Frage von kimbo89, 136

Hilfe: Steuerklasse von 4/4 auf 3/5 gewechselt. Ich in 5 habe jetzt richtig hohe Abzüge, bei meinem Mann in 3 gibt es kaum steuerliche Veränderungen?

Mein Mann und ich haben die Steuerklassen dieses Jahr gewechselt, weil wir planen Kinder zu bekommen. Wir hatten 4/4 und mein Mann hat jetzt 3 und ich 5. Wir verdienen in etwa gleich, wobei mein Mann etwas mehr verdient. Als ich heute meine Lohnabrechnung bekommen habe bin ich richtig erschrocken, da ich jetzt 400€(!) weniger bekomme. Mein Mann aber mit Klasse 3 nicht wirklich weniger Steuern zahlt. Die Klassen sind auf den Abrechnungen richtig berücksichtigt. Wir hatten die Konstellation gewählt da wir dachten, dass wir durch das was ich während der Schwangerschaft weniger an Lohn bekomme mit dem was mein Mann weniger an Steuern zahlen muss ausgleichen können und somit mehr für uns bleibt. Jetzt hab ich das Gefühl, dass genau das Gegenteil der Fall ist und wir drauf zahlen. Des Weiteren habe ich gelesen, dass man bei 3/5 häufig Nachzahlen muss nach der Steuererklärung. Obwohl von mir jetzt 400€ mehr einbehalten werden auch noch nachzahlen? Bei 4/4 hatten wir bisher immer etwas zurück bekommen. Vielleicht weiss jemand was ich jetzt am Besten mache. Ich bin völlig verzweifelt und überfordert. Herzlichen Dank vorab für eure Unterstützung!

Antwort
von kevin1905, 79

Durch Änderung der Steuerklassen lässt sich die Steuerlast nicht senken.

Auch das Elterngeld wird vom Brutto berechnet (aus dem ein fiktives Netto gebildet wird, welches die Grundlage für die Höhe des Elterngeldes darstellt) und unterliegt dem Progressionsvorbehalt.

Unter dem Strich steht immer das selber Ergebnis, die Wahl besteht zwischen heute mehr Netto + Nachzahlung oder heute weniger Netto und dafür Erstattung.

Kommentar von sumsum076 ,

Beim Elterngeld wird dennoch die Steuerklasse berücksichtigt, die man am längsten im Berechnungszeitraum hatte.

Und ob beim Elterngeld Steuern nachzuzahlen sind, hängt von weitern steuerlichen Bedingungen ab, so dass es nicht pauschal zu beantworten ist.

Antwort
von petrapetra64, 75

Das mag dann wohl daran liegen, dass eben 4/4 für euch richtig wäre (dann gibt es damit auch das meiste Geld), habt ihr es mal durch den Brutto Netto Rechner gejagt? Vor der Endabrechung beim Finanzamt braucht ihr aber keine Angst zu haben, denn man zahlt beim Spitting immer die geiche Steuer am Ende, egal ob mit 4/4 oder 3/5. Habt ihr bei gleichem Gehalt daher jetzt weniger, dann gibt es folglich am Ende mehr.

Anders sieht es bei Eintreten einer Schwangerschaft/Geburt aus. Die meisten angehenden Eltern machen es sinnvollerweise genau umgekehrt. Die Person, die später das Kind betreuen will und Elternzeit nehmen wird (meist die Mutter),die wählt die Steuerklasse 3. Und das rechtzeitig vor Eintritt der Schwangerschaft. Am Ende verliert man dadurch nichts (Steuerjahresausgleich), aber wenn das Elterngeld berechnet wird später, dann wird das nach dem Netto der letzten 12 Monate berechnet und das ist bei der Steuerklasse dann etwas höher. Und erst nachdem das Elterngeld bezogen wird, ändert man die Steuerklasse dann in 3/5 und der arbeitende Teil bekommt etwas mehr.

Bei eurer Wahl hingegen wird das Elterngeld mit ca. 400 Euro weniger berechnet, d.h. es gibt entsprechend weniger Elterngeld später.

Ich kann euch nur raten, die Steuerklassen so schnell es geht wieder zu ändern.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

dummerweise ist die erneute Änderung nur möglich wenn:

- ein Partner aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet und Arbeitslosengeld bezieht

- ein Partner aus der Arbeitslosigkeit in ein Arbeitsverhältnis wechselt

- die Ehepartner sich trennen

- ein Partner verstirbt

......

somit: die Steuerklasse 4/4 bleiben für dieses Jahr

Antwort
von SuMe3016, 95

Wenn ihr ungefähr gleich viel verdient, dann wäre die Kombination 4/4 richtig für euch gewesen. Es macht keinen Sinn , bei gleichem Verdienst auf 3/5 zu gehen. Dass bei Klasse 5 so viel Einkommensteuer einbehalten wird, ist bekannt und hätte man bei Nettorechnern auch ausrechnen lassen können vorher.
3/5 würde Sinn machen, wenn du in Mutterschutz gehst und dann in Elternzeit, weil da ein grosser Teil deines Gehaltes wegfällt.

Antwort
von winkekatze1212, 90

Hmm habt ihr euch mal bei einem Steuerberater informiert?  Wäre auf jeden Fall das Beste. Wenn beide ungefähr gleich viel verdienen sollte man eigentlich 4/4 wählen. Wenn du schwanger wirst und in Elternzeit bist wird dein Durchschnittsgehalt der letzten zwölf Monate für die Berechnung des Elterngeldes genommen. Macht so schnell wie möglich einen Termin beim Steuerberater!

Antwort
von sumsum076, 31

Hm, die meisten wechseln, wenn sie schwanger werden wollen, eher auf die Kombi Er - 5 / Sie - 3.

Der Vorteil dabei (da die Steuerlast ja grundsätzlich trotzdem gleich bleibt) ist ein höheres Mutterschaftsgeld für 14 Wochen und ein höheres Elterngeld für weitere 10 Monate.

Wenn du nun die Steuerklasse 5 hast, werdet ihr an Steuern das gleiche zahlen, aber DU wirst weniger Mutterschaftsgeld haben und weniger Elterngeld.

Und...würde sich nicht auch das ALG1 nach diesem Gehalt (vor der Geburt) berechnen?

Sorry, aber ich sehe keinen einzigen Vorteil für die Frau, den ein Wechsel auf Sie - 5 bei etwa gleichem Lohn bringen soll.

Kommentar von Anaxabia ,

Sorry, aber ich sehe keinen einzigen Vorteil für die Frau, den ein Wechsel auf Sie - 5 bei etwa gleichem Lohn bringen soll.

Selbst bei höheren Lohnunterschieden ist Frau immer im Nachteil, weil sämtliche Lohnersatzleistungen vom Netto berechnet werden. Lediglich, wenn frau *nix* verdient und kein Elterngeld erhält, macht imo 3 für den Mann Sinn.

Antwort
von Anaxabia, 22

Vielleicht hättet ihr Euch vorher besser informieren sollen.

Also erstens mal ist es am Ende des Jahres völlig wurscht ob man 4/4 oder 3/5 hatte, wenn man Lohnsteuererklärung gemacht hat. Die gesamte Steuerlast kann man damit nicht senken. Sie wird nur umverteilt.

Ich verstehe auch nicht, warum man die Lohnsteuerklasse wechselt weil man *plant* schwanger zu werden? 

Weil 1.: Kannst Du hoffen, dass Du spontan schwanger wirst. Aber es kann auch durchaus auch gerne 6 Monate oder 1 Jahr oder 2 Jahre dauern - oder vielleicht auch überhaupt nicht klappen.

und 2.:Warum sollte Dein Einkommen *während der Schwangerschaft* niedriger werden? Das passiert doch in der Regel erst, wenn man nach der Geburt nicht mehr arbeitet und Elterngeld erhält.

Vor allem wird das Elterngeld vom NETTOgehalt der letzten 12 Monate berechnet. Das heißt, Dein zukünftiges Elterngeld wird durch diese unüberlegte Aktion nun niedriger ausfallen. Auch alle anderen Lohnersatzleistungen wie bspw. Arbeitslosengeld werden immer vom Netto berechnet, daher ist LStKl 5 für Dich persönlich nie vorteilhaft.

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