Hilfreich oder lieber nicht! Was bringt mir das?

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3 Antworten

Ich habe nun keine Erfahrung mit Ninjutsu - habe lediglich von den ganzen Konflikten zwischen den Verbänden gehört - kann aber allgemein etwas zum Thema scheinbar mangelhafter Effektivität sagen.

Training, Ausprobieren, Realität

Im Training hat man es in der Regel mit kooperierenden Partnern zu tun, die möglicherweise sogar nachgeben, selbst wenn die Technik nicht 100% korrekt ist. Das ist die alltägliche Erfahrung im Training.

Bei härteren Umständen, wie etwa beim Ausprobieren zuhause, wird zB jemand deinen ausgestreckten Arm packen und dabei seinen Arm so fest anspannen, dass du ihn nicht beugen kannst. Das ist die Erfahrung, die du gerade gemacht hast.

Im Ernstfall lässt du aber niemandem die Zeit, seelenruhig deinen Arm zu greifen und durch Muskelkraft zu arrettieren. Er will den Arm greifen - und in diesem Moment muss blitzschnell der Hebel kommen und voll durchgezogen werden.

Um es bildhaft zu sagen: Zack-Bäng

Das kann man nicht in absolut "realistischer" Weise üben, da es sonst täglich gebrochene Arme und Handgelenke geben würde. Also trainiert man das ganze langsamer und zieht die Technik nicht voll durch.

Das führt beim "Ausprobieren" dann zu den enttäuschenden Effekten.

Anspannung vs. Entspannung

Bei einigen Kampfkünsten gewinnt man die eigene Kraft wirklich durch nachgeben und nicht, indem man Kraft entgegensetzt.

Wenn dich eine Person mit einem Arm gegen deine Brust schiebt und sehr kräftig ist, wirst du den Arm nicht beugen können, und obwohl du dich mit der Brust nach vorne, gegen seine schiebende Hand lehnst, immer weiter nach hinten geschoben.

Verlagerst du aber deinen Schwerpunkt nach unten, wird die Person es womöglich schwerer haben dich zu schieben, weil er deinen Schwerpunkt nicht ohne weiteres unterlaufen kann.

Hältst du das Gewicht unten und machst dann eine Hüftdrehung zur Seite, wird der Schieber durch seine eigene Kraft nach vorne stolpern - und du kannst ihn zu Boden hebeln, am Nacken packen, oder was auch immer.

Diese "Tricks" - niedriger Körperschwerpunkt, die Energie des Angriffs umleiten, verinnerlicht man erst mit der Zeit und am Anfang wird man deshalb vom "Muskelmann" immer an die Wand geschoben.

Irgendwann sind diese Bewegungen visuell kaum noch wahrnehmbar - und es wirkt wie "Magie" oder "Betrug" wenn sich jemand nicht von der Stelle bewegen lässt - dabei ist das nur angewandte Physik.

Übung macht den Meister.

Anderes Beispiel

Ich trainiere Aikido und habe mal bei einem Wurf meinen Partner nicht losgelassen, sondern das Handgelenk weiter festgehalten. Er knallte hart auf die Matte und hätte sich leicht die Schulter ausrenken können.

Glücklicherweise war nichts ernsthaftes die Folge - er japste allerdings ordentlich nach Luft, weil er auf den Rücken fiel.

Später ist mir bei einem anderen Wurf das gleiche passiert - die Person ließ mich nicht los, hielt sogar noch meinen Ellenbogen fest und ich knallte ziemlich hart auf die Matte. Spätestens da wusste ich, warum man im Training den Partner loslässt. ;-)

Fazit

Lass dich von solchen kleinen "Misserfolgen" nicht entmutigen. Wenn dir das Training selbst Spaß macht, bleibst du einfach dabei und lernst die notwendigen Konzepte dann schon noch verstehen.

Das ist aus meiner Sicht besser, als nur aus Frust zu einem scheinbar effektiveren, da härteren Stil zu wechseln, der einem eigentlich aber gar nicht so sehr gefällt.

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Kommentar von Enzylexikon
12.09.2016, 20:18

Vielen Dank für den Stern. :-)

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Du kannst dir weiterhelfen, indem du nicht bloß einmal an einem Probetraining teilnimmst, sondern indem du ein paar Jahre lang mindestens zweimal wöchentlich bei einem Club oder einer Schule zum Training gehst.

Ob das jener Ninjutsu-Club ist oder der Judo-Verein bei dir am Ort, die WingTsun-Schule oder was auch immer, ist dabei völlig schnuppe.



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Und du denkst nach einem Probetraining bist du gleich Chuck Norris? ;)

Die meisten Selbstverteidigungstechniken werden im Training langsam und detailiert gezeigt. Wenn man den Griff versteht kann man ihn dann auch schneller und härter ausführen. SV Griffe müssen immer mit genügend Kraft und Schnelligkeit ausgeführt werden. Einfach mal spontan zupacken und umhauen is nicht. Das erforder Jahrelanges Training.

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