Frage von Cemo96, 458

Hörsturz ist immer noch da?

Hey Leute.. Hatte letzte Woche Freitag schon berichtet, dass ich einen schwergradigen Hörsturz hatte. Dieser ist bis heute immer noch geblieben. Ich wurde im Krankenhaus stationiert und habe dort Kortison Infusionen bekommen und musst ständige Hörtests machen. Laut den Hörtests hat sich mein Gehört schon verbessert ich selber merke aber kaum etwas davon und um ehrlich zu sein macht mich das ganze momentan auch ziemlich fertig. Ich lese im Internet immer, dass Durchblutungsfördernde Infusionen bzw. Medikamente dagegen auch wirken bzw gegeben wurden. Nun war ich gestern bei meinem HNO und er meinte, dass man sowas nicht mehr macht, weil es sehr schlechte Nebenwirkungen auf die Niere habe. Mein Kortison muss ich jetzt noch 10 Tage nehmen. Hat jemand von euch mit sowas schon Erfahrung gemacht und wie lange hat es bei euch gedauert bis es geheilt wurde.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Sternenmami, Community-Experte für Gesundheit, 371

Ich habe damals, als ich den beidseitigen Hörsturz hatte (2008), noch diese durchblutungsfördernden Medikamente bekommen, aber stattdessen kein Cortison. Die Medizin entwickelt sich aber immer weiter und es wird durchaus seinen Grund haben, weshalb man das inzwischen geändert hat. Da solltest Du Deinen Ärzten vertrauen.

Wenn bei den Messungen eine Verbesserung zu sehen ist, dann ist das doch super. Du selber merkst diese geringen Verbesserungen in dem Sinne ja gar nicht.

Bei mir hat es damals auch mehrere Wochen gedauert, bis ich eine deutliche Verbesserung der Hörfunktion bemerken konnte. Insgesamt war es gut ein halbes Jahr, bis mein Gehör wieder so war wie vor dem Hörsturz (d.h. eine leichte Hörverschlechterung ist geblieben, aber die ist nur unwesentlich und bedarf keiner weiteren Behandlung).

Wichtig ist vor allem, dass Du sehr viel trinkst und immer dafür sorgst, dass Du gut durch die Nase atmen kannst. Man hat mir damals auch dazu geraten, mehrmals täglich einen Druckausgleich zu machen (also Nase zuhalten und dagegen pusten). Ich kann Dir allerdings nicht erklären, weshalb ich das machen sollte.

Gib Dir Zeit. Das braucht alles seine Weile. Leider verschwinden die wenigsten Erkrankungen so schnell, wie sie gekommen sind.

Gute Besserung

Kommentar von Cemo96 ,

Okay danke das macht mir ja wenigstens etwas Mut. Wie bist du damit zurecht gekommen am Anfang?

Kommentar von Sternenmami ,

Es war sehr schwer. Mich hat extrem belastet, dass ich bei Zusammenkünften mit mehreren Menschen überhaupt nicht mitreden konnte, weil ich nichts verstanden habe. Das hat so manches Mal zu Tränen geführt und ich habe mich ziemlich zurückgezogen. Mit der Zeit aber wurde es immer besser.

Man braucht halt sehr viel Geduld und wie gesagt ... trinke, was das Zeug hält. Im Moment sollten es mindestens 3 Liter Wasser pro Tag sein.

Bitte versuche, Kaffee, schwarzen und grünen Tee zu vermeiden, weil diese Getränke (so merkwürdig es auch klingen mag) eine austrocknende Wirkung auf den Körper haben. Je mehr man davon trinkt, um so mehr sollte man dies mit Wasser ausgleichen ... also mehr Wasser trinken.

Wenn Du kein pures Wasser magst, dann gib etwas Saft mit hinzu.

Gut wäre auch, wenn Du reines Leitungswasser trinken würdest, denn gerade wenn man sehr viel trinkt, braucht man all diese Mineralstoffe, die in Mineralwasser enthalten sind, überhaupt nicht. Es kann sogar mal zu einem Mineralstoffüberschuss im Körper kommen, was man auch wieder nicht möchte. Daher sollten von den 3 Liter Wasser täglich, maximal ein Liter aus Mineralwasser bestehen.

Ich wünsche Dir alles Gute. Hab Geduld. Du schaffst das schon.

Kommentar von Sternenmami ,

Ist Dein Blutdruck denn in Ordnung oder hast Du einen zu hohen Blutdruck? Bei einem zu hohen Blutdruck sollte man unbedingt dafür sorgen, diesen wieder zu senken. Auch ein zu hohes Körpergewicht sollte reduziert werden, allerdings bei einem akuten Hörsturz zunächst ausschließlich über die Ernährung und nicht über Sport.

Was auch sehr gut wäre, wenn Du Dir Entspannungstechniken aneignest. Hier ist z.B. die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen sehr geeignet. Du musst halt den Stress so gut es geht abbauen und dauerhaft vermeiden.

Was die Progressive Muskelentspannung angeht, so kann ich Dir eine Anleitungs-CD sehr empfehlen. Da muss man nur den Anweisungen folgen. Vorteil auch, es gibt auf dieser CD ein Kurz- und ein Langzeitprogramm ... das kann man so machen, wie man gerade Zeit findet. Besonders gut funktioniert das abends im Bett. Ich schlafe immer binnen kürzester Zeit ein.

https://www.weltbild.de/artikel/musik/progressive-muskelrelaxation-nach-jacobson...

Was Du auf jeden Fall vermeiden solltest, ist laute Musik bzw. laute Töne allgemein und Kopfhörer sind komplett verboten.

Du kannst auch mittels Gingko-Extrakten versuchen, die Durchblutung der Ohren zu fördern und auch die Einnahme von Magnesium kann helfen, die Symptome schneller zu lindern. Bei Magnesium aber muss man aufpassen, dass man nicht zu viel einnimmt, weil das zu Herz-Kreislauf-Beschwerden führen kann. Dauerhaft gesehen sollte man nicht mehr als 300mg Magnesium pro Tag einnehmen. In der ersten Woche kann man mal bis zu 600mg Magnesium einnehmen. Langfristig gesehen sollte man sich eher magnesiumreich ernähren und auf die zusätzliche Einnahme von Magnesiumpräparaten verzichten.

Man kann, wenn die Heilung so gar nicht voranschreitet, auch mal mittels Akupunktur versuchen, die Heilung zu beschleunigen, aber das würde ich wirklich erst dann machen, wenn überhaupt kein Fortschritt mehr erkennbar ist. Jetzt in der Akutphase sollte man das nicht machen.

Viel Glück

Kommentar von Cemo96 ,

Ja mich belastet es zur Zeit auch ziemlich. Habe dazu auch noch ein Tinnitus auf dem Ohr.. naja viel trinken und abwarten was anderes bleibt mir wohl nicht übrig. Diese Jacobsen Methode werde ich mir mal genauer anschauen danke für den Tipp. Blutdruck und Co. Sind alles gut soweit nur der hörsturz belastet mich wie gesagt sehr.

Kommentar von Sternenmami ,

Das mit dem Tinnitus hatte ich auch. Anfangs hat mich das ebenfalls extrem gestört, aber dann habe ich gelernt, dass ... je mehr man den Tinnitus beachtet, um so lauter ist er. Lenkt man sich jedoch davon ab, beachtet man ihn meistens gar nicht mehr. Das ist ein reiner Lernprozess.

Wenn der Tinnitus aber extrem stört, dann gibt es extra dafür auch eine Art Hörgerät. Lass Dich da mal von Deinem HNO-Arzt und einem Hörgeräteakustiker beraten.

Ich weiß nicht, wie schlimm Deine Beschwerden sind, aber es gibt extra für Patienten wie Dich spezielle Kliniken, wo man halt eine Art Kur machen kann, um mit dem Tinnitus und dem Hörproblem umzugehen lernen kann.

Du solltest, wenn Du an Tinnitus leidest, darauf achten, dass Du keine zu laute Musik hörst, aber ebenfalls darauf achten, dass Du immer etwas Geräuschkulisse um Dich rum hast. Ganz leise sollte es, zumindest tagsüber, niemals sein. Am besten ist, wenn Du immer leise irgendwo das Radio laufen lässt.

Wenn Dich das mit den Kliniken interessiert, dann googel einfach mal nach Tinnitus-Kliniken. Da findest Du so einiges, was in Frage kommt. Ansonsten kannst Du das aber auch mit Deinem HNO-Arzt besprechen. Letztendlich brauchst Du von ihm ja die Bescheinigung für die Kranken- oder Rentenkasse (je nachdem, wer bei Dir der Kostenträger ist), dass eine solche stationäre Kurbehandlung notwendig ist. Bei mir wurde das damals leider abgelehnt, eben weil man kontinuierlich eine Verbesserung sehen konnte, aber wenn Dich das so sehr belastet, wäre das ja vielleicht eine Option für Dich. Da lernst Du diese Entspannungstechniken dann auch.

Ich wünsche Dir alles Gute. Ich kann Dir ansonsten nur Glück und ganz viel Geduld wünschen. Ich weiß nur zu gut, wie schwer die erste Zeit ist, aber wie gesagt ... es hat zwar gedauert, aber ich höre fast wieder so gut wie vor dem Hörsturz (habe vielleicht 5-10% Gehörverlust, aber das merkt man kaum ... nur wenn viele Menschen durcheinander reden, habe ich so meine Probleme, einzelne Stimmen herauszuhören) und den Tinnitus höre ich nur, wenn ich mich darauf konzentriere ... ansonsten nehme ich den gar nicht mehr wahr. Bleib guten Mutes ... das wird schon werden.

Kommentar von Cemo96 ,

Ja bei mir ist es nun schon 11 Tage her und ich bemerke nur wie gesagt kleine Besserungen, sofern ich sie mir nicht einbilden sollte. Der Tinnitus nervt aber mein größtes Anliegen ist es halt wieder hören zu können. Ich versuche mal deine Tipps zu befolgen, nehme zusätzlich noch zink, weil ich gehört habe das es gut sein soll v.A. auch für die Ohren. Mensch ist das eklig naja danke dir nochmal. Abwarten und hoffen, was anderes hilft halt wohl nicht.

Kommentar von Sternenmami ,

Vielen herzlichen Dank für die Auszeichnung zur hilfreichsten Antwort. Freut mich sehr.

Ich hoffe, dass ein paar gute Tipps für Dich dabei waren und wünsche Dir, dass sich Deine Beschwerden schnell wieder bessern.

Gute Besserung

Kommentar von Cemo96 ,

Kein ding und gerne. Noch eine dumme frage für den Schluss.. Wie viele Wochen waren es denn bei dir bis du die ersten kleinen Besserungen mitbekommen hattest ?

Kommentar von Sternenmami ,

Die ersten Verbesserungen stellten sich nach ca. 10 Tagen ein, allerdings waren die noch minimal und nur mittels der speziellen Untersuchungen nachzuweisen. Ich selber habe erst nach so ca. einem Monat gemerkt, dass es wirklich langsam besser wurde. Insgesamt war es bestimmt ein halbes Jahr, bis alles ausgestanden war.

Antwort
von Steinadler111, 20

Hallo,

leider ist das meist der Anfang von einem lebendlänglichen zunehmenden hochtönigen Tinnitus-Geräuschen, meist hervorgerufen durch andauernden stressvollen Alltag. Was du gleich tun kannst:

Einfach mehr trinken für den leichteren Stoffwechsel, stressige Elemente aus dem Alltag verbannen, wie andauernde geistige Anstrengung (Internet, chatten e.c.

Statt dessen Ruhe in der Natur genießen. Und nicht darauf achten!

Gegen unflexible Blutkörperchen, die sich schlecht durch die Kapillaren drücken (Durchbliutungsstörung) hilft Gingko und regelmäßiges Kardiotraining.

Gute Besserung.

Antwort
von Negreira, 302

Ein Hörsturz muß nicht zwangsläufig heilbar sein. In den allermeisten Fällen bessert sich das Ganze, aber das kann dauern. In diesen Fällen kann man weder eine Frist angeben noch eine Verbesserung von der Medikamenteneinnahme absehen. Dein Arzt hat Dir Medis verschrieben, mehr kann er nicht tun.

Wahrscheinlich wirst Du irgendwann eine Besserung feststellen, es kann aber auch ein dauerhafter Schaden bleiben.

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