Frage von JesusCristus, 50

Hohes Geschäftsführergehalt anstatt Gewinnauschüttung?

Werden Gehälter der Gesellschaftsgeschäftsführer hoch angesetzt und damit verbunden die Gewinne der GmbH geschmälert, weil dies sich mehr "lohnt" als von den Gewinnausschüttungen zu profitieren?

Antwort
von are2705, 12

Die Steuerbelastung bei einer Kapitalgesellschaft liegt im Schnitt so bei 50% ab dem ersten Euro (30% Körperschaft- und Gewerbesteuer plus 25% Abgeltungsteuer bei Ausschüttung). Der Einkommensteuersatz erreicht dagegen maximal 45%.

Da kann es sich schon richtig lohnen, das Gehalt zu erhöhen und den Gewinn zu schmälern, insbesondere dann, wenn negative Einkünfte aus anderen Einkunftsarten verrechnet werden können.

Wenn man es hierbei aber übertreibt, kommt es schnell zu einer verdeckten Gewinnausschüttung, s. hier: http://www.etl.de/aktuelle-themen/strenge-regeln-fuer-gesellschafter-geschaeftsf...

Kommentar von Ernsterwin ,

Die Steuerbelastung der Kapitalgesellschaft auf den Gewinn beträgt gem. KStG § 23 nur 15 % - die Gewerbesteuer je nach Hebesatz der Gemeinde ca. 14 %.

Mit Abgeltungsteuer wird nicht die Kapitalgesellschaft, sondern der Gesellschafter erfasst.

Beides kann man nicht in einen Topf werfen. Denn - angenommen, der Gewinn würde unversteuert dem Gesellschafter zufließen - würden darauf nicht bis zu ca. 30 %, sondern 45 % Einkommensteuer anfallen.

Hinzukommen noch 5,5 % Solidaritätszuschlag - die nur auf die Einkommensteuer und die Körperschaftsteuer noch aufgeschlagen werden - und ggf. 8 %/9 % Kirchensteuer, die ebenfalls nicht bei der Gesellschaft anfallen.

Zum Vergleich:

250.000 Euro Gehalt für einen verheirateten GF würde zu einer Gesamtsteuerbelastung (einschließlich KiSt + SoZ) von 101.000 Euro führen.

Demgegenüber:

150.000 Euro Gewinn würden bei der Kapitalgesellschaft zu 22.500 Euro KSt + 1.237,50 Euro SoZ + ca. 21.000 GewSt = 44.747,50 Euro Gesamtsteuerlast führen. Die verbleibenden 100.000 Euro Dividendenausschüttung wären mit 26.375 Euro Abgeltungsteuer und SoZ abgegolten.

Insgesamt wären das 71.122,50 Euro gegen 101.000 Euro ESt = 29.877,50 Euro Steuerersparnis.

Natürlich sind die Regeln zur Vermeidung einer verdeckten Gewinnausschüttung zu beachten.

Kommentar von are2705 ,

Ich verstehe die Berechnung nicht. 

Wieso kann man die Steuern der Kapitalgesellschaft nicht mit der Abgeltungssteuer in einen Hut werfen, wenn es doch um die Gesamtbelastung des Gesellschafters geht? 

Wieso der Vergleich von 250.000€ Gehalt und 150.000€ Gewinn? Ist ja nicht sonderlich überraschend, dass der Gehaltsempfänger in dem Beispiel stärker belastet ist.

Antwort
von Otakujeannedark, 34

Ein Gehalt sichert einem ein geregeltes Einkommen mit dem
Man besser planen kann.
Man weiss das man jeden Monat Geld bekommt auch wenn das Unternehmen mal verluste fährt und man weiss wieviel Geld einem Übrig bleibt nachdem man seine Rechnungen bezahlt hat.

Antwort
von Kuestenflieger, 27

beide fälle erfordern steuerabgaben , was solls also .

bleibt es bei dem kleinbetrieb in den betriebsvermögen , steigt das renomee der firma bei kreditbedarf .

Antwort
von Marcel89GE, 23

ob es sich "lohnt" ist dann eine Frage des Einkommensteuertarifs des betroffenen Gesellschafters.

Ist dieser niedriger als die Steuerquote im Unternehmen macht ein hohes GF-Gehalt durchaus Sinn.

Das muss man gegenrechnen.

Antwort
von kokomi, 26

kann man doch nicht verallgemeinern

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