Frage von Schnobbel, 420

Homöopathie für Hund, gegen Schlappheit?

Hallo, mein Hund ist gerade total Schlapp, Husten oder so hat er aber nicht.
Wir suchen Globolis gegen Schlappheit, finden aber nichts...
Globolis helfen immer sehr gut bei ihm.
Habt ihr da was gegen Schlappheit?
Danke für alle Antworten

Antwort
von uteausmuenchen, 193

Hallo Schnobbel,

bitte verschwende keine Zeit damit, zu überlegen, welches homöopathische Placebo Du nun genau gibst.

Auffällige Schlappheit beim Hund sollte vom Tierarzt abgeklärt werden. Da können alle möglichen Ursachen dahinter stecken. Der Hund braucht eine saubere Diagnose. Das hat Dein Liebling verdient.

Du schreibst in einem Kommentar, dass Dir Globuli an Silvester gut bei seiner Böller-Angst helfen. Lass mich kurz erklären, warum das kein Beleg dafür ist, dass die Globuli mehr sind als Scheinmedikamente - auch wenn man sehr leicht diesen Eindruck gewinnen kann:

Er bekommt immer Globulis an Silvester weil er Angst davor hat und das ist Prima wie es wirkt

Genau das wurde in einer Studie untersucht: Ich zitiere aus "A double-blind
placebo-controlled study into the efficacy of a homeopathic remedy for fear of firework noises in the dog"

""Seventy-five dogs that showed a fear response to fireworks participated in a double-blinded, placebo-controlled clinical trial to assess the efficacy of a homeopathic remedy for the alleviation of their behavioural signs. Dogs were randomly assigned to one of two treatments; the homeopathic treatment or the placebo treatment. At the baseline assessments the owners identified the behavioural signs of fear that their dogs normally displayed in response to fireworks, rated their frequency and intensity, and assessed the global severity of their dog’s responses.
These measures were repeated at the final assessment and owners also completed weekly diaries for the length of the trial. There were significant improvements in the owners’ rating of 14/15 behavioural signs of fear in the placebo treatment group and all 15 behavioural signs in the homeopathic treatment group. Both treatment groups also showed significant improvement in the owners’ rating of the global severity of their dog’s responses. However, there was no significant difference in the response seen between the two treatment groups."

Noch mal auf Deutsch: Hunde an Silvester, 2 Gruppen, alle dachten sie
bekommen Homöopathika - die eine Gruppe bekam aber Placebos, also Scheinmedikamente. Danach vermeldeten die Hundebesitzer in beiden(!) Gruppen gleichermaßen Besserungen.

Das zeigt zweierlei:

1) Placeboeffekte treten auch bei Hunden auf, bzw. sie reagieren darauf, dass Du Dich unbewusst veränderst. Denn Du glaubst, die Situation besser im Griff zu haben. Du beobachtest das Tier auch weniger ängstlich. Weil Du bei Bedarf ja was geben kannst. Hunde als vertraute Tiere nehmen diese Stimmungsveränderung bei Dir wahr. All das spürt der Hund. Der Fachausdruck ist "Placebo by proxy" - Placebo bei der Bezugsperson

2) Beide Gruppen berichten in gleichem Umfang von Besserungen. Das erklärt  einerseits, warum Du auch den Eindruck hattest, es geht besser. Andererseits geht es eben nicht besser als mit Scheinmedikamenten: Die Globuli konnten nichts zusätzlich "bewirken" als es das bloße Ritual der "Medikamentengabe" bewirkt hatte. Diesen Vergleich hast Du natürlich nicht. Deswegen entsteht nur allzu leicht der Eindruck, die Homöopathika wären mehr als Placebos - sind sie aber nicht.

Jetzt kann man natürlich - richtigerweise - sagen: Bei Bagatellen ist es ok, wenn man ein Placebo gibt. Silvester zum Beispiel. Wenn der Hund so zurecht kommt - gut.

Jetzt ist er aber krank. Das ist eine andere Situation. Jetzt nicht wahr haben zu wollen, dass die Homöopathika nur Placebos sind, würde dem Tier eine Diagnose beim Tierarzt vorenthalten. Und das kann halt, wenn es etwas ernstes ist, gefährlich sein.

Da Dir Dein Tier vermutlich erheblich mehr am Herzen liegt als die Homöopathie: Geh' morgen zum Tierarzt und lass ihn abklären, dass es nichts Ernstes ist.

http://www.4pawsnet.de/Tierhomoopathie1.html

Grüße

Expertenantwort
von Berni74, Community-Experte für Hund, 196

Geh mit deinem Hund zum Tierarzt! Schlappheit hat immer einen Grund, und der kann durchaus auch auf ernste Erkrankungen zurückzuführen sein.

Antwort
von Bennykater, 112

Hallo Schnobbel,

ich kann dir auch nur raten, was alle hier bereits getan haben. Bitte bring deinen Hund zum Tierarzt und lass abklären, woher sein schlechter Zustand derzeit kommt.

Natürlich haben Tiere nicht die Möglichkeit, selbst zu äussern, was ihnen fehlt; aber ein Veterinär hat die Möglichkeit, das Blut zu untersuchen, sein Herz abzuhören, einen möglichen Bakterienbefall festzustellen usw. Auf eigene Faust irgendwelche Globuli zu geben, die irgendwer hier empfiehlt, weil er seiner Meinung nach bei seinem Tier damit gute Erfahrungen gemacht hat, ist keine gute Lösung. Das wäre es bei einem Menschen auch nicht. Bei einem kommt eine Schlappheit durch einen Hormonmangel, bei einem anderem kommen die gleichen Symptome durch eine Herz- oder Kreislaufschwäche, bei wieder anderem ist eine sehr ernste Erkrankung die Ursache. Das kann dir hier niemand diagnostizieren. Und deshalb nutzen solche Tipps auch nichts, zumindest nicht dem Hund. Lediglich der Besitzer hat dann vielleicht das Gefühl, etwas Hilfreiches getan zu haben. Das hat er aber nicht wirklich.

Wenn dir an deinem Hund etwas liegt, bring ihn bitte zum Tierarzt.

Kommentar von Bennykater ,

Es gibt übrigens eine interessante Untersuchung, die zeigt, ob Globuli tatsächlich bei Hunden die Angst vor der Silvesterknallerei mildern können. Das Ergebnis ist allerdings eindeutig. Sie können es nicht. Die Hunde in der Vergleichsgruppe, die keine Globuli bekommen haben, reagierten nämlich genau gleich. Eine Wirkung tritt beim Hund lediglich dadurch auf, dass er merkt, dass sein Besitzer sich um ihn kümmert. Das beruhigt ihn. Und auch den Besitzer, der das Gefühl hat, aktiv irgendetwas getan zu haben. Es ist aber viel sinnvoller, den Hund mit anderen Möglichkeiten zu beruhigen als damit, Kügelchen zu geben, die tatsächlich in diesem Fall überhaupt keine Wirkstoffe enthalten. Selbstverständlich gibt es den Placeboeffekt nämlich bei Tieren und kleinen Kindern auch, das ist bestens belegt. Falls du dich einmal informieren möchtest, hier ist der Link:

http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?p=1072

Nur wer sich informiert, weiß auch Bescheid, was da wie funktioniert.

Expertenantwort
von kami1a, Community-Experte für Medizin, 64

Hallo! Globolis bei Hunden - unglaublich.Wenn wir mit und Placebo - Experimente machen kann ich das noch verstehen. Mit unseren Haustieren bitte nicht. 

Verweise hier mal auf das Buch von Dr. Theodor Much

"Der große Bluff: Irrwege und Lügen der Alternativmedizin"

 Es handelt sich um eine Nonsense-Therapie, eine Geldverschwendung und auch deswegen nicht unbedenklich, weil bei derartigen Scheintherapien bei ernsten Erkrankungen wertvolle Zeit vergeudet wird." < 

Ich mache mit meinem Hund solche Experimente nicht.

Antwort
von spikecoco, 117

Bevor du mit homöopathischen Mitteln arbeiten möchtest, sollte erst einmal geklärt werden, was die Ursache für die Schlappheit ist.  Ein THP macht auch erst einmal eine ausführliche Anamese, um dann das geeignete Mittel zu finden.

Kommentar von Auskunft ,

"Tierheilpraktiker" kann sich jeder nennen, der sich dazu berufen fühlt.

Diese Bezeichnung ist nicht geschützt, sie fordert weder einen Schulabschluss noch eine Berufsausbildung.

Ich denke, eine zuverlässige und auf medizinischen Kenntnissen beruhende Anamnese kann und sollte ausschließlich ein Tierarzt durchführen.

Kommentar von spikecoco ,

das heißt noch lange nicht, das alle die diese Tätigkeit aus üben verantwortungslos und ahnungslos sind. Es gibt THP die mit Tierärzten zusammen arbeiten und ich habe auch nicht gesagt, das ein THP die Diagnostik betreiben soll. Trotz allem kann auch ein erfahrener THP schon Krankheiten erkennen und einen Tierarzt zur Absicherung hin zu ziehen.

Kommentar von Auskunft ,

Wenn Du unbedingt doppelt zahlen willst.

Die THP macht die Anamnese, der Tierarzt erstellt die Diagnose, der THP "erkennt" die Krankheit, der Tierarzt wird dann "zur Absicherung" hinzugezogen...

Ich wage an der Sinnhaftigkeit zu zweifeln

Kommentar von MalNachgedacht ,

sollte erst einmal geklärt werden, was die Ursache für die Schlappheit ist. 

Richtig - eigentlich sollte man versuchen die Ursache der Schlappheit herauszufinden

 Ein THP macht auch erst einmal eine ausführliche Anamese, um dann das geeignete Mittel zu finden.

In einer homöopathischen Anamnese wird aber eben gerade nicht bestimmt was die URSACHE der Schlappheit ist. Stattdessen sammelt man alle möglichen Symptome (soweit das bei einem Hund überhaupt machbar ist)  und sucht danach ein homöopathisches Mittel, dass bei gesunden Menschen im Rahmen einer homöopathischen Arzneimittelprüfung ähnliche Symptome
verursacht (haben soll).

Wodurch diese Symptome verursacht wurden - also die Ursache der Symptome interessiert aus Sicht der Homöopathie nicht

(historisch wohl dadurch erklärbar dass Hahnemann seinerzeit auch kaum eine Chance hatte die Ursachen von Krankheiten herauszufinden)

Die Ursache ist aus homöopathischer Sicht sowieso klar - ob der Hund nun schlapp oder impotent ist - ob ihm die Haare ausfalen oder die Zähne - Ursache ist immer eine "Verstimmung der Lebenskraft"....oder alternativ (speziell wenn die homöopathische Behandlung sicht hinzieht) ein "Miasma"

Kommentar von spikecoco ,

ich habe  auch nicht geschrieben das ein THP mit seiner Anamese die Ursache der Schlappheit sucht.

Kommentar von MalNachgedacht ,

Nun denn - wenn also der THP gar nicht die Ursache der Schlappheit sucht und Du aber der Meinung bist, dass "erst einmal geklärt werden, was die Ursache für die Schlappheit ist." dann ist man beim THP ja doch wohl falsch...

Und wenn die Ursache geklärt ist was soll man dann beim THP - speziell wenn der  das geeignete homöopathisch sucht und dabei mit der gefundenen Ursache eh nichts anfangen kannn.

Expertenantwort
von inicio, Community-Experte für Hund, 221

dein hund muss gruendlich vom tierarzt untersucht werden -die schlappheit kann sehr vielfaleige gruende haben - je nach dem muss unterschieldich behandlet werden 

Antwort
von MalNachgedacht, 130

Auf jedenfall solltest Du die Globuli die Dir da empfohlen werden auch testen ob sie wirklich die richtigen sind.

Gemäß dem sogenannten homöoopathischem Ähnlichkeitsprinzip (auf dem basiert die gesamte Homöopathie) gilt nämlich folgendes:

https://www.dzvhae.de/homoeopathie-presse/abc-der-homoeopathie/-1-571.html

Ähnlichkeitsregel
Similia similibus curentur – Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt. Die Ähnlichkeitsregel ist das Grundprinzip der Homöopathie. Nur das homöopathische Arzneimittel kann wirken, das in einer Prüfung am Gesunden, die Symptome hervorgerufen hat, an denen der Erkrankte leidet.

Kommentar von eggenberg1 ,

wie soll er das  prüfen  -können--? wenn er nicht mal ne diagnose  vorliegen hat  und auf  gut glück irgendwas  gibt !!!

Kommentar von MalNachgedacht ,

wie soll er das  prüfen  -können--? 

Wo ist das Problem?`

Er nimmt als gesunder Mensch einfach die Globuli die seinen Hund von seiner Schlappheit kurieren sollen ein.

Ob es die richtigen "passenden" Globuli sind erkennt er ganz einfach daran, dass er sich nach deren Einnahme ähnlich ("Ähnlichkeitsprinzip") schlapp fühlt wie sein Hund.

So funktioniert Homöopathie nun mal - jedenfalls gemäß homöopathischer Lehre.

Ich habe mir die nicht ausgedacht....

Kommentar von eggenberg1 ,

so einfach kann ma es sich machen  ,aber  ist es nun  mal nicht !!!

Kommentar von MalNachgedacht ,

In der Homöopathie ist es aber nun mal so einfach - oder sollte sich Meister Hahnemann mit seinem "Ähnlichkeitsprinzip" geirrt haben?

Und obendrein all die Homöopathen vom Deutschen Zentralverband homöopathischer Ärzte gleich mit ihm?


https://www.dzvhae.de/homoeopathie-presse/abc-der-homoeopathie/-1-571.html

Ähnlichkeitsregel
Similia similibus curentur – Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt. Die Ähnlichkeitsregel ist das Grundprinzip der Homöopathie. Nur das homöopathische Arzneimittel kann wirken, das in einer Prüfung am Gesunden, die Symptome hervorgerufen hat, an denen der Erkrankte leidet.


Ist doch klar und eindeutig - oder wo siehst Du da Interpretationsspielraum?

Wenn der Fragesteller "Schnobbel" gesund ist dann müssen die Globuli die seinen Hund von seiner Schlappheit kurieren sollen bei ihm die "die Symptome hervorrufen, an denen der Erkrankte leidet." 



Ist natürlich ausgemachter Unsinn - aber das ist nun mal das Grundprinzip der Homöopathie.

Stammt auch nicht von mir sondern von Samuel Hahnemann - auf den sich so ziemlich alle Homöopathen berufen.

Ich kann es nicht ändern ....



Expertenantwort
von Certainty, Community-Experte für Hund, 153

Wichtig wäre es den Grund für die Schlappheit rauszufinden.

  • Was wird gefüttert?
  • Wie wird er gefordert/gefördert?
  • Ist in letzter Zeit etwas ungewöhnliches passiert?
  • Andere Wesensveränderungen?
  • Was sagt der Arzt?

Globulis einfach auf Verdacht zu verabreichen bringt nichts. Man muss wissen, was er hat und kann dann gezielt homöopatische Mittel oder sonst was geben. Oder eben was an den Grundbedürnissen ändern.

Kommentar von Auskunft ,

Besser "sonst was " !!

Kommentar von MalNachgedacht ,

Globulis einfach auf Verdacht zu verabreichen bringt nichts. 

Doch das bringt schon was - nämlich den Placeboeffekt.

Man muss wissen, was er hat und kann dann gezielt homöopatische Mittel oder sonst was geben. 

In der Homöopathie muss man eben gerade nicht wissen was der Hund hat bzw, an welcher Krankheit er leidet.

In der Homöopathie interessieren ausschließlich die Symptome - und auch nur die welche man ohne technische Hilfsmittel feststellen kann. (Hahnemann hatte schließlich auch kein Röngtengerät oder sonstige technische Geräte - wenn man mal von einem Fieberthermometer absieht das er in späteren Jahren besessen hat.)

Wodurch diese Symptome verursacht werden (ob z.B. durch ein Virus oder eine bakterielle Infektion oder was auch immer) spielt in der homöopathischen Lehre keine Rolle und interessiert daher auch nicht.

Kommentar von Certainty ,

Doch das bringt schon was - nämlich den Placeboeffekt.

Auch nur, wenn man daran glaubt. Und das tuen Hunde nicht. Hier wirkt maximal etwas auf den Menschen, der es überträgt.

In der Homöopathie muss man eben gerade nicht wissen was der Hund hat bzw, an welcher Krankheit er leidet.

In der Homöopathie interessieren ausschließlich die Symptome

Somit kann man nicht einfach irgendwas geben, wie ich sagte.

Kommentar von MalNachgedacht ,

Somit kann man nicht einfach irgendwas geben, wie ich sagte.

Trotzdem braucht man eben in der Homöopathie NICHT 

"den Grund für die Schlappheit rauszufinden." wie Du ja auch geschrieben hast.

Kommentar von Certainty ,

Dir ist aber schon klar, was meine eigentliche Aussage war, oder? Und zwar nicht einfach irgendwas geben. Ursachenforschung muss immer betrieben werden, denn Schlappheit kommt nicht von ungefähr.

Kommentar von MalNachgedacht ,

Ursachenforschung muss immer betrieben werden, denn Schlappheit kommt nicht von ungefähr.

Ich bin da ja ganz deiner Meinung - nur wenn Du im gleichen Atemzug von gezielt gegeben homöopathischen Mitteln schreibst dann muss ich Dich nun mal darauf hinweisen, dass gemäß homöopathischer Lehre die Ursache einer Erkrankung für die gezielte Gabe eines bestimmten homöopathischen Mittels vollkommen belanglos ist - und die Homöopathie u.a. deswegen auch keinerlei Ursachenforschung betreibt und auch in über 200 Jahren noch für keine einzige Krankheit je die Ursache gefunden hätte.

Es hält sich bei manchen Homöopathienutzern/anwendern der Glaube in der Homöopathie würde man (gerne dann noch im Gegensatz zur "Schulmedizin") die Ursache behandeln (meist mit dem Vorwurf gekoppelt, dass die "Schulmedizin" im Gegensatz dazu nur die Symptome "unterdrücken" würde).

Das hört sich zwar für Homöopathiefans schön an - hat aber mit Hahnemanns Lehre nichts zu tun....

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