Frage von ichnixwissenwas, 59

Hündin kastrieren oder nicht, wozu ratet ihr?

Sollte man jetzt eine Hündin besser kastrieren lassen oder nicht? Wenn man es nicht tut, kann sie ja Gebärmutterkrebs etc bekommen, aber es ist ja auch ein großer Eingriff und ändert ggf. die Persönlichkeit? Ich weiß jetzt nicht, ob man es besser tun sollte oder nicht. Unsere z.B. hört auch nicht so gut (Straßenhund) und man hat auch immer im Hinterkopf ob sie vielleicht doch mal Durchbrennt (man lernt halt noch mit ihr).. Was meint ihr?

Expertenantwort
von Berni74, Community-Experte für Hund, 57

Darüber streiten  sich die Geister, und es gibt nur wenige Themen, die so stark polarisieren wie das Thema Kastration.

Letztlich muß man sowas immer selber entscheiden, denn nur Du kennst Deinen Hund und die Umstände.

Eine Kastration ist, wie Du schon schreibst, ein großer Eingriff. Jede Operation birgt Risiken. Das geht bei der Narkose los und hört bei eventuellen Komplikationen bei der Heilung auf. Auch kann sich das Wesen Deiner Hündin dadurch verändern - zum positiven wie auch zum negativen. Wie genau es wird, weiß vorher keiner.

Natürlich wird eine kastrierte Hündin keinen Gebährmutterkrebs bekommen (ist ja keine mehr drin), und je nach Zeitpunkt der Kastration minimiert sich auch das Risiko von Mammatumoren. Allerdings heißt das nicht, daß sie nicht dann woanders Krebs bekommen kann. Und wenn dem so wäre, könnte keiner sagen, ob das nun ohne Kastration anders gewesen wäre.

Nicht selten bekommen Hündinnen Gebährmuttervereiterungen, die, wenn sie nicht erkannt werden, sehr gefährlich für die Mädels werden können. Dies kommt bei kastrierten Hündinnen jedenfalls nicht vor.

Meine Hündinnen waren und sind alle aus verschiedenen Gründen kastriert, und ich habe nie schlechte Erfahrungen gemacht. Weder bei dem Eingriff selbst, noch was eine Wesensveränderung angeht.

Eins ist allerdings fakt - eine Kastration (egal, ob Rüde oder Hündin), löst nie Erziehungsprobleme.

Expertenantwort
von jww28, Community-Experte für Hund, 45

Hi meine Seniorin (ca 10-12 Jahre jung) ist nicht kastriert. Haben aber auch keine Probleme damit, da sie nicht zur Scheinträchtigkeit neigt und auch keinerlei Tumor entwickelt hat. Mit der Krebsrate ist ja auch immer etwas Augenwischerei, nicht jeder unkastrierter wird automatisch krank, nur wenn er auch eine genetische Disposition hat, so erhöht sich die Wahrscheinlichkeit Krebs zu bekommen. Ein gesunden Hund würde ich nicht einfach kastrieren, wartet erstmal ab, sollte die danach immer scheinträchtig werden macht das eher Sinn. Und warum soll sich die Persönlichkeit ändern? Bei sehr Frühkastrierten Hunden mag das stimmen, weil sie nicht reifen konnten und auch die Triebe, zB Jagdtrieb meist mit einsetzen der Geschlechtsreife kommen, was Frühkastrierte leider nie erreichen. Aber beim erwachsenen Hund macht es nur was mit der Verdauung,also den Stoffwechsel was die Hunde etwas ruhiger erscheinen lässt.  Wenn sie läufig ist, einfach Leine dran lassen, geht ja nur 2 Wochen und dann ist wieder erstmal Ruhe. Und damit sie besser hört, hilft nur üben üben üben :)  

Antwort
von Virgilia, 45

Eine Kastration ersetzt NIE die Erziehung! 

Auch Straßenhunde kann man erziehen und dann hören sie i.d.R. genauso gut wie "deutsche" Hunde. Die Ausnahmen, bei denen das nicht klappt, dürfen dann draußen nur an die (Schlepp)Leine. Es gibt zwar Hündinnen, sie sich selber auf die Suche nach nem Kerl machen würden, wenn man sie lässt, aber wenn man aufpasst ist das eigentlich kein Problem.

Wenn keine gesundheitlichen Gründe vorliegen, sollte man weder eine Hündin, noch einen Rüden kastrieren lassen, außer man hat ein gemischtes Rudel. Während der Läufigkeit muss man halt mehr auf seine Hündin aufpassen und darf sie nicht ableinen und muss eventuell ein, zweimal mehr am Tag durchzuwischen. 

Bei uns sind drei von vier Hündinnen kastriert (Tierschutz). Der einen merkt man nichts an, die andere nimmt extrem schnell zu, obwohl sie die quirligste ist und meine, ohnehin schon sehr unterwürfige und sensible Hündin, wurde durch die Kastra noch unsicherer. Auch benimmt sie sich oft eher wie ein Junghund und wird vielleicht nie wirklich "erwachsen" werden (sie wurde mit ca. 2 Jahren kastriert). 

Antwort
von Bordermaus, 16

NEIN !

Erzieh sie. Wenn sie durchbrennt, fehlt es ihr an Erziehung und Bindung an euch.

An den Stehtagen solltest du sie eh nicht von der Leine lassen.

In unserem Haushalt leben eine umkastrierte Hündin und ein Rüde. Dieser wurde allerdings kastriert, als wir ihn aus dem Tierheim holten. Sie kriegt Schiebetüren auf, er öffnet Türklinken. Und da wir keinen der beiden während der Stehtage in eine Box stecken wollten und das Leben für alle leichter ist, wenn er "nicht mehr kann", musste er dran glauben. Ein viel kleinerer Eingriff als bei einer Hündin. (PS: fast kastrierte Hündinnen in unserem Bekanntenkreis wurden in den ersten 2 Jahren nach der OP in verschiedenen Graden inkontinent. Muss man auch nicht haben...)

Antwort
von MaschaTheDog, 56

Man soll Hunde nicht ohne Grund Kastrieren lassen.

Ja gut,Hunde können Gebärmutter Krebs bekommen aber wenn die OP nicht gut verläuft dann habt ihr ganz andere Probleme an der Backe...(Entzündungen,offene Naht usw.) und du lässt dir die Brüste ja auch nicht entfernen weil du irgendwann ja mal Brustkrebs bekommen könntest,Menschen leben 100 Jahre und Hunde nur 10.

Und eine Kastration hat rein gar nichts damit zu tun,wie gut ihr euren Hund erzieht...

Und wenn die Hündin läufig ist einfach an der Leine bzw. Schleppleine lassen,was man auch tun sollte wenn der Hund nicht gut hört.

Unsere Hündin ist auch nicht kastriert,wir hatten noch nie irgendwelche Probleme mit ihr,während der Läufigkeit ist der Boden halt öfters dreckig aber wir ziehen unserer Hündin dann meistens so Windeln an.



Kommentar von Bitterkraut ,

Wenn der Hund Windeln tragen muß, kann er sich nicht selbst sauber lecken. Kontraproduktiv und verstörend für den Hund. Das würde ich nur im Notfall machen.

Kommentar von MaschaTheDog ,

Sie hat sie auch nur selten an,z.b wenn wir kurz Besuch für 30 Minuten bekommen. :) Aber danke für die Info!

Kommentar von Bitterkraut ,

Laßt den Hund einfach nicht auf den Schoß des Besuchs ;) - oder was hat Besuch mit Läufigkeit zu tun?

Korb und Schlafplatz kann man mit waschbaren oder Einwegeinlagen abdecken, da der Hund sich im Schlaf nicht putzt, aber sonst tun die das normaleweise selbst und das soll man dem Hund auch ermöglchen.

Kommentar von MaschaTheDog ,

Naja,stimmt auch wieder. Was man hier alles dazulernt.. Werden ihr die Dinger nicht mehr anziehen :) Danke!

Kommentar von Bitterkraut ,

Probier es einfach bei der nächsten Läufigkeit ohne, in aller Regel halten die Hunde sich selbst sauber, wenn man sie läßt. Sollte dein Hund eine Ausnahme von der Regel sein, kannst du das ja nochmal überdenken.

Kommentar von MaschaTheDog ,

Ja werden es mal probieren,haben gerade noch einen unkastrierten Rüden zuhause,der interessiert sich aber irgendwie gar nicht für unsere Hündin,selbst wenn sie Läufig ist.Natürlich werden die Hunde nachts und wenn wit nicht da sind getrennt bzw. wenn wir nicht da sind kommt einer der beiden mit.Probieren es aber noch bei der nächsten Läufigkeit aus,wenn die Hunde dann zu viel Stress haben,wird der kleine Mann wohl doch seine Kronjuwelen verlieren müssen ;)(wollen dann lieber ihn kastrieren lassen,weil es bei Rüden keine so komplizierte OP gibt)

Antwort
von MiraAnui, 35

Das eine Kastration irgendwie gegen Krebshilft ist Schwachsinn... die Studie die es gab ist fslsch...

Meine Hündin konnte ich auch in ihrersr läufigkeit ohne Leine laufen lassen. Das ist Erziehungssache.

Meine Hündin wurde mit caa. 2,5 kastriert, weil ein Rüde Welüe einzog. Ihre Persönlichkeit hat sich nicht geändert, aber ihr wesen war vorher schon gefestigt.

Es kann aber passieren, das ängstliche,unsichere oder aggressive Hunde ihr Verhalten verstärken nach der Kastration.

Dazu kommt das viele Hündinnen inkontinent werden, wie meine.

Ich finde auch meg dämlich was die “Tierschützer“ machen und jungtiere kastrieren....

Wenn deine Hündr jedoch eine starke Scheinträchtigkeit neigt ( Milcheinschuss, etc) dann sollte mit dem Ta geredet werden 

Kommentar von Berni74 ,

Es kann aber passieren, das ängstliche,unsichere oder aggressive Hunde ihr Verhalten verstärken nach der Kastration.

Ich kenne übrigens drei Hündinnen, die sehr unsicher waren und nach der Kastration regelrecht aufgeblüht und viel selbstsicherer geworden sind. So kann es auch kommen. Allerdings weiß man das eben vorher nie...

Kommentar von MiraAnui ,

Stimmt. Eine Freundin hatte eine Hündin die wurde bei jeder Laufigkeit total unsicher, ließ sich nicht anfassen und schnappte sogar nach seiner Besitzerin. War die Läufigkeit rum, war alles okay.

Sie wurde jetzt auch kastriert. Aber es hätte auch nach hinten los gehen können

Antwort
von Arxoz, 21

Wenn die Hündin gesund ist, sollte man sie nicht "einfach so" kastrieren. Es ist ein schwerer Eingriff in die Hormone und die Psyche des Tieres, und ein unnötiges Risiko, und kann durchaus neue Probleme hervorrufen. Und sie damit erziehen zu wollen, ist auch die falsche Methode.

Hier auch ein Beitrag, den ich grad gefunden hab: http://www.sueddeutsche.de/wissen/kastration-von-huendinnen-mit-falschen-zahlen-...

LG.

Antwort
von Bitterkraut, 59

Würdest du dich auch kastrieren, weil du Gebärmutterkrebs bekommen könntest? Oder die Beine amputieren, weil du Knochenkrebs bekommen könntest?

Der Hund kann auch an allen anderen Krebsarten erkranken, deshalb kann man einen Hund ja aber nicht ausschlachten, nur damit er keinen Krebs bekommen kann.

Eine Kastration ist ein massiver Eingriff. Eine große OP, ein Trauma und ein Eingriff in das hormonelle Geschehen. Es gibt keinen Grund, eine gesunde Hündin kastrieren zu lassen und genaugenommen verbietet es auch das Tierschutzgesetz.

Dafür, daß der Hund nicht "durchbrennt" mußt du die Verantwortung übernehmen, kannst du das nicht, solltest du gar keinen Hund haben. Sollte es dennoch zu einem Deckakt kommen, kann die Hündin die "Spritze danach" bekommen, die verhindert. daß der Hund trächtig wird. Gibts bei Hunden wie bei Menschen.


Antwort
von Everneath, 34

Eine Kastration ist in den meisten fällen schwachsinn. Der Mythos dass die Hunde ruhiger und viel lieber werden stimmt meist nicht. Das macht nur gute erziehung.

Wenn dir durch den Kopf geht dass der Hund auch mal wegrennen würde sollte sie nicht ohne Leine laufen. Schleppleine und dann trainieren.

Wie auch schon von anderen erwähnt ist das Krebs Risiko nichts grösser als vor der Kastration (diese "Studien" waren natürlich unlogisch weil nach der Kastration die Gebärmutter nichtmehr vorhanden ist).

Als Alternative könnte ich dir eine Chemische/Hormonelle kastration empfehlen. Besprich dich doch mal mit deinem Tierarzt!

Kommentar von ichnixwissenwas ,

Hey, danke! Das die Kastration so unlogisch ist wie mir jetzt nochmal gesagt wurde, wusste ich nicht. Das es die Erziehung nicht ersetzt wissen wir, nur ist ihre Erziehung echt schwierig, lebte lange auf der Straße. Wir werden sie dann wohl nicht kastrieren. Reden wir mit den TA drüber, wird sie wahrscheinlich zur Kastration raten, bringt ja nun mal Geld :-D

Kommentar von Bitterkraut ,

Wenn dein TA dazu rät, wechsle den TA. Solche Geldmacher sind keine guten Tierärzte. Meine Tierärztin rät ab, solange es sich um einen gesunden Hund handelt und sie macht es auch nicht.

Die Hunde, die unkastriert Probleme aus hormonellen Gründen bekommen sind wenige Prozent. Laß dir nix einreden.

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