Frage von Greensi, 38

Hilfe zur Übersetzung Bellum Gallicum?

Hallo zusammen,

ich bin der Meinung, dass man den folgenden Satz niemals ohne ein massives Hintergrundwissen übersetzen wird können. Niemals lässt sich dieser Satz also allein durch Anwendung von Regeln auflösen! Oder meint Ihr, ich irre mich da? Dann würde ich um eine Erklärung bitten, wie man das machen soll.

Eorum una, pars, quam Gallos obtinere dictum est, initium capit a flumine Rhodano, continetur Garumna flumine, Oceano, finibus Belgarum, attingit etiam ab Sequanis et Helvetiis flumen Rhenum, vergit ad septentriones.

Mein Anfang: Bevor es erklärt worden war, dass die Gallier deren einen Teil besitzen,

Lösung: Von ihnen ein Teil, den, wie gesagt, die Gallier innehaben, beginnt an der Rhone; er wird begrenzt von der Garonne, dem Ozean und von dem Lande der Belger; er berührt auch von der Seite der Sequaner, und Helvetier aus den Rhein; er liegt nach Norden zu.

Nicht in 100 Jahren wäre mir diese Übersetzung eingefallen. Könnt Ihr meine Verwirrung eventuell nachvollziehen? ^^.

Expertenantwort
von Miraculix84, Community-Experte für Latein, 17

Also, ja, ich kann deine Verwirrung verstehen. Das geht allen Schülern so, wenn sie nach der Lehrbuchphase zum ersten Mal Caesar lesen.

Aber ich kann dich trösten:

Du wirst mit der Zeit schneller werden. Ich kann Caesar inzwischen lesen wie die Bildzeitung. Deswegen warte es in Ruhe ab. Wenn du die Vokabeln kannst, kommst du da auch irgendwann hin. In 4 Monaten wirst du sehen, dass du schon schneller geworden bist. :)
=> Hab Geduld.

In ein paar Jahren wirst du andere Autoren lesen und wenn du dann mal wieder den Caesar in die Hand nimmst, wird er dir lächerlich einfach erscheinen. Das ist alles Übungssache.
=> Hab Geduld! :)

LG
MCX

PS: ICh habe gerade eben erst gelesen, dass du schon einen eigene Anfang "kreiert" hast: Allerdings ist mir völlig schleierhaft, wie du darauf gekommen bist. Das hat ja mit dem Text ja leider nun einmal gar nichts zu tun. Deswegen ein paar Tipps zur Caesar-Lektüre:

Tipp 1: Lern Vokabeln - und zwar die, die in deinem Schulbuch stehen. Im Wörterbuch findest du für jede Vokabel 10 Bedeutungen, aber nur die, die im Schulbuch steht, ist in 95% der Fälle richtig.

Tipp 2: Achte auf die Endugen. Sie haben einen Sinn.

Tipp 3: Übersetze zuerst den Hauptsatz. Wenn ein Satz mit ", quam" beginnt, ist es kein Hauptsatz, sondern ein Nebensatz. Den solltest du erstmal weglassen.

Tipp 4: Hör genau zu, wenn dein Lehrer vorliest. Wenn er eine Silbe lang liest, ist es meistens ein Ablativ.

Kommentar von Greensi ,

Das Problem beim Lernen von Vokabeln ist, dass jede Vokabel gefühlte 500 000 Bedeutungen hat und das sich diese Bedeutungen beliebig und absolut unterschiedlich voneinander von Autor zu Autor unterscheiden!

Ich merke das daran, dass ich mit dem Lernwortschatz der Grundlagenlektionen praktisch nichts mehr anfangen kann, weil die Bedeuten unnachvollziehbar andere geworden sind!

Sprache ist eben wohl schlichtweg die Lüge, auf die man sich innerhalb einer bestimmen Kultur geeinigt hat. Sprache mag zwar einer der Träger von Kultur sein, aber ohne einen kulturellen Hintergrund kann Sprache nicht Funktionieren.

Man kann natürlich den Wortschatz zu Caesar auswendig lernen, um dann zu erkennen, dass dieser bei Cicero dann wahrscheinlich nicht mehr funktionieren wird ...

Das macht die ganze Sache wirklich kaum noch erlernbar und extremst extremst unhandlich ...

Kommentar von Miraculix84 ,

Sorry, aber das stimmt so nicht ganz. Sicherlich gibt es zahlreiche Bedeutungen, aber wenn du die Bedeutungen des Schulbuches kennst, solltest du keine größeren Probleme haben.

Vorausgesetzt natürlich, dass du auch die Morphologie (Formenlehre) beherrschst ;).

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Sprache ist eben wohl schlichtweg die Lüge, auf die man sich innerhalb einer bestimmen Kultur geeinigt hat.

Diese Aussage ergibt keinen Sinn.

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Sprache mag zwar einer der Trägern von Kultur sein, aber ohne einen kulturellen Hintergrund kann Sprache nicht Funktionieren.

Was willst du damit jetzt in deinem Zusammenhang sagen? Wenn du damit zum Ausdruck bringen willst, dass es dir an kulturellem Hintergrundwissen fehlt, muss ich einwenden: Deswegen lernt man ja die Sprache - um die Kultur zu verstehen.

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Man kann natürlich den Wortschatz zu Caesar auswendig lernen, um dann zu
erkennen, dass dieser bei Cicero dann wahrscheinlich nicht mehr
funktionieren wird ...

Das widerlegen tausende von Lateinschülern, die die Autoren schon vor dir gelesen haben ;). Bei denen hat es geklappt.

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Das macht die ganze Sache wirklich kaum noch erlernbar und extremst extremst unhandlich ...

Naja, "erlernen" tust du jetzt ja auch nichts Neues mehr. Du bist jetzt herzlich willkommen in der Anwendungsphase, in der du das Wissen der vergangenen Latein-Lehrbuch-Jahre anwenden musst. Wenn du da Erinnerungslücken hast, solltest du Nachhilfe nehmen. Das würde ich dir in Anbetracht deiner oben dargestellten "Übersetzung" eh raten. ;) Aber darin, dass Caesar-Sätze lang und "unhandlich" sind, gebe ich dir Recht.

LG
MCX

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