Frage von Ari1805,

Hirnblutung im Stammhirn und künstliches Koma

Hallo, 19.01.2012 ist mein Vater in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Diagnose "Schlaganfall".Erst machte sich dieser bemerkbar, als mein Vater seine Brille nicht mehr ins Etui legen konnte. Seine Hand war laut Aussagen meiner Mutter ohne Gefühl. Dann konnte er auch sein rechtes Bein und den Arm nicht mehr bewegen.es hat ca. 45 Minuten gedauert, bis meine Mutter die Symptome erkannte und einen Krankenwagen rief.

Am Tag nach der Einlieferung wurde uns gesagt, dass seine Werte alle stabil seien, er hätte aber eine Blutung im Stammhirn, die zur Zeit noch nicht hätte eingedämmt werden können. Als wir zu ihm gingen war er ansprechbar, d.h er seine Wahrnehmung konzentrierte sich auf die linke Seite, wenn man ihn ansprach. Er konnte die Augen öffnen und auch meine Hand greifen, jedoch keine Antworten geben. Wenn es so weiterliefe, so sagte man uns, könne mein Vater sogar vielleicht bald verlegt werden. Dazu kam es jedoch nicht. Seit gestern hat sich die Lage verschlechtert. Man hatte ihn erst versucht mittels einer Atemmaske zu beatmen, da mein Vater nicht tief genug ein- und ausatmet. Er wurde aber von dieser Maßnahme sehr müde und gähnte dabei sehr oft. Manchmal verschluckte er sich sogar dabei. Hinzu kam dann wohl auch noch eine leichte Lungenentzündung im Anfangsstadium, sowie eine erhöhte Temperatur von 38 Grad.

Mittlerweile, so sagte man uns ,sei auch die Blutung größer geworden und die Lage habe sich deutlich verschlechtert. Man hat ihn dann inturbiert und an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Er erhält Antibiotika gegen die Lungenentzündung, Blutverdünner wie Heparin und Medikamente zur Stabilisierung seines Blutdrucks. Die Ärztin meinte auch, dass eine Operation abgelehnt worden sei, da man, um die Blutung zu stoppen, durch mehrere gesunde Gehirnschichten dringen müsse und was man dann zerstört wäre ungewiss. Mein Vater würde aber auch wenn die Blutung gestoppt werden könne ein Pflegefall werden. Wie schlimm ist eine Bltung im Stammhirn!? Und ist das künstliche Koma eher hilfreich oder bestehen generell Bedenken, dass mein Vater bleibende Schäden davontragen wird!? Mein Vater wollte nie ein Pflegefall werden, eher hätte er sich alle "Strippen" herausgerissen. Aber ich möchte meinen Vater nicht aufgeben, zumal es erst seit Donnerstag abend her ist. Da kann sich doch noch das Blatt wenden oder!? Ich weiss momentan einfach nicht mehr weiter und hoffe auf ähnliche erlebte Fälle und auch positive Beispiele.

Viele Grüße

Antwort von IlkaRuSti,
7 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Hey, Ari1805,

Erst einmal möchte ich Dir schreiben, dass ich nachvollziehen kann, wie sehr Du bangst, um das Leben und auch den Gesundheitszustand Deines Vaters. Und so sehr Du auch hoffst, so weißt Du sicherlich, eine verläßliche, gute Antwort, die Dir Sicherheit geben könnte, das alles doch gut werden möge...... kann eigentlich keiner geben, so sehr ich mir das für Dich auch wünschen möge. Selbst Mediziner könnten hier keine vorhersagen wagen, weil sie nicht wirklich wissen können, wie groß die Überlebenschancen sind, und ob Dein Vater wieder gesund wird. Die Vorraussage, das jemand zum Pflegefall wird, kann sich gewiss auch mal ändern, aber, eher ist davon auszugehen, dass die Ärzte, die das sagen, wissen, was sie Dir mitteilen. Das ist schwer auszuhalten, besonders dann, wenn man "hilflos" vor dem Bett des nahestehenden Menschen steht, den man sooo sehr liebt und von dem man weiß, er hätte diese Situation ganz bestimmt nicht so gewollt.

Ob Dein Papa Schäden zurück behält oder, wie groß sie sein werden, wichtig ist doch, dass er dann so wenig, wie möglich leiden muß, vielleicht auch noch einmal ein Lächeln auf seinem Gesicht zu sehen sein wird und Du und Deine Mutter dazu beitragen könnt, dass er trotzdem lebt, das er ohne gorßes Leid noch Momente hat, die er ertragen kann, wo ihr sehen könnt, sein Leben ist für ihn noch lebenswert,.... auch ohne, dass er es in Worte fassen kann. Das können seine Augen ausdrücken, oder eine Geste, ein Händedruck, kann vermitteln, danke, das ihr da seid, danke, dass ich diesen Moment erleben darf. Aber.... zurzeit seid ihr noch in einer anderen Situation.... keiner kann vorher sehen, wie es weiter geht, Euch bleibt das Bangen um den geliebten Menschen. Ihr müßt jetzt stark sein, ihr müßt versuchen, die Situation so zu nehmen, wie sie ist, voller Ungewissheit und so, wie Du es beschreibst auch nicht gerade hoffnungsvoll. Aufgeben solltet ihr die Hoffnung nie, weil schon ein Lächeln, ein Blick oder ein Händedruck Euch zeigen könnte,...... ich freue mich, dass ihr bei mir seid. Jetzt kann Dein Vater das nicht signalisieren. Durch das künstliche Koma, dürft ihr aber hoffen, dass er nicht sehr leidet und das ist es doch, was ihr Euch für ihn wünscht. Haltet an diesem Wunsch fest und solange muss er noch nicht auf einer Pflegestation sein. Die Intensivstation bietet die Versorgung, die jetzt gegeben werden kann und jeder Tag wird zeigen, ob aus dem Bangen auch mal wieder Zuversicht und Gewissheit erwächst. Genau so gut kann es sein, dass er es leider, leider nicht schafft. und dann solltet ihr so stark sein und Euch für ihn freuen, dass er nie ein Pflegefall wird. Ich habe auch schon zweimal eine ähnliche Situation mit nahen Angehörigen erlebt und einmal ging es auch um eine solche Hirnblutung. Einmal habe ich erlebt, das eine nahe Angehörige es nicht geschafft hat, .... ging aber um eine andere plätzliche Erkrankung. Dennoch mischte sich zu der dann sich einstellenden Trauer, die Gewissheit, sie hat nicht erleben müssen, ein Pflegefall zu werden, Für meine Mutter wäre das sehr schlimm gewesen. Dennoch gibt es auch Menschen, die immer betonen, sie wollen und können sich nicht vorstellen, so auf fremde HIlfe angewiesen zu sein, ein Pflegefall zu werden.... und so mancher hat dann, aus der Krankheit heraus erkannt, dass er sich nach dieser Versorgung sehnt, weil er Gewissheit hat, nicht mehr ohne die Versorgung einer Pflegeeinrichtun klar zu kommen. Da dürft ihr auch drauf hoffen........

Ändern könnt ihr nicht, was eintreten wird, ihr könnt nur tapfer den Weg annehmen, der sich Euch aufzeigen wird.

LG

Antwort von Rheinflip,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Ihr könnt zur Zeit nicht mehr machen als abwarten und ihm die Hand halten. Er wird auch im Tiefschlaf merken, das da jemand ist, der ihn hält.

Wie es weitergeht kann euch niemand sagen. Es ist alles möglich, auch ziemlich vollständige Wiederherstellung.

Antwort von Paula1234,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Eine ehrliche - vernünftige Antwort - können dir wirklich nur die behandelnden Ärzte geben .. die den Fall ganz genau kennen. Ich weiß, du greifst zu jedem Strohhalm ... ich möchte jetzt nicht mit dir tauschen ...

Kann dir leider kein positives Beispiel nennen .. hab mal ein negatives erlebt, davon will ich jetzt aber nicht schreiben.

Drücke dir und deiner Ma ganz fest die Daumen, dass alles gut wird .. und sprecht mit dne Ärzten ... toi, toi, toi ...

Antwort von Ossibraut23,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Oh du Arme:( Ich kenne das... So ähnlich war es bei uns letztes Jahr im Juni... Am Pfingstsonntag... Dieselben Symptome... Nur war es bei meinem Papa ein bösartiger Hirntumor, der aber ähnlich war und unter anderem dasselbe Steuerungszentrum wie bei deinem Papa betroffen hat... Sachen am Gehirn sind nie gut, aber eine Diagnose wird dir hier keiner geben können, da musst du die Ärzte fragen. Ich weiß, dass das jetzt eine verflucht schwere Zeit ist, aber such dir Halt bei deiner Familie, besonders deine Mutter und falls du hast jüngere Geschwister brauchen dich! Nehmt alle Hilfe an und habt Hoffnung! Sucht wenn ihr habt alle Sachen zusammen, kümmert euch um Vorsorgevollmachten, usw...

Vllt hilft dir das hier weiter:

http://www.das-schlaganfall-forum.de/Forum/Das-Schlaganfall-Forum-Allgemein/Schl...

Kommentar von Ari1805,

Hallo, danke an alle, die hier etwas dazu schreiben bzw geschrieben haben. Man sagte mir, dass ein Gefäß geplatzt sei und er den Blutverdünner bekäme, damit das nicht noch einmal passiert. Eine Vorsorgevollmacht habe ich leider nicht. Ist das eine Art Patientenverfügung, die der Patient eigentlich hätte ausstellen müssen als er noch gesund war!? Mein Vater liegt im Knappschaftskrankenhaus in Recklinghausen. Vielleicht weiss einer etwas zum Krankenhaus bzw. deren Intensivstation.

Danke nochmal für alle Eure Antworten!

Kommentar von Ossibraut23,

Hmm, ja, da gibts eine, über die Entscheidung, ob er an Maschinen bleibt im Falle eines Falles, und dann die, falls er in Geldfragen usw nicht mehr selber entscheiden kann (das übernimmt meistens die Frau, wenn vorhanden!

Ich hab meinen Eltern damals alles besorgt und Mama hat es mit Papa ausgefüllt, auch wenn er nicht schreiben konnte... Aber er lag wenigstens nicht im Koma:(

Ich wünsche euch ganz viel Kraft!

Antwort von Gwalda,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Wünsche Dir ganz viel Kraft und eine positivie Wendung. Ich kann leider Deine Fragen nicht beantworten, weil ich nicht die medizinischen Kenntnisse habe und auch nicht ähnliche Erfahrungen. Hoffe, dass Dein Beitrag nicht gelöscht wird (manchmal passiert sowas, weil Du eher Erfahrungen berichtest als Fragen stellst. Wobei Du ja Fragen stellst.) Jedenfalls alles Gute! Deiner Familie, Dir und Deinem Vater.

Antwort von sigsauer,

kann ich nicht ganz verstehen, bei hirnblutung verplempert man keine zeit mit irgendwelchen tbeatmungsgeräten.da wird umgehend der schädel geöffnet und die blutung gestoppt mehr kann ich nicht sagen.

Antwort von Daddysgirl1505,

Hallo mein Papa liegt seid 3 Monaten im Koma nachdem er böse die Treppen gestürzt ist. Erst sah alle gut aus bis er im Kh in die Reha gekommen ist und nach 1Tag wieder in ein Kh vor Ort..es sieht wirklich nicht gut aus..die rechte Gehirnhälfte existiert nicht mehr...der Arzt meinte wenn er aus dem tiefe Koma ja erwacht dann ist da nicht mehr viel..trotzdem möchten wir ihn im Zusammenhang mit 24Stunden Pflege nach Hause holen. was ist eure Meinung evtl. Erfahrungen mit Kompetenten zu Hause zu pflege? Wäre über jede Antwort dankbar gif. auch an Kontakt interessiert um sich auszutauschen.

Kommentar von Ari1805,

Hallo, ich kann verstehen, dass Du Deinen Vater um jeden Preis mit nach Hause nehmen möchtest, selbst, wenn er danach auf fremde Hilfe ein Leben lang angewiesen ist. Auch ich hätte mir dies bei meinem Vater (der leider aufgrund einer Hirnblutung am 29.01) verstorben ist, gewünscht. Doch dann habe ich mir auch die Frage gestellt: Was wäre gewesen wenn!? Hätte mein Vater das gewollt!? Ein Leben, welches nicht selbstbestimmt ist!? Mein Vater war ein sehr stolzer Mensch, der ungerne gewollt hätte, dass er "als Pflegefall" endet. Deshalb wäge ab, was Deinem Vater wichtig war. Hätte er es gewollt, um jeden Preis zu leben!? Ich möchte nicht abstreiten, dass es selbst Wunder gibt, die sich Ärzte nicht errklären können. Menschen, die schon als "Pflegefall" abgestempelt wurden, die aber ein selbstbestimmtes Leben führen können. Deshalb wünsche ich Dir und Deinem Vater viel Glück und vor allen Dingen Dir die nötige Kraft und Geduld. LG Ariane

Kommentar von Daddysgirl1505,

Hallo Ariane, danke da du dich gemeldet hast. Um darauf einzugehen, mein Vater wollte es definitiv nicht, hatte sogar schon Unterlagen bezl. Patientenverfügung ist nur leider nicht dazu gekommen diese auszufüllen. Mein Vater liegt zur Zeit im KH, alles läuft gut )Herz, Kreislauf ist schon die ganze Zeit über stabil) nur der Kopf ist das Sorgenkind. Als er zwischenzeitlich in KH ein Pflegeheim besuchen, ist es daher nicht besser ihn zu Hause pflegen zu lassen???

Kommentar von Ari1805,

Hallo, Das hört sich bis jetzt doch alles ganz gut an. Also alle Hauptfunktionen (Körpertemperatur,Atmung, Herz, Kreislauf etc. funktionieren). Leider kann ich Dir keinen Rat geben über eine Pflege zuhause. Aber eine 24 h Betreuung hat immer den Vorteil, dass der Patient nicht aus seinem gewohnten Umfeld herausgerissen wird. Was man wahrscheinlich (das entnehme ich der der Situation mit der rechten Gehirnhäfte) sagen kann, ist welche Bewegungen Dein Vater noch ausführen kann. Welche Körperbereiche werden noch angesteuert!?Wird das Sprachzentrum betroffen sein!? Wird er noch sehen können!? Was wird er wahrnehmen können!? kann er euch so erkennen, wie ein gesunder Mensch seine Familie erkennen würde!? Ich denke, dass kann nur die Zeit zeigen. Auf jeden Fall wird es für Deine Mutter und Dich evtl auch Geschwister eine große Herausforderung.Es gibt auch im Internet wohl Vermittlungsstellen, über die eine 24 h Pflege arrangiert werden kann. Aber vielleicht solltet ihr auch einmal bei der Lebenshilfe (die auch in vielen Städten vertreten ist) nachfragen oder einer anderen Organisation, die haben meist sehr wertvolle Tips. Vielleicht gibt es auch eine Möglichkeit des betreuten Wohnens, wenn Deine Eltern schon über 60 sein sollten, hätte man Anspruch auf eine altengerechte Wohnung. Dort wird auch meist eine Betreuung angeboten. Zumindest sollte Eure bisherige Wohnung (falls ein Rollstuhl erforderlich würde) an die Situation angepasst sein. Wenig Stufen, Haltegriffe, Hausnotruf etc.... Viele Grüße Ariane

Antwort von Ciindyx3,

Ohu :( Ich erlebe grade leider genau das Gleiche mit meinem Vater ._. Er wurde seid gestern in ein künstliches Koma gelegt :c Aber die Werte verbessern sich nicht & die Ärzte sagten, dass es eine 50;50 Chance ist :( Da kann man nichts anderes machen, als abwarten & hoffen ;( ....

Kommentar von Ari1805,

Hallo, ich wünsche Dir und Deinem Vater alles Gute !Rede mit ihm und erzähle ihm von Dir und von dem, was ihr zusammen erlebt habt. Er hört Dich auf jeden Fall, auch wenn es für einen Außenstehenden vielleicht nicht so aussieht. Wichtig ist, dass die Familie jetzt für ihn da ist und das Gefühl hat, dass er auf Euch zählen kann! Viele Grüße Ariane

Antwort von Cengiz46,

Hallo ich stecke genau in der selben situvation wie du

Wie geht es deinem vater?

Kommentar von Ari1805,

Hallo, leider ist das Ganze nicht gut ausgegangen:-( Wünsche Dir daher viel Glück !

Antwort von Shogun1000,

Hmm, das tut mir sehr leid für dich.

Eine Blutung im Stammhirn ist sehr, sehr schlecht. Dort sitzen die Bereiche im Gehirn die für alles wichtige Zuständig sind. Körpertemperatur, Atmung, Herzschlag, etc.

Ich frage mich allerdings auch, warum er Blutverdünner bekommt, bei einer Einblutung. Wenn es ein Schlaganfall wäre, wäre das vollkommen verständlich, aber wenn er eine Einblutung, z.b. durch eine geplatzte Aterie hat... das fänd ich merkwürdig. Aber gut, die Ärzte werden hoffentlich wissen, was sie tun.

Die zusätzliche Lungenentzündung ist leider kein gutes Zeichen... ich hoffe natürlich für euch alle, dass es sich zum Guten wendet, aber ehrlich gesagt muss ich gestehen, dass bei einer solch ausgeprägten Symptomatik eine Heilung eher unwahrscheinlich erscheint.

Liebe Grüße,

Shógun

Kommentar von Ari1805,

Hallo, danke für Deine Antwort! Mein Vater war zudem auch noch starker Raucher

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