Frage von 1Sternenhimmel2, 62

Höheres Diabetes Risiko?

Hi. Vor 2 Jahren hat sich meine Mutter 20 Kilo runtergehungert (dumm, ich weiß) und hat nun Diabetes bekommen. Sie meint immer, wenn ich mich ungesund ernähre bekomme ich das, weil bei mir angeblich eine größere Chance besteht, da sie das auch hat. Stimmt das? Zu meiner Geburt hatte sie das noch nicht

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DanaBerlin, 25

Hey

Die Aussage Deiner Mutter ist so nicht richtig. Und die Frage wäre auch, welchen Diabetes Typ hat sie überhaupt?

Typ 1: Dabei handelt es sich um eine "Autoimmunkrankheit". Das bedeutet, dass das körpereigene Immunsystem, das in erster Linie der Abwehr krankmachender Keime/Viren/Bakterien dient, sich aus bislang unklaren Gründen plötzlich gegen die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse richtet und diese zerstört.

Typ 2: Früher trat der Typ-2-Diabetes meist erst im fortgeschrittenen Alter auf, daher stammt auch die (nicht mehr korrekte!) Bezeichnung „Altersdiabetes“ oder „Alterszucker“. Heutzutage findet sich der Typ-2-Diabetes in allen Altersklassen. Beim Typ-2-Diabetes wirken mehrere Faktoren zusammen: Genetisch bedingt sowie in Folge von Übergewicht, Fehlernährung und Bewegungsmangel verstärkt sich die Insulinresistenz immer mehr.

Eine Vererbung ist möglich, aber nicht zwingend. Dazu mal ein paar Zahlen:

Durchschnittliches Risiko für Kinder an Typ 1 Diabetes zu erkranken:

•Mutter oder Vater haben Typ 1 Diabetes: bis zu 5%
•Mutter und Vater haben Typ 1 Diabetes: 20-40%
•ein Geschwisterkind (Schwester oder Bruder) haben Typ 1 Diabetes: 5-10%
•Kinder aus Familien ohne bekannten Typ 1 Diabetes (Normalbevölkerung): 0,1-0,3%

Typ 2 Diabetes hat im Vergleich eine viel stärkere genetische Komponente.

Fast 60 Prozent der Geschwister von Typ-2-Diabetikern und etwa 40 Prozent der Nachkommen von Eltern mit dieser Diabetesform werden im Laufe ihres Lebens ebenfalls daran erkranken.
•Haben beide Eltern Typ-2-Diabetes, dann beträgt das Erkrankungsrisiko der Nachkommen sogar 70 bis 80 Prozent.

(Daten Ärztezeitung)

Ich hoffe, das bringt etwas Licht ins Dunkel!

Gruß, Dana (Seit knapp 30 Jahren Typ 1 Diabetikerin).

Kommentar von 1Sternenhimmel2 ,

Dankeschön für die ausführliche Antwort. Meine Mutter hat Typ 2. Aber sie hat es erst nach meiner Geburt bekommen, besteht die Chance für mich dann trotzdem?

Kommentar von Lirin ,

Hallo!

Zumindest ist dein Risiko Diabetes Typ 2 zu bekommen ein wenig erhöht. Doch du kannst dem ganz leicht ein wenig vorgeugen!

** ernähre dich gesund und abwechslungsreich

** bewege dich viel und betreibe regelmäßig Sport

** achte auf dein Gewicht

Übrigens, deine Mutter hat den Diabetes nicht bekommen, weil sie so viel abgenommen hat. Eher hat sie ihn bekommen, weil sie stark übergewichtig war, denn dadurch hat ihr Körper viel mehr Insulin für die selbe Mahlzeit gebraucht und das hat die Bauchspeicheldrüse überfordert!

Ich wünsche dir und deiner Mam alles Gute und allzeit gute Blutzuckerwerte!

Gruß Lirin

Kommentar von DanaBerlin ,

@ 1Sternenhimmel2

Wie Lirin schon richtig bemerkt hat, leider ja.

Wann Deine Mutter den Typ 2 entwickelt hat, spielt bei der Vererbung leider keine Rolle. Die Gene geben hier den Ausschlag. Wenn zu der Veranlagung dann noch Übergewicht, Fehlernährung und Bewegungsmangel hinzukommen, verstärkt sich die Insulinresistenz immer mehr.

Du kannst also durch einen gesunden Lebensstil dein generelles Risiko für den Typ 2 durchaus beeinflussen, aber die Krankheit nicht in jedem Fall verhindern.

Alles Gute, Dana

Kommentar von DanaBerlin ,

@1Sternenhimmel2

Danke für die Auszeichnung, freut mich ehrlich, wenn ich etwas helfen konnte! Gruß, Dana

Antwort
von Cassiopeija, 8

Alles Wichtige hat Dir DanaBerlin schon geschrieben, etwas möchte ich aber noch hinzufügen.

Dein Risiko ist erhöht, ja. Aber selbst wenn Du Typ 2 bekommen solltest, kannst Du den Ausbruch durch Bewegung und gesunde Ernährung weit ins spätere Alter verlagern, sodas daraus u.U. eine harmlose Altersdiabetes entsteht.

Bewegung muss nicht übertrieben werden, so reichen z.B. 3 x die Woche 20-30 Minuten Schwimmen oder 45-60 Minuten spazieren gehen aus.

Gesund ernähren heisst, viel selbst mit Gemüse kochen, wenig tierische Fette (ganz verzichten muss man nicht) und Haushaltssalz und -zucker nach möglichkeit meiden. Salzen mit Stein- oder Kristallsalz (Himalayasalz), süssen mit Erythrit oder Stevia (Reb.A. über 90%). Unsere Körper sind nicht wirklich für raffinierten Kristallzucker und ebenfalls raffiniertes Speisesalz gemacht.

Andere Lebensmittel sind mit Fructose gesüsst. Fructose in Früchten kann jederzeit genossen werden - in industriell gefertigten Produkten ist isolierte und hochkonzentrierte, industriell hergestellte Fructose. Sie ist ausgesprochen gesundheitsgefährdend. Übergewicht, Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs, Diabetes oder Gicht stellen nur eine kleine Auswahl der möglichen Auswirkungen dieser Fructoseart dar.

Längerer Magnesiummangel begünstigt übrigens auch den Ausbruch von Diabetes.

Viele Süssstoffe sind nicht wirklich gesund, Aspartam ist sogar giftig und darf trotzdem bis heute in Lebensmitteln eingesetzt werden. Die meisten Lightprodukte sind damit gesüsst.

Die liste der FDA (Food and Drug Administration - die Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelzulassungsbehörde der Vereinigten Staaten) hat eine seitenlange Liste, was Aspartam alles auslösen kann. Diabetes gehört auch dazu.

Die Liste liesse sich noch eine Weile fortsetzen, wichtig ist eben, sich wirklich gesund zu ernähren, dann kann man u.U. dem Diabetes trotz hohem Risiko entkommen. Es nicht ganz einfach und man muss wirklich aufpassen, was man isst und trinkt, aber es lohnt sich.

Hätte ich das alles schon vor vielen Jahren gewusst, wäre mir Diabetes Typ 2 vielleicht erspart geblieben.

Antwort
von Artus01, 18

Du hast durch Deine Mutter ein erhöhtes Risiko an Typ 2 zu erkranken. Diese Form der Diabetes tritt meist, aber nicht zwingend, in fortgeschrittenen Alter auf.

Antwort
von kempi87, 28

Das stimmt. Nicht zwingend aber das risiko ist höher. Ärzte fragen das zb auch öfters.

Kommentar von 1Sternenhimmel2 ,

Aber wie kann das sein? Sie hat es doch nach meiner geburt bekommen, und ist eigentlich selber verantwortlich dafür

Kommentar von kempi87 ,

man hat es nicht sofort nach der geburt. aber die anfälligkeit daran zu erkranken ist vererbbar. leute mit diabetes oder deren eltern es haben dürfen meist zb. auch keine samenspenden abgeben.

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