Frage von tzuli88, 73

Hilfe Studium medizin?

Hallo leute, Ich hab ein ganz grosses Problem. Ich habe 7 jahre auf meinem studienplatz in medizin gewartet und habe ihn jetzt bekommen. Wie es kommen musste bin ich total verzweifelt ich bin körperlich und seelisch kaputt weil ich überhaupt nicht klar komme. Der start war katastrophal. Und ich will es plötzlich nich mehr und zwinge mich förmlich zu allem. Selbst Essen und Trinken wird fällt mir schwer. Ich hab keine Aubildung gemacht sondern nur im Krankenhaus gearbeitet. Was mache ich jetzt bloss mit meinen 27 jahren :((( War auch bei der beratung ich habe angst dass aus mir nichts wird.

Antwort
von hourriyah29, 53

Hallo Tzuli,

was hast Du in den letzten Jahren gemacht?

Warst Du so sehr auf das Studium fixiert, dass Du die letzten 7 Jahre "abgesessen" hast? Oder hattest Du in der Zeit andere Ideen, was Du gerne machen würdest?

Du studierst vermutlich seit Oktober?

Was ist es denn, das Dich so stresst? Das Heimweh, der Lernstress, die Mitstudenten?

Wir wissen ja kaum etwas von Dir, da wird es schwer guten Rat zu geben.

LG, Hourriyah

Kommentar von tzuli88 ,

Hey ich habe durchgehend gearbeitet und mir nur dieses Ziel vor Augen gesetzt. Alles andere war mir egal. Aber leider ist alles jetzt weg. Hab jetzt irgendwie ein Problem :(

Kommentar von hourriyah29 ,

Hallo Tzuli88,

Es kann sein, dass die ersten Monate Dir besonders schwer fallen, dass es später aber auch wieder leichter wird.

Allerdings ist Medizinstudium immer mit hohem Leistungsdruck und viel Lernstoff verbunden. Das war Dir vermutlich vorher auch klar.

Auch wirst Du es vermutlich immer etwas schwerer haben, als die jüngeren Mitstudenten. Eine wichtige Frage ist...hast Du Vorteile, die Du ausspielen kannst?

Ich hatte einen älteren Mitstudenten, der lange Zeit im Rettungsdienst gearbeitet hatte, der sehr erfolgreich studiert hat, da er in seinen Jahren als Sanitäter schon viel medizinisches gelernt hatte, das System gut verstand und ein gutes Selbstbewustsein hatte.

Vor kurzem saß ich mit 3 Kolleginnen (Klinikärztinnen) beim Mittagessen und wir waren uns alle einig, dass wir nicht noch einmal Medizin studieren würden. Eine berichtete von 2 Freundinnen, die niedergelassen arbeiten und auch unzufrieden sind. Und in meinem weiteren Freundeskreis ist nur eine einzige mit ihrer Berufswahl wirklich glücklich (inzwischen angestellte Allgemeinmedizinerin). Zwei sind in die Schweiz gegangen und dort zufrieden.

Die Arbeitsbedingungen sind für Ärzte in Dtl. momenan schlecht. Viel Zeitdruck, häufig Überforderung, häufig Zwänge gegen das eigene Gewissen zu handeln. Das macht auch krank. statistisch sind Ärzte außergewöhnlich stark von Depressionen, Suchterkrankungen und auch Suizid betroffen. Ich kann nur hoffen, dass sich dies in den kommenden Jahren ändern wird. Bis Du mit dem Studium fertig bist sieht die Welt ganz anders aus.

Und natürlich gibt es mit dem Studienabschluss auch die Möglichkeit sich eine Niesche zu suchen, in der man zufrieden arbeiten kann. Ich organisiere mir gerade die Flucht in eine Niesche.

Bald sind Weihnachtsferien, da hast Du die Gelegenheit auszuspannen, Abstand zu gewinnen und noch einmal Deine Ziele, Wüsche und Motive zu bedenken.

Es kann hilfreich sein, sich ein paar Stunden bei einem Coach zu leisten. Vielleicht unterstützt Dich dabei auch Deine Familie. Besser jetzt eine gute Entscheidung treffen, als diese noch ein paar Jahre hinzuschieben.

LG und alles Gute!

Hourriyah

Antwort
von tzuli88, 20

Ich habe mir überlegt, die Scheine mitzunehmen die ich mitnehmen kann und mich exzumatrikulieren. Und mich zum Sommer neu zu bewerben und woanders einen neuanfang zu wagen.

Ich merke dass es mir gesundheitlich immer schlechter geht und ich ein gefühl der leere habe.

Antwort
von LilApple88, 73

Nur die Ruhe, wie weit bist du denn jetzt? Im ersten Semester? Welche Fächer machen dir Probleme? Die Vorklinik kann sehr hart sein, insbesondere wenn man keine naturwissenschaftlichen Vorkenntnisse hat (ich kenne das gut). Allerdings ist diese Zeit kaum repräsentativ für die Klinikzeit, für die man dieses Studium ja letztendlich wählt. Warum denkst du, dass du es nach all dem Warten nicht mehr willst? Tust du dir momentan mit den Klausuren schwer? Oder zweifelst du daran, dass der Arztberuf das richtige für dich ist? 

Kommentar von tzuli88 ,

Ich bin von der Heimat raus und in eine nicht schöne Stadt namens Giessen. Ich fühle mich irgendwie eingesperrt. Ich schaffe es nicht neben all den Gedanken noch zu lernen und  der Stoff wird immer mehr. Und ich bin mit mir selbst beschäftigt. Meine eltern und geschwister steheb hinter mir. Ich brauche eine Auszeit sonst klapp ich zusammenm Irgendwie frage ich mich dann wie ich das durchstehe. So wie ich mich im moment fühle, stehe ich es nicht durch.

Diese Begeisterung die ich Jahrelang hatte ist wie von erdboden verschluckt. Ich weiss nicht weiter

Kommentar von LilApple88 ,

Neuanfänge sind immer hart. Gib dir selbst etwas Zeit, mit der neuen Situation und Herausforderung klar zu kommen. Du hast so lange auf diese Chance gewartet, es wäre schade, wenn du sie zu früh wegwirfst. Versuch neue Leute kennen zu lernen, Freunde zu finden, das hilft enorm. 

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community