Frage von thorundloki, 85

HILFE! Katze hat ihren Charakter stark verändert, miaut und quengelt ständig?

Hallo zusammen,

meine Katze Loki, ein Jahr alt treibt mich in den Wahnsinn. Wir haben sie und ihren Bruder Thor seit September 2015 bei uns. Zuerst in einer Wohnung ohne Freilauf, seit Mai 2016 mit Garten. Im März 2016 wurde Loki kastriert. Seit dem hat sie ihren Charakter stark verändert. Die Geschwister verstanden sich bis dato sehr gut, haben zusammen gespielt und gekuschelt. Nachdem Loki vom TA wiederkam, hat Thor sie anfänglich (Geruch, Bewegung) nicht erkannt und die beiden hielten sich voneinander fern. Als Loki wieder fit war, war kurze Zeit alles wie davor. Ende Mai dieses Jahres zogen wir dann um. Natürlich ist dies Stress und eine große Umgewöhnung für die Katzen. Loki war noch nie die kuscheligste, kam aber öfter am Tag zu uns und forderte ihre Streicheleinheiten. Dies nahm dann ab und mittlerweile kommt sie nur noch, wenn es Fressen gibt. Sie lässt sich kaum noch streicheln. Nachts möchte ich die Katzen in der Wohnung haben, da die Autofahrer in unserer Straße vor allem zu späterer Stunde sehr schnell fahren.. Sobald ich die Türe abends schließe, sitzt Loki vor der Tür und miaut, weint und quengelt fürchterlich. Auf der anderen Seite sitzt sie tagsüber oft stundenlang in der Wohnung und möchte nicht raus. Die Katzen machten nie Anstalten durch gekippte Fenster zu springen, seit dem wir umgezogen sind, gibt es bei uns keine gekippten Fenster mehr, da sie ständig versucht auszubüchsen ("lustigerweise" sogar, wenn die Terrassentüre sperrangelweit offen steht). Ihren Bruder Thor und auch die Nachbarkatzen faucht und fällt sie an, sobald sie diese erblickt. Sie knurrt quasi unablässig, miaut, schreit, quengelt und faucht alle Wesen um sich herum an. Sie spielt nicht mit anderen Katzen oder Spielzeug und wirkt meist unzufrieden. Sie ist nur noch mit Essen ein wenig zu locken.

Thor hat das alles nicht interessiert. Er ist wie immer - wirkt aber oft traurig, wenn seine Schwester in anfällt..

WAS IST PASSIERT? Und was kann ich tun, damit sie zumindest wieder ein bisschen glücklich wird?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Saminathasarma, 28

Hallo Thorundloki,

schwierig. Ich sitze hier und überlege wie ich dir helfen kann. Wir haben drei Katzen im fast gleichen Alter zuhause. Ein Geschwisterpärchen aus Mai 2015, ein Katzenmädchen aus August 2015 ( und eine 11-jährige Katzenoma).

Zuerst würde ich sichergehen, dass körperlich alles o.k. ist bei Loki. Dass sie keine Schmerzen hat. Es gibt auch bei relativ jungen Katzen Krankheiten, die das Verhalten beeinflussen können. Bei denen die Katzen unzufrieden erscheinen. Also einmal kurz dem Tierarzt vorstellen und die Situation schildern und einen kleinen Check-up machen lassen.

Meine Vermutung geht in Richtung Umzug / Freigang. Ein Umzug ist für eine Katze eine größere Veränderung als für uns Menschen, es kann etwas dauern bis eine Katze sich an das neue Zuhause gewöhnt hat. Zwei von unseren Katzen sind noch über ein Jahr lang  regelmäßig zu unserem alten Haus zurückgelaufen und wirkten die ersten Wochen im neuen Haus unsicher und unzufrieden.

Ich denke aber, der Hauptgrund der Unzufriedenheit liegt im Freigang. Unsere Hauskatzen hier gelten als intelligent und als ausgezeichnete Jäger. Eine Katze, die tagsüber raus darf, versteht nicht, dass sie Nachts drinbleiben muss. Sie miaut, meckert, kratzt, knurrt die anderen Katzen des Haushaltes an und zieht sich, wenn alle Ausbruchsversuche scheitern, zurück.Wie stark ihr Drang nach draußen ist, siehst du daran, dass sie auch durchs gekippte Fenster entwischen möchte.

Dass sie tagsüber mehr drinnen als draußen ist, ist normal. Unsere Vier schlafen ab dem späten Vormittag bis zum späten Nachmittag. Mit kleinen Pipi / Kraul und Fresspausen. Abends werden sie hellwach. Ab 21 Uhr, wenn es draußen ruhiger wird, höre ich die Katzenklappe klappern und die drei jüngeren Katzen gehen nach draußen. Katzen lieben die Nacht. Es ist leiser als tagsüber. Kaum Menschen, weniger Autos und Geräusche. Sie können in Ruhe jagen und die umliegenden Gärten oder Grundstücke erkunden.

Weil ich weiß, wie viele Katzen durch Autos ums Leben kommen, hatte ich mir eigentlich vorgenommen, meine drei Jüngeren Nachts im Haus zu lassen. Alle drei sind Handaufzuchten ( mutterlos) ich habe sie im Alter von zwei, bzw. acht Tagen ( die Geschwister ) vom Tierheim zur Aufzucht bekommen. Entsprechend stark hänge ich an den Dreien und sie am mir. Die Vorstellung, sie könnten überfahren werden, ist schrecklich.

Die ersten paar Wochen hat es sogar noch funktioniert. Ich habe Abends wenn es dunkel wurde, die Katzenklappe geschlossen. Unser Kater kam damit besser zurecht als seine Schwester. Er hat ein paar Minuten gemeckert, dann war gut und er sich eine andere Beschäftigung gesucht. Miss Marple, seine Schwester, hat von Anfang an stärker reagiert. Sie hat an den Tapeten neben der Katzenklappe gekratzt, hat lange miaut und ist mir den halben Abend lang nachgelaufen in der Hoffnung, ich mache irgendwo eine Tür nach draußen auf. Da Katzen Gewohnheitstiere sind, hatten wir die Hoffnung, sie werden in ein paar Wochen mit der Situation zurechtkommen. 

Bei unserem Kater hätte das funktioniert. Miss Marple wurde immer unzufriedener je älter sie wurde. Sie lang brummelnd auf ihrem Kratzbaum und hat alles angeknurrt was in ihre Nähe kam. Und immer wenn ich mich in die Nähe einer Ausgangstür bewegt habe ( wir haben drei Türen nach draußen), ist sie aufgesprungen und wollte raus.

Ich habe dann, ich glaube es war im März diesen Jahres, die Katzenklappe Nachts offen gelassen. Weil es einfach nicht mehr ging und ich nicht wollte, dass sie dauerhaft unzufrieden ist. Seitdem geht es deutlich besser. Sie ist tatsächlich fast die ganze Nacht unterwegs. Tagsüber schläft sie, bis zum Abend . Und sie liebt es zu jagen. Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich morgens keine Maus vor unserer Tür oder in unserem Garten finde. Gestern Nacht hat sie wohl versucht eine Krähe durch die Katzenklappe zu befördern. Hat Gott sei Dank nicht geklappt. Die Krähe lag heute früh draußen direkt vor der Klappe. Das sind dann die Momente, in den ich es nicht so schön finde, dass Katzen gerne und gut jagen.

Ich höre öfter mal, dass Veränderungen im Charakter von Katzen auf die Kastration zurückgeführt werden. Bisher konnte ich das bei unseren Katzen nicht beobachten. Katzen machen, genau wie Menschenkinder, Entwicklungen durch. Wenn ein Geschwisterpärchen im jungen Alter viel zusammen gekuschelt hat, muss das nicht so bleiben. Wenn die Katzen älter werden und erwachsen, reagieren sie anders als als Jungtiere. Und da die meisten Kastrationen im Alter von etwa 6 Monaten durchgeführt werden, fällt das genau in die Zeit, in der Katzen erwachsen werden. Oder besser, sich in der Pubertät befinden. Unser Geschwisterpärchen lag bis zu einem Alter von etwa vier / fünf Monaten ständig zusammengekuschelt irgendwo im Haus. Seitdem sie älter geworden sind, sieht man sie ( leider ) nur noch selten direkt nebeneinander schlafen.

Kommentar von thorundloki ,

Vielen Dank für die ausführliche Antwort... Ich denke nicht, dass sie krank ist.. Sie zeigt keinerlei körperliche Veränderungen  (Schlafen, Fressen, Bewegung, Toilette).

Wir waren kürzlich beim TA zur Nachuntersuchung der Kastration, die meinte es sei alles in bester Ordnung..

Ich befürchte tatsächlich, dass meine Kleine eine ambitionierte Jägerin ist.. Mit optischen und charakterlichen Ähnlichkeiten eines Vampirs 😄

Dann stellt sich mir aber die nächste Frage - kann ich die Katze dann die ganze Nacht draußen lassen? Wir haben nicht die Möglichkeit eine Katzenklappe einzubauen..

Kommentar von Saminathasarma ,

Im Sommer oder an wärmeren Herbst / Frühlingstagen müsste das ohne große Probleme klappen. Die ersten Nächte wird sie eventuell von alleine nicht mehr rein wollen, aus Angst dann nicht mehr raus zu dürfen. Wenn sie merkt, dass sie jederzeit rein und raus kann, meldet sie sich, wenn sie unbedingt rein möchte. Normalerweise miauen Katzen dann so lange, bis einer ihrer Menschen aufsteht und die Tür öffnet.

Wir haben vorher, bevor wir ein Haus angemietet haben, in der ersten Etage gewohnt und hatten das Gleiche Problem. Allerdings hatten wir da unsere Jungspunde noch nicht und die älteren Katzen waren mit von-morgens-bis-Abends-Ausgang zufrieden. Wenn sie rein wollten, haben sie das deutlich hörbar ( für uns und alle Nachbarn ) gezeigt. Wenn ihr die Möglichkeit habt, könnt ihr den Beiden auch einen Katzenkorb / einen Liegeplatz nach draußen stellen. Da können sie sich dann reinkuscheln. Es ist gut möglich, dass sich besonders Loki schnell daran gewöhnt und dann morgens um eine bestimmte Uhrzeit vor der Tür steht. Bei Regen / Schnee / Sturm gehen die meisten Katzen von alleine nicht so lange raus.

Antwort
von BarbaraAndree, 42

Hast du mal mit dem Tierarzt gesprochen? Es könnte mit den Hormonen zusammenhängen. Wir hatten bisher immer nur männliche Tiere, die sich nach der Kastration insofern veränderten, dass sie ruhiger wurden, aber auch angriffslustiger, wenn sie mehr gestreichelt wurden, als es genehm war. Wir haben unseren Kater auch nachts immer draußen gelassen, weil es in unserer Gegend gerade nachts ruhiger war. Morgens kamen sie meistens herein und schliefen den halben Tag.

Antwort
von Dirndlschneider, 39

Bist du sicher , dass sie ganz gesund ist ? War möglicherweise die Kastration ein traumatisches Erlebnis für sie ? 

( seit unsere Flecki kastriert ist dürfen wir sie am Bauch nicht mehr kraulen , obwohl alles gut verheilt scheint . ) 

Auch der Wohnungswechsel könnte sie verunsichert haben .....

Ich würde die Situation einem Tierarzt schildern , um gesundheitliche Aspekte auszuschließen um dann evtl einen Tierpsychologen zu Rate ziehen...

Kommentar von Dirndlschneider ,

.....gerade fällt mir ein ( wir haben auch ein Geschwisterpaar - ein Jahr alt , seit März kastriert ) dass unser Weibchen ebenfalls anfängt zu knurren , wenn sich ein Unbekannter dem Grundstück nähert ...

Kommentar von thorundloki ,

Ich denke, dass da einiges in kurzer Zeit zusammengekommen ist.. Aber mehr als "Zeit geben" und den Kontakt zu ihr nicht verlieren, haben wir bisher nicht zu hören bekommen. Mir blutet mein Herz, wenn ich sie so höre :(

Kommentar von Dirndlschneider ,

Bei uns war es der Kater , der eine Zeit lang aggressiv seiner Schwester gegenüber war......eine Wesensveränderung hat bei unseren beiden definitiv stattgefunden , halt nicht so stark wie bei deinen Zwei .Das ist jetzt aber vorbei - er ist  nachts draußen und schläft bei Tag viel im Haus .

......wie gesagt - abklären lassen , ob sie irgendwelche Schmerzen haben könnte , das ist das einzige , was mir bei deiner Schilderung einfällt . Ich kann mir nicht vorstellen , dass ein Tier ohne Grund solche Verhaltensweisen annimmt .LG und viel Glück.......

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