Frage von HalliHalloCiao, 95

Hohe Geldstrafe bei geringer Menge Hasch?

Hallo, mein Freund (21 Jahre) wurde mit einer geringen Menge Haschisch (0,77 g) erwischt die er zum Eigenverbrauch besaß. Nun muss er eine Geldstrafe von 300 Euro zahlen obwohl er noch nie Probleme mit der Polizei hatte und auch nicht so viel Geld hat da er noch zur Schule geht. Ist das Rechtens? Wie kann man jetzt vor gehen? Er kann das Geld echt nicht zahlen und Vergleichs Weise ist es auch nicht fair da eine Freundin (damals 15) die mit 20 g gedealt hatte nur Sozialstunden bekam

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von aXXLJ, 27

Die Eigenbedarfsregelung ist eine "Kann-Regelung", d.h. der Staatsanwalt kann das Verfahren einstellen - muss es aber nicht.

Geldbußen kann man in Raten abzahlen bzw. wenn überhaupt kein eigenes Einkommen erzielt wird, kann beantragt werden die Geldbuße in Sozialstunden umzuwandeln.

Urteile zu vergleichen macht keinen Sinn.
Die Justiz rühmt sich unabhängig zu sein. Das bedeutet u.a. auch, dass mehrere Richter bei exakt dem gleichen Delikt alle unterschiedlich urteilen können und dürfen.

Kommentar von aXXLJ ,

Thx for * (1.185)

Antwort
von Artus01, 50

Ich gehe mal davon aus daß er zu Tatzeitpunkt auch schon 21 Jahre alt war und somit Erwachsenenstrafrecht gilt.

Hat eine Verhandlung stattgefunden? Vermutlich nicht, er wird einen Strafbefehl bekommen haben über 30 Tagessätze zu je 10 Euro.

Er kann nun versuchen, da er als Schüler möglicherweise kein Einkommen hat, die Höher der Tagessätze niedriger nasetzen zu lassen indem er nur gegen die Tagessatzhöhe Wiederspruch einlegt.

Weiterhin kann er sich an die Staatsanwaltschaft wenden und eine Ratenzahlung beantragen, die Ratenhöhe legt die Staatsanwaltschaft fest.

Wenn er auch die Raten nicht zahlen kann, kann er auch noch die Umwandlung in gemeinnützige Arbeit beantragen. Er kann je Tagessatz mit 6 Stunden rechnen.

Wenn das nun alles nicht klappt, wird er die 30 Tage in einer JVA verbringen.

Die Höhe der Strafe ist, nach Erwachsenenstrafrecht eigentlich nicht zu beanstanden. Das die Freundin damals sozialstunden ableisten mußte ist klar, denn im Jugendstrafrecht gibt es in Grunde keine Geldstrafen.

Kommentar von HalliHalloCiao ,

Aber es gilt doch das in Sachsen bis zu 6 Gramm eine erlaubte Menge ist. Und das es bei so einer geringen Menge nicht zur Strafe kommen kann. Und vorallem bei "Ersttätern". Und auch das es nur zur Strafe kommt wenn es eine gefährdung der Allgemeinheit ist.

Kommentar von Artus01 ,

Aber es gilt doch das in Sachsen bis zu 6 Gramm eine erlaubte Menge ist.

Es gibt offiziell keine erlaubte Menge, das sieht das BtMG nicht vor. Zudem war 0,77 Gramm eben klar mehr als 0,6 Gramm. Der Besitz geringer Mengen wird meist nicht verfolgt weil man Eigengebrauch voraussetzt. Was nun eine geringe Menge ist, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und letztlich handelt es sich auch nur um Richtwerte an die der Staatsanwalt und das Gericht nicht gebunden sind. Das ist formell auch gar nicht möglich.

Du hast eben einen Staatsanwalt erwischt der es sehr genau nimmt, ändern kannst Du daran nichts. Natürlich kannst Du dem Strafbefehl widersprechen, dann kommt es zu einer Verhandlung. Es sit jedoch sehr unwahrscheinlich daß der Strafbefehl zurückgenommen wird. Dann kommen zumindest noch die Gerichtskosten dazu und die Strafe kann auch höher ausfallen.

Bezahle nach Möglichkeit und lass zukünftig die Finger von solchem Zeugs. Vorbestraft bist Du wegen dieser Sache nicht, Dein Führungszeugnis bleibt sauber.

Kommentar von HalliHalloCiao ,

Das ist mir schon klar. Aber es es ist nicht mal 1 g. Und für Sachsen sind bis zu 6 gramm eine erlaubte Menge. Auf dem Strafbefehl steht außerdem das er sich das Zeug beschafft hätte was gar nicht der Fall war. Er hatte es nur bei sich und das schon seit langer Zeit ( er wusste es gar nicht mehr) und das kann doch die Polizei doch auch nicht einfach so festlegen? Das ist ja eine Lüge. 

Kommentar von Artus01 ,

Ups das mit den 0,77 g ist mir durchgegangen, aber egal, der Staatsanwalt hat es nunmal sehr ernst genommen und das kann er auch tun.

Na ja, das er sich das Zeug beschafft hat liegt letztlich auf der Hand, auch wenn er gar nicht mehr wußte das er es noch hat. Es wird kaum vom Himmel gefallen sein.

Kommentar von HalliHalloCiao ,

Sicher aber in dem Falle hat er es lediglich bessesen also kann man ihn deshalb auch nicht anklagen. 

Kommentar von Artus01 ,

Doch, kann man, denn auch der Besitz ist strafbar. Das steht hier:

http://www.gesetze-im-internet.de/btmg_1981/__29.html

Abs. 1 Nr. 3.

Kommentar von HalliHalloCiao ,

Ich weiß! aber die Strafe muss mild ausfallen! Da es eine geringe Menge ist und er ein Ersttäter ist!

Kommentar von Artus01 ,

Daß die Strafe mild ausfallen muß steht nicht im Gesetz und nur was im Gesetz steht zählt. Zudem liegt der zulässige Strafrahmen zwischen einer Geldstrafe und 5 Jahren Knast. Da sehe ich schon eine gewisse milde.

Aber Bitte, es steht ihm natürlich frei dem Strafbefehl zu widersprechen. Mit dem Argument daß mit Milde geurteilt werden muß wird man den Richter allerdings kaum überzeugen.

Antwort
von GravityZero, 71

Netten Freundeskreis hast du da. Die Höhe finde ich völlig ok. Ansonsten zum Anwalt gehen.

Kommentar von HalliHalloCiao ,

Das Geld wird nach dem Einkommen Ermessen. aber wenn man kein geld verdient? Wo soll man 300 Euro hergekommen? Man muss ja auch noch Miete zahlen

Kommentar von GravityZero ,

Geld für Drogen hat er auch, also wo ist das Problem?

Kommentar von HalliHalloCiao ,

Er hatte das keine ahnung wie lange schon in seinem Rucksack rumliegen. Ganz schöner dummer Kommentar.

Kommentar von GravityZero ,

Echt? Dann lies dir mal deinen über deine Drogen nehmenden mittellosen “Freunde“. Wie die meisten dir schon richtig sagen ist die Strafe angemessen.

Kommentar von HalliHalloCiao ,

Oh ja weil Gras auch so eine "Droge" ist. Ich denke nicht das die Strafe angemessen ist. Ein 30 Jähriger aus meinem Ort wurde mit 10 g erwischt und musste nur 200 strafe zahlen. Und mittelos? Was erlaubst du dir eigentlich? So ein Kommentar kann auch nicht von einem Erwachsenen kommen. Ich möchte hier nur Ratschläge von reifen, erfahrenen Leuten, danke. Tschüss.

Kommentar von GravityZero ,

Wenn er nicht mal 300€ hat ist er mittellos. Und natürlich ist es ne Droge, was sonst? Was interessieren andere? Es geht um ihn, nicht um einen anderen. Immer dieses Gejammer, dann darf man eben nichts verbotenes tun wenn man Angst von den Konsequenzen hat...

Kommentar von HalliHalloCiao ,

Er hat 300 Euro. Die brauch er bloß für Miete, Strom, Essen etc. und nicht weil er mal 0,7 g irgendwo tief in seinem Rucksack hatte. Sicherlich ist es eine Droge. Genauso wie Zucker, Alkohol,... Und wird definitiv zu sehr kriminalisiert. 

Kommentar von GravityZero ,

Er zahlt mit 300€ also Miete, Strom, Essen und noch mehr? Ist doch egal, er hat nicht mal 300€ irgendwo. Und nein es ist nicht wie Zucker. Ob sowas zu hoch bewertet wird ist völlig egal, das ist ein anderes Thema - es ist verboten, das weiß man und wenn man es trotzdem nimmt muss man mit den Konsequenzen leben können.

Kommentar von HalliHalloCiao ,

Nein natürlich nicht.. wie primitiv kann man sein. Was wenn er es seit jahren nicht konsumiert hatte aber diesen kleinen Rest in seinem Rucksack und die Polizei geht davon aus das er es gekauft hat nur weil er in einem Asylheim war. Das ist nicht Rechtens.

Kommentar von GravityZero ,

Haha, das wird ja immer lustiger, langsam ergibt sich ein Bild. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht, das ist schon seit eh und je so. Er soll die 300€ zahlen und daraus lernen, fertig. Das ist übrigens völlig rechtens. Und mit nur ein klein wenig Ahnung hätte er mit frühzeitigen Massnahmen das ganze auch anders regeln können...

Kommentar von GravityZero ,

Willst du es nicht kapieren? Es gibt Regeln, es gibt Gesetze und es gibt Strafen. Deine persönliche Meinung interessiert die Rechtssprechung nicht, ob du nun Gras rauchen und Besitz von kleinen Mengen normal findest oder nicht. Es wurde dir doch schon von vielen Seiten erklärt, den ganzen Quatsch mit Freimengen und “aber der andere Typ hat weniger gezahlt“ ist völlig egal.

Kommentar von HalliHalloCiao ,

Ich glaube du verstehst nicht, das die Polizei hier Maßnahmen ergreift die in diesem Fall nicht angemessen sind. Auch das er wegen des Erwerbs angeklagt wird ist nicht rechtens. Da er es nicht erworben hat. Und der Erwerb ist nun mal mit einer höheren Strafe zu ahnden als der Besitz, deswegen auch die große Summe. Und doch Unwissenheit schützt vor Strafe. Egal in welchem Verfahren.

Kommentar von GravityZero ,

Kennst dich ja bestens aus, lol. Warum verteidigst du ihn nicht vor Gericht wenn du sowieso alles besser weißt?

Antwort
von ninamann1, 42

Du wohnst offensichtlich im falschen Bundesland . Normal wird sowas eingestellt , es gibt Freimengen.

https://strafverteidigung-hamburg.com/2092/freimengen-bei-cannabis/

und

https://strafverteidigung-hamburg.com/2092/freimengen-bei-cannabis/

Kommentar von HalliHalloCiao ,

Ich wohne in Sachsen. Hab leider keine Ahnung was hier eine Freimenge ist. Aber 0,77? Das ist doch gar nix!

Antwort
von Mojoi, 45

Mit 21 ist er ja nun aber kein Jugendlicher mehr.

Antwort
von kabatee, 18

Im amtsgericht gibt es anträge zur Prozesskostenhilfe. Man zahlt glaube ich 20€ und kann damit zu einem Anwalt gehen und der ist dann kostenfrei!

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