Frage von Holsteinaar, 272

Homöophatische Mittel gegen Nervosität und Rosse?

Hallöchen, kennt jemand wie oben , schon genannt ,Homöophatische Mittel ? Ich möchte das mal auf natürlichen Weg versuchen. Meine Stute kämpft immer sehr stark mit ihren Nerven und ihrer Rosse und ich möchte sie da entlasten. Vielen Dank

Antwort
von uteausmuenchen, 207

Hallo Holsteinaar,

Homöopathika sind Placebos. Mehr nicht. Und nein, das ist keine "Meinung".

Homöopathie bezeichnet sich selbst als sanftes, nebenwirkungsfreies Naturheilverfahren. Das ist nicht richtig.

Homöopathie ist ein vor 200 Jahren entwickeltes, auf damaligen Vorstellungen aufbauendes Verfahren, dessen Prinzipien im Laufe der letzten 200 Jahre in Widerspruch zu den in dieser Zeit gemachten naturwissenschaftichen Erkenntnissen geraten sind.

Im Einzelnen:

Die Homöopathie behauptet, man könne "Gleiches mit Gleichem" heilen. Ein Mittel bekämpfe diejenigen Symptome beim Kranken, die es beim Gesunden hervorruft. Diese Säule der Homöopathie geht auf ein falsches(!) Selbstexperiment mit Chinarinde zurück, das so nie wiederholbar war. In der Medizin ist dieses sogenannte Ähnlichkeitsprinzip als allgemeingültiges Heilungsprinzip inzwischen widerlegt. Die allermeisten Krankheiten werden verschlimmert durch Medikamente, die ähnliche Symptome hervorrufen, nicht verbessert.

Die Homöopathie ist kein Naturheilverfahren. Es werden vielmehr auch höchst giftige Stoffe wie Arsen, Blei, Plutonium oder auch Absurdes wie Hundekot, Berliner Mauer oder Supernova verwendet. Damit also die keineswegs harmlosen Stoffe nicht schaden, erfand Hahnemann (der Erfinder der Homöopathie) das Prinzip der Verdünnung.

Das ist die zweite Säule der Homöopathie: Die Wirkstoffe werden in mehreren Schritten verdünnt. Entweder in Schritten 1:10 (sogenannte D-Potenzen) oder in Schritten 1:100 (sogenannte C-Potenzen, C wie "centum"). Die Zahl dahinter gibt die Anzahl der Verdünnungsschritte. D6 bedeutet also 1:10^6, also 1 einziges Wirkstoffmolekül auf 1 Million Moleküle Lösungsmittel (Wasser oder Wasser/Alkohol). D12 wäre 1:10^12, also nur ein Wirkstoffmolekül auf eine Billion Lösungsmittelatome.

Der Homöopath sagt jetzt, dass das Mittel umso stärker ist, je höher die Potenz ist (also je höher die Verdünnung). Im Bild der Homöopathie ist also ein C30 Mittel stärker als ein D6. Zur Erinnerung: C30 = Hunderterpotenz = 1:100^30 = 1:10^60. Das entspricht einem Tropfen Wirkstoff in mehreren Erdvolumina Lösungsmittel. Oder anders ausgedrückt: Ein C30-Fläschchen enthält kein einziges Wirkstoffatom mehr, sondern nur noch Lösungsmittel, ist aber laut Homöopathie ein extrem starkes Mittel. (In echt ist es reiner Zucker.)

Hahnemann wusste vor 200 Jahren noch nicht, dass Verdünnen irgendwann einfach keinen Sinn mehr macht, weil man nur noch Lösungsmittel mit Lösungsmittel verdünnt. Er lebte zu einer Zeit, als man in der Chemie noch nicht die Zahl der Moleküle in einer bestimmten Stoffmenge berechnen konnte. Er lebte zu einer Zeit, als in der Medizin geschröpft wurde - und im Vergleich dazu war die Homöopathie gut: Reiner Zucker schadete den Patienten wenigstens nicht. Daher begannen sich Erfolgsgeschichten um den heilenden Zucker zu bilden.

Homöopathie beruht also wesentlich auf der Annahme, dass ein Wirkstoff in völliger Abwesenheit spezifische (also über Placebo-Effekt hinausgehende) Wirksamkeit besitzt. Diese Annahme widerspricht fundamental zahlreichen bestens gesicherten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen der letzten 200 Jahre. Könnte Homöopathie funktionieren, dann wäre unser  naturwissenschaftliches Weltbild fundamental und komplett falsch - und das, obwohl wir dessen Erkenntnisse im Alltag zur besten Zufriedenheit nutzen und nichts von irgendwelchen gravierenden Fehlern bemerken.

Dieser Beschreibung zufolge, sollte es auch nicht verwundern, dass in vielen, vielen Studien nie ein solche spezifische Wirkung über Placebo  nachgewiesen werden konnte.

Verteidigt wird die Homöopathie oft mit esoterischen Vorstellungen ("Schwingungen", "Informationen") oder mit schlicht falschen Aussagen (dass es bei Tieren keine Placeboeffekte geben würde z.B.).

Wenn Du dem Tier wirklich helfen möchtest, dann ist ein Placebo hier aber nicht das Richtige. Viel sinnvoller ist, mit dem Tierarzt darüber zu sprechen, wie Du Stress von der Stute fernhalten kannst. Dem Tier Zucker mit esoterischem Überbau einzuflößen wird nicht helfen. Es geht hier um Verhalten und Umfeld - und beides sind WIRKLICH natürliche Hilfestellungen für das Tier.

http://www.4pawsnet.de/Tierhomoopathie1.html

Nicht das Verfahren verklären, sondern dem Tier wirklich sinnvoll helfen!

Grüße

Kommentar von reliregi ,

Tierarzt ist sicher eine gute Idee - z. B. ein homöopathischer... ;-)

Dass die Naturwissenschaft nicht alles erklärt bzw. nicht immer zum Ziel führt, sieht man daran, dass anders fundierte Therapieformen wie TCM sehr boomen - sie gehen nicht analytisch wie die Naturwissenschaft - sondern systemisch vor... und auf der Systemtheorie fußen viele renommierte Entwicklungen...

Es scheint doch, dass es eben durch unsere bisherigen Erkenntnisse noch nicht erklärbare Dinge gibt (wie etwa auch Wunderheilungen...)... und Schwingungen als Erklärungsmodell haben sich ja in der modernen Naturwissenschaft bei der Erklärung des Lichts und von elektrischen Phänomenen durchaus durchgesetzt - auch wenn es vorher andere naturwissenschaftliche Erklärungsmodelle gab...

Kommentar von uteausmuenchen ,

reliregi,

ist manchmal schon lustig, was für Rechtfertigungsversuche für die Homöopathie vorgetragen werden...

Dass die Naturwissenschaft nicht alles erklärt bzw. nicht immer zum Ziel führt, sieht man daran, dass anders fundierte Therapieformen wie TCM sehr boomen

Beliebtheit ist halt und war auch noch nie ein Beleg für Richtigkeit. Auch in der TCM gibt es nachweislich Hanebüchenes. Zungen- oder Pulsdiagnostik produziert nachweislich Fantasiediagnosen und zerriebenes Nashorn-Horn steigert keine Potenz und heilt auch keinen Krebs. Auch bei der TCM wäre es schön, wenn Praktiken, die nachweislich keinen medizinischen Nutzen haben, aber Tierarten ausrotten, weniger beliebt wären. Die TCM schwimmt aber genau wie die Homöopathie auf der Welle "altes Wissen" in unsere Haushalte - ob sinnvoll oder nicht.

Vor allem aber: Selbst wenn TCM sinnvoll WÄRE (was sie nicht ist), dann würde das über die Homöopathie nicht das geringste sagen.

Es scheint doch, dass es eben durch unsere bisherigen Erkenntnisse noch nicht erklärbare Dinge gibt

Zweifellos. Das bedeutet aber nicht, dass wir gar nichts wissen.

Bei der Homöopathie reden wir über alltägliche Vorgänge wie das Verdünnen oder das Schütteln von Wasser. Nicht mehr.

Sich hier auf exotisches unentdecktes Wissen zu berufen, bedeutet also zu behaupten, die Naturwissenschaften hätten alltägliche Vorgänge komplett falsch verstanden - und das, obwohl wir auf diesem angeblich komplett falschem Wissen technische Anwendungen konstruieren, die sich tagtäglich bestens bewähren...

Schwingungen als Erklärungsmodell haben sich ja in der modernen Naturwissenschaft bei der Erklärung des Lichts und von elektrischen Phänomenen durchaus durchgesetzt

Naja, stimmt so nicht, aber das ist trotzdem mein Liebling... ;-)

Du sagst also: Hey, PHysiker beschreiben LIcht mitunter als elektromagnetische Welle - deswegen funktioniert Homöopathie!!

Darauf sage ich: Auf meinem Küchenbuffet steht ein Toaster. Deswegen funktioniert Homöopathie nicht.

Beide Argumente sind gleich stichhaltig - denn sie machen beide denselben Fehler: Es besteht keinerlei Sinnzusammenhang zwischen der gemachten Aussage und der Homöopathie....

Und nicht vergessen:

Die "Schwingungen" sind in der Esoterik ein gerne benutztes Pseudoargument für alles Mögliche. Und zwar allein das Wort - so wie bei Dir hier.

Der Leser darf sich dann selber was zusammenreimen. Zum Beispiel, was da schwingen soll und was das ändern würde, wenn tatsächlich irgendwas schwingen würde, was es nicht tut, weil ja gar nichts drin ist, was das könnte....

Im Fazit also bleibt:

WENN Homöopathen ihren Patienten ehrlich sagen würden: Hey, das, was ich hier mache, das ist aus medizinischer und wissenschaftlicher Sicht völliger Unsinn, aber wir machen es mal trotzdem, obwohl wir nie - trotz 200 Jahre langer Benühung - belegen konnten, dass das so Sinn macht - dann gäbe es weniger Diskussionen...

Grüße

Kommentar von MalNachgedacht ,

Dass die Naturwissenschaft nicht alles erklärt bzw. nicht immer zum Ziel führt, sieht man daran, dass anders fundierte Therapieformen wie TCM sehr boomen

Das TCM eigentlich gar nichts erklärt und nicht häufiger als eine Placebobehandlung zum Ziel führt sieht man daran, dass sich die wissenschaftliche Medizin weltweit (selbst in China) schon lange durchgesetzt hat und dort immer neue Erkenntnisse gewonnen werden von den die ollen Chinesen noch nicht einmal zu träumen wagten.

Dinge wie Organverpflanzungen, Narkosemittel, EKG, Herzschrittmacher, Antibiotika, Impfstoffen, Ausrottung von Pocken uvm. waren wohl jenseits aller Vorstellungskraft von chinesischen Heilkünstlern...

 - sie gehen nicht analytisch wie die Naturwissenschaft - sondern systemisch vor... und auf der Systemtheorie fußen viele renommierte Entwicklungen..

Nenne doch mal ein konkretes Beispiel für so eine Entwicklung in der TCM auf Basis der Systemtheorie?

Wie ist das z.B. mit zerriebenem Tigerpenis als Potenzmittel für Männer? Auf welchen Ideen der Systemtheorie basiert das?

Kommentar von reliregi ,

schon komisch, dass viele Kliniken mit Akupunktur arbeiten - ihre Mitarbeiter sogar darin ausbilden (bis zu Universitätskliniken...)

Und: Bitte Kommentare nicht verdrehen: Ich habe überhaupt nichts gegen Schulmedizin gesagt oder ihre Errungenschaften - schließlich ist das mein täglich Brot - nur erlebt, wer damit arbeitet, eben auch die Grenzen - und freut sich sehr, wenn unerwartete Verbesserungen mit homöopathischer Behandlung geschehen...

Kommentar von uteausmuenchen ,

reliregi,

schon komisch, dass viele Kliniken mit Akupunktur arbeiten - ihre
Mitarbeiter sogar darin ausbilden (bis zu Universitätskliniken...)

Wir waren bei TCM, nicht Akupunktur. Das sind 2 paar Stiefel. (Die beide nichst mit der Frage zu tun haben, aber egal)

Akupunktur ist einer Scheinakupunktur nicht überlegen - wenn also nicht in irgendwelche überlieferten Punkte gestochen wird, sondern grob in die schmerzende Region. Das belegen mehrere große Studien.

Z.B. Haake M, Müller HH, Schade-Brittinger C, Basler HD, Schäfer H, Maier C, Endres HG, Trampisch HJ, Molsberger A. German Acupuncture Trials (GERAC) for chronic low back pain: randomized, multicenter, blinded, parallel-group trial with 3 groups

Oder http://www.journalmed.de/newsview.php?id=10081

Zitat

«Ärzte können sich die teuren Akupunkturkurse sparen. Sie können die Nadeln einfach irgendwohin stechen»

Ich habe überhaupt nichts gegen Schulmedizin gesagt

Naja, allein der Ausdruck ist ein von Homöopathen kreiertes Schimpfwort. Korrekt wäre Universitätsmedizin oder am besten einfach nur Medizin. Auf der Schule lernt man keine Medizin

freut sich sehr, wenn unerwartete Verbesserungen mit homöopathischer Behandlung geschehen

Und genau das beobachten wir in den Placebogruppen auch immer wieder. Der Münchner Allergologe, Professor Ring hat in einem seiner Vorträge mal erzählt: „Ich bekomme noch Dankespost zu Weihnachten von einem Patienten mit der Aussage 'Sie haben mich geheilt'. Der war in der Placebogruppe.“

Und genau deshalb sagen solche Einzelfälle leider viel weniger aus, als man nur allzu gerne in ihnen sieht.

Kommentar von reliregi ,

Hier erheben sich doch immer wieder Personen zu denjenigen, die die Begriffe definieren...

Schulmedizin ist ein umgangssprachlicher Begriff - und er scheint mir hier angemessen, wo es nicht um Fachgespräche geht!-

Und eine Universität ist eine Hochschule - sonst gäbe es ja keine Hochschulzulassung...

Wenn schon ein "wissenschaftlicherer" Begriff in den Augen von Ute verwendet werden sollte, dann wäre dies evidenzbasierte Medizin - denn, wenn wir es Universitätsmedizin nennen würden, was würden wir dann mit den Universitäten machen, an denen Homöopathie oder Akupunktur gelehrt wird?

Und warum redet Ute nicht von Akupunktur, wenn von TCM die Rede ist - wo Akupunktur doch einer der beiden Bestandteile von TCM ist? Wird da über etwas geurteilt, was die Schreiberin nicht kennt?

Kommentar von uteausmuenchen ,

reliregi,

Schulmedizin ist ein umgangssprachlicher Begriff

Nein, es war und ist ein von Homöopathen erdachtes Schimpfwort.

https://de.wikipedia.org/wiki/Schulmedizin

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Kampfbegriff von Vertretern der Homöopathie und Naturheilkunde
geprägt und verbreitet, ist er bis heute in Gebrauch, um heilkundliche
Lehren und Praktiken, die zum Lehrinhalt der akademischen Medizin gehören, von der sogenannten Alternativmedizin abzugrenzen (...)

1876 prägte der homöopathisch orientierte Arzt Franz Fischer aus Weingarten (Württemberg) den Ausdruck „Schulmedizin“ in einem Brief an die Redaktion der Laienzeitschrift „Homöopathische Monatsblätter“ gezielt abwertend. Fischers Äußerung fußt wohl auch auf einer Mitteilung Samuel Hahnemanns von 1832, der gegen humoralpathologische Therapieansätze gerichtet war. In ihr ist von „Medizinern der Schule“  die Rede. Die „schulmedizinischen“ Behandlungsansätze zur Zeit Paracelsus und Hahnemanns hatten wenig mit der Hochschulmedizin des 20. und 21. Jahrhunderts gemein. Sie bezogen sich damals auf die sogenannte allopathische Medizin, die bis ins 19. Jahrhundert auf der Basis der galenschen Säftelehre beruhte.

Wenn schon ein "wissenschaftlicherer" Begriff in den Augen von Ute verwendet werden sollte, dann wäre dies evidenzbasierte Medizin

Gerne EBM. Oder wissenschaftliche Medizin. Oder Medizin.

Aber eben nicht Schulmedizin. Es sei denn, man möchte abwerten. Denn dieser Ausdruck ist eben nun mal abwertend.

Und warum redet Ute nicht von Akupunktur, wenn von TCM die Rede ist - wo Akupunktur doch einer der beiden Bestandteile von TCM ist?

Weil ich von Akupunktur rede, wenn ich von Akupunktur rede... TCM beinhaltet auch die Dämonenvorstellungen, die Diagnose- und Arzneiverfahren. Genau die TCM-Aspekte der Akupunktur bestätigen sich in Studien eben nicht: Scheinakupunktur ist genauso wirksam.

Kommentar von reliregi ,

Wenn es hier nun doch um Fachbegriffe gehen soll, dann bitte EbM - EBM bezeichnet den einheitlichen Bewertungsmaßstab, der die Abrechnungsgrundlage für Leistungen gegenüber den gesetzlichen Krankenkassen darstellt... ;-)

"ist er bis heute in Gebrauch, um heilkundliche
Lehren und Praktiken, die zum Lehrinhalt der akademischen Medizin gehören, von der sogenannten Alternativmedizin abzugrenzen (...)"

Ich finde daran nichts Abwertendes - wenn es für Ute so ist, dann tut mir das leid - es war nicht meine Absicht, abzuwerten - wie ich bereits schrieb, ist diese Form der Heilkunde durchaus mein täglich Brot...

Dämonenvorstellungen sind in den ersten Anfängen von TCM - in unserer Medizin waren Säftelehren auch viel länger verbreitet als wir die naturwissenschaftliche Medizin kennen - und dennoch wird auch die Geschichte der Medizin an Universitäten gelehrt (wenn das das Kriterium sein soll...) - wenn die westliche Medizin sich weiterentwickeln durfte, warum die TCM dann nicht?

Kommentar von uteausmuenchen ,

reliregi,

Ich finde daran nichts Abwertendes - wenn es für Ute so ist, dann tut mir das leid

Das liegt daran, dass Du mit "ist er bis heute in Gebrauch, um heilkundliche Lehren und Praktiken, die zum Lehrinhalt der akademischen Medizin gehören, von der sogenannten Alternativmedizin abzugrenzen" genau den halben Satz herausgreifst, der erklärend ist, nicht abwertend.

Vielleicht liest Du Dir noch einmal das Ganze Zitat durch?

("In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Kampfbegriff von Vertretern der Homöopathie und Naturheilkunde
geprägt und verbreitet .... 1876 prägte der homöopathisch orientierte Arzt Franz Fischer aus Weingarten (Württemberg) den
Ausdruck „Schulmedizin“ in einem Brief an die Redaktion der
Laienzeitschrift „Homöopathische Monatsblätter“ gezielt abwertend.)

EBM bezeichnet den einheitlichen Bewertungsmaßstab, der die
Abrechnungsgrundlage für Leistungen gegenüber den gesetzlichen
Krankenkassen darstellt.

Naja. Das wäre schön.

Allerdings hat der Gesetzgeber Sonderregelungen für u.a. die Homöopathie geschaffen, damit diese OHNE Wirkungsnachweis übernommen werden können.

und dennoch wird auch die Geschichte der Medizin an Universitäten gelehrt (wenn das das Kriterium sein soll...)

?? Natürlich wird Geschichte der Medizin gelehrt. Das bedeutet aber nicht, dass 4-Säftelehre immer noch als Teil der EBM betrachtet wird. Oder anders ausgedrückt: Nein, selbstverständlich ist das NICHT das Kriterium. Auch hier bitte: Oben nachlesen.

wenn die westliche Medizin sich weiterentwickeln durfte, warum die TCM dann nicht?

Weil sie es nicht hat?? Weil Zungendiagnostik und Pulsdiagnostik immer noch praktiziert werden? Weil zerriebenen Nashorn- und Tigerbestandteilen immer noch Wirkungen unterstellt werden, die sie nicht haben?

Weil die Evidenz keinen Einzug in die TCM gehalten hat, konnte sie sich nicht weiterentwickeln. Wer seine Behauptungen nicht selbstkritisch prüft, der kann falsche Teilaussagen nicht aussortieren. Und genau deshalb sind sie in vielen Praxen immer noch gelebter Bestandteil der TCM. Einschließlich der damit einhergehenden Tierquälereien.

Einmal ganz davon abgesehen: Man denke über den tieferen Sinn des T in TCM nach...

Wie wäre es, wenn wir ein bissi mehr zur Frage - und damit zur Homöopathie zurückkämen?

Kommentar von MalNachgedacht ,

schon komisch, dass viele Kliniken mit Akupunktur arbeiten - ihre Mitarbeiter sogar darin ausbilden (bis zu Universitätskliniken...)

Was sind "viele". Sind 4 Kliniken weltweit schon "viele" oder reden wir hier von hunderten Kliniken in Deutschland?

Ein bisschen präziser wäre hilfreich.

Das Stechen von Nadeln an mehr oder weniger beliebigen Stellen hat tatsächlich bei einigen (recht wenigen) Indikationen eine nachgewiese Wirkung. Weil es aber dabei ega ist welche Hautstellen gestochen werden zeigt dass, dass die TCM-Lehre über Meridiane und daraus resultierende "Akupunkturpunkte" ganz offensichtlich falsch ist.

Das ist ungefähr so als würde man feststellen, dass Weihwasser einem Verdurstenden das Leben retten kann und hinterher feststellt dass man sich das Weihen sparen kann weil gewöhnliches Wasser die gleiche Wirkung hat.

Da braucht man dann auch keine "Ausbildung" im Wasser weihen um den gewünschten Effekt zu erzielen - auch wenn es bestimmt ein schöner Zeitvertreib ist sich sowas anzuhören.

und freut sich sehr, wenn unerwartete Verbesserungen mit homöopathischer Behandlung geschehen...

Die Gretchenfrage ist doch, ob solche "unerwarteten Verbesserung" nicht genauso oft/selten auch ohne homöopathische Behandlung geschehen....

Ansonsten könnte man auch gleich alle Kranken auf Wallfahrt nach Lourdes schicken - da gab es nämlich sogar schon "viele" gut dokumentierte Wunderheilungen statt nur unerwarteter Verbesserungen.

Ach ja - verrätst Du eventuell doch noch, inwieweit die "Systemtheorie" bei der traditionellen chinesischen Verwendung von zerriebenen Tigerpenis bei Potenzproblemen Anwendung gefunden hat?

Oder wollen wir dieses Thema dann doch lieber aussparen?
Kommentar von reliregi ,

natürlich meine ich nicht 4 Kliniken weltweit (als viele) - ich habe sie nicht gezählt... (so viele sind es, dass mir das zu viel ist... ;-))

Wenn man bei Google sucht, erscheinen sie jedenfalls seitenweise - und es sind Kliniken wie das Städtische Klinikum München dabei - außerdem eben auch Unikliniken (z. B. http://www.frauenklinik.ukw.de/mutter-kind-zentrum/akupunktur.html)

Und in der evidenzbasierten Medizin gibt es auch Wirkungen, die zufällig entdeckt wurden - und nicht unbedingt durch Theorien untermauert sind... Auch gibt es Methoden, die ich nicht unbedingt befürworten würde... ich würde mir z. B. sehr überlegen eine Depression oder Zwangserkrankung mit Elektroschock zu behandeln, besonders, wenn z. B. 8 - 10 Behandlungen schon keinen Erfolg brachten außer jeweiligem Gedächtnisverlust (dass Hirnzellen dabei absterben, dürfte klar sein) - und solches passiert auch an Uni-Kliniken...

Kommentar von MalNachgedacht ,

Wenn man bei Google sucht, erscheinen sie jedenfalls seitenweise - und es sind Kliniken wie das Städtische Klinikum München dabei - außerdem eben auch Unikliniken (z. B.)

Leider gilt inzwischen auch an vielen Kliniken das Prinzip Angebot und Nachfrage - wird Esoterik nachgefragt dann wird sie auch angeboten.

Und in der evidenzbasierten Medizin gibt es auch Wirkungen, die zufällig entdeckt wurden - und nicht unbedingt durch Theorien untermauert sind...

Richtig - aber die Wirkung über Placebo hinaus ist eben durchaus belegt (auch wenn die Wirkungsweise teilweise noch nicht verstanden ist) - sonst wäre es auch keine evidenzbasierte Medizin.

In der Homöopathie gibt es hingegen keine solche Wirkungen die über den Placeboeffekt hinausgehen.

Und in der Akupunktur wirken zwar die Nadelstiche - aber entgegen den  Behauptungen der chinesischen Medizin eben unabhängig davon ob man dabei Akupunkturpunkte berücksichtigt oder nicht.
Die chinesische Lehre wo bei welchen Symptomen genadelt werden ist also nachweisbar Unsinn.

Ich nehme mal an dass das zweimalige Ignorieren meiner Frage nach der Relevanz der "Systemtheorie" für das chinesische Potenzmittel Tigerpenis wohl so zuverstehen ist, dass beim Tigerpenis die so wohlklingende Systemtheorie wohl doch keine Rolle gespielt hat.

Wie wäre es wenn Du vielleicht ein anderes (aber bitte konkretes) Beispiel verrätst wo Erkenntnisse der Systemtheorie Einfluß auf die "traditionelle" chinesische Medizin hatten?
Die historische chinesische Medizin basiert übrigens auf der Grundannahme dass fast alle Erkrankungen auf die Einwirkung verstorbener Ahnen oder anderer Personen sowie auf böse Magie zurückzuführen seien....

Gewisse Ähnlichkeiten zu dem bei uns früher mal traditionell gebräuchlichen "Schadzauber" durch "Hexen" sind unübersehbar...

Antwort
von lenchenh, 177

Hallo,

gegen die Nervosität weis ich leider kein homöopatisches Mittel, aber während der Rosse kann ich dir empfehlen etwas Mönchspfeffer zuzufüttern :)

LG lenchenh

Antwort
von faymorgane, 167

Gute Idee, aber es gibt da nur einen sinnvollen Weg: Stelle deine Stute einem Tierhomöopathen vor. Die Chancen stehen gut - und hier bin ich nicht derselben Meinung wie andere hier Antwortende -, dass die Homöopathie ihr helfen kann, aber nicht durch im Internet vorgeschlagene Mittel, sondern durch eine Fachperson, die ihr individuell das für sie passende Mittel aussucht. Nur so funktioniert Homöopathie.

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