Frage von assimo07, 78

Hi!:(Mein Patenonkel ist an Knochenkrebs erkrankt und man hat ihm gesagt das er nicht operabel ist. Was bedeutet das und heißt das, dass er sterben muss :(((?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Wuestenamazone, 34

Es tut mir sehr leid aber deinem Onkel wird man nicht mehr helfen können. Vielleicht Chemo oder Bestrahlung aber das zögert das ganze nur hinaus. Mein Mann hat ein inoperables Bronchialkarzinom. Auch das kann man nicht operieren. Sei für deinen Onkel da. Ich weiß wie du dich fühlst. Mir war damals als hätte man mir ein Brett auf die Stirn geknallt. Ich wußte nicht was ich denken soll. Es ist bitter, sehr bitter aber genieße die Zeit ganz bewußt mit ihm. Habt Spass lacht, redet. Das kann dir keiner mehr nehmen. Ich wünsche dir Kraft und alles Gute.

Antwort
von assimo07, 24

Vielen Dank an euch alle !:)

Ich war gestern Abend bei ihm und von seinem Zustand war ich genau wie mein Vater positiv überrascht. Heute wird er aus einem anderen Grund am Darm operiert, Montag fängt er mit der Chemotherapie an und die Hoffnung das doch noch ein Wunder geschieht gebe ich trotz mancher Kommentare nicht auf. Er hat schon einmal seinen Darmkrebs überstanden. Ich glaube an ihn auch wenn er den Kampfgeist aufgibt ! Eine kurze Frage habe ich noch.

Kann mir jemand sagen ob man ihm in Münster im Krankenhaus wohl besser helfen kann.

Meine Eltern meinen da hätten schon mehrere die sie kennen dadurch es geschafft sogar heute noch zu leben oder noch mehrere Jahre zu leben.

Hat jemand schon einmal Erfahrungen mit dem Krankenhaus in Münster gemacht ? 

Kommentar von ASRvw ,

Moin.

Wie ich gerade schon in meinem Kommentar weiter oben schreib, sollte er sich auf keinen Fall mit nur einer ärztlichen Meinung zufrieden geben.

Er sollte sich in jedem Fall eine zweite Meinung von einem anderen Arzt in einem anderen Krankenhaus, vorzugsweise in einer Uniklinik einholen.

Dazu ist er berechtigt. Wenn sein aktuell behandelnder Arzt das nicht einsehen möchte, sollte er sich an seine Krankenversicherung wenden. Die können das für ihn in die Wege leiten. Es liegt schließlich im Interesse der Krankenversicherung, dass er eine optimale Therapie erhält.

"Krankenhaus in Münster" ist leider etwas unpräzise. Da gibt es eben nicht nur eines. Ich würde ihm die Uniklinik Münster empfehlen. Für eine erste Bestandsaufnahme die Sprechstunde der Onkologischen Abteilung in der Medizinischen Klinik A. Diese ziehen dann weitere Fachabteilungen hinzu, wenn erforderlich.

Kontakt dorthin findest Du hier:

http://klinikum.uni-muenster.de/index.php?id=meda-uebersicht

ASRvw de André

Antwort
von MrHilfestellung, 51

Nicht operabel bedeutet, dass man den Krebs nicht durch eine OP entfernen kann.

Dein Patenonkel kann aber durch Strahlen- und Chemotherapie vielleicht trotzdem wieder gesund werden.

Kommentar von schimmelmund ,

Man sollte bei Krebs, welches schon nicht mehr operabel ist keine unnötigen Hoffnungen machen. Die Chemo wird das ganze nur hinauszögern & mit Glück einige Zeit stoppen können bis es mit voller Macht zurückkehrt.

Kommentar von beamer05 ,

nun, du schreibst von "das ganze nur hinauszögern"...

Ich habe viele Patienten und Patientinnen mit metastasierten Krebserkrankungen gesehen und behandelt, die durch die Behandlung (hier: Medikamente und lokale Strahlentherapie) noch viele Jahre(!) mit sehr guter Lebensqualität hatten (so deren eigene Einschätzung in den Nachsorgegesprächen).

Dass das nicht immer so funktioniert, ist klar, aber wenn man so wenige Infos hat, wie bei dieser Fragestellung, dann sollte man sich -erst recht, wenn man keine medizinischen Kenntnisse besitzen sollte- bei der Beurteilung doch etwas zurückhalten!

Kommentar von DiplomAnwalt ,

Wenn eine Operation nichts bringt, dann bringt auch keine Chemo etwas.

Eine Chemo würde jetzt nur bewirken, dass der Onkel würdeloser stirbt als ohnehin schon.

Kommentar von schimmelmund ,

So würde ich das nicht sagen. Die Chemo ermöglicht einem ein längeres Leben zu führen. Mein Oma hatte Lungenkrebs. Maximal 6 Monate gab man ihr schätze aber eher auf 3 Monate. Durch die Chemo lebte sie letzendlich noch 6 Jahre! Nur die letzten 1-2 Monate gingen dann sehr schnell.

Kommentar von ASRvw ,

Moin.

Wenn eine Operation nichts bringt, dann bringt auch keine Chemo etwas.

Bei Weichteiltumoren könnte man dieser Behauptung weitgehend zustimmen. Bei Knochenkrebs jedoch sieht das anders aus.

Operationen sind bei Krebs die primäre kurative Maßnahme. Aber sie erfordern, dass nicht allein der primäre Tumor entfernt wird, sondern zur Sicherheit auch augenscheinlich gesundes Gwebe in einem definierten Umkreis um den primären Tumor.

Bei Knochenkrebs ist das aber zunächst mal eine Frage der Lokalisation. Bestimmte Knochen im Körper können nun mal nicht entfernt werden, erst recht nicht weiträumig. Bei Wirbelkörpern, Brustbein, Rippen und Teilen des Schädels ist das einfach nicht drin.

Hier kann man, insbesondere wenn noch keine Metastasierung vorliegt mit Bestrahlungen und Chemotherapien durchaus noch kurative Erfolge erzielen.

Aber auch palliativ haben insbesondere Bestrahlungen noch ihren Sinn. Knochenkrebs ist eine der schmerzhaftesten Krebsarten überhaupt.

Auch wenn eine Bestrahlung den primären Tumor nicht zerstören, sondern nur klein halten kann, macht diese Behandlung Sinn. Wo Krebs ist, ist kein Knochen mehr. Die Folge sind Schmerzen, Behinderungen und Einschränkungen und nicht zuletzt pathologische Frakturen.

Gerade an Stellen die nicht operabel sind, sind pathologische Frakturen meist mit extremen Problemen behaftet. So können solche Frakturen an Wirbelkörpern Lähmungen zur Folge haben. Am Schädel können sie zu Verletzungen des Gehirns führen.

Sie durch Bestrahlungen zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern, kann daher auch unter rein palliativer Intention noch auf mehrere Jahre eine gute Lebensqualität sichern.

Ob das in diesem Fall auch der Fall ist, lässt sich aber leider nicht sagen. Dafür bräuchte es mehr Daten zur Histologie, Lokalisation und zu den Tumoreigenschaften und nicht zuletzt auch zum Allgemeinzustand des Patienten.

Diese Fragestellung muss der Patient mit seinem Arzt erörtern. Der einzige Rat den ich an dieser Stelle geben kann ist der, dass sich der Patient keinesfalls mit nur einer ärztlichen Meinung zufrieden geben sollte. Er sollte sich unbedingt eine Zweitmeinung aus einer anderen Klinik, am Besten einer Uni-Klinik einholen.

ASRvw de André

Kommentar von beamer05 ,

Sie durch Bestrahlungen zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern, kann daher auch unter rein palliativer Intention noch auf mehrere Jahre eine gute Lebensqualität sichern.


So ist es.

Allerdings: Ob eine Zweitmeinung aus einer Uniklinik immer so viel besser ist, als von einem anderweitigen erfahrenen(!) Fachkollegen darf ich mal bezweifeln. Das KANN so sein, muss es aber nicht (eigene Erfahrung aus div. Tumorkonferenzen)  ;-)


Kommentar von ASRvw ,

Moin.

Es muss nicht unbedingt eine Uni-Klinik sein. Aber es sollte schon ein Klinikum der Maximalversorgung sein. Allein schon, damit dort alle erforderlichen Fachrichtungen am Orte sind.

Tumorkonferenzen bringen herzlich wenig, wenn elementare Untersuchungsergebnisse einzelner Disziplinen nur schriftlich und von extern vorliegen und kein entsprechender Facharzt da ist, der seinen Kollegen bei spezifischen Fragen Rede und Antwort steht.

ASRvw de André

Kommentar von beamer05 ,

und kein entsprechender Facharzt da ist, der seinen Kollegen bei spezifischen Fragen Rede und Antwort steht.

...deswegen muss "bei uns" im Tumorboard auch jede Disziplin mit mind. einem Facharzt (meist OA oder CA) vertreten sein. Zusätzlich(!) dürfen natürlich auch Assistenten mit - die sollen ja dabei auch lernen.

Antwort
von Herpor, 30

Nicht operabel heißt, dass man den Krebsherd nicht entfernen kann. Das ist bei Knochenkrebs ja leicht verständlich.

Aber es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die man - je nach Sachlage - anwenden kann.

Dazu gehören Chemotherapie und Bestrahlung.

Wie die helfen hängt vom Grad der Erkrankung ab.

Antwort
von pilot350, 41

Das kann passieren.

Kommentar von Wuestenamazone ,

Mannoman

Antwort
von DiplomAnwalt, 26

Leider ja.

Das bedeutet, dass die Ärzte mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, bzw. Sicherheit davon ausgehen, dass der Krebs schon in so einem vorangeschrittenen Stadion ist, dass er nicht mehr zu besiegen und der Tod nur eine Frage der Zeit ist.   :`-(

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