Frage von aarts, 158

Homöopathie, grundsätzliche Fragen?

Hallo zusammen, ich habe angefangen, mich für Homöopathie zu interessieren und beim Lesen einiger Artikel sind nun ein paar Fragen aufgetaucht. Vielleicht könnt ihr ja eure Meinung schreiben oder wisst sogar eine passende Antwort. Danke! 1. Warum werden auf einmal die Selbstheilungskräfte durch Verstärkung des Reizes aktiv? Hilft es nicht auch einfach abzuwarten? 2. Fieber zum Beispiel ist ja eine Reaktion des Körpers gegen eine Krankheit (er erhitzt sich um Bakterien zu töten). Ist es hier sinnvoll gegen das Fieber anzukämpfen? In gewisser Sicht ist das Fieber ja schon eine Selbstheilungskraft des Körpers. 3. Was kann die Homöopathie bei chronischen Leiden tun, zum Beispiel falsche Schilddrüsenfunktion oder Epilepsie? 4. Wie stehen Homöopathen zum Impfen? An sich ist das Impfen ja ein ähnliches Prinzip (Körper soll Selbstheilungskräfte entwickeln) 5. Geht das homöopathische Prinzip nur mit Globuli? Eigentlich müsste es ja auch mit chemischen Medikamenten funktionieren? 6. Was denken Homöopathen über die Frage: Wie entsteht Krankheit?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von uteausmuenchen, 104

Hallo aarts,

ich habe angefangen, mich für Homöopathie zu interessieren und beim Lesen einiger Artikel sind nun ein paar Fragen aufgetaucht

Pass auf, dass Du nicht nur auf Werbeseiten landest, sondern auch auf solchen, die den tatsächlichen wissenschaftlichen Faktenstand zur Homöopathie korrekt zusammenfassen... Ein gutes Buch wäre "In Sachen Homöopathie" von Norbert Aust.

Vielleicht könnt ihr ja eure Meinung schreiben

Die Frage, ob Globuli Placebos (also Scheinmedikamente) sind, ist keine Meinungsfrage. Genauso wenig wie die Frage, ob Aspirin ein Placebo ist. Es ist eine naturwissenschaftlich medizinische Frage, die man anhand der Datenlage eigentlich sehr eindeutig mit "ja" beantworten kann.

Ich habe das hier

https://www.gutefrage.net/frage/globolis--kleine-zucker-pillen-ohne-richtige-wir...

einmal sehr ausführlich begründet.

1. Warum werden auf einmal die Selbstheilungskräfte durch Verstärkung des Reizes aktiv? Hilft es nicht auch einfach abzuwarten?

Da liegst Du völlig richtig.

Zunächst einmal: Dass die Selbstheilungskräfte angeregt würden, das ist eine reine Werbeaussage. Zucker regt keine Selbstheilungskräfte an. Das ganze Gerede von "Information" oder "Heilimpuls", das ist ein recht pseudowissenschaftlicher Überbau.

Tatsächlich erlebt man nach Placeboeingabe Besserungen über eben die Placeboeffekte und Kontexteffekte wie den Faktor Zeit und die natürliche Ausheilung. Die "Selbstheilungskräfte" werden korrekterweise eher als die natürliche und immer gegebene wirklich tolle Fähigkeit unseres Körpers zur Regeneration bezeichnet...

Natürlich funktioniert ein Placebo genau deshalb auch nur dann, wo einfach abzuwarten und eine optimistische Grundhaltung genügt hätten. Bei behandlungsbedürftigen Beschwerden führt ein überschätztes Placebo zu Therapieverzögerung, also zum zu späten Beginn einer echten Therapie. Und das ist nicht ungefährlich.

2. Fieber zum Beispiel ist ja eine Reaktion des Körpers gegen eine
Krankheit (er erhitzt sich um Bakterien zu töten). Ist es hier sinnvoll
gegen das Fieber anzukämpfen? In gewisser Sicht ist das Fieber ja schon
eine Selbstheilungskraft des Körpers.

Auch richtig. Fieber ist eine eigentlich vernünftige Maßnahme des Körper.

Leider verliert er im Krankheitszustand mitunter das rechte Maß - und man leidet mehr unter dem Fieber als der Infektion. Deswegen ist bei hohem Fieber die Einnahme fiebersenkender Mittel schon sinnvoll, weil der Körper sonst unnötig durch das Fieber geschwächt wird.

Mit Homöopathie wirst Du ein Senken des Fiebers nicht erreichen. Es kann aber passieren, dass nach einer Globuli-Gabe das Fieber heruntergeht. Das wäre dann aber auch ohne die Globuli passiert...Ein Placebo verhindert ja nicht, dass das Fieber zurückgeht.

3. Was kann die Homöopathie bei chronischen Leiden tun, zum Beispiel falsche Schilddrüsenfunktion oder Epilepsie?

Nur das, was Placebos können. Placebos heißen "ich werde gefallen". Sie geben ein gutes Gefühl.

Die Homöopathie hat, wenn man sie beim Arzt macht und nicht in Selbstbehandlung, auch noch die Anamnese als ein besonders intensives Arzt-Patientengespräch. Ein solches Gespräch wird ungemein vertrauensbildend zwischen Patient und Therapeut - und das ist etwas, was leider in der Medizin oft zu kurz kommt. Erst langsam setzt sich über die Beliebtheit der selbsternannten "Alternativen" im Gesundheitswesen die Erkenntnis durch, wie wichtig diese "sprechende Medizin" ist.

Tatsächlich zeigen Studien auch bei chronischen Erkrankungen, dass  Patienten, die ein gutes Verhältnis zu ihrem Arzt haben und die ihm und der Therapie vertrauen, mildere Verläufen auch bei chronischen Krankheiten haben.

Es ist aber eher bedauerlich, dass man da über so unehrliche Verfahren wie die Homöopathie gehen muss. (Unehrlich, weil sie behauptet, eine Arzneimittellehre zu sein, was sie nicht ist. Sie ist eine sprechende Medizin mit Placebogabe.) Erheblich besser wäre es, wenn das wertvolle Arzt/Patientengespräch ohne den esoterischen und nicht selten wissenschaftsfeindlichen Überbau der Homöopathie stattfinden könnte.

Gefährlich wird es für den Patienten, wenn er bei Schilddrüsenfehlfunktion oder Epilepsie oder anderen schweren Krankheiten von einem sein Verfahren überschätzenden Homöopathen echte und notwendige Therapien ausgeredet bekommt und nur noch mit Zuckerkügelchen behandelt. Solche Fälle gibt es leider.

4. Wie stehen Homöopathen zum Impfen? An sich ist das Impfen ja ein
ähnliches Prinzip (Körper soll Selbstheilungskräfte entwickeln)

"Den Homöopath" gibt es nicht. Auch das sind ganz viele verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Meinungen...

In England gab es einmal eine Studie hierzu, die Ben Goldacre in seinem Buch "Bad Science" beschreibt:

"Eine Studie fand heraus, dass über die Hälfte aller beteiligten Homöopathen Eltern von der MMR-Impfung ihrer Kinder abrieten ..."

"Homöopath" ist kein Beruf in Deutschland, hier gibt es als Therapeuten Heilpraktiker und Ärzte. Unter den Heilpraktikern gibt es erschreckend viele Impfgegner.

Bei den Ärzten gab es auch Untersuchungen, die ergaben, dass es durchaus verantwortungsvolle Ärzte mit homöopathischer Zusatzausbildung gibt, die die von ihnen betreuten Kinder ordentlich durchimpfen. Allerdings zeigte die Untersuchung auch, dass die Gruppe der Ärzte, die das nur unvollständig oder unnötig spät macht, unter den homöopathisch arbeitenden Ärzten größer ist. Und auch hierzulande waren alle Ärzte, die vom Impfen abrieten homöopathisch arbeitend.

Homöopathische Verbände zeigen sich auch hierzulande impfkritisch und untergraben damit die Empfehlungen der StiKo. Elisabeth von Wedel (Homöopathen ohne Grenzen) und Cornelia Bajic (Zentralverband homöopathischer Ärzte, DZVhÄ) haben einmal in einer Fernsehdiskussion gezielt falsche impfkritische Aussagen verbreitet und damit anwesende Ärzte (u.a. Eckart von Hirschhausen) auf die Palme gebracht. Der DZVhÄ vertritt als Zentralverband offen eine impfkritische Position.

5. Geht das homöopathische Prinzip nur mit Globuli? Eigentlich müsste es ja auch mit chemischen Medikamenten funktionieren?

Das Ähnlichkeitsprinzip ist hier vermutlich gemeint. Ja, im Prinzip - wobei auch das Ähnlichkeitsprinzip an sich medizinisch als allgemeingültiges Prinzip längst widerlegt ist. In den allermeisten Fällen schadet es dem Körper, etwas zu nehmen, was ähnliche Symptome verursacht wie die, die man schon hat.

6. Was denken Homöopathen über die Frage: Wie entsteht Krankheit?

Krankheit ist in der Homöopathie eine Verstimmung der Lebenskraft. Letztlich stecken hier Vorstellungen aus der Zeit sogar noch vor Hahnemann in dieser Erklärung, nicht zuletzt der Animismus von Georg Ernst Stahl (1659-1734). Hier wird der Körper als beseelter Organismus (im christlich-mystischen Sinne, nicht im psychologischen, wie in der heute üblichen systemtheoretischen Sicht) und die Krankheit entsprechend als das Ergebnis einer fehlgeleiteten Seele. Krankheit entsteht in der Vorstellung Hahnemanns und der Homöopathie bis heute durch das  Wirken nicht-stofflich-materieller Kräfte. Immerhin stammt die Homöopathie unverändert aus einer Zeit, in der Bakterien, Viren, Infektionswege und die Funktionen der Organe vollkommen unbekannt waren. Die Homöopathie ist die Vergangenheit unseres Wissens, nicht die Zukunft.

Ich hoffe, die Fragen damit einigermaßen geklärt zu haben.

Grüße

Kommentar von Tigerkater ,

Kompliment, Du hast Dir wieder einmal sehr viel Mühe gegeben !

Antwort
von BurkeUndCo, 82

Du kannst hier und auch sonst im Internet und in den Buchläden viel Werbung zur  Homöopathie finden. Leider steht da meist nicht groß "Werbung" drauf, obwohl nichts anderes drin ist.

Es gibt die Homöopathie jetzt seit über 200 Jahren, aber es gibt bis heute noch keinen einzigen Beweis dafür, dass Homöopathie wirklich wirken würde. Ich wiederhole das nochmals im Klartext:     Es gibt bis heute keine einzige Krankheit, bei der ein echtes homöopathischje Hochpotenzmittel (sollte ja gem. Homöopathie besonders starkr wirksam sein), egal mit welcher Ursubstanz auch immer, eine Heilwirkung zeigen würde, die besser ist als die von reinem Placebo.

Auf gut deutsch: Die Homöopathie ist reiner Aberglaube (= ein Behauptungssystem, für das es keine Beweise der Wirksamkeit gibt).

Wenn Du also Homöopthie verwenden willst, dann könntest Du die Krankheit auch mit Lutschbonbons oder Gummibärchen kurieren wollen. Die Heilungsausichten sind in beiden Fällen gleich.

Die Wirkung der Homöopathie beruht - wie Du schon richtig vermutet hast - darauf, dass die meisten Menschen irgendwann von allein gesund werden. Falls es nichts chronisches wird und sie nicht an einer Verschlimmerung der Krankheit sterben.

Antwort
von putzfee1, 117

Ich sage dazu nur eins: Glaube versetzt bekanntlich Berge. Auf diesem Prinzip beruht auch der Placebo-Effekt, der bei vielen Menschen wirkt, auch wenn die Methode an sich unwirksam ist. Insofern kann auch Homöopathie helfen, wenn man fest genug daran glaubt.

Und wie Homöopathen zum Impfen stehen, solltest du die Homöopathen selber fragen. Ich persönlich halte eine gute Grundimpfung für unumgänglich und sinnvoll. Aber ich bin kein Homöopath.

Antwort
von Marigoldi, 49

Zu Frage 1: Natürlich genügen bei vielen Krankheiten die schon vorhandenen Selbstheilungskräfte und man braucht da keine Behandlung. Aber es gibt auch heftige Erkrankungen wie Scharlach oder Masern usw. bei denen kommt es sehr häufig zu Komplikationen. Hier kann man entweder homöopathische oder schulmedizinische Medikamente einsetzen. Wobei Antibiotika nicht die Selbstheilungskräfte aktiviert aber trotzdem hilft die Infektion zu überstehen. 

2.:Homöopathie bekämpft nicht das Fieber sondern es aktiviert auch andere Bereiche der Selbstheilungskräfte. Fieber kann ja auch lebensgefährlich sein wenn es zu hoch ist oder wenn mann Fieberkrämpfe bekommt.

3. In Fachberichten von homöopathischen Ärzten gibt es auch Erfolge bei Epilepsie und Schilddrüsenfehlfunktionen. Aber man muss sich im klaren sein das die Homöopathie auch nicht jedem Patienten helfen kann. Und eine Terapie ist nur so gut wie der Terapeut sie beherrscht.

4. Impfen hat nichts mit Homöopathie zu tun. Es wird ja eine künstiche abgeschwächte Krankheit ausgelöst. Viele Homöopathen sind dafür jede Impfung Homöopathisch zu begleiten. Es besteht die Möglichkeit außer bei akuten Impfproblematiken das der Patient eine chronische Störung entwickelt. Dies bemerkt man nicht sofort sondern man ist eben chronisch geschwächt und es entwickelt sich dann eine Krankheit aufgrund der Schwäche. Aber es gibt auch Homöopathen die lehnen das Impfen generell ab.

5.: auch bei chemischen Medikamenten ist gelegentlich ein homöopathischer Effekt zu beobachten. Das kann man sehr häufig bei Neuroleptika beobachten. Aber sicher ist das auch bei manchen anderen Medikamnenten so. Das heist wenn ein gesunder Neuroleptika einnimmt bekommt er bei einigen Neuroleptika ähnliche Symptome wie der Kranke dem sie hilft.  Aber man muss beachten das nirgends in der Medizin ein Medikament so detailgenau auf die auch minimalen  Symptome des Patienten zugeschnitten ist wie in der Homöopathie. Das heist z.B. das es bei der Auswahl eines Mittels für Grippe auch wichtig ist ob der Patient eher seine Ruhe will, oder ob er nicht allein sein will.Oder ob der Patient viel oder wenig Durst hat usw.

6. Krankheit entsteht durch eine Überforderung des Organismus. Bei Menschen die chronisch krank werden besteht im Organismus eine funktionelle Störung wodurch der Mensch dann krank wird durch Einflüsse die einen anderen nicht krank machen. Oder es entsteht eine Krankheit aufgrund einer nicht vollständigen Ausheilung eines Infekts. Der Patient ist dann zwar wieder "gesund" aber er kommt nicht mehr so recht auf die Beine ist ständig schlapp und entwickelt dann eine chronsiche Krankheit. Auch bei ungesunder Lebensweise können funktionelle Störungen entstehen die sich meistens nicht mehr von selbst zurückbilden.

Kommentar von MalNachgedacht ,

4. Impfen hat nichts mit Homöopathie zu tun. Es wird ja eine künstiche abgeschwächte Krankheit ausgelöst.

Tot- und Toxoidimpfstoffe lösen keine Krankheit aus - auch keine abgeschwächte.

Von einer Tetanusimpfung bekommt man nicht ein bisschen Tetanus - und von einer Hepatitis-B-Impfung auch keine leichte Form einer Hepatitis.

Bei Lebendimpfstoffen wie z.B. der Jennerschen Pockenimpfung mit Kuhpocken ist es anders - und eben von dieser Pockenimpfung war Hahnemann recht angetan - paßte sie doch in sein homöopathisches Weltbild. Den die Jennersche Pockenimpfung löste bei Gesunden ja die Kuhpocken aus - die durchaus aus wie Symptome anbelangt Ähnlichkeit mit Menschenpocken haben.

Aber Du hast natürlich recht - Impfungen haben tatsächlich nichts mit Homöopathie zu tun - Impfungen funktionieren nämlich nachweisbar....

Viele Homöopathen sind dafür jede Impfung Homöopathisch zu begleiten.

ist ja auch eine schöne Einnahmequelle so eine Begleitung. 

Damit die besser sprudelt ist es natürlich hilfreich, wenn man den Menschen einredet so eine Begleitung wäre sinnvoll. Praktisch dabei ist, dass viele das sogar glauben ohne nach Belegen dafür zu fragen....

Es besteht die Möglichkeit außer bei akuten Impfproblematiken das der Patient eine chronische Störung entwickelt. 

Die Möglichkeit bestand schon lange bevor es Impfungen überhaupt gab.

Was willst Du uns also erzählen ´Margigoldi?

Dies bemerkt man nicht sofort sondern man ist eben chronisch geschwächt und es entwickelt sich dann eine Krankheit aufgrund der Schwäche. 

Und manche Menschen die als Kind mit Globuli behandelt wurden bekommen ja später im Leben Krebs....vielleicht weil sie vergesseb haben ihre Globuli bei Zeiten "ausleiten" zu lassen?

Aber es gibt auch Homöopathen die lehnen das Impfen generell ab.

Bei Homöopathen gibt es eigentlich alles - auch Homöopathen die homöopathische Impfungen gegen Ebola, Malaria oder Masern im Sortiment haben....

Vielleicht sollten Homöopathen ja wenigstens mal untereinander ausdiskutieren was nun stimmt und was Unsinn ist. 

5.: auch bei chemischen Medikamenten ist gelegentlich ein homöopathischer Effekt zu beobachten. Das kann man sehr häufig bei Neuroleptika beobachten.

Irrtum - der laut homöopathischer Lehre doch so wichtige Schüttel- und Verdünnungszauber (nicht auf einmal sondern stufenweise verdünnen) wird bei "chemischen " Medikamenten nicht praktiziert - und trotzdem wirken sie - und zwar auch nachweisbar.

Das heist wenn ein gesunder Neuroleptika einnimmt bekommt er bei einigen Neuroleptika ähnliche Symptome wie der Kranke dem sie hilft.

Aber eben nicht wenn er Neuroleptika z.B. in einer C30-Potenz einnimmt.
Davon abgesehen beansprucht das homöopathische "Ähnlichkeitsprinzip" ja Allgemeingültigkeit. 
Da steht jedenfall nicht drin, dass es nur für einige Substanzen gilt und für andere nicht...

Davon abgesehen vermute ich mal schwer, dass solche Effekte anders erklärbar sind. Z.B. müssen bestimmte Botenstoffe im Gehirn in einer bestimmten Konzentration vorhanden sein.
Hat man zuviel oder zuwenig davon führt das zu entsprechenden Symptomen.

So könnte es eben sein das ein Kranker der zuwenig davon hat durch ein solches Mittel wieder in den Normalbereich kommt - während ein Gesunder durch so ein Mittel den Normalbereich nach "oben" verläßt und dadurch Störungen bekommt.

Spritzt man einem Gesunden Insulin dann führt das eben keineswegs zu einem Erhöhung des Blutzuckerspiegels...
was es ja gemäß homöopathischen Ähnlichkeitsprinzip bewirken sollte.

Und ein Mittel gegen Nagelpilz verursacht bei Gesunden keine Symptome von Nagelpilz wenn er es sich auf die Zehennägel schmiert...

usw....

Aber man muss beachten das nirgends in der Medizin ein Medikament so detailgenau auf die auch minimalen  Symptome des Patienten zugeschnitten ist wie in der Homöopathie.

Papperlapp - ich kann auch das Geburtsdatum des Patienten in eine Aspirintablette eingravieren und auf der Rückseite den Vornamen noch dazu.
Das nun "hochindividuelle" Aspirin wird dadurch auch nicht besser wirksam.
Nur weil Homöopathen unter tausenden unterschiedlich beschrifteter (und anhand der Wirkung nicht unterscheidbarer) gegen Gebühr eine Sorte für ihren Patienten auswählen sagt das noch rein gar nichts darüber aus, ob diese Vorgehensweise irgendeinen Nutzen für den Patienten hat....

Wenn schon sollte man beachten, ob es für die verabreichte Pille auch einen Nachweis einer Wirkung über den Placeboeffekt hinausgibt.

Bei homöopathischen Globuli kann man sich dies allerdings sparen - da fehlt dieser Nachweis sowieso....

Kommentar von MalNachgedacht ,

Das heist z.B. das es bei der Auswahl eines Mittels für Grippe auch wichtig ist ob der Patient eher seine Ruhe will, oder ob er nicht allein sein will.Oder ob der Patient viel oder wenig Durst hat usw....".

Die Realität ist die, dass es aus homöopathischer Sicht mindestens 11.000 verschiedene Symptome gibt - denn so viele sind bei homöopathischem Sulfur beschrieben.

Wenn also nun ein Patient nur zwei Symptome aus den 11.000 möglichen gleichzeitig hat - dann ergibt das bereits 60 Millionen Möglichkeiten.

Also viel mehr als es selbst in der Homöopathie unterschiedliche Mittel gibt.

Davon abgesehen - WICHTIG ist erst einmal ob ein Mittel nachweisbar wirkt oder nicht. 

Auch 10 Millionen verschiedene aber allesamt wirkungslose Mittel für verschiedene Symptome sind nicht mehr wert als eine Sorte Zuckerpillen....

6. Krankheit entsteht durch eine Überforderung des Organismus. 

Wow - wußte das Hahnemann schon oder ist das eine neuere Erkenntnis?

Vielleicht wäre es auch noch interessant zu erfahren ob die Homöopathie auch weiß WODURCH es zu so einer Überforderung kommt und was da jeweils im Organismus eigentlich überfordert ist?

Bei Menschen die chronisch krank werden besteht im Organismus eine funktionelle Störung wodurch der Mensch dann krank wird 
durch Einflüsse die einen anderen nicht krank machen. 

Mit anderen Worten - der chronisch Kranke ist deswegen krank weil er bereits krank (funktionell gestört) war?

Oder es entsteht eine Krankheit aufgrund einer nicht vollständigen Ausheilung eines Infekts. 

Auch keine Erkenntnis der Homöopathie...die vermutet ja eher eine "Verstimmung der Lebenskraft" oder ein "Miasma" als Ursache...

Der Patient ist dann zwar wieder "gesund" aber er kommt nicht mehr so recht auf die Beine ist ständig schlapp und entwickelt dann eine chronsiche Krankheit. 

Schön - 

vielleicht kannst Du ja bei der Gelegenheit mal eine einzige konkrete chronische Krankheit nennen, bei der eine homöopathische Behandung bessere Erfolgsaussichten bietet als eine Behandlung mit wissenschaftlicher Medizin...

Sollte doch kein Problem sein - falls doch:

Wozu dann überhaupt Homöopathie zur Behandlung chronischer Krankheiten?

Kommentar von Marigoldi ,

Die ganzen Einwände haben nichts mit Komentar zu tun sondern es wird hier eine Diskusion angezettelt. Viele Einwände hier basieren auf die Unkenntnis wie die Terapie im Detail genau abläuft. Ich wiederhole es immer wieder gerne. Man kann nicht auf die Schnelle jedes Detail erklären was der Homöopath in monatelangem Studium lernen muss. Dies ist kein Ausbildungsinstitut sondern man sollte es grob für Laien erklären so das das wesentliche erklärt ist.

Kommentar von MalNachgedacht ,

Die ganzen Einwände haben nichts mit Komentar zu tun sondern es wird hier eine Diskusion angezettelt. 

Und wenn es so wäre - wo ist das Problem? 

(außer evt. das diese Diskussion Homöopathen nicht gefällt....)

Viele Einwände hier basieren auf die Unkenntnis wie die Terapie im Detail genau abläuft.

Viele?

Zitiere doch mal eine einzige Stelle aus meinen beiden
Kommentaren die auf fehlender Unkenntnis der Therapie beruhen. Ich zitiere dann im Gegenzug drei Stellen von GF-Homöopathen, in denen sie ihre Unkenntnis der klassischen Homöopathie schriftlich dokumentiert haben...
Es ist nämlich recht bequem jemand anderem pauschal Unkenntnis vorzuwerfen wenn man sonst keine Argumente hat.

Ich wiederhole es immer wieder gerne.

Ich weiß ja dass Homöopathen sich nur zu gerne (schon seit 200 Jahren) immer wieder wiederholen.Nennenswertes neues (oder gar neue Erkenntnisse) gibt es ja in der Homöopathie sowieso nicht...

Aber auch noch so oft wiederholte Behauptungen sind kein Ersatz für Belege  - obwohl die Methode etwas solange zu behaupten bis viele irgend mal glauben dass da etwas dran sein muß wenn man es so oft gehört hat durchaus bei Leichtgläubigen einen gewissen Erfolg hat...

Statt dich nun noch mal zu wiederholen könntest Du vielleicht zumindest die letzte Frage beantworten:

Hier nochmal:

Nenne doch mal eine einzige konkrete chronische Krankheit, bei der eine homöopathische Behandung bessere Erfolgsaussichten bietet als eine Behandlung mit wissenschaftlicher Medizin...

Man kann nicht auf die Schnelle jedes Detail erklären was der Homöopath in monatelangem Studium lernen muss. 

Jedes Detail?

Realitität ist, dass weder Du noch ein anderer Homöopath hier noch nie auch nur ein einziges konkretes Beispiel für einer Erkenntnis auf dem Gebiet der Homöopathie nennen (oder wenigstens verlinken) konnte, das die Bezeichnung "Erkenntnis" verdient - also dessen Richtigkeit überprüfbar ist und auch wiederholt erfolgreich überprüft wurde.

Und da stellt sich doch die Frage was ihr eigentlich in eurem "monatelange Studium" eigentlich so lernt wenn ihr hinterher kein einziges Beispiel für Wissen verraten könnt, das ihr im Rahmen dieses "Studiums" erworben habt.

Man stellte sich vor ein "Schulmediziner" könnte nach seinem Studium kein einziges Beispiel für eine Erkenntnis auf dem Gebiet der Medizin nennen, dass einer Überprüfung standgehalten hat.

Da würde sich ja wohl zurecht jeder Mensch an den Kopf fassen wenn er so einen "Mediziner" vor sich hätte.
Bei Homöopathen ist diese "Erkenntnislosigkeit" offenbar der Normalfall

Aber klar - wenn Vorlesungen in der Homöopathie aus "Symptom-Lyrik"  (=Phantasieren über Symptome die uns zum Namen eines Mittels in den Sinn kommen) bestehen tut man sich verständlicherweise sehr schwer nach so einer Vorlesung auch nur eine einzige Erkenntnis zu nennen.

Hier mal so ein bekannter Homöopath bei der "Fachweiterbildung" zum Thema "Calcium Phosphoricum"

https://www.youtube.com/watch?v=-IWq7Cw4scc

Marigoldi - vielleicht findest Du ja in dem Vortrag eine einzige Erkenntnis der Gültigkeit unabhängig überprüft wurde - ich finde jedenfalls keine....

Dies ist kein Ausbildungsinstitut sondern man sollte es grob für Laien erklären so das das wesentliche erklärt ist.

Nur sind die "Erklärungen" von Homöopathen eben nur haltlose, da nicht belegte Behauptungen....womit das wesentliche daran auch bereits erklärt ist....

Und daran ändern auch tausendfache Wiederholungen diese "Erklärungen" nichts....auch wenn leider viele darauf reinfallen.

Antwort
von MalNachgedacht, 93

4. Wie stehen Homöopathen zum Impfen?

Schaut man sich beim Impfgegnerverein "Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V" um (z.B. hier https://www.individuelle-impfentscheidung.de/pdfs/Arztliste_PLZ.pdf) stellt man fest das dort der Anteil von Homöopathen und Anhängern der Anthroposophischen Ärzte auffällig hoch ist.

Von daher darf man bei der homöopathischen Ärzten annehmen, dass sie Impfungen deutlich häufiger ablehnen als normale Ärzte

 An sich ist das Impfen ja ein ähnliches Prinzip (Körper soll Selbstheilungskräfte entwickeln)

Im Prinzip ja - und Hahnemann als "oberster Homöopath" war durchaus angetan von der seinerzeit einigen verfügbaren Impfung - nämlich der Pockenimpfung von Jenner die auf Kuhpocken basierte.
Die paßte auch ein bisschen in sein "Ähnlichkeitsprinzip" - denn die Kuhpocken-Impfung verursachte ja bei Gesunden ähnliche aber eben nicht die gleichen Symptome wie die Menschenpocken.

Aber das war sozusagen nur ein Ausnahmefall der auch nicht die Richtigkeit der homöopathischen Lehre belegt DENN
ob man Kuhpocken schüttelt oder nicht spielt für die Wirkung keine Rolle - laut homöopathischer Lehre ist das aber entscheidend
und natürlich wirkt eine Kuhpocken-Impfung aus Kuhpocken C30 in der Realität nicht obwohl sie aus homöopathischer Sicht eigentlich besonders stark wirken müßte.
Zu guter Letzt heilt eine Kuhpocken-Impfung ja keinen Pockenkranken sondern sie mit Gesunden vorbeugend verabreicht werden.

Viele andere Impfstoffe werden aber mit Hilfe der gleichen Krankheitserreger hergestellt die die Krankheit auslösen vor denen die Impfung schützen soll.
Das ist aus Sicht der Homöpathie dann eher eine "isopathische" Vorgehensweise bei der "Gleiches mit gleichem" behandelt wird statt "Ähnliches mit ähnlichem".
Und Isopathen und Homöopathen waren sich zu Hahnemanns Zeiten spinnefeind.
Die Isopathie hat sich auch kaum verbreitet da sie offensichtlich noch größerer Schwachsinn ist wie bereits die Homöopathie - man heilt weder Masernkranke mit Masernviren noch HIV-Infizierte indem man ihnen HI-Viren verabreicht usw.
Trotz allem muß der Erfolg der Impfungen wohl auch die Homöopathen schwer beeindruckt haben - worauf sie dann auf die Idee kamen etwas ähnlich in Form homöopathischer "Nosoden" zu basteln.
Ob die nun gemäß homöopathischem Glauben wirken oder nicht hängt von der jeweiligen Schule des Homöopathen ab.
Ravi Roy z.B. behauptet allen ernstes man könnte sich mit solchen Nosoden vor Ebola, Malaria oder Masern schützen (natürlich ohne den Hauch eines soliden Belegs dafür zu haben) während z.B, die Homöopathen vom DZvhÄ "herumdrucksen" indem sie einerseits schreiben, dass eine homöopathische Impfung nicht möglich sei - aber eine homöopathische Prophylaxe dann angeblich doch.
Wie auch immer - funktionieren tut weder die homöopathische Impfung noch die homöopathische Prophylaxe - während Impfungen wie MMR, Polio, Tetanus usw. ganz offensichtlich sehr gut funktionieren.
Vielleicht ist das auch der Grund warum Homöopathen Impfungen nicht mögen - denn sie haben nichts aber auch gar nichts homöopathisches von dem man ernsthaft behaupten könnte dass es auch nur ansatzweise so gut vor Krankheiten schützt wie entsprechende Impfungen - jedenfalls nichts womit man sich nicht lächerlich machen würde..
Wenn die "Konkurrenz" da dermassen objektiv überlegen ist muß man sie eben schlecht reden ...und das betreiben viele Homöopathen wenn es um Impfungen geht.
Bei der Heilpraktikern unter der Homöopathe kommt natürlich noch dazu dass sie mit Impfungen nichts verdienen können weil sie ja nicht impfen dürfen. "Schlimmer" noch - jeder Krankheitsfall der durch Impfungen vermieden wird ist auch noch ein potentieller Kunde weniger....

5. Geht das homöopathische Prinzip nur mit Globuli?

Das homöopathische Prinzip geht nicht einmal mit Globuli - wobei das "Prinzip" gar keines ist sondern eine Wischi-Waschi-Regel die jeder Homöopathen interpretieren kann wie er lustig ist.
Denn ob eine Liste von Symptomen nun einer Liste von Symptomen im "Arzneimittelbild" eines homöopathischen Mittels "ähnelt" ist eine subjektive Entscheidung des jeweiligen Homöopathen. Was für den einen ähnlich ist ist für den andern unterschiedlich...

6. Was denken Homöopathen über die Frage: Wie entsteht Krankheit?

Homöopathen denken im allgemeinen, dass man darüber besser nicht zu intensiv nachdenkt.
Denn die homöopathische Lehre hat da ja nicht viel zu bieten - ausser einer nebulösen "Verstimmung der Lebenskraft" die vom Schnupfen bis zum Fußpilz für jede Erkrankung verantwortlich ist (ausgenommen solcher Krankheiten die typischerweise nicht von alleine heilen und bei denen deswegen eine homöopathische Behandlung auch typischerweise keine Geheilen hinterläßt - für diese Fälle ist dann ein noch nebulöseres "Miasma" der Grund der Erkrankung.

Praktisch interessiert sich die Homöopathie nicht für Krankheitsursachen - und weiß auch rein gar nichts darüber ausser die genannten Pseudoerklärungen.
Letztlich interessiert sich die Homöopathie nur für die Symptome des Patienten und die Begleitumstände unter denen diese auftreten.
Wobei man sich auch noch auf solche Symptome beschränkt die man mit den technischen Hilfsmitteln die bereits Hahnemann kannte erkennen kann.

Solange der Tumor im Darm also noch keine Beschwerden und Symptome verursacht ist man aus homöopathischer Sicht noch kerngesund....

Expertenantwort
von Buddhishi, Community-Experte für Krankheit, 112

Hallo Aarts,

ich würde Dir echt gerne helfen, aber das sind SECHS Fragen auf einmal, so dass man fast ein Buch schreiben müßte, um Deine Frage zufriedenstellend zu beantworten. Ich fasse mich also sehr kurz - bitte um Verständnis:

1. Hom. setzt Impuls, der die Selbstheilungskräfte anregt.

2. Hom. behandelt nicht das Symptom, sondern die Ursache. (Sollte so sein....)

3. Viel, aber dazu muss man sich intensiv mit Hom. beschäftigen.

4. Unterschiedliche Ansichten

5. Nein, es gibt auch Tabletten etc.

6. Das kann ich nicht für alle beantworten. Ich denke, Krankheit ist ein Hinweis des Körpers darauf, dass etwas nicht in Ordnung ist. Mit den Symptomen versucht uns der Körper mitzuteilen, um was es geht. Manchmal schickt die Seele auch den Körper vor, um sich mitzuteilen.

LG

Buddhishi

Kommentar von MalNachgedacht ,

1. Hom. setzt Impuls, der die Selbstheilungskräfte anregt.

Und bevor Hahnemann sich die Homöopathie ausdachte wurden die Selbstheilungskräfte mangels "homöopathischem Impuls" nicht von sich aus tätig?

2. Hom. behandelt nicht das Symptom, sondern die Ursache. (Sollte so sein....)

Oft behauptet - Tatsache ist aber dass sich die homöopathische Lehre nicht die Bohne für Krankheitsursachen interessiert sondern das "passende" homöopathische Mittel ausschließlich auf Basis der beobachteten Symptome bestimmt. Wodurch diese Symptome verursacht werden ist (aus homöopathischer Sicht) belanglos und die Homöopathie weiß darüber auch nichts, Entsprechend spielen z.B. Viren oder Bakterien als Krankheitserreger selbst in der heutigen Homöopathie keine Rolle....und eine Syphilis holt man sich nicht durch Übertragung durch Bakterien beim Sex sondern wahlweise durch eine "Verstimmung der Lebenskraft" oder ein "Miasma" (was je nach Homöopathievariante dann z.B. "schlechte  Ausdünstungen" aus dem Boden sind...)

3. Viel, aber dazu muss man sich intensiv mit Hom. beschäftigen.

Wenn man sich ein bisschen mit Homöopathie beschäftigt findet man schnell heraus, dass es KEINE EINZIGE Krankheit gibt bei der eine Behandung mit homöopathischen Mitteln eine nachweisbar bessere Erfolgsquote vorweisen kann als eine vergleichbare Behandlung mit Zuckerpillen.

Wer als Homöopathie-Anhänger Gegenteiliges behauptet darf gerne entsprechende Belege vorbringen....

4. Unterschiedliche Ansichten

 

Wie eigentlich auch innerhalb der gesamten homöopathischen Lehre - ob es nun um die Wirksamkeit von Impfungen geht oder um die Wirksamkeit homöopathischer Komplexmittel - oder wann Hochpotenzen und wann Niedrigpotenzen angesagt sind.

Unterschiedliche Ansichten gibt es in der Homöopathie reichlich - speziell innerhalb der homöopathischen Lehre basiert ja eh alles auf Glauben , da es ja bekanntlich keine einzige gesicherte Erkenntnis auf dem gesamten Gebiet der homöopathischen Lehre gibt. Da alles auf Glauben basiert sind unterschiedliche "Ansichten" naturgemäß der Normalfall....

5. Nein, es gibt auch Tabletten etc.

Es gibt seltsamerweise auch homöopathische Salben - die so gar nicht "ganzheitlich" dort hingeschmiert werden wo die Symptome auftreten....

Kommentar von reliregi ,

Ja, das kann wahrscheinlich tatsächlich passieren, wenn man sich nur ein bisschen mit Homöopathie beschäftigt? ;-)

Und - wie ich hier auch schon geschrieben habe: Die Causa (also Ursache) ist für die Mittelfindung wichtiger als die Symptome einer Erkrankung... 

Es kommt eben auf die Sichtweise an: Ist das Grippevirus die Ursache - oder (da nicht alle an ihr Erkranken) die z. B. geschwächte Abwehr?

Natürlich kann jeder abwarten, ob er genug Selbstheilungskräfte hat - und bei einer Erkältung wird die wohl auch irgendwann wieder weg sein - vielleicht wollen manche Kranke auch weniger leiden...  - bei länger andauernden Krankheiten haben die Selbstheilungskräfte wohl nicht ausgereicht - und jed7r kann sich entscheiden, ob er/sie versuchen will, sie anzuregen (Auf diesem Prinzip beruhen übrigens fast alle Naturheilverfahren...)

Kommentar von MalNachgedacht ,

Ja, das kann wahrscheinlich tatsächlich passieren, wenn man sich nur ein bisschen mit Homöopathie beschäftigt? ;-)

Ein Problem, an dem recht viele Homöopathen leiden....

Und - wie ich hier auch schon geschrieben habe: Die Causa (also Ursache) ist für die Mittelfindung wichtiger als die Symptome einer Erkrankung... 

Was Du schreibst ist allerdings für die Homöopathie sicherlich nicht ganz so wichtig wie das was Samuel Hahnemann schreibt....

Vielleicht solltest Du daher mal sein Buch Organon der Heilkunst lesen - z.B. den § 18

Von dieser nicht zu bezweifelnden Wahrheit, daß, außer der Gesammtheit der Symptome, unter Hinsicht auf die begleitenden Umstände (§ 5.) an Krankheiten auf keine Weise etwas auszufinden ist, wodurch sie ihr Hülfe-Bedürfniß ausdrücken könnten, geht unwidersprechlich hervor, daß der Inbegriff aller, in jedem einzelnen Krankheitsfalle wahrgenommenen Symptome und Umstände die einzige Indication, die einzige Hinweisung auf ein zu wählendes Heilmittel sei.

oder auch:

§ 6
Der vorurtheillose Beobachter, - die Nichtigkeit übersinnlicher Ergrübelungen kennend, die sich in der Erfahrung nicht nachweisen lassen, - nimmt, auch wenn er der scharfsinnigste ist, an jeder einzelnen Krankheit nichts, als äußerlich durch die Sinne erkennbare Veränderungen im Befinden des Leibes und
der Seele, Krankheitszeichen, Zufälle, Symptome wahr,
das ist, Abweichungen vom gesunden, ehemaligen Zustande des jetzt Kranken, die dieser selbst fühlt, die die Umstehenden an ihm
wahrnehmen, und die der Arzt an ihm beobachtet. Alle diese wahrnehmbaren Zeichen repräsentiren die Krankheit in ihrem ganzen Umfange, das ist, sie bilden zusammen die wahre und einzig denkbare Gestalt der Krankheit.

oder den:

§ 7
Da man nun an einer Krankheit, von welcher keine sie offenbar veranlassende oder unterhaltende Ursache (causa occasionalis) zu entfernen ist sonst nichts wahrnehmen kann, als die Krankheits-Zeichen, so müssen, unter Mithinsicht auf etwaiges
Miasm und unter Beachtung der Nebenumstände (§. 5.), es auch einzig die Symptome sein, durch welche die Krankheit die, zu ihrer Hülfe geeignete Arznei fordert und auf dieselbe hinweisen kann - so muß die Gesammtheit dieser ihrer Symptome, dieses nach außen reflectirende Bild des innern Wesens der Krankheit, d.i. des Leidens der Lebenskraft, das Hauptsächlichste oder Einzige sein,wodurch die Krankheit zu erkennen geben kann, welches Heilmittel sie bedürfe, - das Einzige, was dieWahl des angemessensten Hilfsmittels bestimmen kann 

Mag ja sein das in der Homöopathie nach relireli andere Regeln gelten....

Es kommt eben auf die Sichtweise an: Ist das Grippevirus die Ursache - oder (da nicht alle an ihr Erkranken) die z. B. geschwächte Abwehr?

Niemand bekommt mehr die Pocken - obwohl es noch reichlich geschwächte Menschen gibt.
Und bei uns bekommt auch niemand mehr Polio - obwohl auch hierzulange Menschen mit geschwächter Abwehr herumlaufen, wie z.B. Schüler an Waldorfschulen - oder warum sonst kommt es dort so vergleichsweise auffällig oft zu Masernausbrüchen?

Natürlich kann jeder abwarten, ob er genug Selbstheilungskräfte hat - und bei einer Erkältung wird die wohl auch irgendwann wieder weg sein - vielleicht wollen manche Kranke auch weniger leiden...  - bei länger andauernden Krankheiten haben die Selbstheilungskräfte wohl nicht ausgereicht - und jed7r kann sich entscheiden, ob er/sie versuchen will, sie anzuregen

Und natürlich hast auch Du nicht meine vorherige Frage beantwortet, bei welche (gerne auch länger andauernden Krankheiten) 
...
eine Behandung mit homöopathischen Mitteln eine nachweisbar bessere Erfolgsquote vorweisen kann als eine vergleichbare Behandlung mit Zuckerpillen.

Wir warten immer noch auf ein konkretes Beispiel.....

 (Auf diesem Prinzip beruhen übrigens fast alle Naturheilverfahren...)

Dumm nur, dass die Homöopathie nicht einmal laut der "Stiftung Homöopathiezertifikat"  zu den Naturheilverfahren zählt.

http://www.homoeopathie-zertifikat.de/phocadownload/broschuere%20ausbildungsinha...

Abgrenzung und Stellung der Homöopathie von

zu anderen therapeutischen Disziplinen (Chirurgie,
Substitution, Notfalltherapie, Allopathie, Schultherapie,
Naturheilverfahren, Psychotherapie etc.)

Mal davon abgesehen, dass ein Prinzip nur deswegen weil man behauptet dass es existiert deswegen noch lange nicht stimmen muss.
Siehe z.B. auch das sogenannte homöopathische Ähnlichkeitsprinzip, dass ja in den allermeisten Fällen auch nicht funktioniert....

Womit wir wieder bei dem Punkt sind, dass es eben KEINE EINZIGE Krankheit gibt bei der eine Behandlung mit homöopathischen Mitteln eine nachweisbar bessere Erfolgsquote vorweisen kann als eine vergleichbare Behandlung mit Zuckerpillen.

Antwort
von faymorgane, 18

Was du hier als hilfreichste Antwort ausgezeichnet hast, ist die persönliche Meinung einer eifrigen Homöopathiegegnerin. Schade, da du intelligente Fragen stellst. Wenn du objektiv informiert sein möchtest, solltest du auch Pro-Homöopathie-Antworten berücksichtigen und deine Frage evtl. auch auf einem Fachforum für Homöopathie stellen.

Hier noch kurz, für mehr fehlt mir im Moment die Zeit:

2. In der Homöopathie wird Fieber nicht unterdrückt oder bekämpft - bis auf seine unangenehmen oder gefährlichen Aspekte -  sondern als Teil des Heilungsprozesses gesehen.

3. Grade bei solchen Leiden kann die Homöopathie als Konstitutionstherapie  viel bewirken.

4. Homöopathen stehen dem Impfen sehr kritisch gegenüber. aber das ist eine Riesendiskussion für sich...

Kommentar von uteausmuenchen ,
Was du hier als hilfreichste Antwort ausgezeichnet hast, ist die persönliche Meinung einer eifrigen Homöopathiegegnerin.

Irgendwann musst Du mir einmal erklären, wie Du es Dir vorstellst, dass ich es schaffe,

  • dass sich die Erkenntnisse der Physik und anderer Naturwissenschaften "meiner persönlichen Meinung" anpassen und sich diese auch noch im Alltag in zig Anwendungen bewähren
  • dass sich die Ergebnisse von zig Studien und wissenschaftlichen Artikeln (die ich immer wieder verlinke) "meiner persönlichen Meinung" anpassen
Kommentar von faymorgane ,

Ich hab dir schon xmal MEINE Meinung kundgetan - dass der momentan geltende Stand der Naturwissenschaft nicht das Mass aller Dinge und nicht die alleinseligmachende Wissenschaft ist. Lass es an dich ran oder lass es bleiben... das wars von meiner Seite.

Kommentar von uteausmuenchen ,

Niemand behauptet, dass der aktuelle Stand der Naturwissenschaften endgültig sei. Nur: Das hilft der Homöopathie halt gar nichts.

Aktuelle Spekulationen - also unbelegte Behauptungen, die dem Datenstand sogar widersprechen - sind nämlich noch weniger eine verlässliche Grundlage von Empfehlungen als saubere Ergebnisse.

Zumindest sollte bei Empfehlungen immer mit gesagt werden, ob sie dem Datenstand entsprechen (wie die Aussage, dass Homöopathika Placebos sind) oder ihm widersprechen.

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