Frage von fugger188, 41

Homepagefotos für den eigenen Chef gemacht als Privatperson. Wie steuerlich abrechnen?

Ich wurde von meinem Chef angefragt, ob ich die Business-Portraits von allen Mitarbeitern für die neue Homepage erstellen kann. Das habe ich jetzt gemacht und habe mit ihm heute ausgehandelt, dass ich dafür 600€ bekomme. Nun hätte er gerne, dass ich dafür eine Rechnung ausstelle, die dann beglichen wird. Kann ich überhaupt als Privatperson eine Rechnung ausstellen? Wenn ja, in welcher Form muss ich dann die 600€ in meiner Steuererklärung angeben? Wenn nein, muss ich dann ein Gewerbe anmelden (Stichwort Kleinunternehmen)?

Antwort
von ettchen, 23

Schreib ihm halt eine Rechnung und Quittung aus und gut ist. Wenn du magst, nimm eine Quittung aus einem Quittungsblock oder die hier: http://www.equittung.de/

Rechnungsvorlagen hier: http://rechnungen-muster.de/rechnungsvorlagen#rechnungsvorlagen

Wenn du magst, kannst du die 600 Euro gerne bei deiner nächsten Steuererklärung erwähnen, als sonstige Einnahmen. Beleg hast du dann ja als Durchschrift/Kopie der Quittung.

Mal anders - wenn du ein Auto verkaufst oder ein Paar alte Socken bei eBay, gibst du das auch bei der Steuer an? Müsstest du genau genommen, auch müsstest du Mehrwertssteuer abführen. Ich gehe mal davon aus, dass du das nicht tust. Aber okay, mach ruhig, ist korrekt.

Und zur Gewerbefrage - aus welchem Grunde willst du ein "Gewerbe" anmelden? Willst du eine Klempnerei eröffnen? :-) Also - nee, lass es, gibt keinen Grund.

Kommentar von kevin1905 ,

Müsstest du genau genommen, auch müsstest du Mehrwertssteuer abführen.

Beides falsch.

Die Veräußerung von Gegenständen, die zur privaten Nutzung angeschafft wurden unterliegen keiner Besteuerung.

Eine Besteuerungsgrundlage nach § 15 EStG gäbe es nur, wenn Sachen zum Weiterverkauf eingekauft werden, dies regelmäßig vorkommt und Gewinnerzielungsabsicht vorliegt (Absatz 2).

Wer seinen Keller entrümpelt erzielt aber damit selten Gewinn. Ferner verweise ich auf § 23 EStG.

Auch Umsatzsteuer wird nicht erhoben. Zum einen würde es auf Seiten des Fragestellers die Unternehmereigenschaft voraussetzen und ferner wäre er Kleinunternehmer, wenn die voraussichtlichen Umsätze im Jahr 17.500,- € nicht übersteigen. Bei Kleinunternehmern wird die Umsatzsteuer nicht erhoben (§ 19 Abs. 1 UStG).

Wer in den Genuss des Vorsteuerabzugs kommen will, müsste zur Regelbesteuerung optieren und dann schuldet er dem Finanzamt natürlich die Differenz aus eingenommener Umsatzsteuer und ausgelegter Vorsteuer.

Kommentar von ettchen ,

OMG. Lies doch mal, was ich schrieb. Einfach mal lesen und versuchen zu verstehen, was ich aussage.

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Dein Ratschlag hinsichtlich der Quittung ist ja ok - alles danach hinsichtlich Umsatzsteuer und Gewerberecht ist aber wirklich unzutreffend. Da hat kevin1905 Recht. Dein OMG ist Fehl am Platz.

Kommentar von ettchen ,

Ach Leute, lest doch einfach mal. Aber egal, ich geb's auf.

Kommentar von fugger188 ,

Jetzt bin ich trotzdem noch ratlos. :-(

Gibt es eine Möglichkeit, dass ich meine 600€ als Privatperson ohne Abzüge bekomme (legal!) oder muss ich mir das als Lohn auszahlen lassen und es werden Lohnsteuer, etc. abgezogen sodass ich auf ca. 350€ im Endeffekt komme (StKl 4)?

Danke schonmal für Eure Hilfe!

Grüße

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