas Besonderes getan wurde, das eben nicht normal/selbstverständlich ist, wird Lob (ganz egal in welcher Art) fällig. Als Belohnung und als positive Verstärkung i.S.v. "Yep, richtig gemacht! So kannst du es immer machen."

Für Hunde ist das die "normale Welt". Deshalb können sie mit Lob - vor allem aber mit "zu viel Lob" - nichts anfangen. Es irritiert sie vielmehr; und schlimmstenfalls verkehren sie es sogar ins Gegenteil deiner Intention.

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Nutze das ausdrückliche Lob NUR als positive VERSTÄRKUNG. Lobe deinen Hund, wenn er etwas Besonderes, Neues oder Wichtiges richtig gemacht hat. Aber spare dir das Lob, wenn er etwas - aus seiner Sicht - Selbstverständliches getan hat. 

So lernt er, wie du etwas haben (oder eben nicht haben) willst. Doch sobald er es einmal drauf hat, muss er es nur noch abspulen. Das ist auch für ihn selbstverständlich.

Und denke immer daran: Es ist für den Hund bereits "Lob", wenn er nicht korrigiert wird. Dann weiß er: "Alles okay. Mein Rudelführer ist zufrieden. Ich erfülle meine Aufgabe im Rudel." Denn das ist sein eigentlicher Lebensinhalt: Die Funktion im Rudel.

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Und wenn du die "anti-autoritäre Erziehung" meinst:

Es gibt derzeit einen Trend in diese Richtung. Wie alles, womit sich die Menschen beschäftigen, neigt es aber zur maßlosen Übertreibung ... und endet nicht selten auch in "verliebter Tierquälerei"; bei der man das Tier regelrecht "zu Tode liebt".

Einfacher gesagt: Es ist menschlich; aber nicht natürlich.

  • In der Natur gibt es keine "anti-autoritäre Erziehung". 
  • Ein Rudel diskutiert nicht aus, was der- oder diejenige falsch gemacht haben könnte oder ignoriert gar das falsche Verhalten, um dann das richtige Verhalten zu belohnen oder gar durch Vorschuss-Lob das richtige Verhalten zu bekommen.
  • Stattdessen gibt es Disziplinierung, wenn über die Stränge geschlagen wird und Regeln nicht eingehalten werden. <- Punkt

Es gibt allerdings einen gewaltigen Unterschied zum Menschen: Es wird NICHTS nachgetragen. Fehler werden sofort korrigiert, danach sind sie - und zwar ebenfalls sofort - "vergeben und vergessen". Dabei kann diese Korrektur auch schon mal im Beißen oder in physischer Unterwerfung enden. Doch daraus wird NIEMALS eine längerfristige Strafexpedition, bei der man irgendwelche Fehler bis in die Steinzeit nachträgt. 

Um es salopp auszudrücken: "Dem Schuldigen wird in die Fresse gehauen, wenn er auf Ansagen nicht reagiert, dann dreht man sich in jedem Fall um und trinkt gemeinsam und einträchtig ein Bier..."

So machen es Hunde unter sich aus. So ist es für sie natürlich. Und so sollte sich ein guter Rudelführer verhalten. Denn Hunde können sich nicht in den Menschen und seine Verhaltensvorstellungen hineindenken. Es ist also die Aufgabe des Menschen, sich in den Hund hineinzudenken und "sich wie ein Hund zu verhalten". Denn das ist das Einzige, was der Hund sicher versteht.

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Viele Menschen vermenschlichen ihre Hunde, indem sie das Lob als Bindungselement einsetzen, weil es auf zwischenmenschlicher Ebene ja auch erwartet wird. Doch das ist - aus der Sicht der Hunde - Blödsinn. Für sie ist es positiv lebenserfüllend, wenn sie im Rudel eine klare Aufgabe bekommen, die sie erfüllen können.

Wenn du deinen Hund also glücklich machen willst, dann sorge vor allem dafür, dass er "hunde-gerecht" leben kann: 

  • Er braucht seinen Auslauf (davon kann er gar nicht genug bekommen). 
  • Er braucht sein Rudel (auch davon kann es nie genug geben). 
  • Und er braucht Arbeit; also eine klare Aufgabe im Rudel, die er auch erfüllen kann (also keine überzogenen Erwartungen oder missverständlichen Erklärungen von neuen Aufgaben durch die Rudelführung). 

Wenn du ihm all das in ausreichender Menge gibst, "lobst" du ihn bereits - aus seiner Sicht - zur Genüge. Und zum Dank dafür wird seine Bindung an dich immer stärker und stärker.

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Kommentar von Fuchssprung
26.10.2016, 10:24

Du sprichst mir aus der Seele!

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Versuch es Mit Klickern, so kannst du deinen Hund auchLoben wenn er ein stück von dir entfernt ist.

Aber bitte lass dich von einer erfahrenen Hundeführerin beraten, die so etwas schon länger macht.

Oder besuche einen Kurs der so etwas den Besitzern beibringt. Weil um den Hund begreiflich zu machen, dass das klick eine belohnung ist, muss man am anfang mit dem klick ein Leckerli geben. aber da muss man dann halt durch.

Falls du angst hast, das dein hnd zu dick wird, wenn er leckerlies zwischen durch bekommt, dann kann ich dir sagen, dass das nicht so ist, wenn man es in maßen hällt.

Oder du machst zum dünner werden, Agility mit deinem hund. :)

Ich hoffe ich konnte dir helfen.

Liebe grüße Shana

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Alleine nur Loben ist für einen Hund kein richtiger Lob. Es kann auch sein dass er es garnicht versteht. Irgendwann wird es ihn auch nichtmehr interresieren etwas zu machen um einen Streichler abzubekommen.
Viele Trainer und Hundeflüsterer raten zu Leckerlis!
Lg:)

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Kommentar von karamellkotze
25.10.2016, 23:30

Das habe ich die ersten Monate ja auch versucht, aber er spuckt sie immer aus, ich hab schon mindestens 10 Sorten ausprobiert und auch sein Hauptfutter, das interessiert ihn gar kein Stück..

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Kommentar von Camilles
25.10.2016, 23:31

Hast du es schonmal mit Clicker versucht?

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Man kann Hunde auch mit Spielzeug loben. Dann bekommt der Hund sein Lieblingsspielzeug zum Beispiel nur wenn er etwas gut gemacht hat.

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Kommentar von karamellkotze
26.10.2016, 14:57

Ich weiss, aaber er mag keine Spielzeuge. wir haben mindestens 8 gekauft und ihm hingelegt, aber er interessiert sich so gar nicht dafür

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Hi,

loben hört nie auf, denn der Hund lebt vom Lob.

Anstelle von Leckerchen kannst du auch ein Spiel machen.

Gruß uwe4830

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