Lese dem Sohn meiner Freundin neuerdings Märchen vor.
Bei Tageslicht betrachtet sind das richtig gesunde Horrorstreifen.
Hexen, die bei lebendigen Leibe in den Ofen gestoßen werden. Wölfe die bei lebendigem Leibe aufgeschlitzt und mit Steinen befüllt werden. Max und Moritz die b.l.L in eine Mühle geschmissen werden. Aschenputtels Schwestern, die sich mit einem Küchenmesser die Zehen und Fersen abschneiden damit der Schuh passt. Das Mädchen mit dem Streichholz die erbärmlich auf dem kalten Bürgersteig erfriert.
Find das ganz schön heftig. Ist das euch schon mal aufgefallen?

Ja, das ist mir auch schon aufgefallen. Aber es scheint so, als würden Kinder den leichten Grusel irgendwie brauchen. Jedes Märchen hat aber auch ein Happy-End und das erscheint mir wichtig. Den Kindern Märchen vorzuenthalten, weil sie gruslig sind ist aber weltfremd. Schalt mal die Nachrichten ein, die sind viel erschreckender!

Stimmt genau. Heute erschienen, sie kämen auf den Index, zumindest FSK 18. Waren härtere Zeiten damals.
ja, natürlich fällt einem so etwas auf. Aber die Kinder können meiner meinung nach erkennen, was real ist und was nicht. Ich konnte das auch. Klar, es ist nicht gut, wenn jemand keine Empfingungen aht, aber ich denke, man wird dann auch etwas auf das Leben vorbereitet, man hört viele schreckliche Dinge, die wirklich passieren. Das einen das dann immer noch schockt, ist klar, aber man kann besser damit umgehen, als schreiend durch die Gegendzu laufen.

Als Kind habe ich sehr viele Märchenbücher gehabt und seltsamerweise habe ich keines der Märchen als schrecklich empfunden. Waren einfach nur spannend.
stimmt, ging mir genauso

Ja natürlich. Märchen sind keine Kindergeschichten, sondern haben einen moralischen Hintergrund. sie sollen Abschrecken! Viele verwechseln leider Märchen und Kindergeschichten. Es waren und sind Geschichten für Erwachsene.
Genauso ist es, früher gab es eben bezahlte Märchenerzähler für Erwachsene (Thriller, Horror etc.) das war die GEZ des Mittelalter :-) Irgendwann hat einfach jemand behauptet es wären KINDER-MÄRCHEN!!!

das ist doch keine neue Erkenntnis und einige Million Kinder sind mit diesen Märchen groß und stark geworden und warum? Weil am Ende IMMER das GUTE gewinnt und das Böse bestraft wird. Dies ist m.E der wichtigste Unterschied zu irgendwelchen sinnlosen Ego-Shootern und Ballerspielen und Monsterabschießen auf dem PC, wo es ja nur um Punkte oder was weiß ich geht. Die Märchen vermiteln dagegen immer einen kleinen Bildungs- und Erziehungsfaktor
Sascha manop M. am 26. August 2007 13:15 Besser als Ballerspiele sind Märchen sicherlich. Mit Bildung haben Märchen ganz sicher jedoch nichts zu tun. Und wenn man z.B. das Mädchen mit dem Streichholz nimmt, dann muss auch nicht immer das Gute gewinnen.
das gute gewinnt? siehs mal so: eine arme alte frau, die im wald wohnt, die kinder bei sich aufnimmt und ihnen essen gibt wird am ende von diesen verbrannt??? miese dr*cksgören!
ich finde auch das diese klassischen märchen immer etwas vom horror haben... habe nämlich selber zwei kinder die gerne geschichten vorgelesen bekommen... allerdings eignen sich diese klassischen märchen da gar nicht für... daher kommen meiner meinung nach auch die ängste der kinder wenn die vor dem schlafen gehen soetwas vorgelesen bekommen... für die ist es ja noch realitätsnah...es gibt aber andere schöne bücher z.b eins mit einer gute nacht geschichte oder gedicht für jeden tag...

Es hat mal jemand die ganzen alten Märchen auf Verbrechen untersucht. Dort gibt es Kidnapping, Mord und Totschlag, Aussetzung von Kindern, etc. Ich weiß leider nicht, ob das irgendwo im Netz steht. Ist hochinteressant.

Mein erster Horrorstreifen im Kino, da war ich 4 Jahre alt, war Schneewittchen und die sieben Zwerge von Walt Disney. Ich habe 3/4 des Films nur den Kopf in Mamas Schoß gehabt vor lauter Grusel. Später habe ich Märchen sehr gerne gelesen, denn eines war immer sicher: das Gute siegt!