Frage von Stefskii, 91

Hilfe mein Wallach nimmt immer mehr ab.. Was soll ich tun ?

Mein 26 jähriger Wallach nimmt seit Ca zwei Monaten ab. Fressen tut er aber normal. Ich hätte jetzt oft den Tierarzt da, beim 1. mal wurde er zwei mal hintereinander entwurmt ( damit auch die neu geschlüpften sterben ) brachte aber leider nichts.. Beim nächsten mal wurde blutabgenommen und die Zähne kontrolliert .. Blut Ergebnisse waren super und auch die Zähne gut. Dann haben wir ihn auf cushing Syndrom testen lassen da sein Fell sehr matt wirkt. Aber cushing ist es auch nicht. Jetzt meinte der Tierarzt, das es am Alter liegen würde und ich Rübenschnitzel, heucobs und Müsli zufüttern soll. Das mach ich seit Ca 1 Monat aber man merkt keine Verbesserung. Ich habe jetzt die Hoffnung das hier jemand ist der mir eventuell weiterhelfen kann oder ähnliche Erfahrungen gemacht hat . Er ist mein ein und alles.. Ich habe ihn seit über 18 Jahren und habe die Hoffnung das man trotz seines Alters was machen kann .. Vielen Dank schon mal für eure Antworte:)

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde, 53

hallo,

das liest sich tatsächlich, ob bei dem pferd schon altersbedingt der stoffwechsel runterfährt.

ich würde unbedingt die rübenschnitzel wieder aus dem pferd lassen - die belasten den stoffwechsel und bringen ausser zu schneller darmpassage des futters und wassereinlagerungen und hoher nieren- und stoffwechselbelastung gar nichts.

je schneller das futter den darm passiert, desto weniger nährstoffe werden aufgenommen.

hafer im ganzen korn (oder ein teil davon ganz frisch gequetscht), dazu altersgerechtes mineralfutter, hochqualitatives heu, gutes futterstroh und für eine zusätzliche ration eiweiss luzerneheu oder luzernecobs. dazu darf dein pferd etwas saftfutter haben, zum beispiel ein paar futterkarotten (das sind die grossen, ganz dicken, die man im raiffeisen im sack bekommt) oder mal einen apfel und wenn es mag eine banane pro woche. das saftfutter nicht übertreiben.

für die verbesserung der darmflora kannst du vier wochen lang täglich einen esslöffel pektin über den hafer geben (opekta flüssig aus dem supermarkt oder aus unreifen äpfeln selber gemacht).

und natürlich das pferd dementsprechend bewegen.

unbedingt darauf achten, dass die flüssigkeitsaufnahme stimmt.

Expertenantwort
von Baroque, Community-Experte für Pferde, 12

Ähm ja ... der übliche Tierarzt, den man als Hausarzt hat, hat eine sehr generalistische und leider keine Spezialistenausbildung. Durch Fortbildungen legt er sich diese oft später zu, kommt halt drauf an, auf welchem Gebiet. Also kein Vorwurf an den Tierarzt, sondern eher die Gedankenanregung mit einem spezifischen Problem auch mal einen Spezialisten zu befragen.

1. Fakt ist, die Endoparasiten, mit denen unsere Pferde zu tun haben, sind keine Futterräuber wie der Bandwurm von Fleischfressern beispielsweise. Dass Pferde eine Wurmkur brauchen, weil sie abnehmen, ist in alle Regel UNSINN. Im Gegenteil. Wenn sie weniger werden, läuft ihr Stoffwechsel nicht rund und Medikamente belasten ihn zusätzlich, sollten also nur gegeben werden, wenn Bedarf besteht. Und den stellt man per Kotprobe und den korrekten Laborverfahren fest und zwar nur so. Erst dann kann man entscheiden, welcher Wirkstoff gegeben wird. Generell gibt man dann eine Kur ein und macht 14 Tage später eine Kotkontrolle, ob der Wirkstoff gewirkt hat und wie gut. Ein zweites Mal schießen ist dann sinnvoll, wenn die vorliegenden Parasiten sich nach der Kontrolle als resistent erweisen. Ansonsten beprobt man nach Ablauf des für diesen Wirkstoff passenden Zeitraums (liegt bei mehreren Wochen) erneut und entscheidet dann wieder. Für einen Oxyurenbefall bekommt man einen ausgeklügelten Behandlungsplan und schießt auch nicht einfach mal los. Das heißt, es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass diese Wurmkuren das Problem des Pferdes nicht behoben, sondern seine Behebung ausgebremst haben. Und vom einfach unnötig Medikament geben haben wir heute das Problem, dass viele Parasiten gegen Wirkstoffe resistent sind. Das ist wie eine unnötige Antibiotikagabe.

2. Das Blutbild mag ja nett aussehen, aber alles, was Du schreibst, klingt nach Zinkmangel. Ein Tierarzt, der den Stoffwechsel des Pferdes gut kennt, weiß, dass er den an den Symptomen sieht und im Blutbild nicht sehen wird. Oft wird der Selenspiegel mit runter gezogen und man meint nach Blutbild, das Pferd hätte einen Selenmangel. Beim Zink wird das Blut bevorzugt bedient, d.h. wenn insgesamt zu wenig im Pferd ist, geht alles ins Blut und die Zellen sind unterversorgt. Normal, wenn die Leute meinen, ihre Pferde nehmen ab, dann verlieren die hauptsächlich Muskeln. Zinkmangelsymptome sind Muskelabbau, stumpfes Fell, verzögerter Fellwechsel, schlechtes allgemeines Immunsystem und noch ein paar ... erkennst Du Dein Pferd wieder? Mit Zink kann man nicht vergiften, entsprechend könnte man darauf mal rein aufgrund der Symptomatik behandeln. Klar hat die Niere mehr Arbeit, wenn was ausgeschieden werden muss, was unnötig gegeben wird, aber da würde mir das Zink noch am wenigsten Sorge machen.

3. Damit man ein Pferd, das grade nicht so fit ist, auf die Füße bringt, muss man schon wenigstens die Grundregeln der Fütterung beachten und eine absolut wichtige Regel ist: KEIN zusätzlicher Zucker. Hiesiges Heu und Gras ist bereits viel zu zuckerhaltig für die Pferde. Gibt man noch mehr Zucker, so schwächt man die Darmflora. Durch die zuckerhaltige Nahrung können grade die Darmbakterien nicht in einer guten Populationsstärke überleben, die dafür zuständig wären, das Zink aus der Nahrung zu ziehen.

Wenn er noch gut kaut, würde ich zu Heu, Heu, Heu zurückkehren, als Kraftfutter ein bisschen Hafer, aber wenig und nur im ganzen Korn, weil nur der genug gekaut wird, dass eine ordentliche Menge Speichel im Magen mit ankommt, der benötigt wird, die Magensäure zu puffern. Passiert das nicht ausreichend, so kommt der Speisebrei wieder sehr sauer in den Darm, was den Aufbau eine guten Darmmileus wieder ausbremst. Obst, Karotten, Müsli, Mash, Rübenschnitzel ... sind tabu. Weidegras kann das Pferd natürlich haben. Man kann den Aufbau der Darmflora mit einer Hefekur etwas erleichtern, aber Wunder darf man sich keine versprechen, bis der Stoffwechsel wieder rund läuft, dauert das manchmal bis zu zwei Jahre, wie ich schon oft beobachten konnte.

Um den Zinkspiegel möglichst schnell wieder in Ordnung zu bringen, damit sich kein Ekzemer entwickelt oder aufgrund fehlender Muskulatur Skelettverschleiß entsteht oder ähnliches, kann man ein Zinkchelatprodukt zugeben (als Chelat wird Zink am besten verstoffwechselt). Wenn der erste Schritt getan ist, kommt man auch mit Sonnenblumenkernen relativ weit. Die liefern über ihre Schale ordentlich Zink und der Darm wird trainiert, sich das aus der Nahrung zu ziehen, was beim reinen Zinkchelat nicht passiert. Mineralfutter mit organischen Bestandteilen und einem guten Ca-P-Verhältnis sollte man sowieso immer geben, weil unsere intensive mitteleuropäische Landwirtschaft es nicht ermöglicht, dass Heu und Gras noch genug angereichert sind für die Pferde. Nur wird die Menge Zink im Mineralfutter dem Mangelpatienten nicht reichen.

Wichtig ist auch noch ausreichende Bewegung, denn beim Lauftier schläft der Stoffwechsel beim Stehen regelrecht ein. Die ein, zwei Stunden Arbeit, die der Mensch am Tag leisten kann, reichen da bei weitem nicht aus, zumal das nicht die ungezwungene Bewegung ist, die dem Pferd da hilft. Am besten ist möglichst bewegungsreiche Haltung.

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 63

Rübenschnitzel gehören nicht ins Pferd, Müsli auch nicht. Beides ist nicht förderlich ein Pferd aufzufüttern, da der Darm schon genug Probleme hat dieses Zeug auch noch aufzuspalten.

Wir haben sehr gute Erfolge bei unseren Senioren gemacht mit Edelgrün Grascobs, Bierhefe und Quetschhafer. Mineralfutter nicht vergessen.

Antwort
von Aktzeptieren, 62

Es lebt vl nicht lang das kann man nicht wissen.
Aber denk immer an die gute zeit.
Jeder wird mal sterben das iist so und es bleibt so, da kann man nichts ändern.
Lass dein Wallach normal leben wie immer und spiel mit ihm.

Kommentar von friesennarr ,

Und weil es evtl. nicht mehr lange lebt, soll man des verhungern lassen? Man muß für die Senioren halt schon a bissl mehr tun als blos mit ihm spielen.

Kommentar von Aktzeptieren ,

ja klar lass deinen wallach leben solang es kann, jeder muss mal gehen, aber deswegen sollte man nicht gleich alles aufhören lebe so wie du es vorher auch gemacht hast!

Antwort
von Frankie87, 26

Hat er zwei mal die gleiche Wurmkur bekommen? Es gibt nämlich unglaublich viele verschiedene Arten von Würmern, die nur mit verschiedenen Mitteln abgetötet werden können. Ich habe auch schon junge Pferde erlebt, die immer mehr abmagerten und Wurmkur um Wurmkur gekriegt haben und es half nichts. Such dir am besten einen guten Tierarzt und gib ihm eine Kotprobe, die er dann untersuchen kann. Ich kenne deinen Tierarzt nicht und will ihm auch nicht zu nahe treten, aber Heucobs sind eher bei Zahnproblemen oder Allergikern angebracht und Rübenschnitzel haben meiner Meinung nach in keinem Pferd etwas zu suchen. Solange er genug Heu aufnimmt liegt das Problem offentlichlich eher an der Verwertung. Trotz allem kann es natürlich sein, dass er aufgrund des Alters abbaut. So schwer das ist wirst du dich dann damit abfinden müssen, trotzdem würde auch ich erstmal weitere Möglichkeiten ausschließen wollen, und Würmer liegen da sehr nahe, von daher würde ich das auf jeden Fall nochmal genauer abklären lassen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community