Frage von shogunx, 69

höhe kosten einer auskunftsklage an den vermieter?

hallo,

aufgrund von streitigkeiten mit meinem vermieter werde ich nun eine auskunftsklage erwirken müssen.

wie teuer kann sowas werden, wenn man leider keinen rechtsschutz hat? und wie genau läuft das ab?

ich würde mich über "erfahrungsberichte" freuen, damit ich ungefähr weiß, was auf mich zukommt.

gruß

Antwort
von wilees, 43

Was möchtest Du von Deinem Vermieter erfahren?

Kommentar von shogunx ,

es geht um die betriebskostenabrechnung.

doppelkostenansätze, falsche angaben über das gebäude an das finanzamt -> überhöhte grundsteuer usw.

bei der einsicht wurden mir nicht alle verlangten unterlagen vorgezeigt und auch nachträglich mit über einem monat frist für die nachreichung passierte nichts.

Kommentar von wilees ,

Bezahle nur die unstrittigen Nebenkosten und teile dies dem Vermieter mit.

Inwiefern siehst Du eine überhöhte Grundsteuer. Wird in dem Gebäude auch ein Gewerbe betrieben?

Kommentar von shogunx ,

nach flächenaufteilung in der abrechnung sind im gebäude 51% wohnraum und 49% gewerbe.

trotzdem ist das gebäude im grundsteuerbescheid als "gewerbegrundstück" angegeben. es gab aber definitiv den umbau von geschäftsraum in wohnraum und diese nutzungsänderung hat der vermieter höchstwahrscheinlich nicht an das finanzamt gemeldet.

daraus ergibt sich eine enorm hohe grundsteuersumme.

im klartext: 750€ für 88m².

laut diesem urteil: 

http://www.bmgev.de/mietrecht/urteile/detailansicht/rueckzahlungsanspruch-bei-ue...

bestehen sogar chancen, dass ich die zu viel gezahlte grundsteuer seit ungefähr 6 jahren anteilmäßig zurückbekommen könnte.

Kommentar von wilees ,

@shogunX  - Es ist Aufgabe des Vermieters für die richtige Berechnungsgrundlage zu sorgen. Also würde ich diesen Teil der NK-Abrechnung gar nicht bezahlen.

Das genannte Urteil ist zwar nachvollziehbar, jedoch auch einen Einzelfallentscheidung Somit wird Dir wohl der Gang zum Anwalt nicht erspart bleiben.

Eine Beratung dürfte maximal 250,-- Euro kosten, dann weißt Du aber ob Du eine Erfolgsaussicht hast. Und bei Erfolg zahlt die Gegenseite die Kosten. Erst einmal sind Deine Kosten somit überschaubar. Alles was Du vorher geklärt hast, mindert auch Deine Kosten. Ich denke auch, dass hier der Besuch beim Anwalt sinnvoller ist, als beim Mieterbund.

Kommentar von Mignon4 ,

Deswegen brauchst du keinen Auskunftsprozess zu führen. Lasse dich vom Mieterschutzbund beraten. Wenn dir der Vermieter nicht alle Betriebskosten lückenlos nachweist, zahle einfach keine mehr, bis du alle Nachweise hast.

Kommentar von shogunx ,

genau das habe ich getan. die betriebskosten wurden auch schon für 2014 nicht gezahlt, da die abrechnung einfach nicht korrekt war. gemeldet hat sich der vermieter deswegen lustigerweise auch nicht. 

der mieterschutzbund hat sich mit dem vermieter in verbindung gesetzt, aber dieser hat sich nicht gemeldet. die frist ist gestern ausgelaufen.

es ist nun auch so, dass mir sogar ein guthaben in nicht geringer höhe zustehen könnte. um dies zu klären muss der vermieter halt auskunft geben, was er nicht tut.

Kommentar von Mignon4 ,

Ach so. Dann ist die Angelegenheit ja schon sehr weit fortgeschritten. Wenn sich der Vermieter nicht meldet, wenn du seit 2014 keine Betriebskosten mehr bezahlt hast, dann scheint wirklich etwas sehr faul zu sein.

Ich an deiner Stelle für mal einen Brief an das Finanzamt senden und den Sachverhalt mit den umgebauten Räumen und dem Verhältnis Gewerbe/Wohnraum schildern und auf die naive Art nachfragen, ob dieser hohe Grundsteuerbetrag rechtens sei.

Du wirst sicherlich keine Auskunft erhalten, weil das dem Datenschutz unterliegt. Aber sei sicher, dass das Finanzamt den Sachverhalt mit dem Vermieter klären wird. :-)

Kommentar von shogunx ,

haha das ist ein sehr guter vorschlag :D

das werde ich auf jeden fall im hinterkopf behalten.

aber scheinbar werde ich vorher auch nicht um die auskunftsklage herumkommen, da sich der vermieter einfach komplett quer stellt, weil er wohl selbst weiß, dass er sich nicht rechtens verhält.

Kommentar von Mignon4 ,

@ shogunx

Ja, inzwischen glaube ich auch, dass du nicht um die Klage herumkommst und zum Anwalt gehen mußt. Das war aus deiner ursprünglichen Frage mangels Hingergrundinformationen alles nicht ersichtlich.

Viel Erfolg! :-)

Kommentar von wilees ,

Warum sollte das Finanzamt dies tun? Grundsteuern für gewerbliche Objekte sind höher.

Kommentar von shogunx ,

den gedanken hatte ich auch schon. aber ich glaub dennoch ist der vermieter dazu verpflichtet nutzungsänderungen anzugeben.

zumindest ist er das in mietsache wegen dem gebot der wirtschaftlichkeit. 

Kommentar von Mignon4 ,

@ wilees

Ich finde, dass bei dem Verhalten des Vermieters ein bißchen Wirbel in seinem Leben nicht schaden kann. Immerhin ist er seit 2 Jahren im Verzug mit den Belegen und immerhin bringt er den Fragesteller seit mehreren Jahren möglicherweise um eine Rückzahlung.

Im "Normalfall" sollte man natürlich nicht so weit gehen. Das ist klar.

Kommentar von wilees ,

Verstehe durchaus, dass Du diesem Vermieter gerne Feuer unterm A-sch machen möchtest. Aber ist es wirklich das Geld wert?

Wenn Du keine NK-Vorauszahlungen leistest und er Dir keine gültige Abrechnung vorlegt, stehst Du wirtschaftlich auf der besseren Seite.

Andererseits kannst Du Deine Forderungen geltend machen, ohne auf seine NK-Abrechnungen einzugehen.

Antwort
von Mignon4, 31

Die Kosten der Klage hängen vom Streitwert ab. Dieser wird vom Gericht festgesetzt. Danach richten sich die Prozesskosten (Gerichtsgebühren und Anwaltskosten).

Lasse dich von einem Rechtsanwalt beraten. Da du ihm Hintergrundinformationen (welche Auskunft und wofür benötigt wird) geben wirst, kann er beurteilen, ob dein geplanter Prozess Aussicht auf Erfolg hat und wie du verfahren mußt.

Kommentar von shogunx ,

ich hatte (zum glück?) noch nie etwas mit einem gericht zu tun.

trage ich auch bei erfolgreiche klage die prozesskosten, oder werden diese dann von der gegenseite übernommen?

Kommentar von Mignon4 ,

Wenn du den Prozeß zu 100% gewinnst, dann bezahlt dein Gegner die gesamten Kosten. Sollte der Prozess beispielsweise durch einen Vergleich beendet werden, dann werden die Prozesskosten pro rata auf beide verteilt.

Kommentar von shogunx ,

zählt dazu auch der "zweck" der auskunft, oder heißt "zu 100% gewinnen" hier einfach, dass der vermieter zur auskunft verpflichtet ist?

Kommentar von Mignon4 ,

Zu 100% gewinnen, heißt, dass das Gericht voll und ganz zu deinen Gunsten entscheidet und der Vermieter die Belege vorlegen muß. Die Sterne stehen gut für dich. Du brauchst nichts zu bezahlen, wenn dir keine Nachweise vorgelegt werden. Dennoch birgt jeder Prozess ein Risiko. Das ist leider so.

Antwort
von weissemaus66, 47

frag nen Anwalt

Kommentar von shogunx ,

ganz ehrlich, solche kommentare kann man sich wirklich sparen. wozu ist diese seite denn da, wenn man hier nichts vorab fragen kann?

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