Frage von Angelsblood, 98

Hilfe...steuerliche Erfassung! Hauptjob & Freiberufler, was muss ich angeben?

Hallo Community,

ich hoffe hier kann mir jemand weiterhelfen:

Ich habe einen Hauptjob bei dem ich pro Jahr ca.36000€ Brutto verdiene. Ich möchte mir jetzt nebenbei mit meiner Leidenschaft (zeichnen) etwas aufbauen und den Hauptjob irgendwann zeitmäßig reduzieren. Damit wär ich dann wohl erstmal nebenher Freiberufler. Ich hab noch nix verdient, hab aber pro Bild einen Preis von ca. 80€ im Kopf.

Jetzt sitz ich hier vor diesem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung und komm nicht weiter... was muss ich denn nun bei den Einkünften angeben? Wenn ich optimistisch rechne, komme ich mit 1 Bild/Monat abzgl. Porto, Websitekosten usw. auf 840€/Jahr. Soll ich das bei den vorraussichtlichen Einkünften angeben oder doch sicherheitshalber weniger? Und was ist mit meinem Einkommen aus der normalen Arbeit? Soll ich Brutto oder Netto angeben? Wird das dann NOCHMAL versteuert??

Kann ich nicht einfach mal abwarten ob ich überhaupt irgendwas verdiene und mich dann erst anmelden...?

Vielen, vielen Dank schonmal an jeden, der mir helfen mag :)

Antwort
von NickgF, 52

Kann ich nicht einfach mal abwarten ob ich überhaupt irgendwas verdiene und mich dann erst anmelden...?

Nee, du siehst mehr Probleme als tatsächlich da sind.

Soll ich Brutto oder Netto angeben

Gefragt ist nach "Einkünften", also Jahres-Bruttolohn abz. deiner beruflichen Werbungskosten (ggfls also auch nur abz. der 1.000 € Arbn.Pauschbetrag).

Wie du in der Überschrift des FsE (hier Tz. "3" über Zeile 112) lesen kannst, geht es in diesem Fragenkomplex um evtl. Steuer-Vorauszahlungen.
Hins. der ESt ist das Regelwerk hierzu im § 37 zu finden.

http://www.gesetze-im-internet.de/estg/\_\_37.html

In Abs. 5 ist als Bagatellgrenze genannt: Vorauszahlungen sind nur festzusetzen, wenn sie mindestens 400 Euro im Kalenderjahr und mindestens 100 Euro für einen Vorauszahlungszeitpunkt betragen.

Das Finanzamt schickt also (wie auch Energieanbieter usw) einen Einkommensteuer-Vorauszahlungsbescheid, wenn sich abzeichnet,dass bei der späteren Veranlagung eine ESt-Nachzahlung von mind.400 € ergibt und bittet darin alle 3 Monate einen 1/4-jhrl. Abschlag (auf die voraussichtliche Nachforderung) zu überweisen 

Grunds. sollen Selbständige, Vermieter usw. nicht besser gestellt sein als Arbeitnehmer, die ja auch bereits während des Jahres Abschläge( = LSt ) auf die Versteuerung ihre Erträge (Lohn,Gehalt) 'hinnehmen' müssen.

Und da man Einkommensbestandteile wie deine 840€ nicht isoliert 'besteuern' kann (je höher die übrigen Einkünfte, desto größer ist die Belastung für die 840 €), muss deshalb im Fragebogen die gesamte Einkommenslage abgefragt werden - und nicht, um den Lohn doppelt zu versteuern. Bei dieser Berechnung berücksichtigt das FA natürlich auch deine vorauss. Jahres-Lohnsteuerzahlung.

Bei einem geschätzten Grenzsteuersatz von 30% wirst du keineswegs die 400 €-Grenze überschreiten (840x30%=252 €). ------------------------------------------------------------------------------------------------

Evtl. Wissensbedarf kannst du mit dieser empfehlenswerten Broschüre schließen.

https://broschueren.nordrheinwestfalendirekt.de/herunterladen/der/datei/150609-e...

Kommentar von Angelsblood ,

Danke für die Mühe :)

Aber nochmal für die Doofen: Ich geb jetzt also den Bruttolohn - (vermutlich) 1000€ an...also 35000€?

Und ich muss (sofern ich die 840€ angebe), nichts vorrauszahlen, weils schlicht zu wenig ist? Und wenn ich doch mehr verdienen sollte, muss ich einfach nachzahlen und gut?

Die Broschüre werd ich mir heut Abend mal anschauen, danke für den Link :)

Kommentar von NickgF ,

Korrekt, genauso isses.

Und wenn ich doch mehr verdienen sollte, muss ich einfach nachzahlen und gut?

Wenn dein Gewinn tats. bei 840 € liegt, wird sich später deine Steuerlast bei deinem Grenzsteuersatz (bei rund 30.000) von rund 33% incl. Soli um grob 280 € erhöhen, verdienst du mehr (ja warum denn nicht?), würde natürlich auch die Steuer höher liegen.

Ich bin davon ausgegangen, dass du ledig bist...

Antwort
von Businessprofi, 54

Hallo,

eigentlich läuft der Schritt in die Gründung anders ab.

Zunächst hat man eine Geschäftsidee. Diese Geschäftsidee wird auf ihre Tragfähigkeit geprüft. Das heißt du überlegst dIr bevor Du in die Gründung gehst welche Kosten, welche Ausgaben undEinnahmen, auf dich zukommen. Dies geschieht, indem du einen Businessplan anfertigst.

Im Rahmen der Planung gehst Du auf diewichtigsten Punkte ein:

  • Zielgruppe
  • Vertriebswege
  • Wettbewerb
  • Kapitalbedarf
  • Marketing
  • Versicherungen
  • Steuern
  • Preiskalkulation
  • etc.

In diesem Zusammenhang machst du eine Rentabilitäts- und Liquiditätsplanung. Hierraus ergibt sich die Antwort für den Bogen zur steuerlichen Erfassung!

Mein Tipp: Lass dich vorder Gründung beraten!

Kommentar von Angelsblood ,

Businessplan bin ich grade dabei...danke für den Tipp :)

Antwort
von nope23, 49

gibt die 840 an und dein Gehalt wird natürlich nicht noch ein 2tes mal versteuert.

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