Hilfe, kann man Paranoid durchs Internet werden?

... komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Das kommt davon, wenn Leute alles für bare Münze nehmen, egal wie realitätsfern es ist.

Als schizophren würde ich das Verhalten nicht gerade ansehen. Sorgen würde ich mir eher wegen dem letzten Satz machen.

Mach ihr bitte klar, dass sie nicht alles glauben sollte, was im Internet steht. Außerdem solltest du dich mit ihr über den Konsum unterhalten (s. Wutanfall bei fehlendem Internet).

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von KaeseKuchen1997
02.01.2016, 18:27

Ja, sie meint, Sie braucht das Internet zum recherchieren. Langsam glaub ich aber eher, dass sich das zur Sucht entwickelt hat. Ich kann auch nicht mehr ohne Internet und gucke mir auch viel Schwachsinn an, aber ich mache mich eher darüber lustig als das ich das ernst nehmen kann... t.t

0

Hi KaeseKuchen,

Ich hatte sehr ähnliches wie du es beschreibst in und vor der Psychose, das mit dem Internet und Sucht auch diesen Konflikten auf der Welt war bei mir auch ein sehr großes Problem.

Ich denke das sie in einer akut wahnhaften Fase ist und womöglich der weitgehende Realitätsverlust, wo diese Paranoia sich weiter steigern kann und sie ganz wirres Zeug redet mit Überzeugungen über Dinge die kaum realistisch oder wahr sein können kommt.

Das mit den Amoniak könnte erklärbar mit Geruchshalluzinationen sein. In so einer Fase schmeckt und richt man alles intensiver oder anderes, das hat wohl viel mit der Reizüberflutung zu tun die man da hat. Von daher kann es sein das sie so einen ungewöhnlichen Geruch wahrnimmt und sie denkt das könnte Gift oder Amoniak etc. sein.

Das kann auch mit Kaffee so sein, das man denkt dieser ist vergiftet, da er auf einmal sehr komisch geschmeckt hat. Da die Psychose zum überinterpretieren einlädt, denkt man dann etwa das jemand die Kaffeepads ausgetauscht hat etc. oft behält man diese Gedanken auch zum Teil für sich..

Gibt da einiges an Symptomen und durch ein Internetverbot wirst du kaum etwas erreichen, das Internet gibt ihr sogesehen das Feedback was sie braucht und beruhigt sie ein Stück weit. Wenn sie also ihre Probleme so verarbeitet und recherchiert also sich dadurch auch Medienkompetenz aneignet sollte das Ok sein und es ist vermutlich besser wenn du ihr diesen Freiraum lässt und erstmal versuchst das nur zu reduzieren.

Streitereien heizen das ganze nur auf und Wissen und Informationen können schon helfen die Dinge besser zu verstehen oder zu verarbeiten. Gut ist es auch mal das aufzuzeigen was sie vielleicht ausblendet, damit sie anderen Input bekommt der zum Zweifel und Überdenken von Überwertigen Ideen, Verschwörungen etc. anregt.


Helfen tuen da in 1. Linie Medikamente Gespräche und die nötigen Informationen, damit sie den Bezug zur Realität wiederfindent. So geht so eine Krankheit sehr schleichend, sie nimmt das also als Teil ihrer Persönlichkeit wahr, auch wenn sie sich komisch benimmt, wird sie wohl eher denken das sie nunmal so ist und womöglich nur in letzter Konsequenz eine Schizophrenie dahinter vermuten, was man so meist kaum kennt und eher abschreckt.

Wichtig wäre ein Gespräch mit einem Psychiater, mit dem sie über diese Probleme und so reden kann und der die fachliche Kompetenz hat so eine Diagnose zu stellen. Kann ja auch weniger problematisch oder was anderes sein, aber je früher man zum Arzt bei so etwa geht, desto besser, da sparst du uns Sie sich viel Ärger wofür sie sich später vielleicht schämt etc. oder es seine Zeit dauert um wieder von den anderen aktzeptiert zu werden die das so mitbekommen und sich ihren Teil dazu denken oder kaum wissen wie sie damit umgehen sollen. Je tiefer man als Betroffener der Psychose auf den Grund geht umso schwieriger kann es fallen sich davon zu distanzieren.

In der Regel werden Neuroleptika als Wirkstoffe bei Psychosen eingesetzt, welche akutere Symptome relativ schnell herunterfahren, Süchte Wahn wie das mit dem Internet oder diese Konflikte auf der Welt können einen länger fesseln und da spielt Verarbeitung eine große Rolle um das besser einordnen zu können und sich ein beruhigenderes Bild davon zu machen.

Hier eine Übersicht der gängigen Neuroleptika:

[Link entfernt]


Da sollte man ein gut Verträgliches und wirksames wie Aripiprazol vorziehen, auch Ziprasidon ist gut, normal reicht ein Neuroleptikum völlig aus, also diese werden normal als Monotherapie eingesetzt und wirken antipsychotisch, fahren die Gedanken runter und flachen die Gefühle ab. 

So etwas am besten sind wahrscheinlich diese Neuroleptika, sollte zumindest gut Akutsymptome behandeln und den Wahn und diese Dinge die du als Internetsucht wahrnimmst etwas runterfahren, also die paranoiden Züge davon nehmen und in die Realität zurückholen. Am Anfang dieser Krankheit lässt man sich zu sehr von Gefühlen leiten durch die emotionale Abflachung von den Medikamenten sollte man es realistischer sehen, erst wenn es einem sogesehen damit besser geht und die Psychose besser wird erkennt man das Tabletten schon wichtig sind und helfen, also man vorher falsch dran war, in der Krankheit das zu erkennen ist schwierig, von daher kann so eine Diagnose normal nur ein Arzt stellen und man sollte sie dazu bewegen zu einen Psychiater zu gehen.


Bupropion (Elontril) ist ein sehr gutes Antidepressivum welches auch Antipsychotisch wirkt, es hilft auch gegen Sucht etwa Nikotinsucht, Appetit und auch Internetsucht und Wahn sollte damit besser behandelbar sein. 

Dieser Wirkstoff ist nur ein spezielles Antidepressivum also gut verträglich verglichen mit Neuroleptika, hat es kaum Nebenwirkungen und bedeutet keine Negativsymptome. Da Neuroleptika auf Dauer sehr Belastend sein können für den Betroffenen und einiges an Antrieb und Lebensfreude nehmen auch oft Restsymptome bleiben, würde ich an eurer Stelle genau dieses Antidepressivum zusätzlich zum Neuroleptikum verschreiben lassen, was man gegen Negativsymptome oder Nikotinsucht bekommen sollte, bei Einnahme dieses Medikaments stehen die Chancen gut das man damit das Neuroleptikum ausschleichen/absetzen kann und man damit viel besser fährt.

Normal bekommt man so etwas kaum angeboten und oft schlechtere und zum Teil wirkungslose/Nebenwirkungsreiche Medikamente oder Antidepressiva die die Psychose auch fördern können verschrieben. Da sollte man bei den Ärzten nachfragen und nach diesen verträglichen Wirkstoffen nachfragen, ansonsten ist es mehr wie Lotto wo man Gewinnen aber wohl eher verliert.


Läuft in den Psychiatrien einiges falsch.. Aufpassen und Kontrolle ist wichtig, da man mit diesen Medikamenten viel kapput machen kann.

Gruß

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich glaube das sollte sich mal ein Psychologe ansehen :(

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Es fehlt an medienkonpetenz. Sie geht davon aus, dass einfach alles wahr ist was man da liest. Die Annahme beim Fernsehen ist zwar auch schlecht. Aber bei weitem nicht so verkehrt wie beim Internet. Redet drüber.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?