Frage von AndiJ91, 129

Hohe Heizkosten Nachzahlung durch Luft in den Heizkörpern?

Hallo zusammen,

ich habe am Samstag eine Brief von meinem Vermieter bekommen mit einer sehr hohen Forderung für eine Heizkosten Nachzahlung (fast 1.000€). Ich wohne mit meiner Freundin seit drei Jahren in der ca. 65m² großen Wohnung. Im Abrechnungszeitraum zuvor (2013-2014) haben wir ca. 1.200€ gezahlt nun sind es knapp über 2.000€. Unser Heizverhalten haben wir allerdings in der Zeit nicht großartig geändert. Ein paar Heizkörper hatten zeitweise überhaupt nicht geheizt und wir hatten diese aber z.T. trotzdem aufgedreht. Es gab öfters Reparaturen an der Heizungsanlage. Dadurch ist vermutlich Luft in die Heizkörper gekommen. Entlüftet haben wir die Heizkörper nie da ich bis Samstag noch nicht mal wusste dass das möglich ist. Auch von unserem Vermieter wurden wir nie darauf hingewiesen, dass Reparaturen stattfanden geschweige denn, dass man die Heizkörper entlüften sollte.

Nachdem ich im Internet keine eindeutige Antwort darauf gefunden habe ist es überhaupt möglich, dass die hohen Kosten daraus resultieren, dass wir nicht entlüftet haben? Ich habe z.B. auch gelesen, dass der Zähler an dem Heizkörper nur zählt wenn die Heizung auch wirklich warm ist. Das würde der Theorie dann ja wiedersprechen.

Hat jemand einen Tipp für mich wie ich hier weiter vorgehen sollte? Gezahlt habe ich erst mal noch nicht. Trägt der Vermieter hier evtl. eine Mitschuld?

Antwort
von anitari, 72

Wie hoch bzw. gering waren die Vorauszahlungen für Heizkosten bzw. Betriebskosten insgesamt?

Bei 65 m² hätten das mindestens 130 € monatlich sein müssen. Sind auch die Warmwasserkosten dabei sogar etwa 150 - 160 €.

Wurden die Vorauszahlungen nach der Abrechnung 2013/14 angepaßt?

Die HKV reagieren/zählen sobald die Oberfläche des Heizkörpers 30 Grad hat, manche schon ab 25 Grad.

Was sind es denn für HKVs? Noch mit Verdunsterröhrchen oder schon elektronische?

Trägt der Vermieter hier evtl. eine Mitschuld?

Kaum. Oder wurde er nachweisbar über den Mangel (Luft in den Heizkörpern) informiert?

Kommentar von AndiJ91 ,

Die Vorrauszahlungen waren isgesamt 1.680€ (140€ monatl.) für alle Betriebskosten/Nebenkosten (inkl. Heizung, Wasser, Warmwass, Müllabfuhr, Versicherung etc.).

Es sind elektronische HKVs.

Wir hatten jetzt rein für Heizkosten (ohne Warmwasser) eine Abrechnung über ca. 1.200€. Das wären dann pro Quadratmeter 18,50€. Laut dieser Vergleichsseite http://www.energiesparen-im-haushalt.de/energie/storage/sites/durchschnittliche-... wäre das sogar für eine Fläche von 100m² noch deutlich zu viel. Da kann doch etwas nicht stimmen oder? Die Hauptkosten wurden durch eine etwas breitere Heizung im Wohnzimmer verursacht. Hier war der Zählerstand bei ca. 1.700 und dieser wird dann mit 1,4 multipliziert (was genau das für Einheiten sind weis ich leider gerade nicht auswendig).

Antwort
von BigLittle, 60

Erstens sollen, müssen und dürfen Mieter selbstständig an Heizungen hermumbasteln, dazu gehört vor allem das Entlüften, daß sich mittlerweile zu einer Art Volkssport unter den Mieter entwickelt hat. Wenn unkontrolliert an Heizkörpern entlüftet wird, ohne zu wissen, was man da wirklich anstellt, kann man die Heizung außer Betrieb setzen und sogar zerstören! Also bleib dabei und fang das leidige Entlüften gar nicht erst an. Sollte ein Heizkörper nicht funktionieren, oder sich irgenwelche anderen Probleme mit der Heizung ergeben, dann mußt Du das zeitnah an den Vermieter oder seinem Beauftragten mitteilen, damit diese dann geeignete Fachleute mit der Reparatur beauftragen können. Legst Du selbst Hand an, kann der Schaden der durch Deine Handlungen entstanden ist, Dir in Rechnung gestellt werden.

Wenn ein Heizkörper auf Grund von Lufteinschlüssen oder anderen Problemen nicht warm wird, verbraucht er auch keine Wärmeleistung. Wenn sich die Kosten für die Heizung verteuert haben, so solltest Du die Abrechnung überprüfen, welche Positionen die Kostenerhöhung verursacht haben. Manche Vermieter schmuggeln gern die Reparaturrechnungen in die Heizkostenabrechnung hinein und das ist nicht erlaubt! Denn für die Reparaturen ist einzig und allein der Eigentümer verantwortlich und können nicht auf die Mieter umgelegt werden. Wie erfolgt bei Euch eigentlich die Erfassung der Verbrauchswerte der Heizung?

Antwort
von Blindi56, 77

Den Verbrauch wirst Du jetzt so oder so bezahlen müssen, da wirst Du nicht drumrum kommen. Aber es ist ja auch logisch, dass man allgemein mehr heizt, wenn die Heizkörper nur halb warm sind (wegen Luft), und es eben mehr Energie braucht, die Wohnung trotzdem auf die Thermostat-Temperatur zu bringen. Je nachdem, WO ein nur halb warmer Heizkörper dann warm wird (nur unten, oder nur eine Halfte), und wo der Ableser ist, kann das zu falschen Anzeigen kommen.

Heizkörper müssen nach jeder Reparatur mit Stilllegung der Heizung entlüftet werden. (außer Fernwärme wohl, das weiß ich nicht).

Ich habe zudem schon öfters gelesen, dass die Verdunsterröhrchen auch Luft enthalten können und dann mehr anzeigen.

Kommentar von AndiJ91 ,

"Heizkörper müssen nach jeder Reparatur mit Stilllegung der Heizung entlüftet werden"

 -> Heist dass, der Vermieter hätte uns theoretisch bescheid sagen müssen wenn entspr. Reparaturen erfolgt sind?

Kommentar von Blindi56 ,

Der Vermieter müsste eigentlich immer vorher Bescheid sagen, wenn ein Heizungsausfall zu erwarten ist.

Dass man Heizkörper entlüften muss, merkt man ja daran, dass sie nur zur Hälfte warm werden, obwohl ganz aufgedreht.

Antwort
von albatros, 61

Luft im System verringert die Heizleistung, erhöht aber nicht die Heizkosten. Das Entlüften der HK noch Reparaturen ist Aufgabe des Monteurs bzw. liegt in der Verantwortung des Vermieters.

Deshalb sollten diesbezügliche Probleme dem Vermieter als Mangel angezeigt und deren befristete Abstellung gefordert werden.

Bedenke, dass die Heizkosten anteilig auch nach Wohnfläche abgerechnet werden. Das bedeutet, heizen andere Mieter auf Teufel komm raus, steigen deine Heizkosten, obwohl du selbst sparsam warst. Der Wohnflächenanteil kann 30 oder 50% betragen. Das steht im MV und in der Abrechnung.

Kommentar von Blindi56 ,

Das dürfte so aber nicht abgerechnet werden, sondern nach Verbrauch, bzw. Bedarf (nach Ablesung). Man würde dann sogar sparen, wenn andere auf Teufel komm raus heizen, weil die Leitungen zu den anderen Wohnungen warm sind, und sehr warme Wohnungen rundum den eigenen Heizbedarf senken.

Kommentar von anitari ,

Das dürfte so aber nicht abgerechnet werden, sondern nach Verbrauch,

Da ist die Heizkostenverordnung aber anderer Ansicht.

Diese schreibt nämlich vor das ein Teil verbrauchsunabhängig nach der Wohnfläche abgerechnet werden muß.

Antwort
von WhoozzleBoo, 63

Es muss doch eine Abrechnung des Energieversorgers geben, evtl. mal den Vermieter danach fragen, falls er die nicht mitgeschickt hat. Da steht der Verbrauch drauf, mit Zählerständen. Lies deine Zählerstände mal selber ab und vergleiche die mit den dort angegebenen. Das die Kosten mit der Luft im Heizkörper zusammenhängt bezweifle ich, damit hat das nichts zu tun.

Kommentar von AndiJ91 ,

Die Abrechnung liegt mir vor und ist auch sehr detailiert. Die angegeben Zählerstände sind auch tatsächlich die, die angezeigt werden. Ich sehe auf den Zählern den alten Stand (so wie er auch in der Abrechnung steht) und den aktuellen Stand. Bei den Zählern handelt es sich um elektrische Zähler (sehen so aus https://img.yumpu.com/36136574/1/358x507/ablesung-ista-elektron-und-verdunster-h...).

Es ist aber halt schon komisch, dass der Verbrauch im Vergleich zum Vorjahr (komplettes Abrechnungsjahr) um 145%!! gestiegen ist wobei sich unser Heizverhalten aber auf keinen Fall so drastisch geändert hat.

Antwort
von martinzuhause, 77

ihr müsst doch die zählerstände der messeinrichtungen haben. danach kann man ungefähr ausrechnen ob da wesentlich mehr als im vorjahr verbraucht wurde

Kommentar von IchhabeineWaffe ,

er wusste nicht mal, dass man heizungen entlüften kann, ich glaube, das überfordert ihn

Kommentar von AndiJ91 ,

Die Zählerstände habe ich und zwar sogar sehr genau (je Heizkörper) und nur rein lt. diesen Ständen sind die erhöhten Kosten theoretisch auch plausibel.

"diese verdunsterröhrchen verdunsten natürlich nur, wenn die heizung warm ist"

An den Heizkörpern sind keine klassischen Verdunsterröhrchen sondern so elektrische Zähler (sehen so aus https://img.yumpu.com/36136574/1/358x507/ablesung-ista-elektron-und-verdunster-h...). Macht das evtl. einen Unterschied?

Kommentar von anitari ,

Und die elektronischen Zähler zählen wenn der Heizkörper warm ist. Entweder ab 30 Grad oder ab 25 Grad Oberflächentemperatur.

Die Flüssigkeit in den Verdunsterröhren verdunstet übrigens auch wenn die Sonne drauf scheint oder irgend ein wärme abgebendes Gerät, wie z. B. Kühlschrank, nahe am Heizkörper steht.

Antwort
von IchhabeineWaffe, 74

da kommst du nicht raus, das musst du bezahlen

diese verdunsterröhrchen verdunsten natürlich nur, wenn die heizung warm ist

lass die abrechnung vom mieterverein prüfen, dann musst du aber beitreten, kostet 150 im jahr, glaube ich

Kommentar von albatros ,

Es sind elektronische Heizkostenverteiler installiert (Zitat: Elektrische).

Wie kommst du da auf Verdunster?

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