Frage von Nigelson, 212

Hilfe zu Inkasso Infoscore und Fine Trade - Abzocke?

Hallo miteinander. Folgende Problematik: Ich habe seit ca. 14 Monaten einen Handyvertrag inkl. Handy bei simyo bestellt. Vertrag war hierbei von Simyo und das Handy über die Firma Fine Trade. Alles per Ratenzahlung. Entweder wurde zu jedem Abbuchungstermin am Monatsende das Geld erfolgreich eingezogen, oder aber ich habe von Fine Trade einige Tage später eine E-Mail erhalten mit Mahngebühren von 8 Euro (zu meinen 11 Euro monatl. fürs Handy) die ich auch immer innerhalb der gesetzten Frist gezahlt habe. Letzten Monat (Mitte/Ende September) konnte der fällige Betrag von 11 Euro wieder einmal nicht abgebucht werden. Doch statt einem Bescheid per Mail oder Post, bekam ich absolut gar nichts. Ich dachte so bei mir "ok die werden das schon dann zum Oktober 2 mal abziehen und dann ist es gut". Doch bis 25.10.2016 kam immernoch nichts von fine trade, auch immernoch keine Mahnung oder dergleichen. Das einzige das kam war ein Schreiben vom Inkassounternehmen Infoscore die jetzt als hauptforderung den Restbetrag meines Handys fordert (121 Euro), und selbst noch einmal rund 139 Euro für ACHTUNG: Mahnauslagen für Mahnungen vor dem 24.10.2016 sowie Inkassokosten von runde 84 Euro.

Meine Frage ist nun was tun? Muss ich speziell etwas beachten? Ich habe mich schon ein bisschen durchgelesen, aber reicht es einen Widerspruch zu schreiben und per Einschreiben an Infoscore zu senden sowie die 2 ausstehenden Raten von jeweils (11+8) 19 Euro an Fine Trade zu bezahlen? Soll ich komplett die 121 Euro an fine trade zahlen? Den Gesamtbetrag zu zahlen kommt mir vor wie ein Zugeständnis dass diese Forderung richtig wäre, jedoch habe ich bis heute keinerlei Erinnerung oder Mahnung von Fine Trade erhalten. Was schlagt ihr vor? (P.S. Restschuld wird bis zum 4.11.2016 verlangt)

Viele Grüße, Nico

Antwort
von mepeisen, 149

Ich würde die 121€, sowie 5€ für Rücklastschrift und 2,50€ für Briefporto, Zinsen usw. bezahlen. Mehr nicht. Im Verwendungszweck "Nur HF + Rücklastschrift + Zinsen + Briefporto" ergänzen.

Dem Inkasso würde ich schreiben: "Wertes Inkasso. Ich weise die Forderung mangels Vorlage einer Vollmacht und wegen Verstoß gegen §254 BGB zurück. Im übrigen bereits jetzt die Information: Es gibt keine offenen und zu zahlenden Gebühren. Ihre Versuche, bei mir 55€ frei erfundene Mahnauslagen u.ä. einzutreiben, sowie ihr Verstoß gegen das RVG werde ich ohne zu zögern bei der Polizei als gewerblichen Betrugsversuch anzeigen. Mir ist bekannt, dass sie zudem keine Mehrwertsteuer als Schadensersatz fordern dürfen. Zudem ist mir bekannt, dass Sie dem Auftraggeber vertraglich garantieren, dass dieser niemals Inkassogebühren bezahlen muss. Der Versuch, die Inkassokosten als Schadensersatz einzutreiben ist daher ein klarer Betrugsversuch. Ich diskutiere nicht und weitere Bettelbriefe werde ich nicht beantworten. Einem gerichtlichen Mahnbescheid werde ich widersprechen und vor Gericht werde ich die Vorlage des gesamten zwischen Ihnen und Fine Trade geschlossenen Vertragswerkes erzwingen."

Üblicherweise schreckt das Infoscore ab. Denn die wollen nicht, dass man ihre Betrugsgeschäfte durchschaut.

Die hören dann auf.

Kommentar von Nigelson ,

Ja da ist jetzt nur die Frage : 1. Das Geld an Fine Trade überweisen oder? Nicht an das Inkasso.

2. Habe ich wie gesagt nie eine Mahnung oder dergleichen erhalten. Mir gehts da zwar nicht um ein paar Euro, jedoch wirkt das doch fast wie ein eingeständniss dass ICH den Vertrag gebrochen habe (durch "ignorieren" von Mahnungen) obwohl die Schuld beim Anbieter liegt, oder irre ich mich da?

Kommentar von mepeisen ,

1. Das Geld an Fine Trade überweisen oder? Nicht an das Inkasso.

Ja.

Solange niemand geschrieben hat, dass das Inkasso die Forderung aufgekauft hat, kannst und darfst du immer auch an den Ursprungsgläubiger überweisen.

2. Habe ich wie gesagt nie eine Mahnung oder dergleichen erhalten

Doch, das hast du. Bei einer Rücklastschrift wirst du von deiner Bank informiert. es liegt dann eine sogenannte Selbst-Mahnung vor.

Insoweit ist eine weitere Mahnung durch Fine-Trade nicht erforderlich.

Aber: In der Vergangenheit hat Fine-Trade gezeigt, dass es selbst mahnen kann und das war bei dir auch erfolgreich. Sprich: Die haben gezeigt, dass sie keinesfalls auf die Hilfe eines Inkassos angewiesen sind und das ist das entscheidende Argument gegen die Inkassogebühren.

Kommentar von Nigelson ,

Okay dann werde ich das wohl so machen müssen.  Dumm ist jetzt nur dass ich schonmal eine email an fine trade geschrieben habe in der ich sage dass ich lediglich die jetzt (ist ja ende des 2. Monats ) fälligen 2 raten + der 8 euro bezahlen werde und sie mir nachweisen sollen dass es mahnungen gegeben hat die dieses verhalten überhaupt rechtfertigen und ich mich auch noch bei dem inkasso melden werde und bei beibehalt rechtliche schritte einleite. 

Kommentar von Nigelson ,

Also am besten nochmal ne mail an fine trade schreiben in der ich sage dass ich die hf inkl. zinsen etc. unter verwendungszweck xyz überwiesen habe oder? Hab mal nachgerechnet und offen sind tatsächlich sogar 122 euro. Soll ich dann die 8 euro die ich sonst für die fehlbuchung letzten monats normal gezahlt hätte auch dazurechnen? Also insgesamt 122 + 8 + 0,14 (zinsen)+ 5 + 2,50 ? 

Kommentar von mepeisen ,

Soll ich dann die 8 euro die ich sonst für die fehlbuchung letzten monats normal gezahlt hätte auch dazurechnen?

Kann man machen, ja.

Kommentar von Nigelson ,

So, heute gab es "endlich" eine Antwort von Infoscore.

In dem Brief steht grob zusammengefasst:

Es blieb seit 05.08.2016 eine Ratenzahlung aus, daher wurde ich anscheinend vom Auftraggeber fine trade "mehrmals" gemahnt.

Weil ich auf die Mahnung keine vollständige Zahlung geleistet habe wurde Infoscore beauftragt.

Die unbezahlte Forderung von 130,58€ stünde weiter aus, jedoch würde unter "Berücksichtigung der bisherigen Korrespondenz mit der Auftraggeberin ohne Anerkenntnis einer Rechtspflicht" darauf verzichtet werden wenn ich den Mindestbeitrag in Höhe von 100 € bis 25.11.2016 überweise. "Das Angebot ist nur befristet gültig".

Einfach ignorieren? Oder nochmal klarstellen dass keine Mahnungen geschrieben wurden?

Grüße

Kommentar von mepeisen ,

Du hast den rest ja bezahlt, richtig?

Dann würde ich denen folgendes schreiben: "Ich bestreite, jemals Mahnungen erhalten zu haben. Sie wollen mir unverzüglich die Mahnungen in Kopie senden, sowie einen Zustellungsnachweis vorlegen. Des Weiteren wollen Sie mir immer noch das gesamte zwischen ihrem Konzern und dem Auftraggeber geschlossene Vertragswerk in Kopie zukommen lassen. Ich diskutiere nicht. Kommen Sie meinen Forderungen nicht nach, ist die Konversation hiermit beendet. Auf weitere Bettelbriefe reagiere ich nicht."

Kommentar von Nigelson ,

Ja wie gesagt , hauptforderung + 8 euro wurde bezahlt, nur eben die mahngebühren etc von infoscore nicht.  

Vielen Dank, werde ich so machen.  :)

Kommentar von Nigelson ,

Es wird immer abstrakter.

Jetzt hat mir infoscore die "geforderten" Unterlagen zugeschickt, inklusive aller bisherigen Mahn-emails die anscheinend auch in Postform (so sieht es zumindest aus obwohl ich nie anders informiert wurde als per mail) an meine Wohnadresse geschickt wurden.

Die Mahn-Email Daten decken sich mit meinen Emails, bis auf die letzte vom 28.09.2016, sowie die erneute Aufforderung zum 05.10.2016.

Habe also quasi eine Mahnungskopie und eine 2. Aufforderung in der Hand die mir anscheinend von Infotrade gesendet wurde, die ich jedoch noch nie gesehen habe. Genauso wie die "auf dem Postweg zugesendeten" Kopien, die ich jedoch auch nie erhalten habe, keine einzige.

Forderung steht immernoch mit 130,58 die auf 100 reduziert wird bis 07.01.2017.

Wie soll ich bitte beweisen dass die Papiere so nie zugestellt wurden? :D

Kommentar von mepeisen ,

Wie soll ich bitte beweisen dass die Papiere so nie zugestellt wurden? :D

Brauchst du gar nicht.

Die müssen die Zustellung beweisen, nicht du.

Hast du die Vertragskopie zwischen Inkasso und Gläubiger erhalten?

Ich würde entweder ganz ignorieren oder noch einmal schreiben: "Wertes Inkasso. Sie scheinen mich für besonders dämlich zu halten. Dass die eMails ausgedruckt worden sein sollen und per Briefpost verschickt worden sein sollen, ist ein dummer Scherz. Ich erwarte immer noch die Vorlage von Zustellnachweisen. Beachten Sie: Das Erfinden von Briefen, die es nie gab, um Mahngebühren zu rechtfertigen, die per eMail niemals anfallen, erfüllt Straftatbestände. Ich werde nicht zögern, Strafanzeige zu erstatten, wenn Sie mir keine Zustellnachweise vorlegen. Die übrigen angeforderten Dokumente (Vertragskopie zwischen Ihnen und Auftraggeberin) erwarte ich ebenfalls weiterhin."

Im grunde ist es fast egal, was man so schreibt. Die werden ohnehin keine Zustellnachweise haben. Du hast letztendlich ja kein Einschreiben erhalten oder für das Ganze unterschrieben.

Kommentar von Nigelson ,

Vielen Dank. Hab ich so abgeschickt. Die vertragskopie bekam ich, ja, war eine seite und ziemlich wirr.

Kommentar von mepeisen ,

Kannst du die ggf. mal einscannen? Etwaige personenbezogene Daten vorher mit Grafikprogramm entfernen. Würde mich mal interessieren. Was du bekommen hast, war ganz sicher kein  vollständiges Vertragswerk, maximal eine Vollmacht. Das Vertragswerk zwischen denen ist mehr als eine Seite groß.

Kommentar von Nigelson ,

Mach ich gern! Geht das hier oder kannst du mir eine pn mit emailadressee schicken?

Kommentar von mepeisen ,

mach einfach eine freundschaftsanfrage hier.

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