Frage von yuppieyuppie, 190

Hilfe! Sind chronische Depressionen unheilbar?

Also ich habe den Verdacht Depressionen zu haben, da alle Symptome auf mich zutreffen, allerdings sollten Depressionen ja in Episoden auftreten. Wenn ich aber an die letzten Jahre zurückdenke, kann ich mich an keine Schwankungen erinnern, mein Zustand war, wenn ich mich nicht irre, recht konstant. Ich hab grade gelesen, dass es auch chronische Depressionen gibt, wobei die Depressionen ein Dauerzustand sind. Diese soll oft behandlungsresistent sein und ich kriege grade deshalb richtig Panik! Was soll ich mit meinem Leben anfangen, wenn ich die Depressionen nicht mehr loswerde! Hat jemand von euch Erfahrungen damit? Sind chronische Depressionen schlecht heilbar, verglichen mit normalen Depressionen? Ich verlier grade echt die Hoffnung, dass ich wieder gesund werde..

Antwort
von Kleinlok, 98

Hallo yuppieyuppie,

ich schließe mich den Empfehlungen hier an. die dir raten zum Arzt/Psychologen zu gehen. Eigen- und Ferndiagnosen können die Beratung vom Fachmann/-frau nicht ersetzen. Stell dir vor du würdest dir das Bein brechen, dann wäre es vermutlich klar dass du zum Arzt gehst (bzw. dich bringen lässt) und nicht erst hier auf GF fragen würdest, was man so bei einem Beinbrauch machen kann.

Ob du wirklich chronische Depressionen hast, das kann dann wenn überhaupt der Spezialist feststellen - vorher (und eigentlich auch im Falle einer solchen Diagnose) solltest du nicht dir irgendwelche Zukunftschancen oder -probleme ausrechnen. Depressionen können wenn sie quailifiziert behandelt werden geheilt werden und selbst in schweren Fällen ist eine derartige Besserung möglich, dass Menschen wieder zu Lebensmut finden und wieder befreiter leben können.

Du schreibst in einem Kommentar, dass du zu einem Psychater gehen wilst, das ist denke ich ein erster guter Schritt. Ich wünsche dir, dass dich das weiterbringt. Bleib offen - beurtele nicht vorneweg seine Situation bzw. problamtik als mit schlechte Chancen behaftet. Es liegt an dir, deinem Willen und deinem Optimismus, was du daraus- am besten mit professioneller Hilfe - machst,

liebe Grüße, Thomas

Antwort
von hertajess, 109

Zu unterscheiden ist zunächst zwischen endogenen - vom Körper ausgehenden - und exogenen - von der Umwelt ausgehenden - Erkrankungen. Endogene können mit einigem Aufwand nachgewiesen werden. Auch hier ist durchaus ein großer Prozentsatz so einstellbar dass ein angenehmes Leben begleitet durch entsprechende Therapiemaßnahmen möglich ist. Bei den exogenen hilft oft schon sich ein neues Umfeld zuzulegen, umzuziehen im Bedarfsfall. Das ist natürlich auch nicht einfach mal so bewerkstelligt aber möglich. 

Vor rund 30 Jahren las ich in der Badischen Zeitung eine wissenschaftliche Studie die über einen sehr langen Zeitraum ging und eine wissenschaftlich relevante Zahl von Patienten beinhaltete. Also mehr als 10.000 Menschen. Dort wurde der Nachweis erbracht dass von den diagnostizierten Depressionen 1/3 komplett geheilt werden konnte - z.B. durch Umzug, rechtliche Aufarbeitung und Anerkennung erlittenen, oft frühkindlichen Leids, Erforschung tatsächlicher eigener Bedürfnisse mithilfe entsprechender Therapie - hier heute systematische Psychotherapie, in manchen Fällen auch noch Psychoanalyse die aber von den meisten Krankenkassen nicht mehr finanziert wird. 1/3 konnte ein gutes und zufriedenstellendes Leben mit regelmäßigen Therapiemaßnahmen erreichen, 1/3 brauchte ständige stationäre Begleitung. 

Wesentlich bei dieser Studie war dass zur Diagnosestellung und Erarbeitung eines angemessenen Therapieplans zwei Jahre gebraucht wurden. Ich möchte Dir diese Tatsache mit auf den Weg geben. Denn es wird in unserer Gesellschaft viel zu schnell diagnostiziert wenn die Patienten sich nicht zur Wehr setzen. 

Sinnvoll erscheint also zunächst dass Du selbst beginnst von Hand auf Papier Tagebuch zu schreiben. Bitte jeden abend vor dem einschlafen mindestens eine halbe Stunde. Es ist egal Was Du schreibst und Wie Du schreibst. Wesentlich ist Das Du schreibst. Auf diese Weise können wir Menschen nur einen einzigen Gedanken zur gleichen Zeit denken während wir ansonsten sehr viele verschiedene Gedanken im Kopf rumwälzen ohne uns dessen bewusst zu sein. Nach und nach werden also wesentliche Gedanken die von all den Alltagsgedanken überlagert werden ans Tageslicht kommen können. 

Mit diesen kannst Du dann in Therapie arbeiten. Denn Therapie kann nicht nutzen wenn der Patient unfähig ist sich zu zeigen, sich darzustellen. Weiter kommt hinzu dass heute den wahrnehmungsverändernden Drogen der Vortritt gelassen wird. Es ist so schön bequem die Menschen unter Pharmaprodukte zu stellen. Sie sind dann so gut manipulierbar, handhabbar. 

Zunächst würde ich einen Hormonstatus bei einem Endokrinologen machen lassen. Ein guter Internist begleitet da bevorzugt. Dieser kann dann auch zu einer Ernährungsberatung schicken falls die eigene Krankenkasse eine solche nicht eh kostenlos anbietet. Nahrung ist Heilung. Manche sogenannte Depression besteht weil viel zu wenig getrunken wird, dem Körper keine angemessenen lebenswichtigen Nährstoffe zugeführt werden. 

Danach, wenn hier Alles im grünen Bereich ist, sollte ein Neurologe der Frage nachgehen ob es sich um eine Störung im Gehirn handelt. 

Ist diese ausgeschlossen macht eine Psychotherapie dann Sinn wenn Du mit dem Fachmenschen auch klar kommst. Denn beachte: Du hast zunächst Schnupperstunden in denen sich beide Beteiligte kennen lernen sollen, erarbeiten sollen woran genau gearbeitet wird. 

Antwort
von ElizabethI, 112

Depressionen sind üblicherweise heilbar, und wenn es sich als hartnäckiges Problem erweist, zumindest sehr gut behandelbar.

Wenn du den Verdacht hast, an einer Depression erkrankt zu sein, solltest du mit deinem Arzt darüber sprechen. Der kann dir eine Therapie verschreiben - meistens bestehend aus Gesprächstherapie und für eine Zeitlang auch Medikamente. 

Kommentar von yuppieyuppie ,

Habe schon einen Termin beim Psychiater. Was mir Sorgen macht ist, dass chronische Depressionen schlechter heilbar sein sollen als episodische..Da die Symptome chronisch sind, soll eine Behandlungsresistenz nicht unüblich sein und deshalb hab ich das Gefühl, dass sich mein Zustand nicht bessern wird und ich für immer damit leben muss. Wenn mir die Depressionen aber auf Dauer meine Zukunftsperspektiven und Karierre kaputt machen, bin ich ziemlich sicher, dass ich in eine Suizidgefährdung abrutsche und das macht mir Angst.

Antwort
von Jeally, 190

Geh doch erstmal zum Psychologen und lass dir eine Diagnose stellen. Nur weil die Symptome der Depression auf einen zu treffen heißt das nicht, dass man Depressionen hat. Die Symptome klingt zwar vielleicht gleich, sind jedoch bei Depressionen deutlich stärker ausgeprägt. Ich weiß jetzt nicht wie das bei dir aussieht, aber das verwechseln sehr viele. Also lass erstmal eine Diagnose stellen bevor du in Panik ausbrichst. Auch chronische Depressionen sind behandelbar. Zwar ist es etwas schwieriger die richtige Behandlungsmethode zu finden, aber dennoch nicht unmöglich!

Kommentar von ElizabethI ,

Eine Depression ist eine Krankheit. Damit würde ich unbedingt immer auch zu einem Arzt gehen. Der Psychologe kann nämlich keine Medikamente verschreiben (im Gegensatz zu einem Psychiater).

Kommentar von yuppieyuppie ,

Es wurde mir schon vom Hausarzt diagnostiziert und demnächst gehe ich auch zum Psychiater. Außerdem habe ich gelesen, dass bei chronischen Depressionen die Symptome weniger akut sind, dafür aber über viele Jahre anhalten:( Ich denke schon sehr lange darüber nach mich in Therapie zu begeben, aber ich hab mich nie getraut, weil ich immer dachte, vielleicht bilde ich mir das alles nur ein aber mittlerweile ist mir klar, dass das Krankheitsbild wirklich eins zu eins auf mich zutrifft.. 

Kommentar von Jeally ,

Der Psychiater wird dir helfen können. Er ist dafür ausgebildet und weiß was er tun muss bzw. kann einschätzen welche Methoden bei dir wohl am besten funktionieren würden. Um dich besser behandeln zu können wirst du wahrscheinlich auch Medikamente verschrieben bekommen. Falls du aber trotzdem nicht so wirklich voran kommst, kann ich dir auch eine Hypnosetherapie empfehlen. Diese hilft gut um an der Kern der Probleme zu kommen

Antwort
von Sneeziee, 157

Als erstes würde ich dir, wie die anderen auch, einen Termin beim Arzt/ Psychologen empfehlen. Nur der kann dir bestätigen, ob du tatsächlich an einer Depression bzw. an der chronischen Variante leidest. (Es gibt tatsächlich aber noch viel mehr Arten der Depressionen: akute, psychotische, paranoide usw.) Erstmal sollte abgeklärt werden, an welcher Form (wenn überhaupt) du leidest, damit man dir optimal helfen kann. Leider bringt es dich nicht weiter, wenn du dich jetzt schon verrückt machst.

Wie alle anderen chronischen Krankheiten sind auch chronische Depressionen sicher schwerer in den Griff zu bekommen, als eine akute, depressive Episode.

An deiner Stelle würde ich, auch wenn es schwer fällt, versuchen, mich da nicht reinzusteigern. Du weißt ja noch gar nicht, ob du an einer chronischen Depression leidest und du weißt ebenfalls nicht, ob es bei dir schwer zu therapieren ist.

Such dir Hilfe, vertrau auf deine Ärzte und Therapeuten, sie werden das beste tun um dir zu helfen.

Ich wünsche dir alles Gute!

Kommentar von yuppieyuppie ,

Nach Jahren hatte ich das erste Mal Hoffnung auf Besserung, weil ich beschlossen hatte zum Arzt zu gehen, aber dann ist mir aufgefallen, dass die nicht episodisch auftauchen und es eben eine chronische Depression könnte, die anscheinend von einigen als nicht oder schlecht heilbar angesehen wird und das hat meine Hoffnung dann wieder zunichte gemacht.. Aber du hast Recht, wahrscheinlich sollte ich erstmal die Diagnose vom Psychiater abwarten..

Antwort
von Plattenspeeler, 90

Welcher Arzt hat dir denn solchen Blödsinn eingeredet. Es war doch bestimmt: Dr. Google.

Geh zu deinem Hausarzt und bespreche mit ihm deine Ängste. Sollte er Depressionen vermuten, schickt er dich weiter zum Neurologen oder direkt zum Psychologen. Nur da kann dir geholfen werden. Nicht durch irgendwelche Ratschläge, die sicher gut gemeint sind, doch niemals den Kern treffen können,

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community