Frage von chillerkids, 78

Hufeisenverwöhntes Pferd auf Barfuß umstellen, nur wie?

Hallo ihr Lieben,

Mein 8jähriges Pferd hat seitdem wir ihn bekommen haben schon immer Hufeisen getragen, wir haben es öfters schon ohne probiert, aber die Hufe brechen immer direkt ab und nutzen sich total schnell dann ab, sieht alles andere als gesund aus. Dann haben wir sie wieder draufgemacht. Bitte kommt mir aber nicht mit irgendwelchen Therapien, Blutegel oder Physio, weil dort wo wir wohnen (am Ende der Welt in den Bergen) gibt es sowas nicht.. Ich würde gerne wissen, ob es irgendwas "natürliches" gibt, oder wie man die Hufe selber drauf trainierne kann oder stärken kann, das er gesund barfuß gehen kann? Das sich die Hufe daran gewöhnen.

Freue mich über eure Antworten. Liebe Grüße

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Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 76

Hufe müssen das erst wieder lernen - 3 Wochen probieren und wieder aufgeben geht nicht, da muß man für mindestens ein Jahr dran arbeiten, bis die Hufe sich wieder angewöhnt haben das es auch ohne geht.

Das ist in der Regel nach ein mal durchwachsen der Fall.

Einen guten Hufbearbeiter suchen - Hufe relativ lange wachsen lassen - die Eisen runter machen und nur leicht berunden - auf keinen Fall darf der Hufbearbeiter den Huf kürzen.

Vorher kann man noch das Pferd gut mit Bierhefe auffüttern, damit die Hufe gut nachwachsen. Bierhefe hilft auch weiterhin beim gesunden nachwachsen der Hufe mit.

Dann muß das Pferd auf allen Böden (besonders harten Böden) frei laufen dürfen. z.B. Paddock mit Pflastersteinen.

Sollten die Hufe die tendenz haben Auszubrechen, wird wieder nur leicht berundet - da muß man halt durch, das Ausbrechen der Hufe ist die natürliche Kürzung des Hufhorns. 

Beim Reiten für die ersten Monate bieten sich Hufschuhe an, die ein "zu viel an Abrieb" verhindern.

Die Hufe werden vom Abrieb auf das Nachwachsen hin angeregt, dieser Mechanismus ist nach langem Beschlagen kaputt und muß erst wieder gelernt werden.

Abrieb muß aber sein, also bitte nicht nur noch auf weichen Böden rum laufen lassen, sonst habt ihr genau das Gegenteil erreicht, als was ihr erreichen wolltet.

Ein guter Hufbearbeiter ist Pflicht - hier geht es um richtige Stellung - wenn ein Pferd nicht richtig steht, dann funktioniert der ganze Mechanismus auch nicht, da sich das Hufhorn falsch abnützt.

Expertenantwort
von NanaHu, Community-Experte für Pferde & reiten, 43

Das erste was du haben solltest ist ein vernünftiger Schmied oder Hufbearbeiter und ne Menge Geduld.

Einfach so Eisen ab und alles ist Tutti, das funktioniert leider nicht. Die Hufstruktur muss sich erst einmal wieder an den nun stärkeren Abrieb gewöhnen - evtl. durch das Eisen entstandene Fehlstellungen müssen nach und nach ausgeglichen werden.

Wenn dich das Thema interessiert dan guck doch mal hier:

http://www.naturhufe.de/%3E-Funktionen-des-Hufes.htm

Antwort
von LyciaKarma, 78

Selber rumdoktoren funktioniert nicht.  

Schau mal bei dem dhgev.de ob es jemanden gibt, der zu dir kommen kann. Die fahren auch mal 400km, wenns irgendwie auf dem Weg liegt oder nicht anders geht.  

Ein Schmied kann sowas nicht - der ist darauf getrimmt, Eisen zu machen. Bei der Umstellung ist es nicht damit getan, dass man die Teile runternimmt und mal schaut, was passiert.  

Es ist klar, dass die Hufe ausbrechen, weil ja das Eisen den gesamten Huf mit Scherkräften belastet hat.  

Natürlich nutzen die sich total schnell ab - der Huf kennt es ja gar nicht, Boden zu spüren und ist dafür überhaupt nicht ausgelegt. Das Eisen hat den Huf total weich gemacht. 

So eine Umstellung dauert Monate, bei manchen Pferden sogar über ein Jahr. 

Kommentar von CarosPferd ,

Ein guter Schmied ist aber auch genauso darauf bedacht ein Pferd gut ohne Eisen zu beschneiden sodass es nicht fühlig läuft, ein guter erfahrener Schmied hat auch in der Umstellung gute Tipps, ob Hufschuhe helfen, etc ;) da er ja auch die Hufe, das Horn quasi am besten kennt und Erfahrung hat wie Horn sich dann in solchen Fällen verhält und wie man eine schlechte Struktur verbessern kann ;)

Ich würde mir einen anderen Schmied suchen wenn meiner nur darauf fixiert wäre immer zu beschlagen ;)

Kommentar von friesennarr ,

Stimme dir zu, meiner ist so - nur leider gibt es sehr wenige wirklich gute Schmiede.

Kommentar von CarosPferd ,

Haben zum Glück auch einen gefunden der das Pferd im ganzen sieht und jede Möglichkeit bedenkt ;) 

Antwort
von Unicorndoll, 45

Also meine Reitlehrerin hat ihren Pferden (die auch sehr weiche und empfindliche Hufe hatten) einen paddock mit Lavagestein (Bimssteinen) auslegen lassen, weil sie das mal irgendwo gesehen hat und sie war sehr begeistert, weil sie dann keine Eisen mehr brauchten. Ist zwar etwas aufwändig, aber sie meinte dass das wirklich super sein soll und eben auch dauerhaft und ohne komische Tricks oder Chemie. Vielleicht probierst du das mal?

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 52

wie wäre es mit guten Hufschuhen.

Antwort
von Laisa123, 60

Ein Pferd das so lange Eisen hatte ist schwer auf Barhuf umzustellen aber machbar. Am besten im Winter die Hufeisen runter machen (da dort keine Tuniersaison ist und man sowieso nicht so viel ins Gelände geht). Am besten nach dem Entfernen der Hufeisen erst mal 1-2 Wochen Pause machen und nur Bodenarbeit oder longieren auf Sand. Wenn die Hufe des Pferdes das zu lassen, kann man dann langsam ein paar Runden im Gelände (aber bitte nicht auf Betonboden) spazieren gehen. Allerdings würde ich auf Dauer Hufschuhe empfehlen, da sonst die Hufe sehr schnell abnutzen. Ansonsten regelmäßig und immer ein bisschen länger spazieren gehen und so dir Hufe ein bisscheb meht belasten. Wenn die Hufe anfangen zu splittern jedoch wieder nur auf Sand reiten/arbeiten. Viel Glück & lG

Kommentar von LyciaKarma ,

Ich würde empfehlen, erst recht jeden Tag kurz auf Beton zu gehen. Da merken die Hufe erst, dass sie sich umstellen müssen und härteres Horn brauchen.  

Hufschuhe braucht man nicht unbedingt, vor allem nicht, wenn man im Winter umstellt.  

Ich gehe auch jede Woche 2-5 mal mehr als 2 Stunden raus, auch sehr viel auf Asphalt und mein Pferd hatte noch nie Probleme. Man muss einfach klein anfangen und das langsam steigern, dann geht das. 

Kommentar von Laisa123 ,

Man sollte anfangs auf Beton verzichten und auf normalem Boden laufen, mit der Zeit wenn die Hufe sich langsam an die Unstellung gewöhnt haben, kann man auf Beton gehen. Hat mir auch meine Hufpfleger & Therapeutin geraten als ich meinen Unstellen wollte. Und gerade bei sehr empfindlichen Hufen, wie oben beschrieben sind Hufschuhe doch sehr nützlich und eine gut überlegte Investition

Kommentar von friesennarr ,

Hufe sind nie empfindlich, wir Menschen machen die erst empfindlich durch falsche Haltung und Beschlag.

Weicher Boden wird dir kein guter Hufbearbeiter jemals empfehlen, selbst in der Huf - Reha - Klinik müssen die auf den harten Bodenbelägen laufen, und nur sehr wenig auf den weichen.

Weicher Untergrund fördert weite und weiche Hufe.

Fester Untergrund fördert schmale und harte Hufe.

Wir wollen aber alle die zweite Variante, weil diese zum Erfolg führt.

Übergangsweise kann man schon Hufschuhe dazunehmen, das ist richtig, sollte aber nicht das Ziel sein.

Kommentar von Dahika ,

na ja...mein Pferd ist eine natürliche Barfußläuferin und hatte noch nie Eisen gehabt. Aber im Winter, wenn der Boden nass und weich ist - und die Hufe feucht und weich sind bei meinem Offenstallpferd - geht meine Araberin auf Schotter schon mal leicht fühlig. Dann bekommt sie Hufschuhe. Im Sommer, wenn der Boden trocken ist und knallfest, stehen die Schuhe im Schrank. Also ist es bei ihr genau umgekehrt.
Wenn ich ein Pferd umstellen wollte, würde ich auch regelmäßig etwas auf Asphalt reiten. Mit 5 Min. anfangen, und dann langsam bis zu einer halben Stunde steigern.

Kommentar von friesennarr ,

Logisch - das geht unseren Barhufpferden allen so. Im Winter ist weniger Wachstum, dazu kommt noch ein feuchter Huf, der leichter im Abrieb ist und voila - leicht fühlig.

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