smile am 03.07.2007 um 18:41 Uhr
Man bekommt öfters Werbung und Anfragen von verschiedensten Hilfsorganisationen und anderen Einrichtungen bezüglich Patenschaften für Kinder aus der dritten Welt. Man fragt sich aber, wieviel von dem zu zahlenden Geld wirklich beim Kind ankommt, ob man eine Patenschaft abschließen kann oder lieber die Finger davon lässt. Habt ihr Erfahrungen damit und kennt eventuell vertrauenswürdige Organisationen? Welcher monatliche Betrag ist akzeptabel?
Habe selbst ne Zeitlang in Afrika (in Sierra Leone, das nach dem HDI - Human Development Index - z.Zt. das zweitärmste Land der Welt ist) gelebt und bin einmal im Jahr dort, da ich einige Hilfsprojekte betreue. Ich arbeite für eine Hilfsorganisation (teilweise ehrenamtlich) und da sehe ich mit eigenen Augen, dass das Geld ankommt und Patenschaften ihren Sinn haben. Allerdings gibt es sicher auch schwarze Schafe unter den Hilfswerken. Wichtig ist es, auf ein "Spendensiegel" (z.B. vom DZI) zu achten und sich zu informieren über Arbeitsweise etc., auch über die Ausgaben für Werbung (die bei einigen großen Werken recht hoch sind). Davon hängt dann u.U. der monatliche Betrag ab. Dieser ist auch von Land zu Land unterschiedlich. Indien ist um ein Vielfaches "günstiger" als Afrika. Ich kenne kleinere Initiativen, die sich oft mit viel Engagement einsetzen, z.T. ehrenamtlich. Mit Nennung von Namen (auch "meiner" Organisation) bin ich zurückhaltend der Seriosität wegen, da ich eben in der Branche tätig bin und die Community nicht als Werbeplattform mißbrauchen will.

Da selber in einer Hilfsorganisation tätig bin, gebe ich hierzu keine Stimme ab.
Lieber würde ich ein Kind adoptieren, was aber uns aber leider ziemlich erschwert wird. Das wäre aktive Hilfe und bin lieber dafür.
Somit helfe ich lieber hier im Lande und weiß das meine Hilfe ankommt und gerne gesehen ist, auch ohne Geld.

Je nach Organisation, an die man sich wendet, kann so eine Patenschaft einem bestimmten Kind helfen. Aber es gibt auch die Möglichkeit, selbst hinzufahren und sich einen förderungswürdigen Jugendlichen auszusuchen. Viele Jugendliche und Studenten in den Entwicklungsländern müssen - trotz vielversprechender Talente - oft ihre Ausbildung abbrechen, weil Sie die Schulgebühren nicht aufbringen können.
Ich denke es kommt drauf an, wo man eine Patenschaft hat. Mein Bruder arbeitet bei einer kleineren Hilfsorganisation, wo nur sehr wenig Geld in die Verwaltung geht, so dass das meiste Geld wirklich dort ankommt, wo es gebraucht wird. Bei dieser Organisation gibt es sogar schon Patenschaften ab 12 Euro, damit finanziert man den Schulbesuch eines Kindes.
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Wir selber haben eine Art private Patenschaft, ein Neffe meiner Schwägerin konnte das Schulgeld auf den Philippinen nicht mehr aufbringen. Jetzt haben wir dem Jungen das Schulgeld gezahlt, damit er weiter zur Schule gehen kann und er dann eine gute Ausbildung bekommt. So helfen wir konkret und der Junge hat die Chance durch seine Bildung eine gute Stellung zu bekommen und er kann dann sein Lebensunterhalt nach der Ausbildung selbst bestreiten.

Diese hilft nur der "Verkaufsorganisation"!
Ich glaube daß nur ein Bruchteil des Geldes dort ankommt wo es eigentlich hingehört
Darum:

ich glaube ja das sich die meisten Organisationen nur auf das Geld aus sind, auch im Fersehen gibt es meist negative Berichterstattung.Auch bei uns gibt es Hilfsbedürftige, denen versuche ich dann direkt zu Helfen

Die meisten Organisationen zweigen von dem gespendeten Geld viel für die Organisation ab. Wenn man was spenden will muss man es auf anderen Weg den Bedürftigen zu Gute kommen lassen.
wenn eine gepruefte Organisation hinter der Sache steht.
Hoffe ich zumindest. Der jährliche Rechenschaftsbericht hört sich gut an.
Es gibt nur einige wenige die das eld auch wirklich komplett den Kindern zukommen lassen. Daher sollte man bei solchen Instituten sehr, sehr vorsichtig sein und sich wirklich genauestens erkundigen.

Außerdem haben wir eine Welt, und keine drei oder mehr.

Das hängt davon ab, über welche Organisation diese Patenschaft übernommen wird. Ich habe selbst mehrere Jahre in diesem Bereich gearbeitet und u.a. damit aufgehört, weil gerade bei den grossen Organisationen dermaßen viel Geld in der Verwaltung verbraucht wird und die Hilfe leider viel zu selten dafür genützt wird, Hilfe zur Selbsthilfe/Selbständigkeit zu geben. Deshalb abgestimmt für NEIN. Es gibt aber, wie elkera schon schrieb, kleinere Organisationen, wo eine solche Unterstützung tatsächlich gezielt ankommt und wo es nicht nur beim Gewissen beruhigenden Geldspenden bleibt sondern auch persönlicher Kontakt gefordert wird. Ganz sicher geht man, wenn man die Sache selbst in die Hand nimmt. Wir haben damals, als wir zeitlang in Afrika lebten selbst 2 Kinder in unsere Familie aufgenommen sprich formlos adoptiert und sie bis zum Ende des Schulbesuches unterstützt. Dies kann man aber auch wenn man nicht in solchen Ländern wohnt. Es reicht schon einfach bei einer Fernreise mal über Hotelpool und Sightseeing hinaus sich für das Leben der normalen Bevölkerung zu interessieren, um persönliche Kontakte zu knüpfen und Schicksale kennenzulernen wo man gezielt helfen kann. Beispiele, dass dies sehr erfolgreich praktiziert werden kann gibt es doch genug.

Da ich eigentlich immer das Gute im Menschen zu finden hoffe, glaube ich: