Frage von AniTsukiYu, 49

Hinduismus, das Leben nach dem Tod?

Was denken Hinduisten darüber was nach dem Tod passiert? Gibt es sowas wie eine Hölle oder glauben sie an garnichts

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MarioXXX, 23

http://www.tod-und-glaube.de/hinduismus.php

Das Karma und das Kastenwesen

Der Mensch ist der Erbe seiner Taten

Im Hinduismus ist das Karma eine Art Bankkonto des Lebens, das jeder Hindu besitzt. Darauf werden alle guten Handlungen gutgeschrieben. Mit einer schlechten Lebensweise rutscht der Mensch schnell ins Minus, was im Glauben an die „ewige Ordnung“, für den Betreffenden im ungünstigsten Fall bedeutet, dass er im nächsten Leben als Dämon oder  Ameise wiedergeboren wird.

Deshalb ist es für den Hindu wichtig, sein gutes Karma aufzufüllen, um im nächsten Leben glücklicher zu werden. Wie viel gutes Karma ein Gläubiger als „Startkapital“ bekommt, entscheidet seine Geburt. Nach dem Glauben der Hindi wird jeder Mensch aufgrund seines Karmas aus dem letzten Leben in eine bestimmte Kaste hineingeboren. Das Wort „Kaste“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „rein“. Von diesen so genannten Kasten gibt es in Indien fünf Hauptkasten mit vielen Unterkasten. Je niedriger die Kaste, desto schlechter sind auch die Lebensverhältnisse des Menschen. Obwohl das Kastenwesen bereits vor  60 Jahren von der indischen Regierung abgeschafft worden ist, leben die meisten Menschen auch weiterhin nach den Regeln dieser Gesellschaftsordnung.
Die Zugehörigkeit zu einer Kaste bestimmt wie ein Hindu lebt, wie er von der Gesellschaft behandelt wird, welchen Beruf er ausüben und wen er heiraten darf.
In den Großstädten Indiens hat die Durchmischung der Kasten durch das Recht auf Ausbildung bereits begonnen, ganz im Gegensatz zu den ländlichen Regionen.

 Brahmanen

Die Menschen des Denkens und des Wissens wie Priester und Gelehrte, die heiligen Schriften und Rituale kennen.

Ksatriyas
Die Menschen der Macht und der Handlung wie Könige und Krieger, die das Volk beschützen und das Land verteidigen.

Vaisyas
Die Menschen des Volkes wie Bauern, Handwerker und Geschäftsleute, die die Gesellschaft versorgen.

Sudras
Die Menschen die arbeiten und dienen wie Knechte, Arbeiter und Hausbedienstete, die für das Wohl der Gesellschaft sorgen.

Die Entstehung dieser vier Kasten steht in der heiligen Schrift Rig Veda. Im Laufe der Jahrhunderte ist eine fünfte Kaste hinzugekommen:

Parias oder Dalits
Die unberührbaren und kastenlosen Menschen, die Außenseiter der Gesellschaft. Diese Menschen haben kaum Rechte und werden gemieden.
Kein Hindu aus einer anderen Kaste begibt sich in ihre Nähe aus Angst, dass er sich geistig und körperlich verunreinigen könnte.

Überhaupt bleiben die Angehörigen einer Kaste bei alltäglichen Dingen, wie den Mahlzeiten, ganz unter sich. Erst durch ein gutes Karma und eine erneute Wiedergeburt kann ein Hindu in eine höhere – oder aber niedrigere – Kaste gelangen und seinem Leben eine neue Wendung geben. Frauen können wiederum erst als wiedergeborener Mann auf eine Verbesserung ihrer Lebensumstände in einer höheren Kaste hoffen.Sie werden zwar nicht geringer geschätzt, trotzdem haben es gerade kleine Mädchen in der indischen Gesellschaft schwer. Sie werden gerade auf dem Land als Last angesehen, weil die Familie für ihre Verheiratung einen Brautpreis, eine Mitgift oder Geldleistungen an die Familie des Bräutigams zahlen müssen. Oft ist die Brautfamilie aber so arm, dass sie sich das nicht leisten kann. Die Mädchen werden deshalb schlechter versorgt, misshandelt und sogar getötet. Auch diese Mitgiftzahlungen hat die indische Regierung 1961- erfolglos – verboten. Die Jahrtausend alten Traditionen sind im Leben der Hindu noch zu tief verankert.

 



Kommentar von MarioXXX ,

Danke für den Stern!

Antwort
von MehrPSproLiter, 34

Sie werden wiedergeboren. Je nachdem, wie gut/schlecht sie gelebt haben, werden sie wiedergeboren ;)

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