Frage von LaFamilia99, 52

Hilfe! Habe ich eine Depression?

Hallo, erstmal zu meiner Person ich bin M/17. ich bin eigentlich immer ein sehr selbstbewusster Mensch gewesen und strahle dies auch immer noch nach draußen aus so gut wie es geht...
Ich fühle mich seit circa einem halben Jahr komisch, worauf hin ich dann mal etwas im Internet gestöbert habe dort sind mir zwei "Krankheiten" ins Auge gefallen. Diese wären einmal So etwas wie ein unwirklichkeitsgefühl und Depression.
Auf einer Seite im Internet fände ich diesen Text zu Depressionen
"Menschen mit einer Depressiven Erkrankung betrachten ihr Leben als sinnlos. Sie stellen alles infrage, auch ob es Sinn macht, überhaupt etwas zu tun. Sie glauben,nie mehr glücklich oder gesund werden können."
Dieser Text trifft genau auf mich zu. Sollte ich zum Therapeuten gehen? Wenn ja wer zahlt sowas und wie soll ich dies meinen Eltern bei bringen? Ich könnte mir vorstellen das sie Soetwss sagen wie "ach das wird auch so wieder"...  Kann ich auch zum Therapeuten/ Psychologen gehen ohne das sie etwas davon wissen? Wer ist mein Ansprechpartner der mich zum Therapeuten schicken kann?
Die oben genannte Internet Seite

https://www.palverlag.de/depressionen-symptome.html

Schonmal danke im Voraus :)

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 6

Das was du mit dem Unwirklichkeitsgefühl meist heisst Derealisation (oder wenn es auf den eigenen Körper bezogen ist Depersonalisation). Derealisation tritt häufig im Zuge anderer psychischer Erkankungen (z.B. Angststörungen, Depressionen etc.), seltener isoliert auf. Wenn die Derealisation im Zuge anderer psychischer Erkrankungen auftritt, behandelt man die zugrunde liegenden Beschwerden, so soll ich auch die Derealisation bessern.

Medikamente gegen Derealisation gibt es nicht, zumindest keine offiziell zugelassenen. Es gibt jedoch Hinweise, dass Aripiprazol und ferner auch Lamotrigin wirksam sind. Das was jedoch vor allem hilft ist eine Psychotherapie. Bei einer Psychotherapie brauchst du etwas Geduld bis sie wirkt. Dies kann Monate oder gar Jahre dauern.

Ob du unter Derealisation oder Depressionen leidest kann nur eine Fachperson (Psychiater oder Psychologe) beantworten. Dennoch kann ich dir auch zum Thema Depressionen Anhaltspunkte geben.

Das was du beschreibst ist klassisch für eine Depression. Man sieht keinen Sinn mehr und hat das Gefühl nie wieder gesund zu werden (Hoffnungslosigkeit). Doch das alleine macht noch keine Depression aus. Eine Depression wird dann diagnostiziert, wenn ein ganzer Haufen von Symptomen zusammenkommen.

Schaut man diesen Haufen an Symptomen wissenschaftlich an, gibt es diverse objektive wissenschaftliche Kriterien. Diese sind im internationalen Diagnoseverzeichnis ICD-10 festgehalten.

Das ICD-10 unterscheidet zwischen 3 Haupt- und 7 Nebensymptomen. Damit es zu einer Diagnose Depression kommt, müssen mind. 2 Haupt- und mind. 3 Nebensymptome während mind. 2 Wochen dauerhaft und in ausreichender Stärke vorhanden sein:

Hauptsymptome
- Freudlosigkeit und/oder Interessensverlust
- Antriebslosigkeit und/oder erhöhte Ermüdbarkeit
- Depressive Grundstimmung (negatives Denken, Hoffnungslosigkeit etc.)

Nebensymptome
- Schlafstörungen
- Suizidgedanken
- Psychomotorische Aktivierung oder Hemmung
- Vermindertes Selbstwertgefühl/Selbstvertrauen
- Stark veränderter Appetit
- Schuldgefühle und/oder Entscheidungsschwierigkeiten
- Verminderte Konzentrationsfähigkeit

Wenn du unter diesen Symptomen bzw. einigen davon leidest, suche unbedingt eine Fachperson auf. Du kannst dich auch zunächst an deinen Hausarzt wenden.

PS: Bin selber betroffen...

Antwort
von Timoteus1234, 16

Hey LaFamilia99,

also erstmal schön das ich nicht der einzige M/17 bin, der solche Probleme hat, aber ich habe halt Depression diagnostiziert bekommen. Das hört sich nicht gut an und du solltest dir jetzt auch nicht einreden, dass du Depressionen hast, bevor du keine Diagnose bekommen hast.

Du solltest damit am besten direkt zu deinen Eltern gehen und ich hatte am Anfang genau die gleichen Ängste, dass sie mich nicht verstehen und des nicht ernst nehmen, aber ich habe es gemacht und meine Mum hat mir erklärt, dass auch wenn sie es nicht ganz versteht, hinter mir steht und mir Helfen will. 

Sie meinte ich bin ihr Sohn und sie würde alles dafür tun das es mir wieder besser geht. Also habe keine angst und sag ihr wie du dich fühlst. Wenn es schlimmer wird, musst du dir einen Psychologen suchen und dich mal bei ihm beraten lassen und eins kann ich dir sagen, auch wenn du vielleicht nicht genau weißt warum du so drauf bist und es eventuell immer weiter bergab geht, ist dein Wille das einzige was dich vor einer Depression retten kann! :) (lass dich bitte nicht in diesen Kreislauf mit rein ziehen, es ist sehr schwer da wieder raus zu kommen..)

Mfg Timo :)

Kommentar von LaFamilia99 ,

Danke Timo, ich versuche auch immer so positiv zu denken wie es geht.
Problem ist halt ich lebe nicht bei meinen Eltern. Ich wohne bei meinen Großeltern, und mit den kann ich nicht so offen reden, das fällt mir super super super schwer und Bedarf sehr lange Vorbereitungszeit

Kommentar von Timoteus1234 ,

Glaub mir, ich weiß wie du dich fühlst, aber ich kann es dir echt nur empfehlen es jemanden anzuvertrauen, dass ist extrem wichtig! Denn oft kann man es nicht alleine schaffen und muss seine Probleme mit anderen Teilen.

Es war auch für mich extrem schwer mich zu überwinden, aber ich habe es geschafft und das wirst du auch! Also Kopf hoch und dein Wille wird siegen! :)

Kein Problem, mache ich doch gerne!

Antwort
von FlyingCarpet, 5

Google mal "Generation Y"

Antwort
von LittleMistery, 5

Geh zu deinem Arzt. Der kann einen Verdacht stellen und wenn da was dran sein sollte gibt der dir eine Überweisung mit und dann solltest du dich auf die Sucher nach jemanden machen wo du eine Therapie machen kannst. Im Regelfall zahlt das die Krankenkasse.

Antwort
von DebbySomebody, 27

Hallo!

Ich bin auch 17 (zwar weiblich, aber egal). Ich leide schon seit 4 Jahren an mittelstarken Depressionen. Mir hat anfangs auch niemand geglaubt und alle haben - wie du auch sagst - gesagt "Das wird schon wieder, das ist nur eine Phase". Nur es wurde immer schlimmer und dann war ich bei meinem Hausarzt und bin nur da gesessen und hab gesagt, dass ich nicht mehr leben will... Sie hat mir eine Überweisung zum Neurologen und zum Psychiater verschrieben - hier kurz eine Info

Neurologe: Ein Arzt! Befassen sich generell mit körperlichen Störungen des Nervensystems und weniger mit seelischen Störungen

Psychiater: Ist ein Facharzt für Psychiatrie! Er kann Medikamente verschreiben und Überweisungen an einen Psychologen oder Psychotherapeuten machen.

Psychologe: Kein Arzt! Hat ein 5 jähriges Studium zu absolvieren. Er macht mit dir Tests, zB IQ Test...

Psychotherapeut: Ein Psychiater kann auch zusätzlich ein Therapeut sein und ein Psychologe kann mit einer zusätzlichen Ausbildung zum Studium auf die Lizenz zum Therapieren erhalten.

Dann war ich beim Neurologen, er konnte keine nervliche Krankheit feststellen. Die Psychiaterin hat mich zum Psychologen geschickt, dieser hat mir dann sehr viele Fragen gestellt und das wichtigste ist einfach, dass du ehrlich bist, die haben alle schweigepflicht, dürfen also deinen Eltern auch NICHTS sagen ohne deinem Einverständnis! Ich habe auch einige Fragebögen zum ausfüllen bekommen

Der Befund hat ergeben, dass ich an mittelschweren Depressionen leide - also ab zur Psychotherapie. Bis hierhin musste ich keinen Cent zahlen, hat alles die Krankenkasse übernommen. Und bei den Therapeuten gibt es nun verschiedene. Entweder Private, die musst du selbst zahlen so mit 150€ die Stunde musst du rechnen. Dann gibt es welche, wo du einen Teil von der Krankenkasse zurückerstattet bekommst, so ca. 60€ pro Stunde. Und wenn du Glück hast (so wie ich) findest du einen Therapeuten, der einen Krankenkassenplatz hat (da du noch nicht 18 bist, hast du auch eher die Chance den zu bekommen) Da bekommst du dann einige Stunden bestätigt so zwischen 20 und 40 (Ich hatte 55) und nachdem du die verwendet hast, musst du dir die nächsten genehmigen lassen, soweit du noch welche benötigst.

Hast du noch Fragen? Ich stehe gerne zur Verfügung und kann aus Erfahrung sprechen :)

LG und ich wünsche dir alles Gute!!

Kommentar von LaFamilia99 ,

Ok, das sind viele praktische Informationen ;) haben die die Sitzungen denn geholfen ?

Kommentar von DebbySomebody ,

Ja, sie helfen mir extrem!

Ich habe jede Woche eine Sitzung, wenn ich sie brauche kann ich auch 2 in der Woche haben, oder auch mal eine ausfallen lassen. Es ist einfach jemand da, dem du ALLES sagen kannst... Und es ist auch nicht so, wie in Filmen, dass der dich ausfragt oder dir sagt was du machen sollst. Sondern du kannst alles sagen und du entscheidest wie er das handhaben soll, du kannst ihm nach seiner Meinung fragen usw. Ich dachte früher es hätte keinen Sinn, auch wenn ich nicht geheilt bin, aber es wird zumindest erträglich! Ich kenne auch Leute die auch geheilt wurden, also auch wenn ich sehr negativ gegenüber allem eingestellt bin, nach der Sitzung gehts mir immer besser.... Und wenns mir schlecht geht, weiß ich auch, dass ich das alles bald loswerden kann, also ichs mir von der Seele reden kann...

Kommentar von Seanna ,

An einen Psychologen kann nicht überwiesen werden, da diese ohne PT-Ausbildung keine Kassenzulassung bekommen.

Kommentar von DebbySomebody ,

Komisch, ich wurde (soweit ich mich erinnere, ist ja schon länger her) überwiesen, tur mir leid falls das eine Fehlinformation war!

Antwort
von Blitz68, 24

besprich das mal mit deinem Hausarzt,

der wird dich fachlich beraten können, ob ein Therapeut für dich sinnvoll zur Begleitung wäre.

Er könnte dir dann wohl auch jemanden empfehlen.

Kommentar von LaFamilia99 ,

Aber mir fällt es schwer Leuten zudem Thema zu öffnen, ich habe das auch noch nie jemandem erzählt...
Denke immer das man mir nicht glaubt oder mich nicht ernst nimmt

Kommentar von Blitz68 ,

Ärzte haben eine Schweigepflicht über die Anliegen ihrer Patienten-

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