Frage von Gilbert5515, 85

Ist die Kündigung gerechtfertigt?

Hallo ich habe da ein Problem und suche Rat

Ich bin seid 11 Monaten bei meinem Arbeitgeber beschäftigt und habe heute die fristgerechte Kündigung erhalten. Ich habe vorher nie eine Abmahnung oder ähnliches erhalten.

Ich habe mir vergangene Woche etwas zu schulden kommen lassen. Ich arbeite als Fahrzeug aufbereiter. Ich habe ein Fahrzeug beim ein parken beschädigt so weit schon schlimm genug. Ich hab den Schaden begutachtet und ihn als nicht groß befunden. Nächsten Tag kam ich zur Arbeit und das Fahrzeug welches ich beschädigt hatte war weg wurde von meinem Meister irgendwo hin gefahren. Ich hab meinem Meister nicht über das Missgeschick informiert weil ich dachte das Problem hätte sich von alleine gelöst. Am Abend kurz vor Feierabend sprach er mich den drauf an ob ich was zu diesem schaden sagen könnte. Ich gab zu das ich das Fahrzeug beschädigt habe aber das es nur minimal war. Darauf hin bekamm ich einen Anschiss (zurecht) weil der Schaden doch höher ist als ich dachte. Zur Info es handelt sich um kein Kunden Fahrzeug sondern ein Verkaufs lagerwagen. Und heute 5 Tage nach dem Vorfall (heute 12.04) bekamm ich die Kündigung fristgerecht bis zum 31.05.16

Meine Frage was kann ich tun ? Ist die kündigung gerechtfertigt ? hab mit Mit einer Abmahnung gerechnet. Aber nicht gleich mit der Kündigung.

Ich hoffe ich konnte alles anschaulich erklären und darstellen

Danke

Antwort
von Samika68, 46

Ich vermute, das Problem für Deinen Arbeitgeber war weniger der Schaden an dem Fahrzeug, als die Tatsache, dass Du nicht ehrlich warst und gemeldet hast, dass Dir ein Missgeschick passiert ist.

Damit hast Du - wenn auch ungewollt - signalisiert, dass Du nicht aufrichtig bist und damit können manche Arbeitgeber nicht leben.

Wenn Dir die Kündigung fristgerecht übergeben worden ist, ist sie rechtskräftig. Einen Grund muss Dir der AG nicht nennen.

Kommentar von Gilbert5515 ,

Hab aber gehört gehabt das eine Verhaltens bedingte Kündigung ohne vorher abgemahnt worden zu sein oft nicht rechts kräftig sind 

Das ich ein Fehler begangen habe weiss ich ja hatte mich auch dafür entschuldigt aber habe nicht mit der Kündigung gerechnet

Kommentar von Samika68 ,

Tut mir leid, dass die Geschichte so für Dich endet - aber, wie gesagt, nur bei einer fristlosen Kündigung muss ein wichtiger Grund vorliegen - eine ordentliche Kündigung kann, unter Einhaltung der Frist, stets sowohl vom Arbeitgeber, als auch Arbeitnehmer ausgesprochen werden.

Antwort
von Paejexa, 34

Ich lehne mich jetzt mal ein bisschen aus dem Fenster und behaupte, dass die Kündigung NICHT gerechtfertigt ist.

Erst vor kurzem hatten wir das Thema "Kündigungsschutz" in der Berufsschule und uns wurden 3 Gründe von Kündigungen genannt:

- betriebliche Erfordernis (z.B. Rationalisierung, Umorganisation, Auftragsrückgang)

- verhaltensbedingt (z.B. Unpünktlichkeit, Störung des Betriebsfriedens)

- personenbedingt (z.B. Krankheit, mangelnde Leistung)

Für mich fällt diese Kündigung eindeutig in die Kategorie "verhaltensbedingt" und hier ist es zwingend notwendig, dass der Arbeitnehmer vorher mindestens eine schriftliche Abmahnung erhalten hat. Ich würde daher den Chef zu einem persönlichen Gespräch bitten.

Eine verhaltensbedingte Kündigung ist zwar zulässig, wenn der Betriebsfrieden nachhaltig gestört wurde oder das Vertrauensverhältnis zum Arbeitgeber zerstört wurde (was hier durchaus der Fall sein kann), ABER: es muss vorher trotzdem eine schriftliche Abmahnung gegeben haben.

Kommentar von Gilbert5515 ,

Ich denke das durch ein persönliches Gespräch die kündigung nicht abzuwenden ist. Ich dachte eher so in die Richtung die kündigung gerichtlich anzufechten

Kommentar von Paejexa ,

Möglicherweise lässt der Chef aber noch einmal mit sich reden, manchmal müssen sich die Wogen erst einmal geglättet haben. Wenn es nichts bringt, helfen Anwalt und/oder direkt das Arbeitsgericht. Insbesondere das Arbeitsgericht handelt sehr schnell, da bei außerordentlichen Kündigungen bereits nach 14 Tagen die Verjährung eintritt.

Ob und was das allerdings kostet, weiß ich leider selbst nicht..

Kommentar von Gilbert5515 ,

Ich hoffe sehr 

Antwort
von ErsterSchnee, 35

Naja, einen Schaden zu verursachen und dann zu vertuschen kann schon als grober Vertrauensbruch gewertet werden. Gilt in eurer Firma überhaupt das Kündigungsschutzgesetz?

Kommentar von Gilbert5515 ,

Wenn du mir sagst was das ist sage ich dir ob wir so was haben 

Kommentar von ErsterSchnee ,

Das hängt von der Anzahl der Mitarbeiter ab. Unter (ich glaube) 10 Leuten gilt das Gesetz nämlich nicht. Dann kann der Arbeitgeber viel leichter entlassen. 

Kommentar von Gilbert5515 ,

Es sind ca 300 Mitarbeiter beschäftigt

Antwort
von beangato, 41

Das ist schon in Ordnung. Man muss nicht immer erst abgemahnt werden.

Mein Kind wurde von heute auf morgen entlassen ohne Grund.

Kommentar von Paejexa ,

Das bedeutet noch lange nicht, dass es gesetzlich in Ordnung ist..

Kommentar von beangato ,

Warum sollte das nicht gerechtfertigt sein? Mein Kind hat gar nichts gemacht und konnte auch gegen die Kündigung nichts machen.

Kommentar von Paejexa ,

Weil das Kündigungsschutzgesetz einige Hürden aufgestellt hat. Eine Kündigung hat immer Gründe und wenn es sich nicht um einen geplanten Stellenabbau gehandelt hat, muss es verhaltensbedingt bzw. personenbedingt gewesen sein. Bei einer verhaltensbedingten Kündigung MUSS der Arbeitnehmer vorher eine Abmahnung schriftlich erhalten haben. Lediglich aus einer personenbedingten Kündigung, z.B. wegen (zu) langer Krankheit oder nachweislich mangelnder Leistung ist eine Kündigung gesetzeskonform.

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