Frage von visionbrasil, 37

Hubble Planetensuche?

Hubble sucht Planeten im Universum durch Helligkeitsunterschiede die durch horizontale Umkreisungen um die Sonnen entstehen.

Was aber wenn Planeten nicht horizontal die Sonnen umkreisen sondern vertikal zum Horoskop gesehen? Also wie ein Zeiger einer senkrecht stehenden Uhr statt die Zeiger einer liegenden Uhr.
Oder umkreisen Planeten im gesamten Universum die Sonnen in der gleichen Ebene?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von uteausmuenchen, Community-Experte für Astronomie & Universum, 9

Hallo visionbrasil,

kleine Korrektur: Über das von Dir beschriebene Verdunklungsverfahren sucht nicht das Hubble-Teleskop nach Exoplaneten, sondern das Kepler-Teleskop. (Und ein Horoskop ist was ganz anderes und richtiger Horror für seriöse Astronomen.... ;-D)

http://www.br.de/themen/wissen/kepler-weltraumteleskop-100.html

Ansonsten hats Du das ganz richtig erkannt: Das Verfahren funktioniert nur, wenn der Planet zufällig in einer Ebene um seinen Zentralstern kreist, die so liegt, dass er von uns aus gesehen vor seinem Stern vorbeizieht.

Und ja: Das ist nur bei wenigen Sternen der Fall. Die Planeten umrunden ihre Sterne in etwa in der Rotationsebene des Sternes - und die ist bei unabhängig voneinander entstandenen Sternen zufällig.

Exoplaneten können also ihren Stern von uns aus gesehen irgendwie umrunden. Da alle möglichen Bahnebenen aber auch gleichverteilt vorkommen, kann man aus den mit diesem Verfahren entdeckten und beobachteten Exoplaneten dann dennoch abschätzen, wie viele Sterne Planeten haben könnten.

Mit anderen Verfahren (z.B. periodische Dopplereffekte im Sternspektrum) kann man auch Planeten aufstöbern, die nicht mehr genau vor ihrem Zentralstern vorbeiziehen und entdeckt so auch Planeten, deren Bahnebene größere Winkel zur Erdbahn einschließt.

Weil die Messungen aber wirklich nicht leicht sind, hat jedes heutige Verfahren seine Grenzen. Bestimmte Exoplaneten können wir heute tatsächlich noch nicht entdecken. Wenn man aber bedenkt, dass die Messungen so schwer sind, dass man erst Mitte der 1990er überhaupt den ersten Exoplaneten entdecken konnte, heute aber schon weit über 1000 Exoplaneten bekannt sind, dann stehen wir wieder gar nicht so schlecht da.

Wenn Dich diese Messungen interessieren: Der Astrophysiker Dr. Gero Rupprecht hat einmal einen tollen Vortrag dazu gehalten. Darin wird auch erklärt, welche Verfahren es gibt und wo die Grenzen der einzelnen Verfahren sind. Vielleicht magst Du mal reinschauen?

=)

Grüße

Kommentar von visionbrasil ,

Danke für die sehr gute und qualifizierte Antwort .......

Und sorry für die wirklich beschämenden Schnitzer der Namensgebungen 

Antwort
von Kamihe, 19

Dies würde nur so lange zutreffen, wie sich wie sich Hubble auf die Sonne zu bewegt, so bald er sich neben der Sonne befindet ( von deinem Schema aus gesehen ) würde der Verdunklungseffekt wieder auftreten.

Antwort
von Roderic, 14

Dann hat Hubble halt Pech gehabt und misst keine Helligkeitsunterschiede, obwohl ein Planet ja möglicherweise doch vorhanden ist.

Macht aber nüscht. Bei der riesigen Anzahl an Sonnen in unserer Milchstraße gibt's immer noch genügend Kandidaten, bei denen die Planeten von der Erde ausgesehen doch mal vor ihrer Sonne vorbeiwandern.

Und nein, die Sonnensysteme liegen nicht alle in einer Ebene. Die Orientierung der Achsen sind gleichverteilt und korrelieren in keinster Weise miteinander.

Antwort
von luckynoob14, 22

Ich bin mir nicht sicher, aber die Chance, dass die Planeten in Ihrer Umlaufbahn des Sterns exakt vertikal ist, halte ich für sehr gering.
Sollte es dennoch so sein, dass sie keinerlei Verdunklung des Sterns erzeugen, so üben sie dennoch eine Gravitation auf das Sternenlicht aus. Ich meine ich habe darüber mal was gehört.

Trotzdem alle Angaben ohne Gewähr :)

Antwort
von Spezialwidde, 15

In welcher Richtung der Planet um seinen Mutterstern kreist ist Hubble egal, wichtig ist dass die durch den Planetentransit verursachten Helligkeitsschwankungen regelmäßig erfolgen.

Antwort
von Udsch, 13

Nee, dann gibt es ja keine Helligkeitsunterschiede. Mit der Methode würde man Planeten in solchen Fällen wohl nicht finden.

Antwort
von muckel3302, 10

ob vertikal, senkrecht oder waagerecht ist egal. Der Planet muss nur vor seinem Stern vorbeiziehen (ihn quasi bedecken), darüber oder darunter nutzt nichts, dann kann Hubble den Planeten nicht entdecken, zumindest nicht mittels Helligkeitsunterschieden.

Kommentar von visionbrasil ,

eben, genau darum geht es ja bei meiner Frage. Wenn also viele Planeten vertikal kreisen würden (also wie bei einer stehenden Uhr) dann würden diese, weil sie nie die Sonne verdecken, nicht erfasst werden. Damit reduziert sich der Erfolg für Hubble doch um einiges....

Kommentar von muckel3302 ,

genau, die huschen quasi durchs Raster, das ist der Nachteil an der Transitmethode.

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