Frage von Ferrum77, 73

Hitlers Einstellung zu Sozialismus, Kommunismus, Marxismus?

Hitlers Partei war die Nationalsozialistische Arbeiterpartei, also sozialistisch, wie er auch in einigen Reden den Sozialismus betont und angepriesen hat. Gleichzeitig kämpfte er gegen den Marxismus und Kommunismus. Das passt nicht ganz zueinander, denn einen wirklich großen Unterschied zwischen Kommunismus, Marxismus und Sozialismus gibt es ja nicht. Wie passt das zusammen?

Antwort
von Modem1, 50

Etwas Soziales gab es schon als Nebenprodukt im NS Staat. Weil ich es aus der Quelle meiner Familie weis konnten Arbeiter eine günstige Mittelmeerreise bekommen was vorher nicht möglich war. Die 48 Stundenwoche wurde gesetzlich festgelegt. Eine Urlaubswoche wurde gesetzlich festgelegt. Urlaub konnte man in der Weimarer Republik nur ohne Lohnfortzahlung bekommen. Er hat sich sicherlich auch was dabei gedacht: Die restlichen Sympathien für linke Ideen zu liquidieren. Auch das Verhältnis Unternehmer-Belegschaft wurde positiv gefördert.Zuletzt noch wurde der 1. Mai zum gesetzlichen Feiertag.

Antwort
von Accountowner08, 34

Stimmt. Der Hauptunterschied war der, dass die Faschisten (in Italien/Spanien) und Nazis gegen GEwerkschaften waren, d.h. sie waren mehr auf der Seite der Arbeitgeber, Selbständigen, Kleinunternehmer und nicht auf der Seite der Arbeitnehmer.

Alle faschistischen Staaten haben ein Gewerkschaftsverbot eingeführt und gleichzeitig die "Zünfte", d.h. Verbände, wo Arbeitgeber und Arbeitnehmer nach Berufsgruppe zusammen waren wieder eingeführt, tw. mit Zwangsmitgliedschaft für alle. d.h. dass niemand mehr explizit die Rechte der Arbeitnehmer verteidigte.

Gemeinsam war beiden Systemen (Faschismus und Kommunismus), dass beide eher auf Autarkie (wenig Aussenhandel, wenig internationale Beziehungen, Selbstversorgung) als auf Welthandel setzten, und in beiden Fällen hatte das katastrophale Konsequenzen (woraus ich schliesse dass Autarkie keine gute Idee ist).

Auch die staatliche Lenkung (Planwirtschaft) war in beiden Systemen stark. beide Systeme misstrauen im Prinzip dem Markt.

Auch dass es eine "Grundversorgung" der Bevölkerung gab (zumindest für die "erwünschten" "Elemente") ist in beiden Systemen ähnlich. Was auch dazu führt, dass sich in beiden System der Staat sehr stark verschuldet (bzw. die Staatsquote sehr hoch ist), was im Fall der Nazis wahrscheinlich einer der grossen Treiber für den 2. Weltkrieg war (Deutschland war unter den Nazis ständig am Rand der Pleite, und versuchte das durch bestehlen von Minderheiten im eigenen Land und erobern und bestehlen fremder Länder zu vermeiden).

Antwort
von soissesPDF, 12

Historisch anerkannt ist, dass Hitler bis etwa 1936 ein Sozialpolitiker war.
Lassen wir es dabei bewenden.

Hitler kam nach Deutschland als die Weimarer Republik bereits dem Untergang entgegensah und wurde Redner in der DAP. Eine von ettlichen Parteien der damaligen Zeit.
Zur NSDAP machte Hitler die DAP, nach seiner Haft in Landsberg, als einen Restart.
Antisemitusmus war damals in ganz Europa verbreitet, Hitler machte sich diesen zu eigen und orientierte sein Feindbild gleich gen Osten, gegen die Bolschewiken (der damalige Inbegriff für Kommunismus)

Schließlich grassierte in Deutschland Anarchie, die Macht lag zum greifen nahe. Diese lag nicht nur in Deutschland brach, sondern im gesamten Osten und Südosten. So hatte es eine außenpolitische Orientierung. In dieser geopolitischen Orientierung gab es Juden überall in Europa, womit es einen inneren Feind hatte, der nicht millitärisch oder sonstig organisiert war,
Mit derartigen Schattenfechterein ließ sich gut Wahlkampf machen.

Was gerne ausgebelendet wird ist, dass Hitlers NSDAP in einer Reiher von Wahlen gewählt wurde.
Machterggreifung und Führerkult kamen erst ab 1933, als die NSDAP parlamentarisch bereits etabliert war, nebst eingehergehender Förderung durch die deutsche Industrie.

Zurück zur Frage, die Vertreter des Sozialismus (SPD) war nicht mehrheitsfähig in jener Zeit, noch weniger die Vertreter des Kommunismus (in jener Zeit Bolschewismus) die KPD, so die Wahlergebnisse jener Zeit.

Innerhalb einer Anarchie spielt es keine gesteigerte Rolle ob etwas sich widerspricht oder überhaupt eine Perspektive bietet.
Es handelt sich um eine offene Machtfrage die beantwortet werden muss.

Ob Hitler oder nicht ist nicht entscheidend, wenn die Geschichte entgleist wird eine Diktatur einer Anarchie folgen.
Das war damals in Deutschland nicht anders, wie vorher und nachher in der Zeit in andern Regionen der Welt.

Antwort
von JBEZorg, 18

Du missverstehst das Konzept des Sozialsmus. Der Nationalsozialismus war auch ein Sozialisms. eben eine Sonderform davon. Ohne Gewerkscaften und Mitbestimmung durch die Arbeiter aber mit zentral verordneten Sozialleistungen für Arbeiter und solchen Organisazionen wie KdF. Das besondere am NS war auch eben die wohlwollende Zusammenarbeit mit den Industriellen und Financiers, die aber auch zenral kontrolliert wurden und is zentrale Konzept sich einfügen mussten.

Marxismus nd Kommunisms hingegen sind ganz andere Konzepte und denen gegenüer stand Parteigenosse Hitler sehr abehnend gegenüber und verknüpfte sie noch in seiner Vorstellung mit der "jüdischen Weltverscwörung".

Antwort
von voayager, 16

Der Hitler-Faschismus war in keinster Weise sozialistisch, das war bloße Demagogie, reine Volksverdummung, um so in rattenfängerischer Manier Leute für sich zu gewinnen, vor allem vor 1933 als noch gewählt werden durfte. Die Nazis waren und sind erbitterte Feinde des Sozialismus, das ist unbestritten.

Antwort
von Immofachwirt, 30

Der Name allein besagt noch nichts über eine Partei.

Die NSDAP ging aus der Deutschen Arbeiterpartei hervor, daher der Namensbestandteil DAP. Das Sozialistische (auf Deutsch: Kameradschaftliche) ist ein Sammelbegriff.

Das Nationalisten, Kommunisten, Extremisten, Anarchisten und Soziale Demokraten sich dieses Begriffes bedienten und bedienen ist der Beleg dafür, dass der Name weder etwas über den Inhalt einer Partei aussagt, noch über dessen Ideologei. Es ist eben ein schlichter Sammelbegriff.

Und wie bei allen Rattenfängern ist es auch bei Hitler so gewesen, dass er das Elend der armen Leute (Arbeiter) mit Populismus, Lügen und Hetze missbrauchte, um an die Macht zu gelangen. Und damals wie heute funktioniert das offenbar ganz prächtig, wie wir ja alle am Sonntag schockiert feststellen konnten.

Denn tatsächlich hat weder Hitler noch die heutigen Rattenfänger irgend etwas für die Arbeiterschaft getan, sondern letztlich nur deren Elend vergößert.

Kommentar von Ferrum77 ,

Er hat die Arbeitslosigkeit erfolgreich bekämpft, insofern würde ich nicht sagen, dass er das Elend (bis 1938) vergrößert hat.

Kommentar von Immofachwirt ,

Ach was.

Lass mich mal überlegen. Ja so schafft jeder locker eine Menge Arbeitsplätze. Man bezahlt diese einfach mit Krediten. Und genau das Hat Hitler getan, mit dem Ergebnis, dass das Deutsche Reich 1938 bereits komplett finanziel ruiniert war. Eine wirklich beeindruckende Bilanz, die jeder Bauerntölpel hinbekommen hätte.

http://www.welt.de/kultur/article1282653/NS-Mythen-an-die-Deutsche-immer-noch-gl...

Kommentar von koch234 ,

ja, die DDR hatte ja vergleichbar viel Erfolg im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit :-/  Auch "Beschäftigungstherapie" ist eben nicht gleich Arbeit und schon gar nicht Produktivität.

Antwort
von Idiealot, 29

also Hitlers Nationalsozialismus war mit Sicherheit nicht "Sozialistisch". Was er angepriesen hat war auch nicht der klassische Sozialismus und den hat er auch nicht gemeint. Des das hat ja im klaren Gegenteil gestanden zu den bekannten Nachteilen des Sozialismus und den daraus entstandenen Problemen im Elend der Weltwirtschaftskrise. Was antiliberale Elemente als sozialistisch interpretieren ist immer noch Bestandteil vieler Diskusionen. Einig ist man sich da nicht.

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