Frage von karin91, 83

Hilfe meine Freundin redet mir ein schlechtes Gewissen ein wegen Baby /Arbeit?

Hallo

Stimmt das es Schwachsinn ist ein Baby zu wollen wenn man dann wieder arbeiten geht nach zwei Jahren Elternzeit ? Eine sehr gute Freundin von mir sagt immer wenn man ein Baby will soll man nicht gleich wieder arbeiten gehen weil man dann so viel verpasst aber möchte ja nicht mehr als 25 Std gehen da verpasst man doch nicht soviel ? Und jetzt hab ich voll das schlechte Gewissen.. Mein Partner und ich wollen ein Baby .. Er sagt auch immer das ich mir kein schlechtes Gewissen einreden lassen soll weil des schon passt wenn man ich arbeite geh nach zwei Jahren wollen ja mit Kind in Urlaub fahren und ihr eine schöne Kindheit bieten .. Meine Freundin ist halt schon seit ihre Lehre zuhause und seit sie ihren Sohn hat nur noch zuhause und lebt vom Staat.. arbeiten gehen kommt für sie nicht in frage ..

Ist das echt so das ich kein Baby bekommen sollte nur weil ich mein Baby was bieten möchte und dann arbeiten gehe? Es gehen doch so viele Mütter sogar gleich Vollzeit wieder .. aber das würde ich ja nicht tun..

Antwort
von Kitharea, 23

Ich kann nur sagen - lass dich nicht kirre machen. Es ist deine bzw. eure Entscheidung. Es gibt Mütter, die gehen voll darin auf jahrelang zu Hause zu sein und sich um das Kind zu kümmern. Es gibt Mütter die den Austausch mit anderen Erwachsenen brauchen und deswegen wieder arbeiten gehen. Es gibt Väter die zu Hause bleiben weil sie das so wollen. Es gibt Mütter/Väter, die ganztags arbeiten weil sie das wollen. Es gibt schlichtweg heutzutage jede Möglichkeit das Thema zu leben.
Das EINZIGE was ich nicht tun würde ist - arbeiten zu gehen wegen Geld und zwar NUR wegen Geld. Ich "will dem Kind etwas bieten" ist mMn (!) ein komischer Grund. Entweder du willst bei dem Kind bleiben und viel Zeit mit ihm verbringen oder du willst nicht so viel beim Kind sein und dafür die wenige Zeit intensiv nützen - was auch immer es ist. Kinder brauchen kein "etwas bieten". Die ersten paar Jahre ist das völlig egal solang sie Klamotten und was zu essen haben. Kontakt ist viel wichtiger - echter Kontakt. Wenn du viel davon geben kannst dann viel - ansonsten weniger. Jeder ist da Anders.
Ich selbst bin nach 2 Monaten arbeiten gegangen - mein Exmann war den einen Tag zu Hause. Nach einem Jahr kamen beide in die Kita. Für mich war das ok - meine Verwandten sind fast in Ohnmacht gefallen. Vor allem meine Mum, die 8 Jahre mit mir zu Hause war. Aber ich wusste immer schon dass ich das nicht KANN - 24/7 für ein Kind da sein ohne Kontakt zur Außenwelt. Und nachdem mein kompletter Freundeskreis ewig weit weg lebt und ich mit den üblichen Mamigesprächen am Spielplatz nichts anfangen kann, wäre ich wahrscheinlich draufgegangen wenn ich gezwungen gewesen wäre zu Hause beim Kind zu bleiben 24/7. Ich kenne aber auch einige Frauen die das sehr gern mögen. Die darin aufgehen. Ich nicht. Und ich muss mir - unabhängig von der Meinung der Anderen - meine Welt so bauen dass ich darin leben kann.
Wer denkt über so etwas urteilen zu müssen ist arm dran. Fehlerlos Kinder groß zu ziehen ist nicht möglich. Versuche rauszufinden wie du das machen willst aber mach es - weil DU dich damit gut fühlst und (wenn es irgendwie geht) nicht wegen Geld oder "weil du dem Kind etwas bieten willst". Der Kleine wird schon klarkommen bis er 10 Jahre ist ohne Levis Jeans oder ewig lange Urlaube am Strand. Denke du weißt was ich meine.

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit, 12

Deine "Freundin" sucht anscheinend nur nach Rechtfertigungen weil sie selbst nicht arbeiten will. Zitat:

 arbeiten gehen kommt für sie nicht in frage ..

Lass Dir von ihr nicht einreden, dass Du kein Baby bekommen und wenn doch, daheim bleiben sollst.

Ich habe schon viele Mütter erlebt die nach der Elternzeit froh sind wieder arbeiten zu können. Selbstverständlich lieben sie ihre Kinder. Sie erklären aber (fast) alle, dass man auch mal ein anderes Umfeld, andere Menschen und Aufgaben braucht als nur "Küche und Kinder".

Für Kinder ist es auch nicht schädlich, wenn sie früh mit anderen Kindern zusammenkommen und nicht immer nur Mama da ist.

Außerdem werden sie ja auch älter. Was macht "Mama" dann, wenn sie schon lange aus dem Beruf raus ist?

Der Anspruch auf Teilzeit wurde ja geschaffen um auch z.B. Müttern die Möglichkeit zu geben sowohl Familie als auch Beruf "unter einen Hut" zu bringen.

Zudem gibt es sehr viele Mütter die eben nicht von "Vatter Staat" leben wollen und für ihren Lebensunterhalt sogar Vollzeit arbeiten müssen.

Wenn Du Dir mit Deinem Freund einig bist und Ihr ein Kind wollt, hör nicht auf andere. Es ist Dein/Euer Leben.

Antwort
von pushido, 17

Die Wahrheit ist in der Mitte...

Baby bekommen

Ich kenne nichts besseres auf der Welt als ein Baby zu bekommen. Es gibt so viele babyhasser in Deutschland, aber trotzdem ist es das schönste!

Finanzielle Situation 

Auch wenn es in Deutschland die Möglichkeit gibt elternzeit zu nehmen, ist es nicht ohne! Z.b. Wenn die Mutter 2000€ netto verdient und 2 Jahre zu Hause bleibt, damit sie nichts verpasst. Dann bekommt sie plötzlich monatlich nur ca. 600€... Die restliche 1400€ fehlen monatlich...

Das gleiche gilt auch für den Vater... Also sind viele Leute gezwungen arbeiten zu gehen... 

Nach 1 Jahr ist man schon k.o. Aber es geht schon weiter...

Kindergarten

Wer es kann, ist es natürlich am besten sein eigenes Kind selber zu erziehen. Wir haben für uns entschieden nach 1. Jahr das Kind in die Kita zu bringen. Zum Glück sind die Tanten in der Verwaltung zum 85% rechts und es sind nur vernünftige Kinder / Eltern in der Gruppe... 

Für uns gab es nichts besseres als diese Methode das Kind von Profis erziehen zu lassen... Das Kind ist ja nur 4 Stunden da, also verpasst man nichts... Die Eltern haben aber Zeit am zweiten Kind zu arbeiten ;)

Die Meinung der anderen

Die anderen wissen es immer besser und geben immer Ratschläge und Befehle und keine Ahnung. Wir machen es wie in der Demokratie: wir hören interessiert zu was die anderen abzulassen haben, und am Ende machen wir was wir machen wollen und für richtig halten...

Antwort
von toomuchtrouble, 14

Es ist nicht Schwachsinn, sondern in der Regel eine bewusste Entscheidung, so schnell wie möglich in den Beruf zurückkehren zu wollen und nicht aus einer vermurksten Schul- und Berufsausbildung in die Rolle einer Hausfrau und Mutter zu flüchten.

Oft schon im Grundschulalter, wenn erste Vergleiche unter Kindern angestellt werden, spätestens aber mit 12 oder 13, fangen solche Kindern an, ihre Mütter hemmungslos zu verachten.

Grundsätzlich ist diese Haltung durchaus akzeptabel, wenn solche Frauen ihr armseliges Dasein nicht mit solch einem missionarischen Eifer propagieren würden und Frauen ein schlechtes Gewissen einreden, die auch an sich denken und daran, dass es auch für Kinder förderlich ist, wenn sie ihre Mutter auch über ihren Job wertschätzen können.

Antwort
von StopTheBull, 17

Es gibt Mütter, die gehen früh wieder arbeiten, Mütter, die gehen später arbeiten, uns Mütter, die gar nicht mehr arbeiten gehen (wollen).
Und dann gibt es solche, die dir ihre Meinung und Einstellung aufzwingen wollen, weil sie denken, es wäre die einzig richtige.

Jede Familie muss für sich selbst raus finden, was für sie funktioniert. Solange alle damit zufrieden sind, gibt es auch keinen Grund, ein schlechtes Gewissen zu haben. Ob du dein Kind nun mit 1 oder erst mit 3 in die Kita gibst. Da kann dir auch egal sein, wer was behauptet - das muss für dich nicht zutreffen.

Zudem ist eine Kita, wenn sie gut ist und das Kind sich wohl fühlt (und auch die Eltern), sehr wertvoll für die Entwicklung, das soziale Miteinander usw.

Antwort
von LiniB1983, 20

Ich finde das nicht so schlimm. Du willst ja nicht gleich Vollzeit arbeiten gehen.

Viele Kinder werden schon viel früher in die Kita gesteckt. Mit zwei Jahren finde ich das schon in Ordnung.

Im Endeffekt muss es jeder selber entscheiden. Wie es deine Freundin macht, finde ich auch nicht so toll. Das wirkt eher als würde sie das Kind als Ausrede nutzen um nicht arbeiten zu müssen.

Antwort
von Goodnight, 4

 Spannend, offenbar hat dich deine Freundin zum Nachdenken gebracht..

Da ist bloss eine angelehnte Tür aufgestossen worden.

Kein Kind wünscht sich, dass es in der Kinderkrippe geparkt wird, es wünscht sich auch keinen Urlaub im Irgendwo.

Moderne Eltern versuchen das zu verdrängen. Wenn man sich entscheidet, sein Kind fremd betreuen zu lassen, sollte man wenigstens dazu stehen, dass man dem Kind einiges zumutet.

Antwort
von GidgetFan, 22

Nein das ist natürlich Schwachsinnig. Wenn du wieder Teilzeit arbeiten gehst nach zwei Jahren ist das völlig okay, du hast dann ja auch noch Zeit für dein Kind und bist nicht erschöpft von der Arbeit. Du solltest nur dann eine Betreuung für dein Baby finden während du weg bist (Oma/Opa) oder es in einem unter 3 Kindergarten anmelden. Aber es ist auch völlig verständlich wieder arbeiten gehen zu wollen, immerhin sollte man nicht ganz abhängig von seinem eigenen Kind sein und überbehütung ist auch nicht gut für das Kind.

Antwort
von kiniro, 11

Ein Baby braucht eine Bezugsperson, zu dem es Vertrauen aufbauen kann.

Es wird sich mit 15 oder 20 Jahren nicht an den Urlaubsort erinnern, an dem es mit 2 Jahren war.

Außerdem ist es ein gewaltiger Trugschluss mit einem Kind genauso weiter machen zu können, wie davor.

Antwort
von Otilie1, 18

ich bin arbeiten gegangen als meine kinder  in den kindergarten gekommen sind. teilzeit die ich dann nach und nach ausgebaut habe. ich finde sie sind dadurch bestimmt nicht zu kurz gekommen - mein mann und ich haben uns die zeit mit den kindern  gut aufgeteilt.

jetzt sind sie alle erwachsen und stehen mit beiden füßen fest in dieser welt - auch weil wir sie früh schon zur selbstständigkeit erzogen haben

Antwort
von Radesch, 31

Das ist eure persönliche Entscheidung.

Ich würde so viel Zeit mit meinen Kindern verbringen wollen wie möglich, Kita oder Babysitter kommt für mich nicht in Frage.

Allerdings ist das egal. Ihr müsst den Weg finden der euch am besten passt. Grundsätzlich sagen "so muss das!" ist eh der falsche Ansatz.

Nachtrag: Natürlich muss die finanzielle Sicherheit gewährleistet sein. Ich will hier nicht den Bezug von Staatsgeldern unterstützen. Wenn jedoch genug da ist, hätte ich nichts gegen die "klassischere" Rollenverteilung.

Antwort
von LotteMotte50, 1

Las dir kein schlechtes Gewissen einreden von deiner Freundin, sie kann zum Beispiel ihrem Kind nichts bieten weil sie je von Harz4 lebt denn damit kann man keine riesen Sprünge machen

ich bin zum Beispiel eine DDR Mutti und bei uns war es gang und gäbe das unsere Kinder in eine Einrichtung gegangen sind und wir teilweise 8 3/4 Stunden gearbeitet haben und späten nur noch 8 Stunden

unser erstes Kind ging schon nach ein par Wochen in die Einrichtung und wir gingen arbeiten beim zweiten war es dann 1 Jahr und unseren Kindern ging es gut

meine beiden Kinder sind inzwischen Erwachsen und auch schon Mami 

Antwort
von EinGast99, 7

1. Es ist Euer Baby und Eure Entscheidung. Da brauchst Du nicht auf andere hören.

2. Ich gehe nach 14 Monaten Elternzeit wieder voll arbeiten (39 Stunden) und kann mein Kind trotzdem aufwachsen sehen.

3. Mein Kind brauchte ab ca. 12 Monat mehr Abwechslung und Förderung als ich ihr als Laie biete konnte. Sie war öfters unausgeglichen und nörglisch. Seit sie in der Krippe ist, ist das vorbei. Und sie hat einen extremen Entwicklungsschub gemacht weil sie sich viel von den anderen Kids abschaut. Zu Hause wären wir noch nicht soweit. Da sehen übrigens viele Eltern in meinen Bekanntenkreis genauso.

Ich persönlich finde die Einstellung von Deiner Freundin viel schlimmer. Sie lebt ihrem Kind das falsche Bild vor. Möchtest Du das Dein Kind denkt das es nicht arbeiten muss und der Staat für alles aufkommt?

Antwort
von Anna1230, 30

Was deine Freundin sagt ist nur eine dumme Ausrede um nicht arbeiten gehen zu müssen. Viele Frauen gehen nach der Karenz wieder halbtags arbeiten. Du kannst in dem Fall dein Kind ja auch schon mit 2 Jahren in den Kindergarten geben vormittags.
Ich finde es eher vernünftig zu sagen ich möchte meinem Kind etwas bieten können und gehe deshalb auch wieder arbeiten. Wenn dein Kind dann Vormittags im Kindergarten ist, ist es auch gut versorgt. Du verpasst also gar nichts.

Antwort
von MausZoey14, 21

Das ist totaler schwachsinn was die redet. Du kannst beruhigt arbeiten gehen danach. Ich vermute eher mal das die die dir das erzählt einfach zu faul zum arbeiten ist und es ist ja auch so viel bequemer sich alles vom Staat finanzieren zu lassen

Antwort
von nnn020422, 3

Ich selber bin mutter von 3 kinder und mache jetzt ein Fernstudium, wo ich jetzt von zuhause das studium mache. Bei und innder Schweiz sind die Elternzeiten nur 3 Monate, da würde ich vielleicht sagen, dass es besser wäre, noch ein paar Monate dran zu hängen. Aber bei 2 Jahren? Da finde ich es voll okay, wenn man wieder arbeiten will. Zudem denke ich gehst du wahrscheinlich nicht gleich 100% arbeiten. Das würde ja heissen das kind kommt dann nicht zu kurz. Auch ist es vollkommen gut und okay und wichtig, dass die mutter auch was tun kann ohne Kind. Bei manchen ist es einmal die Woche was mit Freunden zu unternehmen bei anderen ist es eben arbeiten.

Zudem ist deine Freundin deine Freundin und nicht die Mutter des Kindes daher kannst du und dein Mann entscheiden, ob ihr das wollt oder nicht.

Meine Kinder sind glücklich und es ost auch schön, wenn man mal weg war wegen dem Studium, dass man mit offenen armen und freudig willkommen geheissen wird.

Daher wenn es dir wichtig ist, auch mal ab und zu ausschalten zu können und auf warbeir zu gehen, solange du nicht gerade täglich 100% arbeitest und ihr das kind jeden tag von morgens bis abends in die Kita gibt, finde ich das du das machen darfst/sollst.

Viel glück.

Antwort
von TygerLylly, 9

Es ist nicht nur so, dass man dem Kind was bieten möchte: Man lebt dem Kind ja auch vor, dass man für das, was man hat, was tun muss.

Nach zwei Jahren arbeiten finde ich völlig ok. Ich bin sehr schnell wieder arbeiten gegangen, aber nur zehn Stunden pro Woche. Nur Kind und Küche macht mich kirre und so bleibe ich im Beruf. Wenn mein Kleiner zwei ist geht er in die Krippe, dann mache ich auch mehr Stunden.

Wenn ein Partner da ist, der genug verdient, dann finde ich es ok, wenn die Mutter dann voll zuhause ist (oder der Vater). Nur können sich das die wenigsten leisten...

Antwort
von eostre, 4

Das ist quatsch. 2 Jahre daheim reichen um die Meilensteine der Entwicklung zu erleben. 

Auch mit einer 40 Stunden Woche hast du noch was vom Kind. 

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