Frage von ProfProfProf, 130

Hilfe zur Abhandlung über die Entstehung des Jetzt-Menschen laut Bibel?

Guten Tag,

auf dieser Webseite habe ich schon so einige skeptische Fragen und Diskussionen über den Wahrheitsgehalt der Bibel gesehen, weswegen ich hier mal meine Theorie zur Entstehung des heutigen Menschen kundgeben möchte. Laut Bibel sind wir Menschen Abbild Gottes (1. Mose, 1/27). Nun fragt sich, wieso der heutige Mensch keineswegs wie ein Abbild Gottes wirkt? Adam und Eva selbst wurden nahezu 1000 Jahre alt, könnten also relativ zu dem heutigen Menschen als ''Über-menschen'' bezeichnet werden und erfüllen somit die Qualität des Abbild Gottes. Der heutige Mensch ist, meiner Sichtweise nach, nun durch Inzucht und darausfolgend Verschlechterung des Genpools zustande gekommen. Adam und Eva (und auch viele weitere biblische Figuren) sollen mehrere hundert Kinder gezeugt haben. Dass Inzucht Einfluss auf die Qualität des Genpools nimmt sollte durch wiss. Erkenntnissen nicht anzweifelbar sein. Ergebnis der jahrhundertelangen Inzucht ist also der Jetzt-Mensch, womit erklärt werden könnte, warum der heutige Mensch nicht mehr wie ein Abbild Gottes scheint. Die heilige Schrift hat also keinesfalls gelogen. Ist dieser Theorie noch etwas hinzuzufügen?

Hier könnt ihr euch weiter damit beschäftigen: http://www.zhb.uni-luebeck.de/epubs/ediss825.pdf Die Ausführungen stützen meine umso mehr.

Antwort
von Hyperhaes, 28

Nein, diese These ist durch Analysen schon lange widerlegt. Eine wie auch immer geartete Degeneration des Genpools ließ sich weder nachweisen , noch ist sie in irgendeiner Form logisch nachvollziehbar. Es lassen sich im Gegenteil eher Beispiele finden, dass sich der Genpool weiter entwickelt hat, was man z.B. an der Lactase-Bildung jenseits des Kindesalters (http://evolution.berkeley.edu/evolibrary/news/070401_lactose) und vieler weiterer fest machen kann. 

Ich würde ausserdem gerne mal wissen, auf welchen Punkt dieser Dissertation du dich beziehst... Ich kann nirgends einen Hinweis darauf finden, dass dort deine These irgendwie unterstützt werde würde.

Expertenantwort
von Agronom, Community-Experte für Biologie, 53

Da dieser Umstand die Evolution für nichtig erklären würde, ist sehr wohl davon auszugehen, dass "die heilige Schrift" zumindest in dieser Deutung nicht stimmen kann.

Sicher können wir weder die eine, noch die andere Theorie endgültig beweisen, aber die Belege sprechen eindeutig gegen Theorien, wie deine hier vorgestellte.

Antwort
von voayager, 22

Adam und Eva sind bloße Metaphern, wenn auch durchaus interessante. Sie stehen für eine Zeit des Übergangs, nämlich der der neolithischen Revolution, in der  Ackerbau und Viehzucht von Menschen eingeführt wurden. Mithin handelt es sich um eine Zeit vor 8 - 9000 Jahren ungefähr, notfalls auch 10000 Jahre, mehr aber auch nicht.

Das Paradies, gleichfalls eine Metapher kann man sich durchaus als real in abgeschwächter Form vorstellen. Es handelt sich hierbei um die Lebensweise jener Gentilgesellschaften, die als Jäger und Sammler ihr Dasein bestreiten. Es war eine Zeit, ohne Stadtstaaten, Ehe und Privateigentum an Produktionsmitteln und daher auch eine Epoche ohne Kriege. Lediglich Stammesfehden traten hin und wieder auf. die Menschen waren anders als zu Zeiten der Seßhaftigkeit mit mühseliber und langanhaltender Arbeitsplackerei beschäftigt. Auch die Ernährung war nicht selten gesünder, denn man trank noch keine Milch, die zumindest früher oftmals nicht vertragen wurde.

Die Bibel hat in einem Punkt durchaus rwecht, wenn sie hervorhebt, dass nach dem Auszug aus dem Paradies, die Menschen im Schweiße ihres Angesichts ihr Leben nun bestreiten müssen. In der Tat, dem war so und noch immer liegt ein gewisser Fluch in einer erzwungenen Arbeit, die man weltweit gehäuft antrifft.

Fazit: die Bibel beginnt mit ihrer Genesis genau zu der Zeit, wo die menschliche Kultur beginnt. Die zuvor bestandene Zeit kannten die damaligen Bibelschre3iber garnicht, z.B. wurde der Neandertaler erst im 19. Jhdt. entdeckt.


Antwort
von Nadelwald75, 31

Hallo ProfProfProf,

da unterliegst du einem weit verbreiteten Irrtum bzw. hängst dich an die Ansichten von evangelikalen Fundamentalisten an. Dort ist man der Ansicht, dass die Schöpfungstexte eine historische Beschreibung der Welt- und Menschheitsentstehung sind.

Nach allgemeiner historisch-kritischer Bibelexegese sind diese Texte aber Glaubensaussagen bzw. theologische Aussagen über das Verhältnis von Schöpfung, Mensch und Gott, die sich an dem Muster des neubabylonischen Weltbildes (Gen. 1) und der Agrarkultur der Israeliten in der Zeit Davids Gen.2) orientieren.

Adam und Eva sind keine historischen Personen, und damit entfällt das Problem vollständig.

In deinem Link stehtdie  Inauguraldissertation von C. Homuth2008. In der Einleitung, um das Thema schmackhaft zu machen, wird zwar auf die BibelBezug genommen, aber dann gesagt: „Allerdings war der Fluch Hams nur eine imVolk verbreitete Erklärung. Die  Kircheund ihre Wissenschaft machtenihn sich nicht zu eigen, ….“ – und dann geht es eben rein wissenschaftlichweiter. Deine These ist damit dann nicht unterstützt.

Antwort
von Dummie42, 33

Echt jetzt? Du nimmst ausgerechnet eine Doktorarbeit zur Genetik zur Unterstützung deiner wirren Ideen? An Selbstbewusstsein scheint es dir nicht zu mangeln.

Was die "Altersangaben" in der Bibel betrifft, so wurde zu Beginn in Mondmonaten gerechnet (also durch 12 teilen), später, als die Altersangaben stark sanken, in Ernten (zwei Ernten pro Jahr) und danach dann in Jahren. Und schon in der Genesis zieht Kain nach dem Brudermord von dannen zu anderen Menschen. Adam und Eva sind also auch in der Bibel mitnichten die einzigen Menschen auf Erden. Die Schöpfungsgeschichte musst du schon als Allegorie für den Menschen an sich wahrnehmen. Und wo bitte steht, Eva habe hunderte Kinder bekommen?

Was dein Inzuchtmodell angeht, zu allen Zeiten hat es Völkerwanderungen gegeben. Wir Europäer sind auf jeden Fall Promenadenmischungen, also wild durchmischt. Und außerdem haben die Evolution und die Genetik auch ein Wörtchen mitzureden. So weiß man heute, dass sich die Gene innerhalb einer größeren Population oft stärker unterscheiden, als die Gene zwischen ganzen Ethnien weltweit.

Antwort
von Tobzudenstar, 84

Hallo ProfProfProf,
Danke du hast mir echt die Augen geöffnet habe deiner Ausführung nichts mehr hinzuzufügen. War wirklich ein purer Lesegenuss. Sowas sollte es öfters geben.
LG Tobzudenstar

Antwort
von dadita, 21

Die "heilige Schrift" hat in jeder Beziehung gelogen. Sie ist das Produkt von Unwissenheit und religiösem Fanatismus, der Schöpfungsmythos ist ein reiner Mythos. 

Weder Adam noch Eva haben jemals existiert. Deine "Theorie" ist mit der Realität nicht vereinbar. Die Menschheit hat sich aus einem gemeinsamen Vorfahren mit dem heutigen Affen entwickelt. Sie ist das Produkt von 3,5 Milliarden Jahren der natürlichen Evolution. Dies ist ein Fakt. 

Es gibt vielleicht noch einige Stellen an denen man Götter und andere Märchenfiguren einsetzen kann...aber nicht bei der Evolution.

Antwort
von Andrastor, 42

Die heilige Schrift hat also keinesfalls gelogen

Oh doch das ist sie allerdings.

Denn alle wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen dass wir uns aus Wesen herausentwickelt haben die so aussehen wie auf dem unten angefügten Bild.

Die Entwicklung der Menschen ist keine, wie du es beschreibst, Rückentwickling, oder Verschlechterung aufgrund von Inzest, sondern eine Weiterentwicklung, eine Verbesserung, was alle Funde bestätigen.

Die Bibel ist nichts weiter als eine Sammlung antiker Märchen und Mythen und wenn du schon mit dem Schöpfungsbericht anfängst, solltest du dir im Klaren darüber sein das laut Bibel der gesamte Sündenfall von Gott geplant war und er von Beginn an vor hatte dass die beiden den Garten Eden verlassen müssten.

Wir können von Glück reden dass das alles Unsinn ist.

Antwort
von FrankFurt237, 64

Super Theorie. Könnte so stimmen. 

Kommentar von dadita ,

Nein, könnte sie selbstverständlich nicht O.o

Antwort
von crashy2002, 16
Dass Inzucht Einfluss auf die Qualität des Genpools nimmt sollte durch wiss. Erkenntnissen nicht anzweifelbar sein.

Zu dieser Zeit hat es noch keine negativen Auswirkungen gehabt da die Menschen ja noch frisch von Gott gemacht waren.

Nun fragt sich, wieso der heutige Mensch keineswegs wie ein Abbild Gottes wirkt?

Was genau meinst du?

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