Frage von WeltWunderGang, 41

Höhe des Übergangsgeldes bei Reha?

Hallo, ich versuch mich kurz zu halten.

Hab bis 1.08.16 verletzengeld von der Berufsgenossenschaft bekommen. Dann wurde es abgelehnt, die schäden kämen nun nicht mehr vom unfall. Daraufhin bin ich zum Anwalt. Klage läuft.

Der Anwalt meinte ich muss mich arbeitslos melden um Krankengeld von der Krankenkasse zu bekommen. Hab mich dann arbeitslos gemeldet war aber parallel dazu krankschrieben (das Arbeitsamt wusste dies). Hab dann eine Woche lang Arbeitslosengeld und Krankengeld gleichzeitig bekommen. Nach einer Woche wurde das Arbeitslosengeld abgelehnt, da ich nur eine Stunde arbeitsfähig bin und nicht Vermittelbar bin.

Jetzt mach ich gerade eine ambulante Reha und hab für die ersten 14 Tage übergangsgeld ausbezahlt bekommen. Das war allerdings viel viel zu wenig..

Jetzt die Frage, nach was berechnet sich übergangsgeld? ? Soviel wie ich weiß sind es 75% des letzten nettogehaltes? Oder wird die eine Woche arbeitslosengeld berechnet? ? Die ich zu unrecht ausgezahlt bekommen hab, da ich ja durchgehend krankgeschrieben war und durchgehend Krankengeld bezogen hab.

Hab bei der DRV auch schon angerufen,aber die konnte mir das auch nicht beantworten, soll per email den Fall schildern. Hab ich gemacht bekomm aber keine Antwort :( und solangsam bin ich auf das Geld auch abgewiesen.

Antwort
von Lokicorax, 33

Hoi.

Hier ist doch alles recht klar erläutert:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/rehatip...

"Sollte vor Beginn der Rehabilitation ein Anspruch auf eine Entgeltersatzleistung, wie zum Beispiel Kranken- oder Arbeitslosengeld bestanden haben, setzt die Zahlung von Übergangsgeld bereits am ersten Tag der Leistung ein. Die Höhe des Übergangsgeldes beträgt für Arbeitnehmer oder Bezieher von Krankengeld ohne Kinder 68 Prozent des letzten Nettoarbeitsentgelts, für Versicherte mit Anspruch auf Kindergeld 75 Prozent." 

§ 21 SGB VI Höhe und Berechnung

(1) Höhe und Berechnung des Übergangsgeldes bestimmen sich nach Teil 1 Kapitel 6 des Neunten Buches, soweit die Absätze 2 bis 4 nichts Abweichendes bestimmen.

(2)

Die Berechnungsgrundlage für das Übergangsgeld wird für Versicherte, die Arbeitseinkommen erzielt haben, und für freiwillig Versicherte, die Arbeitsentgelt erzielt haben, aus 80 vom Hundert des Einkommens ermittelt, das den vor Beginn der Leistungen für das letzte Kalenderjahr (Bemessungszeitraum) gezahlten Beiträgen zugrunde liegt.

(3) § 49 des Neunten Buches wird mit der Maßgabe angewendet, dass Versicherte unmittelbar vor dem Bezug der dort genannten Leistungen Pflichtbeiträge geleistet haben.

(4) Versicherte, die unmittelbar vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit oder, wenn sie nicht arbeitsunfähig sind, unmittelbar vor Beginn der medizinischen Leistungen Arbeitslosengeld bezogen und die zuvor Pflichtbeiträge gezahlt haben, erhalten Übergangsgeld bei medizinischen Leistungen in Höhe des bei Krankheit zu erbringenden Krankengeldes (§ 47b Fünftes Buch); Versicherte, die unmittelbar vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit oder, wenn sie nicht arbeitsunfähig sind, unmittelbar vor Beginn der medizinischen Leistungen Arbeitslosengeld II bezogen und die zuvor Pflichtbeiträge gezahlt haben, erhalten Übergangsgeld bei medizinischen Leistungen in Höhe des Betrages des Arbeitslosengeldes II.

 Ciao Loki

Kommentar von WeltWunderGang ,

Also wird das Übergangsgeld aus dem Nettoeinkommen des letzten Jahres wo ich gearbeitet hab berechnet? oder versteh ich das jetzt falsch?

Kommentar von Lokicorax ,

Grundlage sind die 80% vor dem Unfall, ja. 

ABER: Du hast ja vorher schon eine Ersatzleistung bekommen, das Verletztengeld. Deshalb zieht dann die Reduzierung auf 68% oder eben 75%, wenn Kind vorhanden.

§ 46 SGB 9 Höhe und Berechnung des Übergangsgelds

(1) Der Berechnung des Übergangsgelds werden 80 vom Hundert des erzielten regelmäßigen Arbeitsentgelts und Arbeitseinkommens, soweit es der Beitragsberechnung unterliegt (Regelentgelt) zugrunde gelegt, höchstens jedoch das in entsprechender Anwendung des § 47 berechnete Nettoarbeitsentgelt; hierbei gilt die für den Rehabilitationsträger jeweils geltende Beitragsbemessungsgrenze. Bei der Berechnung des Regelentgelts und des Nettoarbeitsentgelts werden die für die jeweilige Beitragsbemessung und Beitragstragung geltenden Besonderheiten der Gleitzone nach § 20 Abs. 2 des Vierten Buches nicht berücksichtigt. 

Das Übergangsgeld beträgt

1. für Leistungsempfänger, die mindestens ein Kind im Sinne des § 32 Abs. 1, 3 bis 5 des Einkommensteuergesetzes haben, oder deren Ehegatten oder Lebenspartner, mit denen sie in häuslicher Gemeinschaft leben, eine Erwerbstätigkeit nicht ausüben können, weil sie die Leistungsempfänger pflegen oder selbst der Pflege bedürfen und keinen Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung haben, 75 vom Hundert; Gleiches gilt für Leistungsempfänger, die ein Stiefkind (§ 56 Absatz 2 Nummer 1 des Ersten Buches) in ihren Haushalt aufgenommen haben,
2.   für die übrigen Leistungsempfänger 68 vom Hundert des nach Satz 1 oder § 48 maßgebenden Betrages. Bei Übergangsgeld der Träger der Kriegsopferfürsorge wird unter den Voraussetzungen von Satz 2 Nr. 1 ein Vomhundertsatz von 80, im Übrigen ein Vomhundertsatz von 70 zugrunde gelegt.

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