Frage von KristinDerEsel, 63

HILFE MEINE MUTTER IST ÜBERFORDERT?!?

Meine Mutter hat 5 Kinder Meine aller älteste Schwester ist sehr erfolgreich im leben und mein Vorbild. Die anderen 2 Schwestern (19 ; 26 J.)haben ihr Leben kaum im Griff. Ich wohne mit meinen Neffen/ wie ein Bruder (2 J.), meiner Mutter, meinen Bruder in einer Wohnung. Mein Bruder (8) ist eine Katastrophe. Er baut scheie ( haut ab : 21 Uhr mit einen Schulfreund mit Zug fahren bis sonst wo hin. Es musste schon oft Polizei deswegen eingeschaltet werden + hört GAR NICHT was ich auch verstehen kann da sich meine Mutter einfach nicht durchsetzen kann. Sie ist den GANZEN TAG am rumjammern. Wer jz denkt ich übertreibe - ich tue es nicht. Ich wache auf sie meckert wegen alles. Mein Neffe (ich nenne ihn mal Marco) weint zb. Weil er sich weh tut , sie meckert rum. Er will iwas von ihr sie meckert rum. Sie jammert rum sie muss ja angeblich aaaaalles alleine machen etc. Ich könnte noch viel mehr erzählen aber heute morgen war echt der Beweis : Marco hatte eine Vase kaputt gemacht, sie meckert rum und ich höre wie sie sagt "man ich kann nicht mehr (sagt sie jeden tag) alles muss ich machen. Marco wenn du noch eine Sache kaputt machst reichts mir dann kriegst du pvoll (?)" Dann hat sie geweint was mir egal war weil Wir keine gute Bindung haben was ich auch nicht will. Einmal hatte er auch was kaputt gemacht und sie hat ihn auf sie Hand gehauen darauf hin meinte ich" Spinnst du? Du kannst ihn doch nicht schlagen? ??" Sie meine es ist kein schlagen , woraufhin ich meinte : ,, ja Marco weint bloß ne, noch ist es auf der Hand ,bald auf den Po und dann im gesicht ' darauf meinte sie nichts. Ich habe so oft versucht ihr zu helfen. Aber sie lässt es Nie zu stattdessen bekomme ich den Ärger seit dem mache ich wirklich nichts mehr. Außer wenn es um Marco geht. Ich hatte schon einen Jugendamt Termin aber die meinten nur " das legt sich , ansonsten familienhilfe" obwohl wir schonmal eine vor 5 Jahren hatten aber wie man sieht - nichts. Meine Mutter hatte auch Depressionen zu der zeit und sie musste schon einmal ins krankenhaus weil ihr Blutdruck so hoch war. Also meine frage: das kann nicht so weitergehen soll ich mal die Polizei rufen oder was ich bin ratlos?!?!??!?!?!?! Sie lässt sich nicht helfen. Die is TOTAL ÜBERFORDERT meiner Meinung nach. Ich traue mich nicht mal Freunde her zu holen will das so peinlich ist. Ich höre sie alle 2 min meckern das ist so anstrengend selbst für mich. Ich bin froh wenn sie krank ist weil sie dann kaum meckern tut. Was soll ich machen? ???😐😐😐😐😕😕 Danke fürs durchlesen

Antwort
von Tasha, 14

Du hast Dich also ans JA gewendet, aber von dort keine wirkliche Hilfe bekommen?

Aus meiner Sicht habt Ihr da mehrere Baustellen.

Einerseits die Erziehung bzw. der Alltag von Marco, der als schwächstes Glied der Kette wohl am meisten von der schlechten Laune Deiner Mutter abbekommt.

Dann Deine Gefühle der Frustration und vielleicht auch Überforderung, auf Marco mit aufpassen zu müssen (um Ungerechtigkeiten von Deiner Mutter zu vermeiden).

Dein Problem, nicht Tochter sein zu können (Rolle, Ablehnung einer Bindung).

Das Problem Deiner Mutter, mit ihrem psychischen Zustand zurecht zu kommen (Gefühle zu kontrollieren, positive Gefühle zu erleben). Das Problem Deiner Mutter, den Alltag zu bewältigen. Das Problem Deiner Mutter, Mutter für Dich und Marco zu sein. Zusammen mit der fehlenden Bindung zu Dir vermutlich noch starke Versagensängste.Leider habe ich selbst die Erfahrung gemacht, dass Psychotherapie etc. nicht wirklich halft bzw. in einem Fall die Situation verschlechterte, weil der Betroffene nach der Therapie gegenüber seiner Familie sehr egoistisch reagierte, was dazu führte, dass es dann der Familie schlechter ging...

Ich persönlich würde - aus meiner eigenen Erfahrung mit ähnlichen Situationen, aber nicht ganz so extremen - folgendes überlegen:

1. Weiterfragen. Wende Dich immer wieder an alle denkbaren Stellen, schildere das Problem, frage nach Lösungen. Irgendwann wirst Du kleine Tipps bekommen, die Du erfolgreich auf Deine Situation anwenden kannst. Zu diesem Zwecke würde ich ein Protokoll führen: Wann passiert was, was sagt Deine Mutter genau, was tut sie, wie ist die Situation vorher und hinterher, wie geht es Dir damit (stichwortartig). Das kannst Du dann immer mitnehmen, wenn Du Dich an eine Stelle/ Person wendest. Rechne (leider) damit, dass einige Stellen auch sagen werden, Deine Mutter sei überfordert = Du würdest Deine Mutter überfordern und müsstest Dir mehr Mühe geben und man könnte nichts tun. :-(

2. Eigenschutz: Das ist ganz wichtig!

 Suche Dir Möglichkeiten für eigene Erholung, betreibe ein Hobby, suche Dir Rückzugsorte in der Wohnung, erstelle eine Liste mit Dingen, die Dir guttun (Musik, Essen, Sport, Hobby, Gespräch mit bestimmten Freunden oder Telefonseelsorge über Deine Probleme, Unternehmungen mit Freuden, die Dich aufheitern. Versuche, Lasten zu reduzieren. Dazu gehört mMn - persönliche Ansicht - Offenheit gegenüber den Freundinnen, damit Du nicht ständig Stress durch Vertuschungsversuche hast. Sage, dass die Situation zu Hause schwierig ist, dass Deine Mutter es schwer hat und es Euch schwer macht - Dich aber nicht schlägt - und dass Du daher niemanden nach Hause einladen willst. Du musst nicht ständig über das Thema reden, aber ein Gespräch würde Dich und ggf. Deine Freundinnen - "warum lädt sie uns nie zu sich ein?! - entlasten.

3. Hier wird es heikel: Tue etwas für Deine Mutter!

Da ich selbst mit einer vermutlich narzisstischen Mutter zusammenleben musste, kann ich Dir sagen, dass es Dir besser geht, wenn es Deiner Mutter gut geht, also ist es in Deinem Sinne dafür zu sorgen, dass es Deiner Mutter gut geht! 

Nicht 24/7! 

Auch hier würde ich eine Liste führen mit Möglichkeiten und Fehlschlägen. Ein Kompliment, ein Witz, ein kleines Geschenk, unaufgeforderte Hilfe - zu ausgesuchten Zeiten, nicht 24/7! - ein kleines Gespräch über ihr Lieblingsthema, Verständnis für ihre Probleme etc. Selbst, wenn es Dir persönlich ganz anders geht und Du sie lieber mit ihren Fehlern konfrontieren würdest!

In meiner Familie ging einiges schief und ich habe mit Entsetzen festgestellt, dass meine Mutter sich an NICHTS davon erinnern KANN. Hin und wieder kommen wir auf das Thema "Stiefvater", der uns nicht-leibliche Kinder sehr schlecht behandelt hat - im Prinzip gemobbt, verbal und physisch, ohne dass man von Prügeln oder Schlägen reden könnte - und meine Mutter hat entweder wirklich NICHTS mitbekommen, alles vergessen oder verdrängt. Sie wäre heute gewillt, darüber nachzudenken und ist inzwischen entsetzt über die Situation, aber der festen Überzeugung, nichts davon gewusst zu haben oder alles vergessen zu haben. Das Vergessen spielt sie nicht vor.

Von daher bringt es vermutlich nichts, jemanden wie Deine Mutter mit Vorwürfen zu konfrontieren, denn sie ist nicht aufnahmefähig dafür und vermutlich würde das ganze aus ihrem Selbstschutz heraus immer im Streit enden (oder schlimmer, sie erklärt Dir, warum Du mit Deinen Gefühlen im Unrecht bist, weil es ihr ja sooo schlecht geht).

Daher: Suche Dir für Vorwürfe, Verarbeitung etc. entweder einen Gesprächspartner (Verwandten, Psychologen) oder führe ein "Junkjournal", in das all deine Wut, Deine Erinnerungen etc. kommt, und das dann ggf. regelmäßig vernichtet wird, damit Du nicht mit der ständigen Erinnerung an negative Gefühle leben musst.

4. Marco: 

 Hier wird es schwierig.

Für Dich wäre es besser, Du würdest Dich von der "Mutterrolle" für ihn lösen und Dein eigenes Leben führen, für ihn wäre es besser, Du würdest diese Rolle aufrecht erhalten. Wie verliefen denn die Gespräche mit dem JA über Marco?

Gäbe es für ihn Alternativen (anderer Verwandter etc.)?

Gäbe es konkrete Hinweise für Dein Verhalten, Deine Intervention?

Ich würde noch mal den zuständigen Mitarbeiter aufsuche und konkrete Fragen stellen:Was soll ich tun, wenn (das und das passiert)?

Was kann ich wegen meinem schlechten Gewissen tun, wenn ich Marco ganz alleine mit meiner Mutter lasse?

Was soll ich tun, um meine Mutter mehr in ihre Mutterrolle zu bringen? Diese letzte Frage ist absurd, weil das nicht Deine Aufgabe ist, aber vielleicht bringt das den MA dazu, mal konkreter über Eure Probleme nachzudenken! Am besten für Marco wäre vermutlich eine längere Außerhausbetreuung täglich, also Krippe, KiTa etc. Darüber könntest Du mit dem MA reden, der es dann bitte Deiner Mutter verklickern soll, damit DU das nicht musst (das würde Dich wieder in eine schwierige Lage und Stress mit Deiner Mutter bringen).

Wie sieht es denn mit Kuren aus? Einfach mal 2 Wochen raus, abschalten, keine Verantwortung für Deine Mutter? Vielleicht sogar Mutter-Kind-Kuren zur Wiederannäherung an Marco und Dich? Auch das könnte man den MA oder den Hausarzt mal fragen. Oder direkt Deiner Mutter vorschlagen: Mama, Du bist so eingespannt, wie wäre es denn mal zur Erholung mit einer Kur?Natürlich müsste diese bewilligt werden, aber vielleicht klappt das ja und geht dann in die richtige Richtung.

Meckern:

Ich persönlich würde sie bis zum Umfallen bestätigen. Alles bejahen, über das sie sich beschwert und sie bedauern! Irgendwann merkt sie dann evtl. mal, dass dies so nicht laufen sollte und passt mehr auf ihre Äußerungen auf. Meine Erfahrung mit meiner Mutter war tatsächlich, dass intensives Bedauern und Selbstvorwürfe (von mir) die Situation stärker verbesserten als jedes Gespräch, das auch nur ansatzweise auf IHRE Veränderung abzielte. Meine Mutter hat null Selbstkritik, oder lässt diese nicht zu, aber wenn sich andere genug aufopfern, demütigen etc. rudert sie zurück und übernimmt Verantwortung weil "du das ja nicht alles auf dich nehmen sollst". 

Es ist natürlich nicht garantiert, dass das bei allen so funktioniert. 

Ich habe gelernt, problemlos Entschuldigungen und Selbstvorwürfe äußern zu können, ohne das ernst zu meinen und mich tatsächlich selbst zu demütigen. Es hat einige Zeit gedauert, aber ich habe auch so eine Liste und wenn meine Mutter loslegt mit Vorwürfen, Schreien, Verletzungen, gehe ich meine Liste durch und probiere etwas, das in der Vergangenheit geholfen hat. 

Das klappt viel besser für uns beide, als wenn ich aufrichtig auf sie und die Verletzungen eingehen würde, denn dann würde die Situation eskalieren.Ich habe heute ein gutes Verhältnis zu meiner Mutter (meistens...), WIEL ich sie jetzt sehr distanziert und bedürftig wahrnehme und weiß, dass Hass anderen Familienmitgliedern gegenüber in Wahrheit Unsicherheit und Angst auf ihrer Seite ist. Hätte ich das früher gewusst, hätte ich mir viele verzweifelte Stunden ersparen können (bei uns besonders schlimm: Plötzlich schlägt eine schöne Situation um und man wird mit Vorwürfen und Beschimpfungen oder langfristigen Aufgaben konfrontiert, deren Ablehnung wieder in Vorwürfe und Beschimpfungen münden, oder in verletzendem Verhalten - schlimm ist daran vor allem die Unvorhersehbarkeit).

Antwort
von IrinaLove, 18

Hi

Hast du vielleicht Verwandte, die deiner Mutter helfen können, oder zu denen du manchmal gehen kannst, um ein bisschen Abstand zu gewinnen?

Oder wenn es wirklich so schlimm ist kannst du zum Jugendamt gehen und dir Hilfe holen. Vielleicht bekommt dann deine Mutter Unterstützung.

Viel Glück
LG Irina

Kommentar von KristinDerEsel ,

Meine verwandten wohnen zu weit weg und meine eine Schwester zu der ich gerne will hat keinen platz für mich 😐

Kommentar von IrinaLove ,

Ja du kannst ja aber sie mal am Tag besuchen. Und wie schon gesagt, das Jugendamt hilft gerne. meine Mutter war auch mit meinen Bruder. Sie hat Unterstützung durch das Jugendamt bekommen. Und seit dem lernt mein Bruder auch Grenzen einzuhalten. Und meine Mutter ist nicht mehr so überfordert.

Antwort
von tauerMauer249, 12

Sehr komplizierte Familien Verhältnisse.. Am besten ist einfach das jugendamt anzurufen die klären dann alles mit euch und dann wird es hoffentlich besser.

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