Hilfe! Kinder- und Jugendpsychiatrie?

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6 Antworten

Ich mach jetzt einfach einmal alles der Reihe nach:

Grundlos nimmst du die Medikamente in diesem Fall nicht. Ich kann dich aber auch verstehen: ich wollte auch keine nehmen. Doch es hat geholfen. Wenn du dir Sorgen machst, dann frag noch einmal ganz genau. Es ist dein Recht, genau über deine Medikamente Bescheid zu wissen. Und wenn du sie dann absolut nicht haben möchtest, dann solltest du das mit der Ärztin besprechen.

Zum Thema Psychiatrie schildere ich dir einfach einmal meine Erfahrung: Ich hatte genauso Sorgen wie du. Komme ich mit den anderen zurecht? Und viele weitere. Ich durfte auch entscheiden und hab mich dann dafür entschieden, mit der Abmachung, wenn ich es nicht aushalte nach 2 Wochen wieder zu gehen. Bin länger geblieben und bereue es nicht

Man stellt sich das immer wie in den Filmen vor, aber so ist es nicht. Die Kinder dort sind eigentlich normal, haben aber nur meist schreckliches erlebt. Wir haben uns alle super verstanden, auch wenn neue kamen . Alle sind in ähnlichen Situationen, das schweißt zusammen (ich hab mit einigen immer noch Kontakt und bin schon mehr als ein halbes Jahr draußen). Und was ich gut fand: man war nie allein. Es waren immer andere Kinder da. Bei 10 Leuten ist das auch nicht gerade verwunderlich.

Sonst hat es sich ein wenig wie Feriencamp angefühlt. Wenn nicht gerade Therapie oder Schule ist, spielt man mit den anderen irgendwelche Spiele (vor allem uno, sonst aber auch twister, jassen,...), wer nicht will, kann sich zurückziehen. Und wer am Nachmittag frei hatte, hatte verschiedene Aktivitäten wie Basketball, Fahrradtour, Basteln, Film (leider nur mit pädagogischen Hintergrund, waren aber auch ganz gute dabei)... 

An die Regeln musste ich mich erst gewöhnen, besonders an die regelmäßigen Essenszeiten und die Zimmerzeiten (nach dem Essen für 45 Minuten ins Zimmer, ist aber eigentlich gar nicht so übel), weil ich mir einfach die Schulzeiten mit unregelmäßigen Zeiten gewohnt war. Aber die Leute haben Verständnis, dass man seine Zeit braucht, bis alles im Kopf ist. Und soviele Regeln gibt es da nicht.

Was mir Probleme bereitet war, war einfach am Wochenende nach Hause kommen. Es kommt einem ein wenig vor, als würde man für zwei Tage wegfahren, obwohl man ja eigentlich nach Hause fährt. Aber wenn dich deine Eltern unterstützen, geht das ganz gut.

Ich würde dir dazu raten. Es geht einfach schneller und die Therapie kann nachher besser auf dich abgestimmt werden, weil man genauer weiß, wo du Probleme hast. Und geraden weil die entscheiden darfst, ob du willst oder nicht, kannst du jeder Zeit wieder gehen (nur solltest du dir Zeit zum eingewöhnen geben, vielleicht 2 Wochen). Nimm die Chance, bevor es zuletzt noch schlimmer wird. 

Und noch einen Tipp, falls du dich dafür entscheidest: Mit Kompromissen kommst du recht weit. Dann bekommst du auch Sonderwünsche genehmigt, 

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Kommentar von Vjuli
27.05.2016, 23:42

Was für Nebenwirkungen hast du gespürt oder welche waren schlimm für dich? 

Wie lange hat dein Aufenthalt gedauert? 

Vielen Dank für deine Antwort :)

LG

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Ich kann mir gut vorstellen, dass es dir Angst macht ins KH zu gehen. Viele Fragen kann man nicht beantworten, weil sie von den Mitpatienten und vielen anderen Faktoren abhängig sind.
Du hast schon recht, dass die Medikamente in den Gehirnstoffwechsel eingreifen, weil der ja "aus dem Ruder gekommen" ist. Medikamente lösen nicht deine Probleme, aber sie sind unterstützend, damit du deine Probleme und Schwierigkeiten angehen kannst mit Hilfe von Therapien.
Das KH kann eine Chance sein, wenn du es nicht ausprobierst, wirst du es nicht wissen. Vermutlich hast du es schon längere Zeit ambulant probiert und nicht den entsprechenden Erfolg gehabt, denn sonst wäre es dir nicht vorgeschlagen worden.
Was sagen deine Eltern dazu? Sie sind ja noch für dich verantwortlich. Werden sie dich unterstützen, wenn du dich für das KH entscheidest? Unterstützen sie dich, wenn du dich dagegen entscheidest oder vorzeitig entlassen werden willst, wenn du es nicht aushältst?
Ich glaube, dass die Haltung deiner Eltern sehr wichtig ist.
Wünsche dir alles Gute.

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Kommentar von Vjuli
27.05.2016, 22:17

Nein ambulant hab ich das noch gar nicht probiert :o 

Ich bin auch irgendwie kein akut Fall, aber sie hat einfach gesagt dass es so schneller besser geht.... 

Ja ich denke schon, dass meine Eltern mich unterstützen.... Ob sie mich früher raus holen würden, das weiß ich leider nicht. 

Dankeschön :)

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Hallo Vjuli,

tut mir leid, dass es dir nicht gut geht ;-/

Aber keine Sorge du hast den ersten Schritt doch schon gemacht - und jetzt geht es los... lass dir helfen!

  • 1. MedikamenteKeiner wird dich einfach mit irgendwelchen Medis vollknallen. Na klar wird dir genau erklärt welch eine Wirkung man sich davon verspricht. Generell bin ich auch nicht für Medikamente. Aber sie können wirklich helfen! Gerade wenn man sich vielleicht in einer akuten Situation befindet.
  • 2.StationärOh ja, da sind sehr nette Menschen! Vor allem haben die Leute dort ähnliche Probleme wie du... heißt man kann mit denen ganz anders über seine Sorgen reden.Warum solltest du dort allein sein? Warum sollten die Leute dich nicht mögen?Dort gibt es eine tolle Gemeinschaft. Und ich habe IMMER die Erfahrung gemacht, dass ich sehr schnell nett aufgenommen wurde.Und wenn es mal Schwierigkeiten gibt... macht nix, auch da wird dir mit Sicherheit geholfen

Das alles kann ich natürlich nur von meinen Erfahrungen erzählen.

Aber ich hoffe es nimmt dir ein wenig die Angst?!

Hey, ich wünsch Dir alles alles Gute!

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Kommentar von Vjuli
27.05.2016, 22:14

Dankeschön :)

Das freut mich, dass es bei dir immer gut geklappt hat! :)

Hm ich weiß nicht... Ich hab immer eine angst nicht angenommen zu werden auch wegen meinem Aussehen. 

LG 

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Ich war in einer kjp und es war die schlimmste Zeit meines Lebens. Ich war da aber auch nciht freiwillig 😅 diese ganzen Regeln und Vorschriften. Man selber hat keine Rechte mehr. Man wird bestraft für gutes wie für schlechtes. Im Vordergrund steht da nicht das gesund werden sondern den Betreuern ihren Spaß bringen

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Kommentar von Vjuli
27.05.2016, 22:52

Das tut mir leid, dass es bei dir nicht gut war :( 

Gab es denn überhaupt nichts positives? Hat sich deine Situation denn gar nicht verbessert?

Lg

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Kommentar von Lalala1718
27.05.2016, 22:53

Nein seit der Klapse nehme ich Medikamente sonst schaffe ich nicht mal das Aufstehen mehr. Es hat mir nichts gebracht außer noch mehr Erinnerungen die ich nicht vergessen kann.
Nach der Klapse hatte ich auch sterben können, ich bringe es eh zu nix mehr
Vorher naja ging das ganze noch bisschen besser

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Kommentar von Lalala1718
27.05.2016, 23:17

Meine Therapeutin hat mich rausgeworfen weil sie meine Geschichte zu depressiv gemacht hat. Als Abschiedsgeschenk hat sie meinen Eltern dann noch alles erzählt was ich in der Therapie erzählt hab :) hat super funktioniert...

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Kommentar von Lalala1718
27.05.2016, 23:36

Damit das gleich wieder passieren kann
Nein danke
ich hab schon lange aufgegeben ...

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Also ich hab 5 Monate lang in einer Psychiatrie gearbeitet. auf meiner Station waren zu 70% depressive Patienten. Die musste auch Medikamente nehmen damit der Antrieb gesteigert wird und dadurch soll auch die Stimmung steigen. Auserdem gab es bei uns verschiedene Therapien die ebenfalls den Depressiven helfen sollen (Kochen,Werken etc) und auch eine Therapie wo die Patienten lernen sollen wie sie mit ihrer Depression umgehen sollen. Viele von denen wurde zum größten Teil geheilt (größter Teil weil wenn die Depression besser wird oder ganz weg ist werden sie entlassen und dann weiß ich natürlich nicht mehr wie es bei ihnen mit der Depression läuft) auserdem hat man Menschen, die das gleiche Leid teilen. Ich denk mal auch bei dir in der Station gibt es bestimmt 2,3 die ebenfalls depressiv sind. Und man konnte bei uns fast immer mit den Psychologen oder Schwestern reden wenn einen was bedrückt oder irgendwas sein sollte.

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Das ist ein ganz normales Krankenhaus. Sieh es wie einen Aufenthalt in einer Jugendherberge. 

Du wirst du nicht fertig gemacht. Man hilft dir. 

Wenn ich du wäre, ich würde die Therapie machen, und dann durchstarten. 

Leben mit Depressionen ist kein Vergnügen und es wird schlimmer, wenn du dich nicht behandeln lässt...

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Kommentar von Vjuli
27.05.2016, 22:07

Das es kein Vergnügen ist.. das stimmt!

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Kommentar von Lalala1718
28.05.2016, 01:24

Das ist kein normales Krankenhaus !
Ich lag schon mehrfach im normalen Krankenhaus. Das ist im Gegensatz zur klapse total entspannend also das Krankenhaus

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