Frage von DieserMarco, 119

Homophober Vater lässt Sexualität nicht zu. Habt ihr einen Rat?

Hallo zusammen!
Ich (14), Schwul, bin öffentlich geoutet. Über Silvester war ich mit meinem Vater bei seiner Familie (Türkischer Abstammung und streng gläubig). Auf der Rückfahrt sprach mein Vater mich nun das erste mal direkt auf dieses Thema an. Auch er wusste das ich Schwul bin.
Er war ein guter und netter Vater, doch in diesem Moment hat er mich ziemlich nieder gemacht.
Im Auto, Richtung Heimat, vielen Dinge wie "Ich bin unglücklich mit dir","Ich kann mir nicht vorstellen dass du mit einem Jungen Intim wirst, dabei wird mir schlecht" oder "In deinem Alter sollte man lieber auf dem Spielplatz spielen".

Mir tat es ziemlich weh, dass mein eigener Vater mir in den Rücken fällt.

Seit dem Zeitpunkt an, herrscht kein Kontakt mehr.
Habt ihr einen Rat an mich?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von pfeifferlinus2, 44

Hallo Marco 

Ich finde es toll, dass du so zu dir stehst, ich bin auch schwul und 16 Jahre alt. Zum Glück musste ich nie die Erfahrung machen, dass meine Eltern mich nicht unterstützen, die stehen immer voll hinter mir. Allerdings bin ich auch oft damit konfrontiert, wegen der Sexualität gehasst zu werden, einerseits täglich in der Schule, wo ich deswegen schlimm gemobbt und verprügelt werde, andererseits habe ich auch durch meine einen Großeltern Verachtung dafür erlebt. Von meinem Opa kommen regelmäßig Aussagen wie "Früher hätte man dem noch Vernunft eingeprügelt"

Was ich dir empfehlen kann, ist, dich selbst weiterhin so sehr zu akzeptieren wie du es jetzt schon tust. Du bist mit dir selbst im reinen, und das darfst du dir auf keinen Fall nehmen lassen, egal was dein Vater oder sonst irgendwer sagt. Und wenn der einzige Weg ist, keinen Kontakt mehr zu deinem Vater zu haben, dann musst du diesen Schritt leider gehen. Allerdings kann ich mir auch vorstellen, dass dein Vater, wenn er vielleicht ein bisschen mehr Zeit hat, lernt, das ganze zu akzeptieren. Denn du wirst ja denke ich höchstens ein Jahr geoutet sein und wenn er es so gelernt hat, muss er erstmal lernen, vielleicht einen anderen Blickwinkel auf die Sache zu bekommen. 

Ich wünsche dir viel Glück! 

Liebe Grüße Linus 

Kommentar von DieserMarco ,

Vielen Dank für deine tolle Antwort!
Werde es zu schätzen wissen!

Antwort
von DasFussl, 62

Er wird sich schon irgendwann damit abfinden, ihr könnt aber auch zu einem Psychologen helfen, die sind Neutral und helfen beiden Seiten

Kommentar von DieserMarco ,

Danke für deine Antwort! Bin relativ Schüchtern und würde es von der Psyche nicht schaffen.

Kommentar von DasFussl ,

Das nimmt dir der Psychologe schon, ich bin auch wegen Familiären Problemen bei einem Psychologen, und am Anfang hatte ich auch sehr wenig preisgegeben, später lief es aber sehr flüssig. Ihr werdet auch nicht immer in der selben Therapie sein, also manchmal nur du, und manchmal nur dein Vater (hoffe du verstehst wie ich das meine :D)

Antwort
von AtotheG, 45

Lass ihm etwas Zeit, er muss es wohl auch erstmal verarbeiten.

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