Hufeisen sinnvoll?

... komplette Frage anzeigen

12 Antworten

Beispiele aus der Praxis:

1) mein Isländer war ein geniales Tier, denn er sortiere die Gangarten selbständig nach dem Untergrund - ich konnte mir die Geschwindigkeit wünschen, für den Rest sorgt er: Galopp oder Paß auf Grasboden, Trab/Paß / Tölt auf festem Lehm, schritt im tiefen Sand und auf allen steinigen/harten/Betonwegen er hatte gutes Hufhorn und wurde nur beschlagen, wenn wir auf Wanderritte gingen mit Etappen von 25-40 km pro Tag

2) wir haben seid einigen Monaten ein ehemaliges Kutschpferd, das 20 Jahre lang Eisen trug und das jetzt gaaaanz langsam lernt, barhuf  zu gehen; daß das 1-1,5 Jahre dauern wird, ist mir klar, denn er hat schlechtes Horn, und das zu stärken
das dauert halt. auf Naturboden und vor allem im Wald läuft er schon wie ne Elfe, auf ebenem Beton/Asphalt geht's für'n Weilchen auch (nur Schritt), aber auf Schotter/Splitt ist es ihm noch oft sehr unangenehm - trotzdem möchte ich dran bleiben, auch wenn ich diesen Sommer nochauf größere Ausritte verzichten muß
ggf bekommt er Hufschuhe;
die hatten nwir schon mal zur Probe und er ging recht gut damit

mir ist einfach wichtig,
daß der Hufmechanismus natürlich funktionieren kann

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

ich halte von hufeisen - von wenig ausnahmen abgesehen, gar nichts.

ein hufeisen ist für ein pferd, als wenn du ständig entweder dicke handschuhe oder auf allen fingerkuppen fingerhüte trägst. versuche mal damit einer, seinen kompletten alltag zu bewältigen.

es gehen heutzutage so viele pferde "fühlig", weil viele schmiede plattfüsse schneiden oder weil schon die jungpferde sehnenprobleme und sohlabsenkungen haben.

das wiederum kommt daher, dass die pferde zu wenig gelegenheit haben, als fohlen schon in allen gangarten in jedem gelände und auf jedem untergrund zu laufen.

in der zuchtauswahl wird zu wenig auf einen von natur aus guten huf geachtet.

ganz generell verändert das aufbringen eines eisens das gleichgewicht, die hufbelastung und damit die komplette statische belastung des pferdes zum negativen. der strahl kann seine aufgabe überhaupt nicht mehr übernehmen.

als sehr gut, um das warum zu verstehen und überhaupt die aufgaben zu erkennen, die der huf beim pferd hat, ist folgende seite: 

http://www.go-barhuf.de/index.php?p=120700

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Nix halt ich von Eisen ehrlich gesagt. Die Natur hat sich bei der Auswahl der "Materialien" schon was dabei gedacht. Ein gesunder Huf benötigt in der Regel keine Eisen. 

Gute Hufbearbeitung ist meiner Meinung nach völlig ausreichend. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Die Antwort hab ich gestern erst gegeben:


Ich halte überhaupt nichts von Eisen.



Weil das Eisen den Huf anhebt und der Hufrand das komplette Pferdegewicht tragen muss. Wichtige Hufstrukturen wie z.B. der Strahl als Stoßdämpfer verlieren ihre Funktion und bilden sich zurück. Das Pferd läuft also ungedämpft, das Eisen verstärkt den Aufprall noch zusätzlich. Du kannst dir sicher vorstellen, wie ungesund das für die Gelenke ist! 

Der Beschlag schränkt den natürlichen Hufmechanismus ein. Dadurch wird die Durchblutung herabgesetzt. Die Beinstrukturen bleiben unterversorgt mit Nährstoffen (Blut ist das Transportmedium), es treten eher Sehnen-, Gelenkprobleme auf als bei unbeschlagenen Pferden und die Regenerationsphase dauert massiv länger!

Zudem findet keinerlei Abrieb mehr an der Hufsohle statt. Da jeder Huf versucht, sich ins natürliche Gleichgewicht zwischen Abrieb und Wachstum zu bringen, produziert er weicheres, dünneres Horn, damit es sich möglichst schnell doch noch abreibt, was es aber durch das Eisen nicht kann!
Kein Wunder also, dass die Hornqualität unter einem Beschlag leidet und immer schlechter und bröseliger wird. 


Werden nun die Eisen abgenommen, wird das Pferd fühlig oder gar lahm gehen. Der Huf erfährt dann plötzlich den Bodengegendruck an Strahl und Sohle, die dafür aktuell überhaupt nicht ausgelegt sind und vor allem den Abrieb, der er nicht erwartet hätte.   

Es reicht nicht das Pferd mal eine Beschlagsperiode ohne Eisen zu lassen, dann aber wieder welche rauf zu nageln, weil das Pferd ja sooo empfindlich ist und ohne Eisen nicht zu Recht kommt. Das ist falsch. Der Huf braucht lediglich Zeit und damit sind mehrere Monate, bis hin zu einem Jahr gemeint!


Wenn ein Pferd nicht ordentlich laufen kann, liegt es an der Bearbeitung. Mein Pferd geht fast jeden Tag mindestens 1,5 Stunden fast ausschließlich Asphalt und Kies, der Paddock ist ebenfalls gekiest und trotzdem muss meine Huforthopädin noch manchmal was wegschneiden..

Der Huf passt sich dem Untergrund an, wenn man ihn lässt. Das geht nicht natürlich nicht sofort, aber du kriegst auch keine Hornhaut, wenn du nur ein einziges Mal über Steinchen läufst und dann entscheidest, dass dir das weh tut und du in Zukunft nur noch mit Schuhen laufen willst. Und zwar 24/7, auch im Bett. Auch in der Dusche. Wie ein Pferd mit Eisen eben ;)


Ausnahmen sind für mich zb Kutschpferde. Aber auch nur die. 

Ich häng dir noch zwei Bilder von einer Wärmebildkamera an, wo man sieht, wie extrem die Durchblutung durch die Eisen beeinträchtigt wird. 


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von fusselchen70
24.04.2016, 15:16

Vieles mag stimmen aber es ist nun mal Biernat dessen Absolventen auch nicht alle Heilige sind...

1

Naja das kommt aufs Pferd an und auf das was man mit ihm macht. Eisen sind sinnvoll wenn das Pferd regelmäßig auf Teer laufen, z.b vor der Kutsche, wenn das Pferd Plattfüsse oder in welche Fehlstellungen und Huf Krankheiten hat und ein Spezialbeschlag benötigt. Oft sind Pferde die jahrelang Eisen hatten so empfindlich das sie ohne Eisen kaum auf harten Boden laufen können. Da die Hufstrucktur geschädigt ist. Was eine Umstellung sehr langwierig und schmerzhaft macht. Aber in den meisten Fällen ist es Gesünder, logisch die Natur hat das Wunderwerk Huf ja schließlich erfunden. Die Wildpferde kommen ja auch ohne zurecht und klettern ohne Eisen über Stock und Stein.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Nein, sie sind in der Regel nicht sinnvoll.

Seit es wirklich gute Hufschuhe gibt sind sie sogar noch sinnloser als zuvor.

Ich kenne selbst Fahrer, die keine Hufeisen bei ihren Pferden dran haben bzw. bei größeren Strecken Hufschuhe anziehen. Also ist auch das gelegentliche Fahren (2 mal die Woche) durchaus ohne Eisen zu erreichen.

Bei Kutschpferden, die enorm viel laufen, sind vermutlich die Eisen sinnvoll, als einzigstes - da da garantiert der Abrieb größer ist als was je nachwachsen könnte.

Bei allen normal gerittenen Pferden ist ein Beschlag nicht nötig. Bei manchen Sportarten sogar eher hinderlich.

Selbst sehr viele Distanzreiter die ich kenne, arbeiten nur mit Hufschuhen und auch erst ab bestimmten Km Zahlen.

Der Huf ist ein Gebilde, das sich auf das einstellt, was von ihm gefordert wird. Viel laufen auf hartem Untergrund bedeutet, das der Huf hart und abriebsarm wird. Laufen auf weichem Untergrund bedeutet das der Huf eher weich und abriebsfreundlich wird.

Am besten ist es, wenn das Pferd schon im Offenstallauslauf mit vielen verschiedenen Bodenarten konfrontiert wird, um ein gesundes Hufwachstum zu fördern. Wir haben im Auslauf, Knochensteine, Sand, Kies, Holzhäcksel und Erde.

Bei uns stehen 36 Pferde, davon sind 4 Beschlagen. 1 Kutschpferd (käme aber sicher mit Hufschuhen aus, ein Distanzpferd (auch eher zweifelhaft ob sie wirklich welche braucht), ein altes Arthrose Pferd (das nur zusätzliche Schäden jedes Jahr durch die Eisen bekommt, aber dessen Besitzer dem Schmied mehr glaubt als den anderen einstellern) und ein Pferd das nur am WE länger geritten wird und unter der Woche nur im Offenstall steht.

Alle anderen 32 Pferde gehen Barfuß und die meisten sogar auch noch ohne Hufschuhe täglich ins Gelände. Bei den vieren, die ich oben beschrieben habe wäre vermutlich das Kutschpferd das einzige wo ich die Eisen für einigermassen o.k. empfinde.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von fusselchen70
24.04.2016, 12:29

Ein Kunststoffbeschlag könnte für das Arthrosepferd sogar noch sinnvoller als Barhuf sein, oder lehnst du das (und warum) auch vehement ab?

0

generell bin ich eher ein fan vom barfuß lassen. allerdings gibt es natürlich auch fälle in denen es unmöglich ist das pferd ohne eisen laufen zu lassen. die option hufschuhe gibt es natürlich auch noch aber das kommt auf die situation an. zum beispiel bei meiner stute. sie geht extrem fühlig und hatte auch mehrere hufprellungen weil sie nicht genug aufpassen konnte wie sie läuft. dann haben wir hufschuhe ausprobiert welche zwar zum anwenden bei ausritten nicht schlecht waren aber eben keine dauerlösung sind wenn das pferd ununterbrochen etwas dran bräuchte. dann haben wir auf eisen umgestellt an den vorderbeinen .bin eigentlich recht zufrieden da sie jetzt um einiges besser läuft und "gesündere" hufe hat. allerdings würde ich es jedem raten so weit wie es geht nicht auf eisen zu setzen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hufeisen würde ich nur drauf machen, wenn dein Pferd fühlig läuft oder wenn du viel ausreitest und dort Hauptsächlich Asphalt ist...

Ausser das Pferd hat verletzungen, dass ist aber etwas anderes...

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Weisst du, das ist wie bei allen anderen Themen: Einmal ist Kaffee schädlich, dann wieder ein paar Jahre lang supergesund. Also ein wenig sind die Meinungen dazu auch eine gewisse "Modeerscheinung". 

Und eigentlich greift deine Frage (und einige Antworten nicht weit genug). Denn was ist mit Kunststoff- und Alubeschlag? Die gibt es ja nun mal auch.

Am Wichtigsten finde ich, das du die richtige Person ans Pferd bekommst. Es gibt tolle Schmiede, die auch in der Lage sind, vernünftig barhuf auszuschneiden. Dann kann es auch geschehen, das ein eigentlich guter Schmied nur gewisse Rassen vernünftig schneidet. Bei uns in der Gegend gibt es offenbar nur eine Person, die Shire und andere Kaltblüter gut ausschneiden kann. Vergiss grundsätzlich einen Schmied, der auf Fragen von dir antwortet: "Der/die braucht das so." oder noch besser "Das habe ich schon immer so gemacht." Vergiss am Besten auch einen Hufpfleger, Huftechniker oder Schmied der immer sofort Termine frei hat. Das hat i.d.R. einen traurigen Grund. Der/die kann nix!!!

Hufeisen sind für manche Hufe die einzig sinnvolle Hilfe. Grundsätzlich wird damit aber wie beim Alu auch der Hufmechanismus eingeschränkt. Das ist beim Kunststoffbeschlag nicht der Fall. Für viele Pferde genügt der RICHTIGE Barhufschnitt und bei aussergewöhnlichen Belastungsphasen kann zusätzlich noch der RICHTIGE Hufschuh genutzt werden.

Das entscheidende wird aber meiner Meinung nach sein, die richtigen Leute ans Pferd zu lassen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Sinnvoll sind sie z.B., wenn man sehr viel auf Asphalt fährt. Ich fahre in der Saison viermal pro Woche jeweils 20-25km, nach 6 Wochen sind die Eisen dünn wie Papier...

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von beglo1705
25.04.2016, 18:27

Also praktisch eine Kilometerlaufleistung von ca. 600 km pro Satz Eisen. Das ist schon ordentlich.

Da kann ich mit meinen geschätzten 200 km über´s Jahr verteilt (nur vor der Kutsche und Schlitten) gar nicht mithalten ;-))

0

Also das kommt stark auf das Pferd an. Wenn dein Pferd nicht stark fühlig ist, also damit klar kommt über steine zu laufen, ist ed sogar gar nicht schlecht, wenn dein Pferd keine Eisen drauf hat, da das das normal wachsen des Hufes verhindert. Allerdings, kommt es auch darauf an, was du mit deinem Pferd machst. Wenn du viel und auch etwas länger ins Gelände gehst, solltest du deinem Pferd auf jeden Fall Hufeisen drauf machen lassen. Wobei ich in dem Fall auch Duplos empfehlen kann. Diese sind zwar teurer, aber der Huf kann besser wachsen und die Pferde rutschen nicht auf schotter oder asphalt, dafür aber mehr auf nassem oder feuchtem Gras.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von ponyfliege
24.04.2016, 00:13

gerade ohne eisen gehen pferde im gelände sehr viel besser.

5

Das hängt von der Beschaffenheit des Hufes ab. Wenn mein Pferd keine Eisen drunter hätte, würde das Horn einfach so auseinander brechen. Also sind die Eisen dringend notwendig.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von ponyfliege
24.04.2016, 00:09

erst machts der schmied beim basteln kaputt und dann nagelt er es wieder zusammen?

an einem bröckligen huf hält kein eisen...

5
Kommentar von LyciaKarma
24.04.2016, 08:43

Dann hätte dein Pferd eben mal bröckelige Hufe, dafür würden sie gesund und hart nachwachsen. Natürlich nur mit einem fähigen Bearbeiter. 

4
Kommentar von friesennarr
24.04.2016, 11:59

Die Beschaffenheit des Hufes regelt sich über die Beanspruchung des Hufes. Wenn man also immer Eisen drauf macht wird da nie ein gescheit wirkender Huf draus.

Ein Huf wird hart und robust bei hartem Boden und trockenheit. Ein Huf wird weicher und weiter, bei weichem Boden und feuchtigkeit.

Je mehr man also auf hartem Boden das Pferd laufen lässt, dest härter und kleiner werden die Hufe.

Natürlich darf da kein Eisen den gesamten Hufmechanismus lahm legen - dann funkt das natürlich nicht mehr so.

Und man muß von Beschlag zu Beschlag immer mit noch schlimmerer Hufsubstanz rechnen.

4

Was möchtest Du wissen?