Frage von Juli277di, 697

Hilft uns ein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) im Hinblick einer sozial gerechte(re)n Gesellschaft?

Hallo liebe Community,

Hilft uns ein Bedingungsloses Grundeinkommen zur sozialen Gerechtigkeit oder fördert es möglicherweise nur die Faulheit?

Das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) ermöglicht jedem Bürger, in Würde leben zu können, seine Existenz und Grundbedürfnisse zu sichern und an der Gesellschaft teilzuhaben. Das BGE schaffe die Voraussetzung zur individuellen Freiheit und zur Selbstverwirklichung. Die bisher schlecht bezahlte, aber notwendige Arbeit wird in Zukunft besser bezahlt werden. Damit wird der Niedriglohnsektor, Leiharbeit, Hungerlöhne u.ä. zerstört. Den Arbeitszwang würde es nicht mehr geben. Viele Kosten durch die derzeitige Bürokratie würden somit wegfallen (Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Rente, Ausbildungsförderung, Kindergeld und ähnliche Sozialleistungen würden schrittweise ersetzt und letztendlich wegfallen) und Kosten würden zum Beispiel in die Finanzierung des Sozialstaates oder anderer Staatsaufgaben investiert werden. Das Steuersystem ist somit zusätzlich vereinfacht.

Meiner Meinung nach muss die Daseinsvorsorge der Menschen verstaatlicht sein und darf kein Gegenstand von der Marktwirtschaft zum spekulieren sein (Bildung, Gesundheit, Rente, öfftliche Versorgung, Bodenschätze etc.).

Würde uns ein BGE einen Schritt weiter hin zu einer sozial gerechteren Gesellschaft führen oder nur die Faulheit entlohnen? Letztendlich empfinde ich dies als eine Frage des Weltbilds bzw. der Idee vom Menschen. Wie ist Eure Meiinung zu diesem Konzept?

LG Julian

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von PeVau, Community-Experte für Politik, 289

Du hast schon Recht, die Einstellung des Einzelnen zum bedingungslosen Grundeinkommen hängt letztendlich vom Menschenbild und natürlich davon ab, ob man Arbeitskraft kaufen oder verkaufen muss.

Ich denke nicht, das ein solches Grundeinkommen die Menschen in Faulheit und Lethargie versinken lässt. Ich denke, das Menschen, befreit von der Sorge um ökonomische und soziale Existenz, bedeutend mehr leisten können als mit dem Druck dieser Sorge im Nacken.

Dazu muss man aber auch begreifen, dass der Beitrag eines Menschen zum Funktionieren einer Gesellschaft mehr ist, als dessen ökonomische Verwertbarkeit. Man muss ihn nur einen solchen Beitrag leisten lassen.

Leider sind die Einstellungen durch das Märchen von der Leistungsgesellschaft verdorben, in dem man angeblich das bekommt, was man leistet. Wir haben aber keine Leistungsgesellschaft, sondern eine Marktwertgesellschaft, in der der Marktwert eines Menschen durch seine ökonomische Verwertbarkeit bestimmt wird.

Die Menschen, die gar nicht die Möglichkeit haben zu leisten, weil sie ihre Arbeitskraft nicht verkaufen können oder nicht zu einem Preis, von dem man menschenwürdig leben kann, sind nach dieser Logik selbst schuld und nichts wert. Sie können froh sein, dass man sie existieren oder in vielen Fällen vegetieren lässt. Leute mit einem solchen Menschenbild werden ein bedingungsloses Grundeinkommen ablehnen.

Man bedenke nur mal den Fakt, dass die Arbeitsproduktivität stärker steigt als die Wirtschaft wächst und das seit Jahrzehnten und dass dem Wachstum der Arbeitsproduktivität fast keine Grenzen gesetzt sind, dem Wachstum der Wirtschaft aber schon. Wenn man das bedenkt, dann wird klar, dass bezahlte Arbeit zu ordentlichen Löhnen immer weniger wird, auch in der Zukunft.

Da stellt sich schon die Frage, wozu Wirtschaft eigentlich da ist? Ist Wirtschaft für die Menschen da oder sind die Menschen für die Wirtschaft da? Wenn man davon ausgeht, dass Wirtschaft kein Selbstzweck ist, sondern eine Funktion hat, nämlich den Menschen, allen Menschen, ein würdiges Leben zu ermöglichen, dann geht langfristig an einem bedingungslosen Grundeinkommen kein Weg vorbei.

Wenn man allerdings der Meinung ist, dass es schon in Ordnung ist einen großen Teil der Gesellschaft ökonomisch und sozial auszuschließen, dann geht kein Weg an einem großen Repressionsapparat vorbei, der die Satten vor den Hungrigen schützt. Ein bedingungsloses Grundeinkommen hat also auch etwas mit dem Standortfaktor "sozialer Frieden" zu tun.

Langer Rede kurzer Sinn, ein bedingungsloses Grundeinkommen ist nur vernünftig. Einen Einwurf habe ich aber noch. Wenn wir nach Finnland schauen, können wir lernen, dass ein solches Grundeinkommen auch benutzt werden kann, um bereits bestehende Sozialmaßnahmen und -leistungen abzubauen. Es kommt also auf die Ausgestaltung und die Höhe an.

Ich empfehle diesen Link:

https://www.grundeinkommen.de/die-idee

Kommentar von Interesierter ,

Nun hast du uns schön alle Vorteile und Segnungen des BGE aufgezählt. Verschwiegen hast du uns aber die Probleme und die Unwägbarkeiten eines solchen Systems.

Schaue ich mir deine Ausführungen an, erscheint der Staat als nebulöses Wesen, welches sein gut gefülltes Horn der guten Gaben gleichmäßig übers arme Volk verteilt. Die Frage, wer dieses Horn füllen soll, damit es niemals versiegt, wird von dir aber nicht beantwortet.

Du stellst den Menschen als fleissig und großmütig dar, der die nun freie Zeit großzügig in den Dienst der Gemeinschaft stellt. Wird das wirklich der Fall sein oder wird ein Boom der Schwarzarbeit unser Land überziehen, in dem vordergründig das BGE kassiert und hintenrum noch ein paar Stunden schwarz gearbeitet wird.

Grundsätzlich wird ein BGE immer auf das Problem stoßen, dass gerade die Bereitschaft im Niedriglohnsektor zu arbeiten, deutlich sinkt. Das bedeutet, die Arbeitgeber müssten höhere Löhne zahlen, was sich in steigenden Kosten und damit steigenden Preisen auswirkt. Steigende Preise fressen das Einkommen der Menschen auf und sorgen auf den internationalen Märkten für Einbrüche bei den Absatzzahlen, was wiederum mit einem Rückgang der Beschäftigtenzahlen verbunden sein wird, welches mit einer Ausweitung des BGE und mit immer weiter steigenden Kosten einhergeht.

Wenn du mir ein realistisches Modell präsentieren kannst, nach dem keine Arbeitsplätze verloren gehen und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands nicht geschwächt wird, bin ich gerne bereit, meine Vorbehalte aufzugeben. Bis dahin bin ich jedoch skeptisch und würde es im Zweifelsfall ablehnen.

Kommentar von PeVau ,

... dass gerade die Bereitschaft im Niedriglohnsektor zu arbeiten, deutlich sinkt.

Eine solche Bereitschaft überhaupt für erstrebenswert zu halten, verträgt sich nicht mit meinem Menschenbild. Es ist ein Skandal, Menschen zu zwingen, für Niedriglöhne zu arbeiten, von denen sie nicht menschenwürdig leben können.

Es ist eine Frage der Verteilungsgerechtigkeit und der Bereitschaft, das Geld da zu holen, wo es vorhanden ist bzw. wo es ungerechtfertigterweise hinfließt.

Kommentar von Interesierter ,

Dir ist aber schon bewusst, dass Löhne für die Unternehmen Kosten darstellen und letztlich auch die Preise für die Waren und Dienstleistungen bestimmen. Höhere Löhne bringen höhere Preise mit sich und führen wiederum zu einer Reduktion der realen Kaufkraft. Ausserdem stellt sich die Frage, ob dieses Drehen an der Lohn-Preis-Spirale die Unternehmen nicht in wirtschaftliche Bedrängnis bringt und letztlich zu Arbeitsplatzverlusten führt.

Man muss auch die Frage stellen, ob wirklich die nominalen Löhne zu niedrig sind oder ob evtl. die Preise zu hoch oder die Abgaben zu hoch sind.

Schaust du dir an, wie viel von dem, was ein Arbeitgeber für den Lohn eines normalen Arbeiters aufwenden muss, bei diesem an Netto-Kaufkraft übrig bleibt, wirst du feststellen, dass das keine 40% mehr sind. Der Rest verschwindet im Steuertopf und in sozialen Sicherungssystemen. Die Frage, ob wirklich der (angeblich) zu niedrige Lohn oder die hohen Steuern und Abgaben das wahre Problem darstellen, an dem etwas geändert werden müsste, muss erlaubt sein.

Kommentar von PeVau ,

Wenn ein Wirtschaftssystem, eine Produktionsweise, darauf beruht, einen großen Teil der Gesellschaft auszuschließen und am ökonomischen Existenzminimum zu halten, wenn es darauf beruht, dass einige wenige immer mehr und immer mehr immer weniger haben, dann darf man nicht kleinmütig sein. Dann muss man dieses System, das unfähig ist, alle partizipieren zu lassen, auch infrage stellen.

Kommentar von Interesierter ,

Es stellt sich die Frage, ob das BGE diese zugegeben sehr problematischen Entwicklungen beseitigen könnte oder ob es sie sogar noch verschärfen würde.

Die Empfänger des BGE würden doch für immer aus dem Arbeitsmarkt und damit von der Teilhabe ausgeschlossen. Sie wären ausschliesslich Empfänger von Alimenten und zur Passivität verdammt. Wer einmal ein paar Jahre vom BGE gelebt hat, kommt nie wieder in eine Arbeit rein. Ich befürchte, die existierenden Gräben würden nicht zugeschüttet sondern weiter vertieft.

Kommentar von DonkeyDerby ,

Die Empfänger des BGE würden doch für immer aus dem Arbeitsmarkt und
damit von der Teilhabe ausgeschlossen. Sie wären ausschliesslich
Empfänger von Alimenten und zur Passivität verdammt.

Nein, eben  nicht! Ich glaube, Du hältst das BGE für eine Art Sozialhilfe - das ist es aber nicht.  Das BGE steht jedem zu - auch dem, der arbeitet! Sonst wäre es ja komplett sinnlos und wir wären wieder beim jetzigen System.

Eher kann man das BGE noch mit dem Kindergeld vergleichen, das ja ebenfalls an alle Eltern ausgezahlt wird.

Kommentar von LGTipps ,

Der Wert der Arbeit ergibt sich aus der marktwirtschaftlichen Lage (unsichtbare Hand nach Smith). Vielleicht würde sich ja herausstellen, dass "Niedriglohnarbeit" in Wirklichkeit viel mehr wert ist, wenn Menschen derartige Tätigkeiten nicht mehr ausüben müssten um ihr Überleben zu sichern, sondern lediglich freiwillig mit dem Ziel einer Verbesserung der Lebensumstände...?

Nur weil für eine Arbeit quasi unendlich viele potenzielle Ausübende bereitstehen heißt dies nicht, dass diese lediglich den Lohn wert ist, den der Geringstverdienende akzeptiert- dies wäre reine Marktwirtschaft, in DE kommt glücklicherweise noch der Faktor "sozial" hinzu.

Kommentar von Interesierter ,

Ich tue mich schwer mit dem Gedanken, dass mehr Umverteilung zwangsläufig sozial sein soll. Das Solidaritätsprinzip basiert auf Gegenseitigkeit. Dieses würde durch das BGE aufgekündigt, da die Bedürftigkeitsprüfung sowie der Zwang zur möglichst zeitnahen Beendigung der Alimentierung ersatzlos aufgehoben würden.

Die Abhängigkeiten würden quasi festbetoniert. Das kann nicht Sinn und Zweck des sozialen Miteinanders sein.

Kommentar von LGTipps ,

Ich erlaube es mir, mich selbst zu zitieren:

Das Solidaritätsprinzip basiert eben nicht auf Gegenseitigkeit sondern auf der Solidarität der Gesellschaft ihren Mitgliedern gegenüber. Zu [den Möglichkeiten] der Gesellschaft trägt jedes Mitglied in unterschiedlichem Maße bei, die Solidarität gilt jedoch uneingeschränkt gleich für alle ihre Mitglieder. Inwiefern jemand aktiv -nach den eigenen Möglichkeiten- zur Gesellschaft beitragen muss, um als Teil dieser zu fungieren, ist philosophisch interessant- aber nicht relevant für das Solidaritätsprinzip.

Sozial ist mehr Umverteilung in jedem Fall, die Frage ist, ob diese auch gerecht ist. Ich persönlich halte es für nicht gerechtfertigt, dass 1 % der Menschen ein größeres Vermögen hat, als alle anderen zusammen (http://www.derwesten.de/wirtschaft/ein-prozent-hat-mehr-vermoegen-als-alle-ander... ähnliche Zahlen innerhalbd DEs)- solange dieses Verhältnis besteht, hat die Idee einer solidarischen Gesellschaft versagt, unabhängig davon wie dieses Vermögen erworben wurden- es ist mMn, nicht Möglich eine Einzelleistung zu erbringen, die einen derartigen prozentualen Vermögensunterschied rechtfertigen könnte. Da also hier (rein meiner subjektiven Meinung nach) die Leistungsbelohnung ungerecht vonstatten geht, muss ein Ausgleich erfolgen z.B. in Form gesellschaftlicher Mehrverpflichtung wie Steuern. Das ein gerechtes Modell hierfür nahezu unendlich komplex ist bestreite ich gar nicht, noch würde ich mit selbst die Kompetenz zusprechen ein solches zu entwickeln- nichtsdestotrotz ist es auf dem Weg der sozialen Gerechtigkeit erforderlich. Das BGE halte ich für einen Schritt in die richtige Richtung- sofern sich eine wirtschaftlcihe Tragbarkeit ermitteln lässt, was ich keineswegs für ausgeschlossen halte...

Kommentar von Herb3472 ,

solange dieses Verhältnis besteht, hat die Idee einer solidarischen Gesellschaft versagt,

Die Idee von einer solidarischen Gesellschaft wird auch in Zukunft versagen, weil der Mensch kein primär soziales, sondern ein hauptsächlich egoistisch geprägtes Individuum ist.

Siehe Kommunismus und Oligarchen, siehe ehemals grüne Parlamentarier, die mittlerweile auch wissen, wo der Bartl den Most holt.

Kommentar von PeVau ,

... weil der Mensch kein primär soziales, sondern ein hauptsächlich egoistisch geprägtes Individuum ist.

Das ist nicht nur evolutionsbiologisch, sondern auch soziologisch und kulturell Unsinn. Menschen leben überall in Gemeinschaften und gehen ohne Gemeinschaften zugrunde. Schon alleine diese Tatsache macht aus dem Menschen ein primär soziales Wesen. Altruismus ist der Kitt, der diese Überlebensgemeinschaften zusammenhält. Diesen Kitt zu entfernen, bedeutet die Grundlage menschlichen Lebens infrage zu stellen.

Was Kommunismus und Oligarchen damit zu tun haben oder ehemals grüne Parlametarier solltest du erläutern.

Kommentar von Interesierter ,

Die soziale Gemeinschaft funktioniert aber nur in Form einer win-win Situation.

Schaffst du nun eine Gruppe innerhalb der Gesellschaft, die nur von der Gesellschaft profitiert aber keinen Beitrag zur Gesellschaft leistet, der der Gesellschaft von Nutzen ist, wird die Gesellschaft zerbrechen. 

Der soziale Gedanke, der eine Gesellschaft zusammen hält basiert immer auf Gegenseitigkeit. Die Aufkündigung der Gegenseitigkeit würde das Solidarprinzip und damit die Bindung der Gesellschaft auflösen.

Damit wäre das BGE in letzter Konsequenz höchst unsozial.

Kommentar von PeVau ,

Schaffst du nun eine Gruppe innerhalb der Gesellschaft, die nur von der Gesellschaft profitiert aber keinen Beitrag zur Gesellschaft leistet, der der Gesellschaft von Nutzen ist, wird die Gesellschaft zerbrechen.

Was ist denn für dich ein Beitrag zur Gesellschaft?

Wenn du dich von dem Gedanken löst, dass ausschließlich ökonomische Verwertbarkeit von Nutzen für die Gesellschaft ist, dann wirst du auch verstehen, welche Chancen ein BGE bietet.

Wie viel gesellschaftlich notwendige und nützliche Arbeit wird nicht geleistet, weil es dabei nichts zu verdienen gibt. Mit einem BGE könnte diese Arbeit von Menschen auch getan werden. Z. B. im sozialen Bereich, in der Bildung und Erziehung, im medizinischen Bereich usw. Soll das kein Beitrag zur Gesellschaft sein?

Kommentar von Interesierter ,

Du setzt hier Dinge voraus, die dem Grundzug des BGE diametral widersprechen. Sinn des BGE ist ausdrücklich der Verzicht auf jegliche Gegenleistung. Genau das wird durch das Wort "bedingungslos" ausgedrückt. Daher ist dein Argument eine reine Nebelkerze, um das Problem zu verschleiern.

Beiträge zur Gesellschaft können vielseitig definiert werden. Sie jedoch generell von der Gewährung des BGE zu trennen, ist der Gesellschaft nicht zuträglich.

Kommentar von PeVau ,

Sinn des BGE ist ausdrücklich der Verzicht auf jegliche Gegenleistung.

Sinn ist der Verzicht auf eine geforderte Gegenleistung. Niemandem wäre verboten, trotzdem eine solche zu erbringen. Dauernde Untätigkeit ist auch gegen die menschliche Natur.

Kommentar von Interesierter ,

Schau in alimentierte Haushalte rein und du wirst sehen, dass sehr viele Empfänger von sich aus gar nichts mehr leisten.

Auch hier liegt deine Argumentation fern der Realität.

Kommentar von PeVau ,

Dann schau dir doch mal die alimentierten Haushalte an, was mit ihnen gemacht wurde und wie man sie nicht nur ökonomisch und sozial, sondern auch bildungsmäßig deklassierte. Wenn Menschen ausgeschlossen werden, macht man aus ihnen Außenseiter.

Kommentar von Interesierter ,

Das ist doch Unsinn. Von ALGII kann man durchaus leben und auch soziale Kontakte pflegen. Die Möglichkeit unterscheiden sich sehr oft in der persönlichen Organisationsstruktur der Betroffenen.

So ist der ALG II Bezug in vielen Fällen nicht unverschuldet sondern das Ergebnis des persönlichen Lebensweges.

Der Besuch der Schule ist in Deutschland kostenlos. Trotzdem liegt der Leistungsdurchschnitt der Kinder von ALG II Empfängern deutlich unter dem Schnitt der Übrigen.

Kommentar von DonkeyDerby ,

Der Witz ist doch, dass es gerade das BGE ermöglicht, für einen Niedriglohn zu arbeiten! Denn dieser Niedriglohn wird nicht auf das BGE angerechnet. Ich habe also auch als Niedriglöhner mit einem Job mehr in der Tasche als ohne einen Job. Das ist zur Zeit oft nicht der Fall.

Kommentar von Herb3472 ,

@DoneyDerby:

Der Witz ist, dass Du ganz offensichtlich keine Ahnung von der Realität hast.

Wir haben einen Gastronomie-/Hotelleriebetrieb und größte Schwierigkeiten, im Hilfsbereich (Küchenhilfen, Abwasch, Zimmer- und Reinigungsdienst) brauchbare Arbeitskräfte zu finden. Aber nicht deshalb, weil diese Arbeiten so schlecht bezahlt sind, sondern weil diese Arbeiten niemand machen will.

Die Inländer sind sich für sowas ohnehin zu gut, wir bekommen in diesem Bereich - wenn überhaupt - nur schlecht qualifizierte Ausländer und Anlernkräfte mit Migrationshintergrund. Und wenn sie genug verdient haben, gehen sie wieder stempeln. Das ist einfacher und bequemer.

Das ist die Realität, lieber Freund. Die Welt ist voll von arbeitsscheuen Individuen!

Kommentar von PeVau ,

Wir haben einen Gastronomie-/Hotelleriebetrieb und größte Schwierigkeiten, im Hilfsbereich (Küchenhilfen, Abwasch, Zimmer- und Reinigungsdienst) brauchbare Arbeitskräfte zu finden. Aber nicht deshalb, weil diese Arbeiten so schlecht bezahlt sind, sondern weil diese Arbeiten niemand machen will.

Wenn diese Bezahlung das in der Branche Übliche und auch das Arbeitsklima branchenüblich ist, wundert mich das gar nicht.

Kommentar von Interesierter ,

Wer im Hotel- und Gaststättengewerbe nicht untergehen will, kann die Preise nicht beliebig erhöhen. Daher ist der Zwang zur Deckelung der Kosten unumgänglich.

Kommentar von PeVau ,

Das ist eine ganz andere Baustelle. Dieser betriebswirtschaftliche Zwang kann doch aber nicht der Grund sein, einen Hungerlohn und ein mieses Arbeitsklima zu akzeptieren.

Und dann noch diejenigen, die das nicht akzeptieren wollen, der Faulheit und Bequemlichkeit zu bezichtigen, geht eindeutig zu weit.

Kommentar von Interesierter ,

Genau das ist der Grund. Nur werden wirtschaftliche Gegebenheiten vielfach einfach ignoriert.

Der Gast will abends und am Wochenende essen. Er will jeden Tag ein gemachtes Bett und der Preis muss konkurrenzfähig sein.

Machst du nicht mit, kannst du dein Haus, auf dem noch eine halbe Million Schulden liegen zumachen. Was kommt dann? Die Privatinsolvenz?

Du solltest dich mehr an der Realität und weniger an Theorien festhalten.

Kommentar von PeVau ,

Vielleicht fällt es Menschen leichter, einen miesen Lohn als Ergänzung zu akzeptieren, wenn sie ein Grundeinkommen haben, dass ihnen keiner nehmen kann?

Das könnte u. U. auch Herb3472 helfen.

Kommentar von Interesierter ,

Da kennst du die menschlichen Denkmuster aber schlecht.

Hättest du recht, wären 1€ Jobs zusätzlich zu ALG II der Renner. Sie werden aber gemieden und nur gemacht, weil bei Weigerung Sanktionen drohen.

90% der Menschen sind faul und egoistisch. Der Rest ist nur egoistisch.

Kommentar von PeVau ,

Da sind wir wieder bei dem, was ich in den ersten Sätzen meiner Antwort geschrieben habe. Befürworter und Gegner eines solchen BGE scheiden sich durch ihr Menschenbild.

Die menschlichen Denkmuster, die du zu kennen glaubst, sind nur Projektionen eines misanthropischen Menschenbildes.

Wenn man den Menschen die Möglichkeit gibt, nicht egoistisch sein zu müssen, werden sie es zunehmend auch nicht sein.

Kommentar von Interesierter ,

Hier sind wir wieder bei dem angesprochenen Unterschied von Theorie und Praxis.

Die Zahl derer, die bedingungsloses Geld annehmen ist sehr viel größer, als die Zahl derer, die die dieses Geld ohne jede Gegenleistung freiwillig zur Verfügung stellen würden. 

Damit das System jedoch funktionieren könnte, müssten sich die Beträge die Waage halten.

Wer von sich aus so denkt und handelt, handelt faul und egoistisch und das ist nunmal die überwiegende Zahl der Menschen.

Du siehst, wir brauchen hier kein Menschenbild zu definieren, die bloße Beobachtung des Verhaltens reicht aus, um diese Tatsache zu erkennen.

Kommentar von PeVau ,

Weißt du, ich schätze es sehr, dass es im Verlauf unserer Diskussion bis jetzt noch nicht persönlich geworden ist. Das ist auch dein Verdienst. Nun fehlt mir aber die Zeit und ehrlich gesagt auch ein wenig die Lust. Ich denke, vieles von dem, was du einwenden möchtest, wird hier ganz gut beantwortet. Nimm dir ruhig die Zeit:

https://www.grundeinkommen.de/die-idee/fragen-und-antworten

Kommentar von Interesierter ,

Nun, ich habe mir den verlinkten Beitrag in Ruhe durchgelesen. Die Grundlage der Finanzierung ist allerdings nicht schlüssig, denn es läuft darauf hinaus, dass die Leistungsträger der Gesellschaft noch stärker belastet werden, als dies heute schon der Fall ist.

Eine seriöse und soziale Lastenverteilung sieht anders aus. Der Leistungsgedanke tritt weiter in den Hintergrund und es ist zu erwarten, dass gerade die Bezieher höherer Einkommen sich den steigenden Abgaben, die dann deutlich über 50% steigen müssten, zu entziehen versuchen, was anhand der Belastung durchaus nachvollziehbar ist. Vor diesem Hintergrund ist es sicherlich nicht aufrichtig zu behaupten, dies hätte keine Auswirkungen auf die individuelle Leistungsbereitschaft. 

Diese Belastung kann vor dem Wegfall der Bedürftigkeit als Voraussetzung zum Leistungsbezug nur noch als ungerecht bezeichnet werden.

Die Behauptung, es würde zu keiner Inflation kommen, ist definitiv nicht korrekt, denn gerade die Bezieher kleiner Einkommen geben ihr Geld überwiegend im Konsumbereich aus, was bei Beziehern größerer Einkommen nicht der Fall ist. Hierdurch wird übrigens auch das Verhältnis zwischen Wertschöpfung und Konsum verschoben, was sich negativ auf die gesamte Wohlstandsentwicklung auswirken würde.

Wer ein solches Vorhaben vorstellt, sollte schon den Tatsachen ins Auge sehen und den Bürgern reinen Wein einschenken, denn die meisten Bürger werden die Schwachstellen dieses Vorhabens nicht ohne weiteres erkennen können, wohingegen der bedingungslose Leistungsbezug ein sehr deutliches Lockmittel für die Zustimmung ist.

Kommentar von holodeck ,

Hättest du recht, wären 1€ Jobs zusätzlich zu ALG II der Renner.

Ach ja? Betreutes Lama Gassi führen?   
Wann in der Geschichte der Menschheit war jemals Zwangsarbeit der Renner?   

Es gibt Leute, die haben auch als Hartz IV Empfänger noch ein gutes Gefühl für Würde und unveräußerliche Menschenrechte.  

Daraus abzuleiten, die Menschen seien faul und egoistisch ist schon ein starkes Stück!

Kommentar von holodeck ,


Das bedeutet, die Arbeitgeber müssten höhere Löhne zahlen, was sich in steigenden Kosten und damit steigenden Preisen auswirkt.

Nein. Arbeitgeber müssen sich vor allem in sozialer und menschlicher Weise um Arbeitnehmer bemühen. Während die Löhne um den Anteil BGE entlastet werden können.

Ausbeuterische und krankmachende Arbeitsverhältnisse gehören dann der Vergangenheit an.

Kommentar von Iflar ,

Grundsätzlich wird ein BGE immer auf das Problem stoßen, dass gerade die Bereitschaft im Niedriglohnsektor zu arbeiten, deutlich sinkt

Oder auf gut Deutsch gesagt:

Wenn man hilflose Menschen nicht weiter erpressen kann, dann macht keiner die Sche*?arbeit mehr! 

Das ist die Sorge der Reichen... Dass es keine Armen mehr gibt, die für ihren Reichtum leiden! 

Kommentar von Pudelcolada ,

Völlige Zustimmung zu der Antwort und ein Danke von mir.

Kommentar von PeVau ,

Danke für den Stern!

Kommentar von NoHumanBeing ,

Absolute Zustimmung hier, insbesondere zu folgendem Abschnitt:

Ich denke nicht, das ein solches Grundeinkommen die Menschen in Faulheit und Lethargie versinken lässt. Ich denke, das Menschen, befreit von der Sorge um ökonomische und soziale Existenz, bedeutend mehr leisten können als mit dem Druck dieser Sorge im Nacken.

Kommentar von JBEZorg ,

Die Idee ist ökonimisch nicht realisierbar. Sie werden wieder damit eine Weile ihr System der Negativzinsen aufrechterhalten können aber die Folgen werden katastrophal sein. Und das hat NICHTS mit den psychologischen Problemstellungen, die laut diskutiert werden. Wie immer ist das was laut diskutiert wird nicht das was den Kern der Sache ausmacht.

Das ist noch ein Schritt in Richtung Zweiklassengesellschaft: Herren und entmündigte Konsumentensklaven. Denn leider werden die meisten Menschen den Vorteil des BGE nicht nutzen.

Antwort
von NoHumanBeing, 109

Ich denke, dass ein "bedingungsloses Grundeinkommen" ein Schritt in die richtige Richtung wäre. Langfristig wird uns allerdings nur eine vollständige Abkehr von unserem Wirtschaftssystem nützen.

Das größte Problem ist meines Erachtens, dass Grundbedürfnisse, wie Wohnung, Grundnahrungsmittel, Wasser, Strom, allgemein Infrastruktur, etc. eigentlich überhaupt keinen "Wert" haben, schließlich kann man nicht auf sie verzichten. Dementsprechend dürtfen sie meines Erachtens eigentlich auch keinen Preis haben und müssten im Grunde ohne jegliche Gegenleistung bereitgestellt werden. Wenn man Aufwand betreibt und Zuverdienst hat, sollte man sich meines Erachtens mehr davon leisten können. Die Grundbedürfnisse müssen sich aber "von selbst decken". Sie dürfen nichts kosten.

Jede andere Spezies auf diesem Planeten bekommt, was sie zum Leben benötigt, von ihrer Umgebung "bereit gestellt". Nur der Mensch muss sogar Geld für seine Existenz (also letztlich "für nichts") bezahlen. Es gibt heutzutage keine "freien Ressourcen" mehr, weil sie kommerzialisiert wurden. Das ist nicht ok und führt das Prinzip der Marktwirtschaft ad absurdum.

Dass die Märkte hier versagen, sieht man auch daran, dass sich gerade die Grundbedürfnisse der Menschen in der Regel auch mit relativ geringem Aufwand decken lassen. Es geht hier nicht um irgendwelche Hochtechnologie, für die jahrelange Forschung und Entwicklung betrieben werden müsste oder die besonders schwierig oder unter hohem Materialeinsatz herzustellen ist, sondern es geht um grundlegendste, simpelste Dinge, die es seit eh und je gibt und die in der heutigen, modernen und hochgradig automatisierten Welt mit sehr geringem Aufwand hergestellt werden können. Dennoch ist der Preis für diese Güter in der Regel relativ hoch, weil die Nachfrage nach diesen Gütern ja nicht einbricht. Die Märkte funktionieren an dieser Stelle nicht.

Antwort
von PlueschTiger, 187

Hallo Juli277di,

es ist eine Gute Idee, doch auch nicht unproblematisch. Letztlich ist es eine Frage der Umsetzung und der Regeln ob es am ende Sozial gerecht ist.

Meiner Meinung nach muss die Daseinsvorsorge der Menschen verstaatlicht sein und darf kein Gegenstand von der Marktwirtschaft zum spekulieren sein (Bildung, Gesundheit, Rente, öfftliche Versorgung, Bodenschätze etc.).

Da stimme ich dir zu, da die Privat Wirtschaft bisher gezeigt hat das sie lediglich ihre eigenen Interessen im Kopf hat und nicht das Wohl des Kunden. Das hat Riester schon gezeigt. Viel eingezahlt und raus kommt wenig.

Das erste Problem wovor wir beim BGE stehen ist das wir in einer Grenzfreien Wirtschaft leben. Auch einem Land wo es Gesetze und Gerichtsurteile gibt welche Ausländischen Saisonarbeitern Gleiche Finanzielle Rechte bietet wie Staatsangehörige. Das führt schon zu mindestens 2 Problemen. Erstens kann man durch Weltweite Handels und Wirtschaft Geschäfte ein Abfließen von Geldern aus Deutschland nicht verhindern. Zweitens würde es wie jetzt eine Invasion von Menschen eben welche von dem System profitieren wollen und etliche dieser Schicken dann das nicht verbrauchte Geld zu Familienangehörigen in der alten Heimat.

Ein weiteres Problem was gelöst werden müsste ist die Finanzierung. Mann könnte es mit Mehrwertsteuer machen doch das würde das benötigte BGE immer mehr erhöhen da es ja reichen muss um das zu bezahlen was man Braucht.

Zudem würde so ein BGE auch Menschen zu gute kommen die bereits 1.000.000 oder nur 10.000 im Monat verdienen und somit mehr als genug haben um gut zu leben.

Leider würde das BGE auch dazu Führen das Unternehmen sagen, du bekommst ja Geld also brauchst du kein Lohn. Die Wirtschaft würde versuchen die Löhne im Zuge dessen drastisch zu senken und  nach und nach gänzlich abzuschaffen. Was für Deutsche Unternehmen allerdings in Hinblick auf Welterfolg durchaus Vorteile hätte da man Deutsch Waren ähnlich günstig wie aus China hergestellte Ware verkaufen kann, was wieder zu Arbeitsplätzen führt, da ja mehr Produziert werden muss.

Es wird auch einige geben die dieses System versuchen werden auszunutzen. An der Bürokratie wird es leider nicht viel ändern. Auch wird es dennoch Menschen geben welche mit dem Geld + Zusätzlichen Lohn nicht auskommen, weil die Banken oder Unternehmen sie mit Knebelverträgen und Wucherzinsen ausnehmen, welche auch noch legal sind. Es gibt also Dinge die würden sich auch damit nicht ändern.

Jedoch richtig umgesetzt und Kontrolliert, denke ich, könnte es wie du sagst viel Probleme lösen und bereits jetzt sieht man das viele auch ohne Geld Ehrenamtlich tätig sind, daher werden sicher auch bei einem BGE immer wieder Leute Arbeiten. Vor allem käme man in die Situation seine Rechte auch wirklich ohne Angst vor der finanziellen Situation nutzen zu können, was allein im Berufsleben fast nie geht.

Gruß Plüsch Tiger

Antwort
von charismaticus, 184

Lassen wir doch einen Experten sprechen: "Die technologische Revolution, die gerade im Gang ist, bedroht uns aufgrund eines einzigartigen Phänomens. Bislang war es so, dass technologische Innovationen mehr Jobs kreierten als sie zerstörten. In diesem Prozess gab es trotz vieler Verlierer insgesamt doch mehr Gewinner. Nun haben wir es erstmals seit dem 18. Jahrhundert mit der kritischen Situation zu tun, dass die technologische Innovation weit mehr bezahlte Arbeitsplätze zerstören wird als sie kreieren wird. Meiner Meinung nach stellt das ein Dilemma dar. Ein kritischer Augenblick. Und wir werden uns entscheiden müssen. Wir werden uns politisch und demokratisch entscheiden müssen zwischen einer Welt, in der die Konzentration des Besitzes der neu gegründeten Produktionsmittel zu einem stagnierenden Kapitalismus führen wird, mit ausgeprägter Ungleichheit und hohen Einnahmen für einen schrumpfende Prozentsatz der Bevölkerung, der hinter Barrieren, Zäunen und Elektrozäunen in Gemeinschaften lebt, die von einer Privatpolizei kontrolliert werden. Und der Rest lebt in einer Kloake aus Unbeständigkeit, Unsicherheit und sozialem Elend.

Lassen Sie mich es mit Sciencefiction Begriffen ausdrücken, einer Parabel, die ich für sehr lehrreich halte und die ich oft verwende. Wir bewegen uns auf eine Sciencefiction Welt zu, die bald nicht mehr Sciencefiction sein wird. Doch vergessen Sie nicht, dass es in der Sciencefiction zwei Möglichkeiten gibt. Die erste ist eine Star-Trek Gesellschaft, wo alle gleich sind und von der Technologie profitieren. Wir müssen nicht mehr arbeiten. Es gibt ein Loch in der Wand, das einem alles spendet, was man möchte. Niemand wird ausgebeutet, niemand müsste dafür arbeiten, die Maschinen übernehmen das für uns. Die Maschinerie, die Technologie ist ein Diener der Menschheit. Wir können uns setzen, das Universum erkunden und philosophische Diskussionen über den Sinn des Lebens führen, was wunderbar ist, nicht wahr? Das ist ein gutes Szenario. Doch dann gibt es da noch das Matrix-Szenario, wo die Werkzeuge, die wir geschaffen haben, uns versklaven. Und wir sind in einer Illusion von Freiheit gefangen, anstatt wirkliche Freiheit zu haben. Ob wir als Folge technologischer Innovationen auf ein Star-Trek oder Matrix Szenario zusteuern, ist eine Folge von Politik. Und wenn diese nicht demokratisch ist, wird es eine MatrixWelt.

Oder wir bewegen uns in eine andere Richtung, wo wir den Kapitalismus und auch die Sozialdemokratie hinter uns lassen. Sozialdemokratie basierte auf der Idee, dass sich die Arbeiterklasse durch Steuern und Versicherungsbeiträge selbst versichert. Erinnern Sie sich an die Reformen in Großbritannien nach 1945 unter der Attlee-Regierung. Wenn es jedoch nicht mehr genug bezahlte Arbeit gibt, muss Demokratie, um zu überleben, ein neues Modell entwickeln, bei dem Besitz der Produktionsmittel – um einen alten Marxistischen Begriff zu verwenden – umverteilt wird, oder zumindest der Anspruch auf die Einnahmen aus den Produktionsmitteln umverteilt wird, und zwar so, dass Freiheit garantiert wird. Freiheit manifestiert sich nicht dadurch, dass man zu jedem Angebot ja sagen kann. Die Mafia ist sehr gut darin, dir ein Angebot zu machen, welches du nicht ablehnen kannst. Freiheit manifestiert sich darin, nein zu sagen und trotzdem zu überleben, trotzdem erfolgreich sein zu können. Wenn man unter solchen Umständen ja sagt, ist es eine aufrichtige, freie Wahl. Das setzt jedoch ein bedingungsloses Grundeinkommen voraus, das für die Außenfaktoren, welche die Freiheit stärken, essentiell ist.

Die Frage lautet also, ob wir unsere Gesellschaft für eine erweiterte Familie der Menschheit halten oder nicht. Das kann durch den Staat oder durch einen neuen sozialen Markt geschehen, wo wir beispielsweise alle über Kapital verfügen, dass wir erben. nicht nur durch Geburt von einem bestimmten Elternteil, das über Produktionsmittel verfügt, sondern von der Gesellschaft. Und das Kapital kann auf eine Art verwendet werden, die uns allen das garantiert, was Paris Hilton garantiert wird: ein Treuhandfonds, der ihr erlaubt, ein gutes Leben zu haben, egal was für dumme Dinge sie anrichtet. Ich sage nicht, dass wir alle wie Paris Hilton werden sollen, aber ich glaube jedes Kind, das geboren wird, sollte einen Minimum-Treuhandfonds erhalten, das ihm erlaubt, in Freiheit und Würde zu leben.

Ein armes Land, ein Land in einer großen Depression wie Griechenland, kann man nicht darum bitten, ein bedingungsloses Grundeinkommen bereitzustellen, wenn es aktuell nicht einmal Medikamente für Krebspatienten bereitstellen kann. Ein reiches Land wie die Schweiz hat die fantastische Möglichkeit, dieses wunderbare Experiment zu wagen."

Yanis Varoufakis (http://www.actvism.org/wp-content/uploads/2016/05/YY-and-NC-%C3%BCber-BGE.pdf)

Kommentar von Interesierter ,

Das ist nett geschriebener sozialromantischer Unsinn. Wer genauer hinschaut, wird erkennen, dass gerade die Volkswirtschaften mit hoher Produktivität, also mit hohem Automatisierungsgrad nahezu Vollbeschäftigung haben, während die Volkswirtschaften mit niedrigem Automatisierungsgrad allesamt unter Massenarbeitslosigkeit leiden. 

Die Realität beschreibt genau das Gegenteil dessen, was als vermeintlich stärkstes Argument für das BGE angeführt wird. 

Die Vorstellung, alle könnten vom Staat leben und keiner müsste dafür aufkommen, ist ein Ausdruck von Realitätsverweigerung. Der Staat kann nur verwalten und verteilen, was er vorher einnimmt. Sprich, irgend jemand muss die Zeche zahlen.

Durch die Automatisierung wird die menschliche Arbeit nicht abgeschafft. Es wird lediglich die Produktivität und damit die Wertschöpfung erhöht. Die Automatisierung ersetzt den Menschen nicht sondern sie erweitert nur seine Möglichkeiten. 

Der Denkfehler liegt im nicht verstandenen Geldsystem. Geld hat für sich betrachtet keinen Wert. Es erhältlich nur durch seine Knappheit und die Wertschöpfung einen Tauschwert. Wird die Knappheit des Geldes aufgehoben, wird es automatisch seinen Wert verlieren. Wird die Wertschöpfung in Frage gestellt und ausser Kraft gesetzt, gibt es nichts mehr, was man sich für das Geld kaufen könnte.

Die Folge wäre eine sich selbst beschleunigen Inflation.

Kommentar von NoHumanBeing ,

Durch die Automatisierung wird die menschliche Arbeit nicht abgeschafft. Es wird lediglich die Produktivität und damit die Wertschöpfung erhöht. Die Automatisierung ersetzt den Menschen nicht sondern sie erweitert nur seine Möglichkeiten.

Das Problem ist, dass wir von dieser Automatisierung größtenteils nicht zu profitieren scheinen. Es wird immer mehr Ware mit immer weniger Aufwand produziert. Die Preise müssten ja regelrecht ins bodenlose stürzen! Das sehen wir aber interessanterweise nicht. Faktisch ist es so, dass die tatsächliche Kaufkraft der meisten Menschen sinkt.

Der erwirtschaftete Überschuss wird also vorwiegend nicht dazu genutzt, den Lebensstandard aller zu erhöhen, sondern er versickert in den Taschen weniger wohlhabender (Unternehmer, Manager, Bankiers, etc.), die letztlich auf Kosten der Allgemeinheit leben. Das sind die wahren Schmarotzer in unserer Gesellschaft, nicht der Hartz-4-Empfänger oder der Teilzeitbeschäftigte.

Kommentar von Interesierter ,

Schau dir einfach mal an, was heute alles Standard ist. Davon könnte man vor 50 Jahren nur träumen.

Selbstverständlich kommt der Zuwachs an Wertschöpfung auch beim Konsumenten an. Waren aus Massenproduktion sind billig wie nie.

Gerade im Bereich der Lebensmittel wenden wir heute nur noch einen Bruchteil dessen auf, was noch vor 50 Jahren aufzuwenden war. Zurückzuführen ist das ausschließlich auf die gesteigerte Wertschöpfung.

Kommentar von NoHumanBeing ,

Schau dir einfach mal an, was heute alles Standard ist. Davon könnte man vor 50 Jahren nur träumen.

Selbstverständlich kommt der Zuwachs an Wertschöpfung auch beim Konsumenten an. Waren aus Massenproduktion sind billig wie nie.

Gerade im Bereich der Lebensmittel wenden wir heute nur noch einen Bruchteil dessen auf, was noch vor 50 Jahren aufzuwenden war. Zurückzuführen ist das ausschließlich auf die gesteigerte Wertschöpfung.

Gerade das hätte ich nicht gedacht. Ich gebe zur Zeit ~300 € pro Monat für Lebensmittel aus. Für mich allein, für eine einzelne Person wohlgemerkt. Sicher, das ist nicht "Existenzminimum", sondern schon etwas "besser". Viele Milchprodukte, öfter mal Fleisch, aber zum Beispiel auch viel Salat. Es ginge sicher erheblich billiger, auf seine tägliche Brennwertzufuhr zu kommen, aber das geht dann eben auch irgendwann auf die Gesundheit (und bei sehr preiswerten Produkten oftmals wohl auch auf Kosten derer, die sie herstellen, sowie auf Kosten der Natur), von daher möchte ich an dieser Stelle lieber nicht zu sehr auf's Geld achten. Ich habe natürlich keinen direkten Vergleich, aber ich finde das schon ziemlich viel für eine einzelne Person.

Was auch krass ist, sind die Immobilienpreise. Wird prinzipiell auch immer weniger aufwändig, solche herzustellen. Einfach mal die Zeiten anschauen, die es heute dauert, ein Gebäude hochzuziehen und wie lange es früher gedauert hat. Maschinen, fertig gegossene Betonteile, etc. spart Aufwand ohne Ende. Trotzdem steigen die Mieten immer weiter und auch die Verkehrswerte, selbst für Bestandsimmobilien, steigen ja auch. Warum eigentlich? Die Dinger werden doch durch's Altern auch nur schlechter. Außerdem sind sie irgendwann längst nicht mehr auf dem "Stand der Technik". In meinen Augen ist das eine einzige "Blase". (Ist es wohl auch tatsächlich größtenteils.)

Wo man hingegen tatsächlich merkt, dass etwas "billiger wird", ist im Bereich der Technologie. Ich weiß noch, dass in meiner Jugend ein durchschnittlicher PC um die 2000 - 3000 DM gekostet hat. Das sind mehr als 1000 - 1500 €, inflationsbereinigt vermutlich noch einiges mehr. So viel würde man dafür heutzutage sicher nicht mehr bezahlen.

Andererseits sind heute eben auch ganz andere Dinge "Standard". Mein Notebook, das ich vor einigen Jahren angeschafft habe, hat damals beispielsweise auch wieder ~2000 € gekostet. Ein Smartphone beispielsweise kostet heute auch um die 400 € (bei einem aktuellen Androiden) bis hin zu 700 € (für die Leute, die unbedingt ein Apple wollen). Da musst Du aber sehr weit in die Vergangenheit gehen, um vor dem aktuellen "Smartphone-Hype" eine Zeit zu finden, in der ein Mobiltelefon so teuer war. Sicher wirst Du es finden - ganz zu Beginn der Mobilfunk-Ära waren die Kisten groß wie ein Koffer und haben viele tausende DM gekostet.

Klar! Ein Telefon, was das kann, was die Teile vor 10 Jahren mal konnten, ist heute spottbillig. Aber der Vergleich ist müßig, denn heute ist eben etwas anderes der Standard und wenn man mal vergleicht, was ein "damals übliches Telefon" gekostet hat und was ein "heute übliches Telefon" kostet, dann findet man vermutlich plötzlich keinen Preisverfall mehr, sondern vermutlich sogar für die meiste Zeit (sofern man nicht sehr weit zurück geht) eine Teuerung.

Du darfst ja nicht vergleichen, was heute etwas kostet, was Du damals bereits erwerben konntest. Oftmals gibt es diese Produkte ja auch überhaupt nicht mehr oder sie sind inzwischen rar und gerade deshalb teuer. Auf jeden Fall sind sie heute "unüblich". Du musst vergleichen, was damals "üblich war" und was es damals gekostet hat und was heute "üblich ist" und was es heute kostet, sonst vergleichst Du ja Äpfel mit Birnen. Und ich denke, dass Du bei diesem Vergleich in der Regel eine Teuerung feststellen wirst.

Kommentar von Interesierter ,

Nun, bei der von dir gefühlten Inflation muss ich dich enttäuschen. Genau das Gegenteil ist der Fall. Im Jahr 1950 gab ein Haushalt im Schnitt 44% seines Einkommens für Lebensmittel aus. Im Jahr 1960 waren es noch 38%. Im Jahr 1970 sank der Anteil auf 25%, im Jahr 1980 auf 20% und im Jahr 1990 auf 17,6% und im Jahr 2000 auf unter 15.%. Aktuell liegt der Anteil bei 13,6 %. Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/75719/umfrage/ausgaben-fuer-nahrun...

Schaust du dir die Wohnkosten gemessen am Einkommen an, wirst du auch hier feststellen, dass diese im Durchschnitt gefallen sind. Quelle: http://www.welt.de/finanzen/immobilien/article140980092/So-rechnen-die-Makler-De...

Nur ist es so, wie du es schon richtig beschrieben hattest, dass wir heute Dinge haben, die gab es früher nicht. Damit wir uns diese leisten können, müssen zwangsläufig die übrigen Posten weiter in den Hintergrund treten. Eine differenzierte Betrachtung ist hier schon nötig. Nur ist die pauschale Aussage, Lebensmittel und Mieten seien überproportional teuer geworden, so nicht richtig. Sie sind billiger geworden und haben Platz für andere Dinge gemacht, die für uns heute selbstverständlich sind.

Antwort
von Iflar, 64

Jedem Menschen BGE auszuzahlen, ist nicht nur leicht zu realisieren, sondern auch ein großer Schritt hin zu einem sozial gerechteren Staat. 

Dennoch wird dieses BGE in Deutschland bei momentaner Politik niemals eingeführt, da die mehrheitliche, politische Einstellung ganz klar weg vom Sozialstaat hin zum "Vorrang dem Wachstum"-Staat degradiert. Da Politik eine Bürde der Superreichen ist und diese kein Interesse daran haben, ihren Reichtum zu teilen oder gar zu verlieren, setzen sie sich auch gegen die Einführung des BGE ein, obwohl es dem Großteil der Bevölkerung extrem nützlich ist. 

Echte, sinnvolle, menschenrechtskonforme Argumente gegen die Einführung eines BGE gibt es nicht. Es ist nur ein erdrückende Lobbyarbeit zu beobachten, die sowohl durch Erpressung der Politik, als auch durch systematische Verdummung aller eigentlich vom BGE profitierenden Menschen, den Reichtum all jener erhält, die am wenigsten dafür geleistet haben, der Superreichen! 

Man kann es den reichen Liberalisten aber auch in mindestens einer Hinsicht nicht verübeln. Dominanz ist ein menschliches Bedürfnis, nachdem jeder in irgendeinem Belangen strebt und ein Privileg, dass jeder Mensch aufrechtzuerhalten versucht. Da einem mit Geld das effektivste Dominanz-Mittel unserer Zeit gegeben ist, schützt und vermehrt es jeder, der es hat!

Antwort
von Handwerkbursche, 93
  • Ich persönlich befürworte das bedingungslose Grundeinkommen.
  • Gleichzeitig vermute ich, dass es in der Bundesrepublik Deutschland nicht so schnell - vielleicht sogar gar nicht - durchsetzbar sein wird.
  • Das Ergebnis der heutigen Volksabstimmung in der Schweiz stärkt meine Vermutung. http://www.tagesschau.de/ausland/schweiz-volksabstimung-101.html
  • Würde solch eine Abstimmung auch in der Bundesrepublik stattfinden, wäre das Ergebnis nach meiner Einschätzung ähnlich wie in der Schweiz.
  • Das bedingungslose Grundeinkommen halte ich zwar für wichtig auf dem Weg zu einer sozial gerechteren Gesellschaft, gleichzeitig aber auch für nur einen (allerdings wichtigen) "Baustein" unter mehreren.
  • Ein "Allheimittel" gegen soziale Ungerechtigkeit ist somit auch das bedingungslose Grundeinkommen nicht - immerhin aber ein wichtiger & richtiger Schritt in die richtige Richtung.


Antwort
von ch4rlem4gne, 57

Ich möchte mal einen Punkt ansprechen welcher hier noch nicht explizit behandelt wurde:

Es gibt da eine sagenumwobene, mystische Gestalt, welche in Erzählungen und Geschichten von besseren Zeiten, neuen und alten Gesellschaften, von Wohlstand und sozialer Gerechtigkeit, Utopie und Wunschdenken vorkommt:
Der gute Mensch. Der Altruist. Der wahre Freund.

Und ich sage euch: Es gibt ihn! Er lebt - meist unerkannt - unter uns und verrichtet sein Werk, ungeachtet der Umstände, seien sie auch noch so schlecht zu ihm.
Und es gibt mehr von ihnen als man es sich so vorstellt.

Und diese, und vor allem das Potential dass sich dieser Zug an noch viel mehr Menschen herausbildet, würden wir mit einem Grundeinkommen sehr fördern.

Es Menschen ermöglichen einfach Dinge zu tun, weil sie etwas für die Gemeinschaft tun wollen. Und das so lange und in welchem Rahmen es ihnen beliebt, ohne Einbußen ihrer Existenzgrundlagen fürchten zu müssen.

Der Ehrenamtliche beispielsweise. Er wäre sozusagen ein Vollzeitjob mit Bezahlung ;)

Und es gibt so viele die Gutes tun wollen. Die sogar nur gutes tun wollen.
Und so viele die einfach gerne noch viel mehr tun würden, es aber nicht können aufgrund der Tatsache dass sie sich noch irgend wie finanzieren müssen. Finanzieren müssen dass sie der Gesellschaft einen Dienst erweisen können. Recht absurd wenn man es mal so bedenkt.

Ich bin der Meinung wir sollten uns mal wieder dahin bewegen nicht vom Schlechten, sondern vom Guten im Menschen auszugehen und versuchen eben dies auch zu fördern.

Natürlich klappt das alles nicht von Heute auf Morgen, das kann mitunter auch schon ein paar Generationen dauern.
Aber ich denke es ist der nächste große, logische Schritt in die richtige Richtung.
Die nächste große Schwelle die wir übertreten müssen, wenn wir uns weiterentwickeln und eine Zukunft haben wollen in der ein vernünftiges Leben nach heutigem Empfinden und sogar ein wesentlich besseres möglich ist, anstelle des Trends uns eher, einer Zeitschleife gleich, wieder zurückzuentwickeln und den Egoismus der modernen Welt zu fördern. Die Gier, den Wunsch nach "höher, schneller, weiter", anstatt dem Wunsch nach tatsächlichem Glück und Zufriedenheit und dem, den Status quo auch einfach mal als solchen für gut zu befinden.

Wir sollten als Menschheit einfach mal wieder ein bisschen weg kommen vom Geld als unserem zentralen Lebenssinn und Inhalt und uns wieder etwas mehr den uns gegebenen und eigenen Werten widmen.

Kommentar von DonkeyDerby ,

Charlemagne, Du hast ja sowas von recht!

Wenn man sich mal im ehrenamtlichen Sektor umschaut, dann sieht man, dass dort selbstverständlich überproportional häufig die Menschen vertreten sind, die bereits eine Art BGE beziehen: Rentner, Frührentner, Hausfrauen, die von ihren gutverdienenden Ehemännern "alimentiert" werden, Menschen mit passivem Einkommen (oft aus der Erbengeneration), kurz: Privatiers aller Art.

Das ist ja auch logisch: Wer im Arbeitsleben steht und strampeln muss,  um die Familie zu ernähren, der kann und soll nicht seine knappe Freizeit ins Ehrenamt stecken.

Was auffällt: Der normale Arbeitslose, auch Langzeitarbeitslose, engagiert sich relativ selten ehrenamtlich. Ihm fehlt ganz offensichtlich die "Freiheit", dies zu tun, kombiniert mit dem Gefühl, dass er am Rande der Gesellschaft steht und dass man ihm seine ehrenamtliche Tätigkeit negativ ankreiden könnte ("Wenn der hier schaffen kann, kann er doch auch arbeiten gehen!"). Wir verschenken hier sehr viel Potential. Denn alles, was die Ehrenamtlichen übernehmen, spart dem Staat und damit dem Steuerzahler bares Geld.

Den Bodensatz an "ich will meinen Hintern nicht vom Sofa heben", der unweigerlich in jeder Gesellschaft vorhanden ist, kriegen wir auch mit BGE gestemmt - so wie wir es jetzt auch tun.

Kommentar von NoHumanBeing ,

Du sprichst mir aus der Seele! :-)

Antwort
von warehouse14, 205

Statt dieses Einkommen "bedingungslos" zu nennen sollte man vielleicht einfach mal ein anderes Wort verwenden: sozial.

Dann steht dem ganzen schonmal weit weniger im Weg, weil man immer noch für seinen Lebensunterhalt arbeiten muss. Aber eben nicht sich dabei zutodeschuften...

Nur sollten wir als gesamte Menschheit einfach mal sowas wie einen Neustart veranstalten.

Jeder, der körperlich und geistig dazu in der Lage ist, sollte sich an der Herstellung der Grundbedarfe beteiligen. Ein paar Praxisjahre in Landwirtschaft und Wohnungsbau täten tatsächlich vielen Wohlstandsgören gut, die solche Dinge eher mit Verachtung betrachten.

Darüber hinaus sollte es jedoch freiwillig sein, ob man der Gesellschaft noch mehr leisten möchte. Eine Berufsausbildung wäre dann nur für den von Bedeutung, der in der jeweiligen Tätigkeit auch seine Berufung sieht.

Die Lernfaulen können ja weiterhin bei den Grundbedarfen werkeln. ;)

Und da durch diese eine Bedingung niemand das Grundeinkommen "unberechtigt" erhalten kann braucht sich auch niemand über diejenigen aufregen, die eben keine höhere Bildung und irgendwelche stressigen Jobs anstreben.

Ich wäre nur dafür, daß notorische Arbeitsverweigerer dann auch keine Luxusgüter haben dürfen... Essen, Kleidung und ein Dach überm Kopf muss denen dann genügen (Bücher können sie ja in der Bibliothek lesen, wenn ihnen langweilig wird). ;)

Der Besitz von Technologien wie TV, Handy und Auto würde also durchaus davon abhängen, ob man wenigstens ein Mindestmaß an Beteiligung aufbringt, um all das zu erwirtschaften, was gebraucht wird.

warehouse14

Kommentar von DonkeyDerby ,

Ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr für junge Menschen ist natürlich auch keine schlechte Idee. Quasi als Einführung ins Arbeitsleben. Allerdings müssten die Arbeitgeber diese jungen Menschen auch entlohnen (der Lohn flösse dann in den großen BGE-Topf). Heutzutage werden ja die Arbeitgeber subventioniert, die Langzeitarbeitslose einstellen. Völlig sinnfrei. Kostet den Staat, nämlich uns alle, nur ein Heidengeld.

Kommentar von PlueschTiger ,

Heutzutage werden ja die Arbeitgeber subventioniert, die Langzeitarbeitslose einstellen. Völlig sinnfrei.

Das Perfide daran ist noch das es Arbeitsplätze vernichtet. Ich habe mehr als ein mal die Erfahrung machen müssen das Arbeitgeber mich nicht eingestellt haben. Grund war offensichtlich. Warum sollte er mich bezahlen und wenn es nur Halbtags ist, wenn er alle paar Wochen Schüler, Studenten und vor allem, vom Amt Bezahlte Praktikanten Kostenlos bekommt?

Kommentar von 60cent ,

"Ich wäre nur dafür, daß notorische Arbeitsverweigerer dann auch keine Luxusgüter haben dürfen... Essen, Kleidung und ein Dach überm Kopf"

na für mehr würden auch die 600,-€ nicht reichen - der müsste für max. 300,- wohnen, damit ihm noch 300,- zum leben bleiben

Kommentar von holodeck ,

Ich wäre nur dafür, daß notorische Arbeitsverweigerer

Du hast den Sinn eines BGE noch nicht verstanden. Das BGE entkoppelt Arbeit von Einkommen.    

Und bedingungslos heißt bedingungslos. Ohne jede Bedingung.

Kommentar von Interesierter ,

Geld für lau eben!

Kommentar von warehouse14 ,

holodeck:

Ein bedingungsloses Einkommen ist selbst von der Natur nicht wirklich vorgesehen. Selbst der Regenwurm muss sein Futter erst einmal zusammenkratzen und damit etwas leisten. ;)

Bei meiner Abwandlung des BGE zum SGE (soziales Grundeinkommen!) ist nur der absolut lebensnotwendigste Grundbedarf von einer kapitalistischen Arbeitsleistung "abgekoppelt". Dabei handelt es sich um Nahrung, Kleidung und eben ein Obdach. Alles Dinge, die die Natur niemandem verweigern würde...

Alles, was darüber hinaus geht kann man sich dann erwirtschaften.

Oder lässt es eben bleiben und verzichtet.

Kommentar von holodeck ,

Bei meiner Abwandlung des BGE zum SGE

Niemand möchte, dass du irgendetwas abwandelst. Auch du verstehst den Kulturimpuls hinter der Idee vom BGE nicht. Dein Denken in Kategorien von "Arbeit = Lohn" / "mehr Arbeit = Luxus" ist im Zeitalter der Industriellen Revolution und kapitalistischen 1x1 stecken geblieben. Nicht überlebensfähig in einer Zukunft, die uns vor gewaltige soziale, ökologische und ökonomische Herausforderungen stellt.

absolut lebensnotwendigste Grundbedarf (..)
Alles Dinge, die die Natur niemandem verweigern würde...

Den Grundbedarf schaffe ich mir jederzeit gerne selbst. Sage mir doch gleich mal, wo genau ich mir ein ausreichend großes Stück Land abstecken darf. Eine schöne satte Weide für die Kuh, eine Ackerkrume, ein kleiner Bachlauf für Mühle und Energieerzeugung und ein kleines Wäldchen für das Bauholz täten es für den Anfang. Gern anne Ostsee oder auch in Bayern.    

Alles, was darüber hinaus geht kann man sich dann erwirtschaften.

Ganz genau das sagen die Erfinder des BGE. Ein Grundeinkommen ist ein Grundeinkommen. Wer Luxus möchte - und unter Luxus wird keineswegs ein menschenwürdiges Leben mit gesellschaftlicher und kultureller Teilhabe verstanden, sondern Rolex, Segeljacht und Co. - der geht arbeiten.     

Nur dass es schon 2.500 Grundeinkommen sein müssen, damit es realistisch ist.  

Kommentar von PlueschTiger ,

Ein bedingungsloses Einkommen ist selbst von der Natur nicht wirklich vorgesehen. Selbst der Regenwurm muss sein Futter erst einmal zusammenkratzen und damit etwas leisten. ;)

Du hast Recht, doch das ist doch das Problem. Dieses System der selbst Versorgung ist bereits vor Jahrhunderten vernichtet worden und je Mehr Menschen auf der Erde leben desto schwerer wird es, auch wegen der Produktivität.

Es fing an als Grafen und Adlige den Bürgern das Jagen von Wild verboten, damit sie selbst sich daran bei dem Jagtprivileg amüsieren können und heute wird jeder Flecken mit Häusern zugebaut während Unmengen Wohnungen und Häuser Leerstehen. Mal ganz abgesehen von den Bürokratischen und Konkurrenz Problemen.

Doch leider ist das heute eine Sache die wir nicht mehr ändern dürfen, wenn wir es Täten würde es zur Vernichtung von unzähligen Arten führen.

Alles, was darüber hinaus geht kann man sich dann erwirtschaften.

Ich denke mal zu viele verstehen das BGE als "Alles inklusive".

Kommentar von NoHumanBeing ,

Du hast Recht, doch das ist doch das Problem. Dieses System der selbst Versorgung ist bereits vor Jahrhunderten vernichtet worden und je Mehr Menschen auf der Erde leben desto schwerer wird es, auch wegen der Produktivität.

Es fing an als Grafen und Adlige den Bürgern das Jagen von Wild verboten, damit sie selbst sich daran bei dem Jagtprivileg amüsieren können

Exakt!

heute wird jeder Flecken mit Häusern zugebaut während Unmengen Wohnungen und Häuser Leerstehen.

Nunja, das stimmt so nicht. Geh mal in eine Deutsche Großstadt, z. B. nach München, Frankfurt oder Berlin und schau Dir da mal die Wohnungssituation an.

Viel zu wenig Wohnungen. Grund und Boden gäbe es genug. Vielleicht nicht in der Stadt selbst, aber man könnte die Stadtgrenzen ja problemlos ins Umland erweitern und dort zusätzliches Bauland ausweisen. (Dort ist ja meist recht wenig bebaute Fläche.) Natürlich müsste man dafür die Infrastruktur bis dahin ausdehnen, was Investitionen bedeuten würde, aber die würden sicher recht schnell refinanziert.

Kommentar von PlueschTiger ,

Na ja, Metropolen und Großstädte sind da was anderes, doch auch da hast du diese Probleme und sei es nur weil die Besitzverhältnis nicht geklärt sind oder der Besitzer sich weigert zu verkaufen, weil er mit Wertzuwachs spekuliert. Die Bahn und Kirche sind neben dem Staat die Größten Landbesitzer. Den Fall das Eigentümer nicht verkaufen wollen oder nicht auffindbar sind haben wir bei uns mehrfach und wir sind noch klein 10.000 EW. Die Stadt würde gerne einige Schandflecken Sanieren oder entfernen.

Du hast recht, man könnte endlos erweitern, doch kommen wir da doch gerade Ökologisch und Landwirtschaftlich zu Probleme, das ist dann nicht mehr für Produktion und Natur da. Dort ist meine Meinung, das es schlicht keine Vernünftige Stadtplanungen gibt und Regelungen. Grundstücksverkäufe bringen Geld in die Stadtkasse und Grundsteuer. In Brasilien rechnet man in den nächsten Jahrzehnten mit Städten von 50-100 Millionen Einwohner und den Anwachsen der Städte, so das Verschiedene Großstäte welche heute noch Dutzende km auseinander liegen faktisch eins werden und das klingt nicht gerade berauschend, oder?

Es müsste eigentlich Strenge Regeln geben was für Häuser noch gebaut werden dürfen. In Städten wie München kann dann halt kein reicher eine Tausende m² Villa ebenerdig machen. Bedenke das die immer Größer werdenden Netze Gas, Waser, Strom ja auch instandgehalten werden müssen und wie sehr die Versorger da hinterher hinken. Zudem bedeutet jedes instand halten oder Reparatur oft Straßensperrungen, da die Netze darunter verlaufen.

Kommentar von Jerichmed ,

Das gibt es in Deutschland doch schon lange. Nur nicht Bedingungslos. Bedingung ist, man ist bedürftig oder asozial.

Antwort
von bine0905, 26

Sind wir mal ehrlich von den geplanten 1000 Euro soll wer leben können? Gerade für Alleinerziehende oder Personen ohne Ausbildung ist es ein Vorteil da sie dann sich finanziell etwas leichter tun. Warum gibt es soviele Zeitarbeiter, nur weil Firmen das Personal lieber erst mal testen und ausnutzen wollen, bringt derjenige nicht mehr die Leistung kann er gehen. Was aus demjenigen Arbeiter/Angestellten wird interessiert keinen. Und es hat jeder die Möglichkeit dazu zu verdienen, indem er arbeiten geht.

Antwort
von Tigerbanana, 34

Mahlzeit 

Ich begegne dem eher kritisch . Es werden viele Mindestlöhner nicht mehr Arbeit ,es sei den  sie wollen unbedingt arbeiten .

Was hinzu kommt sind auch noch die Leute die übereits Kinder das geld rein holen da es auch Kinder bekommen wird es auch Leute geben die aus reiner Geld gier viele Kinder zeugen . Wenn man mal überlegt meine Frau und ich bekommen zusammen ca 3500 bis 4000 im Monat bei einer Familie  mit 3 Kindern haben die schon 5000 wenn diese Kinder noch sehr jung sind werden vielleicht für jedes Kind 700 800 Euro ausgeben müssen .

Ich weiß es hört sich ziemlich neidisch an , aber es gibt Menschen die dem Staat jetzt schon das geld aus der Tasche ziehen und dann noch mehr wollen  wenn es zum grundei kommen kommt , die Leute die trotzdem arbeiten gehen müssen dafür büßen.  Mal ganz abgesehen von den zusammen Bruch des Arbeitsmarkt .

Antwort
von Ysosy, 79

Das Konzept des BGE ist völlig Weltfremd und unrealistisch.

Legen wir das BGE auf 2000 fest würde Jeder der weniger verdient, Kündigen. Warum seine Zeit verschwenden wenn man sie mit seinen Lieben verbringen kann, Zeit mit den Kindern, den Eltern, den Freunden oder den Hobbys.

Und wer würde für 200 Euro im Monat 160 Stunden arbeiten gehen? Das Geringste Gehalt bei dem Jemand dann arbeiten würde, wären wohl 3000-4000 Euro. Und das müsste dann Jeder Kofferträger, Wachmann, Sockensortierer oder Hausmeister bekommen, damit es überhaupt ein Anreiz gibt, um arbeiten zu gehen. Und da explodiert die Preisspirale. Höhere Gehälter > höhere ausgaben > höhere Preise > BGE reicht nicht mehr für Brot > höheres BGE > höhere Gehälter...

Das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) ermöglicht jedem Bürger, in Würde leben zu können

Die Würde eines Menschen ist vom Gehalt abhängig? Traurig eine solche Welt. Zudem ist Jeder für sein Gehalt selber verantwortlich. Wer in der Schule gewesen ist um andere zu Mobben und seine Freizeit nur nutzte um Kriminell zu werden.. hat es selber verbockt.

Den Arbeitszwang würde es nicht mehr geben.

Stimmt wenn 40% der Deutschen Kündigen dann müssen zumindest diese 40% nicht mehr arbeiten. Und die anderen 60% dürfen die Arbeitsfreien durchfüttern. Klingt absolut Fair. Wirkliche Soziale Gerechtigkeit wird es erst geben, wenn man Geld abgeschafft hat.

Kommentar von DonkeyDerby ,

Wirkliche Soziale Gerechtigkeit wird es erst geben, wenn man Geld abgeschafft hat.

Äh, wie bitte???  Nein. Denn wer Grundbesitz hat, wer Güter besitzt und wer die Fähigkeit und die Mittel hat, Güter zu erschaffen, ist auch in einer Gesellschaft ohne Geld als Tauschmittel auf der reichen Seite. Wer keinen Grundbesitz und keine Produktionsmittel hat, muss für die Lebensmittel, die er braucht, bei den Land- und Produktionsmittelbesitzern dafür arbeiten gehen. Und wer keine Arbeitskraft mehr bieten kann und nichts besitzt, der ist auch in einer geldlosen Gesellschaft der absolute Verlierer und auf Almosen angewiesen.

Das Geld abzuschaffen, löst überhaupt keine Probleme.



Kommentar von Ysosy ,

Das muss man in einem Größeren Rahmen sehen. Logischerweise wird mit dem Abschaffen von Geld auch Jeder „Besitz“ entfernt. Wir enteignen Quasi Jeden Menschen auf dem Planeten. Jede Firma wird Öffentliches Eigentum.

Wer ein Haus möchte geht zu einem Amt und beantragt es. Die Auflage wäre dann 20 Jahre irgendeine Frei wählbare Arbeit zu verrichten. Socken stopfen, Sterne erforschen, Medizin Studieren und dann 15 Jahre Operieren...

Wer ein neuen Fernseher möchte muss dafür 3 Monate arbeiten als Babysitter, Müllmann, oder sonst etwas.

Es ändert sich also nicht viel, bis auf den Umstand das man kein Geld mehr in der Hand hat. Man muss heute auch arbeiten um Güter zu erwerben. Vorbilder dazu, seien verschiedenen Filme in denen eine solche Zukunft präsentiert wurden. Ach ja, die Hyperreichen werden eher die Hölle zufrieren, als das zuzulassen.

Kommentar von DonkeyDerby ,

Die faktische Besitzlosigkeit wurde bereits in den Kibbuzim erprobt. Es gibt auch immer noch Gemeinschaften, die Besitz so handhaben. Die Tatsache, dass die meisten Menschen sich gegen dieses Modell entscheiden, lässt vermuten, dass es der menschlichen Natur widerspricht.

Kommentar von Ysosy ,

Die Tatsache, dass die meisten Menschen sich gegen dieses Modell entscheiden, lässt vermuten, dass es der menschlichen Natur widerspricht.

Die Tatsache das der Mensch von Natur aus kein Geld hat, lässt vermuten, dass Geld dem menschlichen Naturell widerspricht. :-)

Worte wie Besitz, Eigentum, Geld und ähnliches entstanden erst in den letzten 3-4 Tausend Jahren. Vor 10 000 Jahren sagte man nicht: „Dieses Grundstück gehört mir.“ Sondern: „Auf diesem Grundstück wohne ich.“

Kommentar von NoHumanBeing ,

Dann muss man das Privateigentum an Produktionsmitteln eben abschaffen.

Hatten wir das nicht schonmal?

Antwort
von kieschke, 7

Nein, die Lösung für soziale Gerechtigkeit wäre einfach: 10% Einkommensteuer für " ALLE". Egal ob Schwarzarbeit oder Normal. Eigenverantwortlich!!!!! Ok. Kontrolliert durch unseres gläserne Haus. Und eine Politik die einen dafür motiviert. Also ich meine wirklich Alle. Personen, Personengesellschaften, Kapitalgesellschaften usw. ohne Abstriche. Für die Gesellschaften eine einfache Regel, dort wo ich meinen Sitz habe bezahle ich meine Steuern. Und wenn ich in Deutschland nicht den Sitz meiner Gesellschaft habe, aber hier Geld verdienen möchte dann zahle ich freiwillig oder aber es wird geschätzt vom deutschen Finanzamt, so hoch bis die Gesellschafft zahlt oder keine Geschäfte mehr in Deutschland macht, oder ihren Sitz nach DE verlegt.

Wir brauchen eine Krankenversicherung für Alle. Und ich meine eine Gesetzliche und nicht 200............. für die Grundversorgung. Den Rest kann jeder und ich meine jeder privat durch Private Krankenkassen selber bestimmen.

Rente wäre auch einfach, als Umlage jeder und ich meine jeder zahlt nochmal 3% von seinem Einkommen ein und wir haben die Altersarmut auch gelöst.

Arbeitslosenversicherung muß finanziert werden. Natürlich als Solidargemeinschaft. Ich würde es auch flexibel gestalten. Und ein Jahr mit 20% weniger auszukommen finde ich sozial verträglich. Danach würde ich es auf 70% der niedrigsten Rente absenken. Also das Arbeitslosengeld .

Alle Probleme wären weg oder ???

Antwort
von Herb3472, 204

Das BGE schaffe die Voraussetzung zur individuellen Freiheit und zur Selbstverwirklichung

Wie stellst Du Dir eine funktionierende Gesellschaft vor, wenn jeder nur
mehr dann arbeitet, wenn es ihm Spaß macht? Und nur mehr das, was ihm
Spaß macht und wobei er/sie sich selbst verwirklichen kann?

Ich fürchte, dass sich dann wohl kein Asphaltierer, kein Kanalarbeiter, keine Reiningungskraft, keine Küchenhilfe und kein/e Toilettenfrau/mann sich in ihrer Tätigkeit selbst verwirklichen wollte.

Die meisten Angestellten und Arbeiter würden dann an einem heißen Sommertag wohl auch lieber an einem Badestrand oder im städtischen Bad liegen wollen. Und wenn draußen Sauwetter ist, blieben die meisten wohl auch lieber zu Hause, als Arbeiten zu gehen.

Denk' doch Dein Konzept einmal durch, und dann beantworte bitte meine Frage!

Kommentar von DonkeyDerby ,

Die Asphaltierer, Kanalarbeiter,  Reiningungskräfte, Küchenhilfen und Toilettenfrauen/männer arbeiten beim BGE ja nicht zur Selbstverwirklichung, sondern damit sie sich mehr leisten können als die Grundsicherung.

Im Grunde ändert sich durch das BGE gar nicht viel, weil wir schon jetzt an Transferleistungen in etwa das zahlen, was das BGE kosten würde. Jedoch würde der massive Verwaltungsaufwand wegfallen und die Menschen würden wieder in die Verantwortung genommen. Denn das BGE würde auch bedeuten, dass man davon z.B. die Miete zahlt. Heute zahlt das Sozialamt die Mieten von sehr vielen Menschen, die gar nicht in diesen Wohnungen wohnen (weil sie z.B. beim Partner wohnen), dies aber nicht angeben (weil sie im Falle einer Trennung wieder Anträge stellen müssten). Der Einzige, der hier profitiert, ist die Wohnungsbaugesellschaft.

Antwort
von autmsen, 158

Gerechter wird die Welt dadurch nicht. 

ABER

56% aller Bescheide der ARGE sind fehlerhaft. Dieser Staatsterrorismus würde also schon mal abgestellt.. Denn den zahlen ja die arbeitenden Menschen mit ihren Beiträgen. Sie zahlen also mehr als die Hälfte mangelhafte Arbeit die durch ihre Beiträge finanziert wird. 

Dann schauen wir doch einfach mal in die Jahresstatistiken der Krankenkassen. Da stellen wir dann gleich mal fest: 

Eine zunehmende Zahl Menschen ist lange krank oder geht gar vorzeitig in Rente weil ihre Vorgesetzten ein asozialer bis soziopathischer Haufen Nichtsnutze sind. 

Wäre es möglich ganz einfach zu seinem viel zu aggressiven Chef zu sagen: 

So lange Sie sich nicht benehmen können, keinen Anstand an den Tag legen können dürfen Sie auf mich gerne verzichten. 

Es geht hier um Milliardenbeträge die monatlich anfallen. Also keine Kleinigkeit. 

Der reine Verlust der deutschen Wirtschaft durch asoziales Management beträgt vorsichtig geschätzt jährlich 200 Milliarden Euro. Da sind aber die Ausfälle nicht mit berechnet welche von der sogenannten Solidargemeinschaft dem Arbeitgeber vergütet werden. Also ab der 7. Woche Arbeitsunfähigkeit wird nicht mehr gerechnet, die durch solches Verhalten verrenteten nach dadurch entstandener Erkrankung ebenfalls nicht. 

Der Mensch hat Zeit sich einen AG zu suchen mit dem ein Auskommen möglich ist. 

Hinzu kommt die Tatsache, dass Arbeit so natürlich ist wie der Vermehrungstrieb. 

Allerdings bekämpft unsere Gesellschaft mit vielen Mitteln manche Innovation. Viele dieser Innovationen wären ein Win-Win-Win-Geschäft. Es ließe sich in Ruhe mit dem BGE entwickeln und aufbauen. Entsprechende Nachweise gibt es ja bereits. Denn das BGE wird ja jährlich einer kleinen Anzahl Menschen bereits angeboten - von privat. 

Das sind jetzt nur wenige Punkte zum Thema. Es gibt noch einige mehr. 

Kommentar von PlueschTiger ,

Wäre es möglich ganz einfach zu seinem viel zu aggressiven Chef zu sagen: 

So lange Sie sich nicht benehmen können, keinen Anstand an den Tag legen können dürfen Sie auf mich gerne verzichten. 

Stimmt, dann könntest du dir wenigstens leisten dein Recht welches du jetzt schon hast auch wirklich zu nutzen. Heute wirst du vom Amt dafür bestraft, das du deine Arbeitnehmerrechte in Anspruch nimmst.

Doch leider ist das mit dem Einkommen auch nur möglich wenn es Strenge Regeln gibt und diese eingehalten werden.

Kommentar von DonkeyDerby ,

Doch leider ist das mit dem Einkommen auch nur möglich wenn es Strenge Regeln gibt und diese eingehalten werden.

Selbstverständlich. Es wird für Arbeitsunwillige übrigens mit dem BGE keineswegs leichter werden. Denn derjenige muss sich sehr genau überlegen, was er mit seinem BGE tun will. Eine Wohnung alleine? Dann bleibt weniger Geld für Mobilität und kulturelle Teilhabe über. Ein fahrbarer Untersatz oder eine Monatskarte? Dann muss ich vielleicht bei der Wohnsituation sparen und in eine WG ziehen. Usw. usf.

Kommentar von 60cent ,

"Gerechter wird die Welt dadurch nicht. " - wie bitte???

Kommentar von autmsen ,

Nun, wer davon träumt dass die Erfinder des zahlreichen in unserem Staat alltäglichen Staatsterrorismus einfach so darauf verzichten das eigene ehrlich arbeitende Volk zu schikanieren mag weiter träumen. 

Lass mich mal bei der Arge anfangen:

Es ist ja nun schon länger öffentlich bekannt wie gesetzwidrig da gearbeitet wird. Und? Anstatt dagegen aktiv zu werden hat der Bundestag sich darin gefallen noch mehr Möglichkeiten der Schikane zu schaffen. Er wird sich also ebenso viel Mühe geben auch bei BGE Wege zu erfinden das eigene Volk zu schikanieren. Davon dürfen wir ausgehen. 

Und wer davon träumt dass das erste Gesetz Kohls als Kanzler überhaupt abgeschafft wird einfach so irrt ebenfalls gewaltig nachdem selbst das Bundessozialgericht dieses Gesetz als legales Instrument der Statistikfälschung und Volksterrorisierung bezeichnet hat. 

Dir ist das erste von unserem Fettfleck durchgeboxte Gesetz unbekannt? Kennen die meisten Deutschen nicht. 

Inhalt:

Den Mitarbeitern der Arbeitsämter ist es jederzeit möglich eine arbeitende oder arbeitssuchende Person zum Amtsartz des Amtes zu schicken damit dort ein Gutachten erstellt werden kann welches die betreffende Person zwingt Rentenantrag zu stellen. 

Dass wir uns recht verstehen: 

Wer den Antrag nicht binnen genannter Frist stellt fliegt für den Rest seines Lebens aus dem Sozialversicherungssystem. Arbeitgeber welche eine solche Person versicherungspflichtig einstellen machen sich strafbar. 

Das Amt ist tatsächlich auch berechtigt einzufordern den laufenden Arbeitsvertrag aufzukündigen vor Rentenantragstellung. 

Nie von gehört? Kein Wunder. Ist ja auch so gut wie nie Thema in unseren Medien. Aber schaue doch mal nach wann Kohl das erste Mal Kanzler wurde. 

Es gibt keine Zahl die belegt wie viele Menschen auf diese Weise aus dem Arbeitsmarkt entfernt wurden? Darüber wundere ich mich auf gar keinen Fall. 

Nein. Eine Gesellschaft ändert sich nicht durch ein Gesetz. Eine Gesellschaft ändert sich wenn sich die Menschen ändern. Und da haben wir noch sehr viel Arbeit vor uns. 

Richtig ist dass das BGE uns die nötige Zeit geben kann um diese Arbeit leisten zu können. 

Ich habe jetzt nur zwei wesentliche Themen genannt die die Gesellschaft täglich eine Summe in Millionenhöhe kosten. 

Antwort
von SarahTee, 244

Hallo,

ich fände es bei manchen ganz gut, aber viele würden es auch ausnutzen und das fände ich nicht richtig. Ich wäre eher dafür die Bedingungen für finanzielle Unterstützung neu zu bestimmen. Weil die Kosten für die Wohnung,.. da oft ignoriert werden und Menschen, die arbeiten und einfach viel ausgeben müssen, dann ja zu viel verdienen um eine finanzielle Unterstützung zu bekommen. Und ich finde, dass Menschen, die nicht arbeiten wollen auch keine Unterstützung verdienen. Bei denen, die es versuchen und nichts finden, wäre ein Grundeinkommen total okay. Aber die anderen werden dann für ihre Faulheit bezahlt und so etwas unterstütze ich nicht. Außerdem ist das Grundeinkommen vielleicht dann sogar weniger, als man jetzt bekommt (alle Unterstützungen zusammengenommen). Weil das ja auch irgendwie gezahlt werden muss und auf einzelne Fälle, die mehr bräuchten keine Rücksicht mehr genommen würde. Kurzgesagt bin ich dagegen.

LG SarahTee

Antwort
von kevin1905, 180

Warum muss eine Gesellschaft sozial gerecht sein, bzw. wie genau definierst du das?

Sollte jeder Mensch ein Dach über dem Kopf haben, den Kühlschrank voll, im Winter warm und zum Arzt gehen können und Zugang zu Bildung haben?

Ja selbstverständlich.

Für alles andere, ist aber jeder selbst zuständig und o.g. hat er schon. Nennt sich Grundsicherung nach SGB II oder XII. Klar gibt es darin Dinge, die reformbedürftig sind, u.a. wird eine Sanktion (Negativimpuls) niemals eine dauerhafte positive Veränderung bewirken.

Ein bedingungsloses Grundeinkommen gibt es nicht, denn die Bedingung dafür ist, dass immer irgendwer Geld verdient und Abgaben zahlt wovon dies bereitgestellt werden kann.

Ferner widerstrebt dieser Gedanke der Leistungskultur. Ein Mensch der mehr oder härter, oder intelligenter arbeitet, höhere Qualifikationen besitzt oder berufliche Risiken z.B. Unternehmertum eingeht sollte daher die Möglichkeit haben mehr und auch viel mehr (Überfluss) zu haben, gegenüber demjenigen, bei dem dies nicht der Fall ist.

Ich bin erster Linie ich und dann Teil einer Gesellschaft, nicht umgekehrt!

Kommentar von DonkeyDerby ,

Ferner widerstrebt dieser Gedanke der Leistungskultur. Ein Mensch der
mehr oder härter, oder intelligenter arbeitet, höhere Qualifikationen
besitzt oder berufliche Risiken z.B. Unternehmertum eingeht sollte daher
die Möglichkeit haben mehr und auch viel mehr (Überfluss) zu haben,
gegenüber demjenigen, bei dem dies nicht der Fall ist.

Das wäre ja beim BGE genauso! Denn selbstverständlich kann und soll zum BGE dazu verdient werden, wenn man eben mehr als nur die Grundbedürfnisse decken will!

Das "bedingungslos" bedeutet nur, dass der Verwaltungswasserkopf der ARGE wegfällt. Der Anreiz, sich Geld dazu zu verdienen, wird hingegen größer, da das hinzuverdiente Geld nicht auf das BGE angerechnet wird. Auch wird es wesentlich leichter, Menschen einzustellen und auch wieder zu entlassen, da der Kündigungsschutz minimiert werden kann.

Das BGE wird es den Faulen keineswegs leichter machen, aber die Fleißigen werden leichter Arbeit finden können, die ihnen einen Zuverdienst bringt.

Antwort
von 486teraccount, 191

würde bestimmt positiv was verändern.

Einige würden sogar noch freiwillig was dazuverdienen, weil nicht mehr unter Zwang wie z.B. Hartz 4 Empfänger

Kommentar von Interesierter ,

Hast du dir schon mal die Frage gestellt, wie hoch die Kosten wären und wer das dann bezahlen soll?

Wenn nicht, dann denke darüber mal nach.

Ich stell dir mal die Frage, ob es das richtige Signal ist, den Leuten vorzumachen, sie bräuchten nicht mehr zu arbeiten, denn Väterchen Staat kommt für alles auf.

Kommentar von PatrickLassan ,

@ Interesierte: Sieh dir mal die anderen Antworten des Users an - er zieht Nachplappern dem Nachdenken vor.

Kommentar von NoHumanBeing ,

Ich stell dir mal die Frage, ob es das richtige Signal ist, den Leuten vorzumachen, sie bräuchten nicht mehr zu arbeiten, denn Väterchen Staat kommt für alles auf.

Das wäre auch ohne Probleme umsetzbar.

Die heutigen Industrienationen haben eine dermaßene Überproduktion, dass man Güter und Dienstleistungen guten Gewissens "verschenken" könnte.

Antwort
von 60cent, 76

NA SICHER

irgendwann werden sie es einführen müssen (vor allem wenn der staat "schlank" sein müsste, wie in griechenland etwa)

Antwort
von voayager, 116

Das b.G. ist ein Beitrag zur Selbstvwerwirklichung des Menschen und wird zudem so dem Artikel 1 des GG gerecht, was jetzt nicht der Fall ist.

Alles Weitere erfährst du im Thread kurz zuvor, wo die gleiche Thematik aufgerollt wird.

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