Höllenhund böse oder gut?

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5 Antworten

Gemeint ist offenbar Kerberos (Κέρβερος) aus der griechischen Mythologie.

Kerberos ist darin weder gut noch böse. Er ist ein Wachhund. Kerberos bewacht die Tore am Eingang der Unterwelt. Unbefugtes Betreten oder Verlassen der Unterwelt wird von ihm angezeigt und verhindert. Damit erfüllt er seine Bewachungsaufgabe. Kerberos, der im Dienst des Gottes Hades steht, bewahrt eine bestimmte Ordnung.

Die Bezeichnung »Höllenhund« ist nicht ganz passend, weil damit Vorstellungen christlicher Religion über eine Hölle geweckt werden können. Die Unterwelt (das Reich des Hades; auch kurz einfach nur Hades genannt) ist in der antiken griechischen Religion und Mythologie ein Totenreich, aber kein allgemeiner Strafort, an dem mit Qualen Sünden gebüßt werden oder ewige Verdammnis erlitten wird. Es gibt noch tief unter der Unterwelt oder als tiefste Gegend der Unterwelt den Tartaros (Τάρταρος), in dem Gottheiten von ihren göttlichen Gegnern zumindest zeitweilig gefangengehalten werden (z. B. Titanen nach ihrer Niederlage gegen Zeus und seine Geschwister und Anhänger) und in dem einige wenige (wie z. B. Tityos, Tantalos, Sisyphos) Strafen ausgesetzt sind.

Kerberos duldet kein Hineinkommen noch lebender Menschen in die Unterwelt und kein Herauskommen/Entfliehen von Toten aus der /Unterwelt. In wenigen Ausnahmefällen besonderer Art gelingt lebenden Menschen ein Eindringen, indem Kerberos durch Musik (Orpheus) oder Honigkuchen besänftigt wird. Der Halbgott Herakles bekommt die Aufgabe, Kerberos herauszuholen und erhält vom Gott Hades die Erlaubnis, wenn er Kerberos ohne Waffen bezwingt, was ihm mit seiner gewaltigen Kraft gelingt, wobei Herakles von der Schlange am Schwanz des Kerberos gebissen wird (Apollodoros 2,5,12,8/2,126). Ein Versuch der Gegenwehr ist aber nicht unter moralischem Gesichtspunkt schlecht/böse.

Ein gutmütiges Tier zum Kuscheln ist Kerberos nicht. Seine Erscheinung ist schreckenerregend. Er hat nach der verbreitetsten Vorstellung drei Köpfe (nach anderer z. B. 50 Köpfe), sein Körper besteht teilweise aus Schlangen, sein Speichel ist hochgiftig. Seine Eltern sind die Ungeheuer Echidna (Ἔχιδνα) und Typhoeus/Typhon (Τυφωεύς/Τυφών).

Hesiod, Theogonie 310 – 312:

δεύτερον αὖτις ἔτικτεν ἀμήχανον, οὔ τι φατειόν,

Κέρβερον ὠμηστήν, Ἀίδεω κύνα χαλκεόφωνον,

πεντηκοντακέφαλον, ἀναιδέα τε κρατερόν τε·

Hesiod, Theogonie : Werke und Tage ; griechisch-deutsch. Herausgegeben und übersetzt von Albert von Schirnding. Mit einer Einführung und einem Register von Ernst Günther Schmidt. 5., überarbeitete Auflage. Berlin : Akademie-Verlag, 2012 (Sammlung Tusculum), S. 29:  

„Hierauf gebar sie ein zweites unsäglich scheußliches Untier:

Kerberos, gierig nach Fleisch, den bellenden Bluthund des Hades.

Fünfzigköpfig scheut er zurück vor keiner Gewalttat.“

Das unbarmherzige/unerbittliche Bewachen kann schlimm erscheinen, weil Kerberos zwar die verstorbenen Menschen aus der Oberwelt in die Unterwelt kommen läßt und schwanzwedelnd und mit angelegten Ohren freundlich begrüßt, sie aber nicht wieder aus der Unterwelt herauskommen läßt und die am Ausgang Gefaßten (der Vorstellung nach sind die Menschen in der Unterwelt blutleere Schatten) frißt.

Hesiod, Theogonie 767 – 774:

ἔνθα θεοῦ χθονίου πρόσθεν δόμοι ἠχήεντες

ἰφθίμου τ' Ἀίδεω καὶ ἐπαινῆς Περσεφονείης

ἑστᾶσιν, δεινὸς σὲ κύων προπάροιθε φυλάσσει,

νηλειής, τέχνην δὲ κακὴν ἔχει· ἐς μὲν ἰόντας

σαίνει ὁμῶς οὐρῇ τε καὶ οὔασιν ἀμφοτέροισιν,

ἐξελθεῖν δ' οὐκ αὖτις ἐᾷ πάλιν, ἀλλὰ δοκεύων ἐσθίει,

ὅν κε λάβῃσι πυλέων ἔκτοσθεν ἰόντα.

ἰφθίμου τ' Ἀίδεω καὶ ἐπαινῆς Περσεφονείης.

Hesiod, Theogonie : Werke und Tage ; griechisch-deutsch. Herausgegeben und übersetzt von Albert von Schirnding. Mit einer Einführung und einem Register von Ernst Günther Schmidt. 5., überarbeitete Auflage. Berlin : Akademie-Verlag, 2012 (Sammlung Tusculum), S. 63:  

„Auch der unterirdischen Gottheit hallende Häuser,

des gewaltigen Hades, der schrecklichen Persephoneia,

stehen dort, ein furchtbarer Hund behütet den Eingang,

grausam ist er und tückischen Sinns: Wenn einer hineingeht,

heißt er mit Schwanz und Ohren ihn schmeichlerisch freundlich willkommen,

doch er läßt es nicht zu, daß einer wieder hinausgeht, lauert ihm auf und frißt ihn,

den er am Ausgang gefaßt hat

aus dem Reiche des Hades, der schrecklichen Persephoneia.“

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Kommentar von paulklaus
10.08.2016, 13:56

Diese Antwort ist schlicht "deprimierend" ; - )) für jemanden, der glaubt(e), sich in antiker Mythologie einigermaßen auszukennen !!

Kerberos / Cerberus / Zerberus ist (aber auch) eine Chimäre, da mit Schlangenkopf und -Schwanz versehen - oder ?!

Auch Orpheus und Herakles spielen in dem Zusammenhang mit K. nicht unbedeutende Rollen, nicht minder Eurystheus.

pk

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Kerberos

hieß der Höllenhund.

Da seine Aufgabe darin bestand, alles was drinnen ist auch drinnen zu lassen und nichts rein, was nicht rein gehört, gehe ich davon aus, dass er kein Schmusehund war :)

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Kommentar von BorderSwiss
09.08.2016, 23:18

Das meine ich nicht haha :D Ich meine ob er gutmütig war ^^

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Kommentar von Suboptimierer
09.08.2016, 23:18

In manchen Computerspielen wird er Zerberus genannt.

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Kommentar von C0r3bl00d
09.08.2016, 23:22

ob kerberos cerberus oder zerberus alles das gleiche

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Welchen Höllenhund meinst du denn? Es gibt mehrere in mehreren Mythologien.

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Kommentar von BorderSwiss
09.08.2016, 23:18

Den Kerberos 

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Der bewachte doch den Eingang zum Tartarus, wenn ich mich nicht täusche. Er ist also ein ganz normaler Wachhund und wie jeder Wachhund weder gut noch böse.

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Kommentar von BorderSwiss
09.08.2016, 23:18

Vielen Dank!

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du meinst zerberus. der war neutral. was heist böse....

er hat halt den eingang zur welt der töten bewacht. ich glaube nicht dass er ein kuschelhund war.

was ist das bitte für ne frage

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Kommentar von BorderSwiss
09.08.2016, 23:20

ich habe es schlecht formuliert... Mich hat es gerade Interssiert, danke

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