Frage von nolove1, 24

Hilfe ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr?

Ich weiß gar nicht ob ich das Chaos in meinem Kopf ordnen kann.
Bin 19, habe seit 5 Jahren Depressionen.
Habe durch die Krankheit bereits ein Jahr verloren. Also 2013 realschuleabschluss, dann Schüleraustausch USA und dann 1 Jahr krank geschriebene 2x Klinik.
Jetzt mache ich ein FSJ in einem Krankenhaus und stehe jeden Tag kurz davor alles hin zu schmeißen. Es erfordert wirklich extrem viel Kraft da jeden Tag hin zu gehen. Spaß macht es, aber die Krankheit hält mich zurück bzw kämpft gegen mich.
Meine einzige Motivation ist gerade die Ausbildung zur Hebamme die ich Sommer 2016 machen will. Problem: die lehnen mich höchstwahrscheinlich wegen den Depressionen bzw der Lücke im Lebenslauf ab.
Aber mal ganz davon abgesehen: ich will einfach nicht mehr leben. Ich lebe nicht das Leben das ich leben möchte. Und die idealvorstellung lässt sich einfach nicht verwirklichen.
Ich fühl mich gefangen in diesem system, in dieser Gesellschaft. Ohne Freiheit.
Ich bin komplett überfordert vom Leben, ich weiß wirklich nicht was ich tun soll und glaube nicht dass die Zukunft für mich rosig wird.
Jeder hat mal einen schlechten Tag und ich erwarte auch nicht, dass ich einen Beruf finde wo ich jeden Tag strahlend hingehe kann.
Aber wenn man sich jeden Tag immer wieder und wieder dazu zwingen muss etwas zu tun was man irgendwie nicht kann/will, dann ist das extrem anstrengend und schwer. Ich hoffe ihr versteht was ich meine.
Ich habe bis jetzt kein schönes Leben gehabt. Es gab natürlich auch mal bessere Zeiten und auch schöne Erlebnisse durfte ich sammeln, aber ich sehe mein Leben als reine Katastrophe an.
Ich bin enttäuscht von mir und geplagt mit Schuldgefühlen, Selbstmordgedanken, Trauer, Wut, Eifersucht, Neid, Selbsthass... Ich weiß nicht mehr was ich tun soll. Ambulante Therapie bringt mir einfach nichts. Ich hab in meiner Stadt so gut wie jeden therapieren abgeklappert, bei der kassenärztlichen Vereinigung angerufen und bei meiner Krankenkasse auch.
Es hilft nichts. Und wieder in eine Klinik kann ich mir nicht leisten!!!! Hilfe, bin dankbar über jeden Tipp

Antwort
von hardty, 20

hallo nolove1, schön das Du Dich aufraffst und kommunizierst, egal wie, es hilft. Ja ich weiß wie das so im innerem vom ich geht. Kurz zu mir, Born out und dann das was auch Du so beschreibst. Hilfe hab ich in der Kommunikation mit anderen gefunden, schwer allerdings verständnisvolle Gegenüber zu finden, da jeder sein Päckchen zu tragen hat. Hab mich dann belesen und die Medikamente durch Sport ersetzt. Wollte es erst nicht glauben dass das funktioniert, aber nach einiger Zeit trat Besserung ein.

Musst auch den inneren Schweinehund überrumpeln, früh sehr zeitig raus aus dem Bett und eine Stunde Sport ist schon heftig. Habe mit Pilates auch einiges erreicht. Nicht aufhören mit dem sporteln, das ist wichtig, auch später noch und es ist nicht krank zu sporteln.

Was Du Dir bezüglich Deines Berufes (Hebamme) vorgenommen hast ist toll, nicht verzagen, geh es an und nicht locker lassen. Das ist mal eine Aufgabe für Dich die sich lohnt auch wenn es Niederschläge gibt, es ist Dein Ziel. Habe selbst bei vielen Geburten helfen dürfen, immer wieder ein tolles aufbauendes Erlebnis.

Du musst dir das Ziel setzen, Du bist stark, geh zur Klinik mach dein FSJ, Kopf hoch, sprich mit Vertrauten darüber und treibe Sport.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft, denke immer wieder an die Worte und mach Dir Mut.

Alles Gute hardty

Kommentar von nolove1 ,

Vielen vielen lieben Dank!

Antwort
von Emily4erdbeer, 12

Hey du :)
Bin auch 19 und wenn du meine Fragen liest, siehst du, dass ich in einer ähnlichen Situation stecke wie du, nur dass bei mir noch starke körperliche Beschwerden dazu kommen, das heißt ich kann dich voll verstehen.
Ich hatte vor einigen Tagen mein zweites Nachgespräch in der Klinik und meine Therapeutin dort hat gesagt, es ist meine eigene Entscheidung, ob ich mir das Leben nehmen möchte oder nicht, aber ich soll es mir doch nochmal gut überlegen und auch die positiven Seiten vom Leben sehen. Nach dem Gespräch war ich so motivationslos und hoffnungslos, dass ich mir sicher war, dass ich mein Leben beende. Aber siehe da, ein paar Tage später geht es mir schon viel besser, nachdem ich jetzt einen Monat in einem extremen Depressionstief war.
Was ich dir damit sagen möchte ist, dass du es selbst entscheiden musst, ob du leben oder sterben möchtest. Ich war die letzten Wochen wirklich auch kurz davor und kann so gut mitfühlen. Aber denk auch daran, was würden deine Freunde sagen? Würden deine Eltern mit dem Verlust ihrer eigenen Tochter fertig werden? Die würden sich doch bestimmt Vorwürfe machen? Wird derjenige, der deine Leiche findet den Schock jemals verdauen können? Gibt es wirklich gar keine Hoffnung mehr oder hast du im Moment nur einen Tunnelblick?
Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute und hoffe, dass du für dich die richtige Entscheidung triffst :)

Antwort
von TorDerSchatten, 19

Such dir einen Beruf, in dem du mit Freude hin gehst, und wo deine Stärken gefordert werden, nicht deine Schwächen

Hebamme ist ein schwerer, aber auch schöner Beruf - er benötigt aber eine psychische Festigkeit! Die hast du nicht. Also dann bitte Plan B

Antwort
von YeloU, 24

Helfen kann man dir nicht mehr wirklich. Ich habe jetzt daran gedacht, dass du einfach dich nochmals aufraffen solltest und danach mit deinem Geld auswandern solltest - einen Neuanfang machen. Alles vergessen.

Viel mehr kann ich dir nicht helfen. Ich kann dir höchstens Tipps geben, wie du dich schnell umbringen kannst, jedoch weisst du das bestimmt auch selbst.

Kommentar von nolove1 ,

Nein weiß ich nicht

Kommentar von YeloU ,

Soll ich dir sie aufzählen?

Antwort
von abjetztPauker, 16

Tausch dich doch mal mit Leuten aus denen es ähnlich geht.

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