Frage von Ariannaroman95, 57

Hilfe liege ich unterm existenzminimum?

Hallo,

Ich brauche ganz dringend eure Hilfe.

Ich bin 21 Jahre alt und habe grade meine erste Ausbildung begonnen. Ich habe eine eigene Wohnung da ich viele Schwierigkeiten mit der Familie hatte.

Ich verdiene 725€brutto + Kindergeld. Mein Bab wurde abgelehnt und mein Vater soll jetzt Unterhalt zahlen. Mein Vater möchte mir aber kein Unterhalt zahlen und zwingen kann Mann ihn nicht laut der Bundesagentur. Wohngeld wollte ich auch beantragen nur weiß ich nicht ob es auch abgelehnt wird.

Ich besitze eine Wohnung und fahre jeden Tag mit meinem Auto zur Arbeit und bezahle Sprit, Miete Strom Telefon essen Versicherung alles selber. Das Amt hat mir erst ein Darlehen gegeben aber jetzt muss ich selber schauen wie ich den Monat überstehe. Insgesamt habe ich 109€ zur Verfügung ohne essen und trinken und Sprit mit eingerechnet und das Geld reicht von vorne bis hinten nicht.

Meine Kollegin meinte das ich unterm existwnzminimum liege und ich da mal danach nach fragen sollte. Aber so wie die Bundesagentur gesagt hat kann ich nur Wohngeld beantragen und wenn das nicht klappt muss ich halt mit dem auskommen was ich habe.. Aber eine andere Frau meinte wieder das ich das beantragen kann..

Ich brauche wirklich eure Hilfe und vll hat ja jemand bisschen Ahnung und kann mir vll helfen. Ich weiß wirklich nicht mehr weiter und habe Angst das das alles garnicht klappt .. Liege ich unterm Existenzminimum oder kann ich iwo nachfragen ob mir noch Geld zusteht?

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Ausbildung, 22

In deiner Erstausbildung sind dir dann beide Elternteile zum Barunterhalt verpflichtet,vorausgesetzt sie sind leistungsfähig !

Man müsste erst mal wissen was du an KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) zu zahlen hast,ohne den normalen Haushaltsstrom,nur wenn du damit auch Wasser erwärmen müsstest oder heizen musst gehört dieser mit zur KDU.

Ab deinem 18 Lebensjahr musst du deinen Unterhaltsanspruch bei deinen Eltern selber geltend machen,erst ab da würdest du deine Eltern bei Leistungsfähigkeit mit einer evtl.Zahlung in Verzug setzen und könntest bzw.müsstest dieses dann selber einklagen.

Du könntest dir beim Amtsgericht einen Beratungsschein holen,mit diesem solltest du dir dann einen Anwalt für Familienrecht suchen,dass würde dich dann nichts kosten,wenn du nicht genug Einkommen hast.

Wie weit musst du denn mit dem Auto zur Ausbildung fahren,nur einfache Strecke und was musst du an KFZ - Haftpflicht verteilt auf einen Monat zahlen?

Bei 725 € Brutto solltest du dann etwa 577 € Netto auf dein Konto bekommen,du solltest dann mit deinen 190 € Kindergeld etwa 767 € im Monat zur Verfügung haben.

Laut Düsseldorfer Tabelle steht dir als Azubi in eigener Wohnung / WG ein Elternunterhalt von min. 735 € zu.

Von deinen ca. 577 € Netto Vergütung könntest du dann in der Regel 90 € pauschal für Aufwendungen abziehen,die dir durch die Ausbildung entstehen könnten,würden diese Aufwendungen tatsächlich höher liegen,dann müsste das nachgewiesen werden können.

Es blieben dann angenommen von deinen ca. 577 € nach Abzug der 90 € noch etwa 487 € + die 190 € Kindergeld = gesamt ca. 677 €.

Dir würden dann von deinen Eltern noch min. etwa 58 € Unterhalt pro Monat zustehen und diesen musst du dann nachweisbar bei deinen Eltern einfordern.

Anspruch auf Wohngeld hast du nicht,weil du dem Grunde nach ja Anspruch auf BAB - hast,es wurde nur abgelehnt weil deine Eltern dir in der Erstausbildung vorrangig zum Unterhalt verpflichtet sind und in deinem Fall auch leistungsfähig sind,also Unterhalt zahlen können bzw.müssen.

Es kommt dann ggf.auch auf den Grund deines Auszugs an,wenn du hättest weiter bei den Eltern wohnen können,dann könnte es unter Umständen mit Barunterhalt nicht so gut aussehen,selbst wenn sie leistungsfähig sind,dass müsste dann am Ende durch ein Gericht geklärt werden.

Du kannst nur noch eines versuchen,du stellst beim zuständigen Jobcenter einen Antrag auf ALG - 2,dazu legst du dann zu den anderen Nachweisen die benötigt werden auch noch eine Kopie der BAB - Ablehnung.

Dann werden nämlich deine Eltern angeschrieben,sie müssen dann Angaben und Nachweise über ihr Einkommen und Vermögen machen,weil sie dir wie gesagt vorrangig zum Unterhalt verpflichtet sind,wenn du deinen Lebensunterhalt in der Ausbildung nicht selber bestreiten kannst und sie leistungsfähig sind.

Das Jobcenter würde dann unter Umständen für den zu zahlenden Unterhalt der Eltern in Vorleistung gehen,du müsstest dann ggf.deinen Unterhaltsanspruch ans Jobcenter abgeben und die holen sich dann schon was ihnen zusteht,wenn Leistungsfähigkeit der Eltern vorliegt.

Im SGB - ll ( ALG - 2 Bezug ) würden dir derzeit z.B. als Single min. 404 € Regelsatz für den Lebensunterhalt zustehen ( auch für Abschlag Haushaltsstrom ) und dazu dann min. noch deine KDU,dass würde dann deinen Bedarf ergeben.

Dazu könnten dann ggf.noch weitere Aufwendungen geltend gemacht werden,die dir durch die Ausbildung entstehen,also wie Fahrkosten und gesetzlich vorgeschriebene Beiträge für Versicherungen wie KFZ - Haftpflicht.

Auf deine Brutto Vergütung würden dir dann Freibeträge nach § 11 b SGB - ll berechnet,dass würden erst mal 100 € Grundfreibetrag sein,von 100 € - 1000 € Brutto 20 % und von 1000 € - 1200 € Brutto noch einmal 10 % Freibetrag.

Diese Freibeträge werden dann addiert,theoretisch von der Netto Vergütung abgezogen,dazu kommt dann dein Kindergeld von 190 € und das ergibt dann das gesamte anrechenbare Einkommen,dieses wird dann auf den oben genannten Bedarf angerechnet,würde dann noch Unterhalt usw.dazu kommen,dann würde das natürlich auch auf den Bedarf angerechnet.

Du hättest dann auf 725 € Brutto erst mal 100 € Grundfreibetrag,von 100 € - 725 € liegt eine Differenz von 625 € und davon stehen dir noch mal 20 % Freibetrag zu,sind dann noch mal 125 €,gesamter Freibetrag dann 225 €.

Zieht man diese dann von deinen ca. 577 € Netto ab,blieben etwa 352 € + 190 € Kindergeld = ca. 542 € gesamtes anrechenbares Einkommen.

Von diesen ca. 542 € gingen deine 404 € Regelsatz ab,es würden dir also für deine KDU - nur noch etwa 138 € pro Monat bleiben.

Dir sollte dann schon mal die Differenz von diesen etwa 138 € bis zu deinen tatsächlichen KDU - als Aufstockung zustehen,dass zumindest in der Regel für 6 Monat,kommt dann auf die Angemessenheit deiner KDU - an,denn nach dieser Übergangszeit würden dann nur noch die angemessenen KDU - gezahlt.

Zu dieser Aufstockung könnten dann wie gesagt noch weitere absetzbare Beträge kommen,die dir entstehen.

Kommentar von Ariannaroman95 ,

Meine Fixkosten :

333 € Miete

47 €Strom 

46€ Versicherung Auto 

40,40€ Darlehen vom Amt

40€ Telefon 

150€ Sprit 

Essen und trinken ist nicht mit berechnet. 

Ungefähr hätte ich dann nur noch 110 Euro. 

Ich fahre jeden Tag eine Strecke von 50Km zur Arbeit ( hin und zurück )

Naja und gerichtlich möchte ich nicht mit meinen Eltern gehen aus dem Grund weil meine Eltern Schulden haben und selber kaum Geld haben zum Leben. Deswegen hoffe ich das es vll eine andere Lösung gibt, als meine Eltern wegen dem Unterhalt zu verklagen wenn die nicht zahlen wollen. Weil so wie die Dame mir bei der Bundesagentur gesag hat, können meine Eltern entscheiden wieviel sie mir zahlen wollen. Sollte das Wohngeld abgelehnt werden habe ich dann nichts. Und dann sollte ich mit dem 110€ im Monat alleine klar kommen.

Also müsste ich dann wegen dem existenzminimum zum Amt ?

Kommentar von isomatte ,

Wenn deine Eltern wollten das du ausziehst oder du nachweisen kannst das es dir nicht mehr zugemutet werden konnte bei deinen Eltern zu wohnen,dann sind sie dir zum Barunterhalt verpflichtet,vorausgesetzt sie sind leistungsfähig,dann können sie sich auch nicht aussuchen wie viel sie an dich zahlen,sondern das,was dir bis zu deinem Unterhaltsbedarf von min. 735 € noch fehlen würde !

Ob dir das nun passt oder nicht,entweder forderst du deinen dir zustehenden Unterhalt bei deinen Eltern ein,oder du musst dir einen Nebenjob suchen.

Denn wie gesagt,Anspruch auf Wohngeld hast du nicht,denn dein Antrag auf BAB - wurde nur abgelehnt weil deine Eltern leistungsfähig sind und dir Unterhalt zahlen können,demnach hast du dem Grunde nach Anspruch auf BAB - und keinen Anspruch auf Wohngeld.

Somit bliebe dann noch das ALG - 2 vom Jobcenter und wenn du das beantragst werden deine Eltern Einkommen und Vermögen nachweisen müssen und da sie leistungsfähig sind,der Unterhalt eine vorrangige Leistung ist,würde dir das Jobcenter deine evtl.Leistung als Vorschuss zahlen und das von deinen Eltern wieder holen.

Dein Abschlag für den Strom interessiert hier nicht,auch Telefon und Darlehen nicht,dass müssen andere auch aus ihrem Regelsatz ( ALG - 2 ) oder Einkommen selber zahlen.

Kommentar von isomatte ,

Stelle ganz einfach beim Jobcenter einen ALG - 2 Antrag,sollten deine Eltern laut Jobcenter leistungsfähig sein,laut BAB - sind sie es ja,dann sollten sie dir max. etwa noch 60 € zahlen müssen !

Wenn du das nicht einfordern willst und praktisch freiwillig darauf verzichtest,dann würde das Jobcenter diese ca. 60 € ggf.als fiktives Einkommen anrechnen,also auch wenn du es nicht bekommst.

Also dein Bedarf nach dem SGB - ll sollte dann bei min. 333 € KDU - liegen + deine 404 € Regelsatz = min. 737 € pro Monat.

Du hast 725 € Brutto und etwa 577 € Netto,dann blieben mit den 190 € Kindergeld etwa 542 € anrechenbares Einkommen,dann kämen ggf.noch die etwa 60 € Unterhalt dazu,auf die du dann freiwillig verzichten würdest,dann läge dein gesamtes anrechenbares Einkommen dann bei etwa 602 €.

Dein Bedarf liegt aber min. bei 737 €,demnach sollte dir dann vom Jobcenter schon mal min. 135 € zustehen.

Wenn du für eine Strecke zur Arbeit 25 Km am Tag fahren musst,dann kannst du pro Km 0,20 € pauschal ansetzen,dass würden dann am Tag 5 € machen.

Im Durchschnitt hat der Monat 22 Arbeitstage ( gerechnet Mo - Fr ),dann würden das etwa 110 € pro Monat sein,dazu kämen dann deine 46 € monatlich für deine KFZ - Haftpflicht Versicherung,gesamt dann etwa 156 €.

In deinen 100 € Grundfreibetrag sind 30 € Versicherungspauschale enthalten und 15,33 € pauschal für Werbungskosten,diese werden theoretisch von den 100 € abgezogen,es bleiben dann nur noch 54,67 €.

Diese 54,67 € musst du erst mal für deine beruflichen Aufwendungen noch einsetzen,es blieben dann von den etwa 156 € noch ca. 100 € pro Monat übrig,die dann auf Antrag und Nachweis zu den obigen etwa 135 € dazu kämen.

So würdest bzw.solltest du dann trotz der ausgeschlagenen etwa 60 € Unterhalt noch einen Anspruch von insgesamt etwa 235 € haben.

Antwort
von wilees, 33

Da Dein Einkommen sehr gering ist, solltest Du Dir beim Amtsgericht einen Beratungsschein holen, um dann juristische Hilfe zu suchen. ( Die Beratung selbst wäre dann für Dich kostenfrei. ) Ein Rechtsanwalt kann Dir sagen, ob Dein Vater doch noch etwas bezahlen muß. Dafür solltest Du im Bedarfsfall einen Fachanwalt für Familienrecht aufsuchen.

Antrag auf Beratungshilfe

www.justiz.de/formulare/zwi_bund/agI1.pdf

Von wann datiert der ablehnende BAB-Bescheid?

Kommentar von Ariannaroman95 ,

Um ehrlich zu sein will ich auch ungerne gerichtlich etwas mit meinen Eltern klären.und ich weiß nicht wie lange das alles mit dem Anwalt dauern kann.

Gestern also am 15 August habe ich die Ablehnung bekommen.. 

Wo kann ich den genau wegen dem Existenzminimum nachfragen ? 

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