Ich habe gelesen, dass es Hörgeräte geben soll, die die emotionale Qualität der Töne erkennen. Wie muss man das denn verstehen? Werden beim Hörgerät nicht einfach nur die Töne verstärkt, bzw. lauter gemacht?
Das waren noch die alten Zeiten! heute hat sich die Technik ja auch bei Hörgeräten weiterentwickelt und die Geräuscheinstellung per Pc auf das Hörgerät eingestellt wird. Das sind Frequenzen und Lautsärke.Und Geräuschempfindlichkeit wird ebenfalls eingearbeitet. Damit schaltet das gerät leiser wenn eine laute Geräuschkulisse stattfindet.

Das verstehe ich auch nicht, vielleicht hast Du das falsch verstanden. Moderne Hörgeräte sind nicht mehr einfach nur Verstärker sondern hochkomplexe Miniatur Hochleistungsrechner mit unterschiedlichen Programmen, die der Komplexität unterschiedlicher Hörsituationen vollautomatisch gerecht werden. Natürlich nicht als Kassenleistung und nah dran am Gegenwert eines Kleinwagens.
So interagieren z.B. beim Epoq zwei Geräte miteinander auf Bluetooth Basis, berechnen fortlaufend Schallquelle und Entfernung und schaffen so eine akustische Raumwahrnehmung, wie sie beim Normalhörenden auch vorhanden ist.
Hören hat allerdings tatsächlich auch eine emotionale Qualität, damit befasst sich die Psychoakustik. Die Klangqualität der Geräte ist sehr unterschiedlich, angefangen beim Klangerlebnis einer Gegensprechanlage bis hin zur Nachbildung "natürlichen" Hörens. Diesen Unterschied gibt es auch zwischen einer Billig Stereoanlage und einem Hochleistungs Röhrenverstärker. Eine natürliche Klangqualität ist i.d.R. nur mit offenen Anpassungen machbar, da auch die Ohrmuschel daran beteiligt ist. Dies hat natürlich Auswirkungen auf die emotionale Befindlichkeit des Hörgeräteträgers (schlechte Klangqualität bedeutet auch Hörstress), zum anderen auf die Fähigkeit, den "Ton, der die Musik macht" beim Hören besser wahrzunehmen; z.B. minimale Brüche in der Tonlage bei Sprechen.
holodeck am 8. Februar 2009 13:04 P.S. Sehe gerade, das bezieht sich auf Cochlear Implantate, also Geräte, die bei völliger Taubheit implantiert werden. Da stellt sich die Frage, ob auch nicht inhaltliche Signale verstanden werden können. Eine Studie hierzu unter http://www.uni-koblenz.de/~diekmann/zfal/zfalarchiv/zfal36_4.pdf