Frage von Miwalo, 322

Homöopathie bei Zahnwurzelentzündung?

Mein Zahnarzt meinte gestern bevor er eine Wurzelbehandlung bei mir machen will, will er erstmal was homöopathisches Spritzen. Auf dem Rückweg dachte ich plötzlich: etwas homöopathisches "spritzen"? Ist so etwas wirklich hilfreich? Irgendwie klang das ganze plötzlich ziemlich dubios.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Anaschia, 322

Ich verstehe deine Frage so, dass Dein Zahnarzt erst einmal ein homöopath. Mittel spritzen will, bevor er überhaupt eine Wurzelbehandlung in Betracht zieht. Wenn Du dir damit eine Wurzelbehandlung ersparen kannst, ist das doch optimal. Ärzte und Zahnärzte nehmen da gerne homöop. Komplexmittel, die man u.a. subcutan direkt in die betroffene Stelle  spritzen kann.

Kommentar von BurkeUndCo ,

Es soilltre aber klar sein, dass das dann eine reine Placebo-Behandlung ist.

Bei lokaler Reizung des Zahnnnerves mag das helfen. Aber wenn die Zahnwurzel wirklich entzündet ist, debeutet dieses Aufschieben einer echten Behandlung nur mehr Schmerzen und damit auch mehr Chemie.

Kommentar von Marigoldi ,

"Bei lokaler Reizung mag das helfen" Diese Aussage zeugt nicht von eigener Erfahrung sondern von übernommener Meinung.

Kommentar von MalNachgedacht ,

Nun ja - die Tatsache dass sich Homöopathie bei der Behandlung von Zahnwurzelentzündungen nicht gerade durchgesetzt hat (um es mal vorsichtig zu formulieren) sagt doch einiges....

Kommentar von faymorgane ,

Einmal mehr -  meiner Meinung nach sollte hier wenigstens die Wahl der hilfreichsten Antwort durch den Fragesteller respektiert werden und sollten nicht sogar da noch abfällige Kommentare nachgeschoben werden wie sonst schon andauernd…

Kommentar von MalNachgedacht ,

Ärzte und Zahnärzte nehmen da gerne homöop. Komplexmittel, die man u.a. subcutan direkt in die betroffene Stelle  spritzen kann.

Die haben dann aber wohl Hahnemanns "Organon der Heilkunst" nicht gelesen - denn dort schreibt der Meister ja in § 273 sehr deutlich was er von solchen Komplexmitteln hält.

http://www.doktor-quak.de/pdf/organon.pdf

§ 273 In keinem Falle von Heilung ist es nöthig und deßhalb allein schon unzulässig, mehr als eine einzige,einfache Arzneisubstanz auf einmal beim Kranken anzuwenden. Es ist nicht einzusehen, wie es nur dem mindesten Zweifel unterworfen sein könne, ob es naturgemäßer und vernünftiger sei, nur einen einzelnen, einfachen wohl gekannten Arzneistoff auf einmal in einer Krankheit zu verordnen, oder ein Gemisch von mehreren,verschiednen. 

In der einzig wahren und einfachen, der einzig naturgemäßen Heilkunst, in der Homöopathie, ist es durchaus unerlaubt, dem Kranken zwei verschiedne Arzneisubstanzen auf einmal einzugeben.

Deutlicher kann man es ja eigentlich nicht mehr formulieren - aber für manche Homöopathen sind diese Worte Hahnemanns wohl immer noch nicht deutlich genug....

Oder sollte sich am Ende Hahnemann mit seinem § 273 geirrt haben?

Antwort
von uteausmuenchen, 229

Hallo Miwalo,

es gibt Menschen, die vertragen bestimmte Schmerzmittel einfach nicht. Meist sind diesen Menschen ihre Allergien aber bereits bekannt.

WENN Du zu diesen Menschen gehörst und weißt, dass ein echtes Schmerzmittel bei Dir sehr wahrscheinlich zu Komplikationen führt, die bei den allermeisten Menschen nicht auftreten, dann - UND NUR DANN - macht es Sinn, dieses echte Schmerzmittel durch ein Placebo zu ersetzen, wenn eine unausweichlich schmerzhafte Behandlung bevorsteht. Andernfalls ist es einfach Deine Entscheidung, was Du so aushälst oder aushalten möchtest.

Denn ein Homöopathikum - ob in Globuliform oder gespritzt - ist ein Placebo. Ein Scheinmedikament.

Gerade in der Schmerztherapie können mit Placebos ganz erstaunliche Effekte erzielt werden. Andererseits besteht ohne eine Dir bekannte Medikamentenunverträglichkeit auch nun wirklich kein Grund, gerade bei einer Zahnwurzelbehandlung den Helden zu spielen.

Wie Du auf die Aussage Deines Zahnarztes reagierst, ist Deine Entscheidung allein.

Bei Deiner Entscheidungsfindung solltest Du folgende Aspekte berücksichtigen:

  • Besteht für Dich aufgrund einer Medikamentenunverträglichkeit die Notwenigkeit auf ein nachweislich gut wirksames Schmerzmittel zu verzichten?
  • Hast Du vielleicht explizit zu dem Zahnarzt gesagt, dass Du kein Schmerzmittel einnehmen möchtest, weil Du z.B. danach verkehrstüchtig sein möchtest?
  • Falls Du beides mit "Nein" beantwortest: Hat Dich der Zahnarzt ordentlich aufgeklärt über seinen Vorschlag? Grundsätzlich besteht in der Medizin ein Aufklärungsrecht - und zwar nach der neueren medizinethischen Literatur darüber, was über Schaden und Nutzen einer Behandlungsmethode bekannt ist.
  • Wenn Du also gezielt nachfragst, so ist der Arzt eigentlich verpflichtet, Dich über den Placebocharakter der Behandlung aufzuklären. (Und ja, Studien belegen durchaus, dass auch dann noch Placeboeffekte auftreten, wenn der Arzt im Zuge der Aufklärung erläutert, warum in dieser Situation aus seiner Sicht das Placebo ausreichend ist.)
  • Wenn der Zahnarzt auf Nachfrage also erklärt, dass er den Placeboeffekt bei der bevorstehenden Behandlung für ausreichend hält, dann kannst Du als Patient überlegen, ob Du diese Entscheidung mitträgst und Dich dann aktiv ebenfalls dafür - oder auch dagegen entscheiden.
  • Erklärt Dir der Zahnarzt jedoch, dass er sich Effekte über Placebo hinaus von einer solchen Maßnahme verspricht, dann weißt Du, dass Dein Zahnarzt in seiner Behandlungspraxis den Boden des gesicherten Wissens nicht nur verlassen hat, sondern ignoriert. Denn dafür, dass homöopathische Hochpotenzen mehr sind als Placebos, dafür müssten wir schon das naturwissenschaftliche Wissen der letzten 100 Jahre umkrempeln - und natürlcih die Studienlage ignorieren.
    Ich persönlich würde mich definitiv nicht freiwillig in die Hände eines solchen Therapeuten begeben. Aber auch das ist Deine Entscheidung.

Hier zum Weiterlesen die Stellungnahme des englischen National Health Service zur Homöopathie:

http://www.nhs.uk/conditions/Homeopathy/Pages/Introduction.aspx

Grüße

Antwort
von BurkeUndCo, 164

Wahrscheinlich weiß er selbst nicht, was er mit dieser Formulierung ausdrücken will.

Eventuell will er Dir ein Placebo spritzen um damit Deine Erwartung bzgl. Schmerzen zu reduzieren. Dagegen ist sicher nichts zu sagen. Und der Wortlaut "Homöopathie" ist halt modern.

Aber das wäre wirklich das erste echte "Hochpotenz-Homöopathikum" das wirklich helgfen würde, wenn ddamit eine bessere Wirkung als bei reinem Placebo erreicht wwürde.

Antwort
von Auskunft, 103
 Irgendwie klang das ganze plötzlich ziemlich dubios.

Gut, dass Du das erkannt hast.

Der Konsumentenbund, der sich für Verbraucherberatung und Verbraucherschutz einsetzt, klärt gut über die Hintergründe der Homöopathie, die den meisten Patienten gar nicht bekannt sind, auf:

http://www.konsumentenbund.de/themenseite-hom%C3%B6opathie.html

Und zu Deiner Frage:

 Ist so etwas wirklich hilfreich?

Nein, weil die Schmerzen bei einer Wurzelbehandlung sich nicht mit Homöopathika, die allenfalls über den Placeboeffekt wirken, wegzaubern lassen.

Nach der Lehre von Hahnemann, der die Homöopathie erfunden hat, dürfen auch homöopathische Mittel nicht in Zusammenhang mit Medikamenten der wissenschaftlichen Medizin verwendet werden.

Das hieße in Deinem Fall:

Keine Betäubung!

Entscheide selbst, ob Du Dich dieser Tortur aussetzen willst...

Antwort
von grubenschmalz, 135

Ist auch dubios. Wechsel den Zahnarzt zügig.

Antwort
von faymorgane, 126

Nur weil er das vorgeschlagen hat, ist er doch kein dubioses Element! Frag ihn doch einfach, sprich ihn drauf an - oder hast du so wenig Vertrauen zu dem Profi, den du in deinem Mund herumfuhrwerken lässt? Er wird doch wohl wissen was er tut.

Antwort
von Wonnepoppen, 131

Wenn es wirkt, warum nicht?

Er meint wahrscheinlich, daß du dann weniger "Chemie" bekommst?

Kommentar von Auskunft ,

Dann sollte er aber auch konsquent sein und die Wurzelbehandlung ganz ohne Chemie und nur mit homöopathischen Mitteln durch führen.

Laut Hahnemann, dem Erfinder der Homöopathie, ist eine Vermischung von beidem eh verboten.

Kommentar von Wonnepoppen ,

Das meinte ich auch damit!

Kommentar von uteausmuenchen ,

Vor dem Satz steht halt ein "wenn". Und wir leben in der Antwort " nein".

Kommentar von Wonnepoppen ,

Das ist mir zu kompliziert, was du da von dir gibst, sorry!

Antwort
von aribaole, 124

Der will Kohle machen.

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