Frage von minzefan22,

Hilfe für arbeitslosen, psychisch kranken Menschen, der nicht zu Hause wohnen kann

Vorab: Geht nicht um mich persönlich. Mal angenommen, ein junger Mensch über 18 und unter 25 wohnt bei seinen Eltern, weil er keine Arbeit hat, um sich eine eigene Wohnung zu finanzieren. Angenommen diese Person, die psychisch krank ist, aber (noch) keinerlei Gutachten dafür hat, hält es dort nicht aus. Es gibt öfters üblen Streit und Druck, obwohl die Bewerbungen nur so fliegen und die Person sich echte Mühe gibt. Gerne wird auch damit gedroht, den jungen Menschen einfach von jetzt auf gleich vor die Tür zu setzen. Auch bei 10 Grad Minus, wohlgemerkt. Ein Elternteil scheint fest davon überzeugt, dass alles, was darüber hinausgeht, dem Balg seine Kleider mitzugeben und dann der Obdachlosigkeit zu überlassen, rein guter Wille ist und von niemandem in Deutschland verlangt wird.

Die Person hat keine Ausbildung, will aber gerne eine haben. Oder Arbeit. Oder auch gern nen Abschluss nachholen / aufbessern. Aber in einer eigenen Wohnung. Stationärer Aufenthalt ungern bis garnicht machbar. Therapie wird unter Umständen akzeptiert. Die Person wurde aus ihrer berufsvorbereitenden Maßnahme wegen Fehlzeiten (unentschuldigt) entfernt. Hintergrund waren psychische Probleme. Eine Maßnahme für kranke Menschen gäbe es, aber das Arbeitsamt sagt, man wolle nach der einen Maßnahme keine weitere mitmachen und generell nicht helfen oder vermitteln.

Was für Möglichkeiten gibt es?

Antwort von VirtualSelf,
5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Eine generelle Weigerung, die gesetzlich vorgeschriebenen Integrationsbemühungen für U25-Jährige nicht zu leisten, ist sicherlich rechtswidrig.
http://www.harald-thome.de/media/files/SGB%20II%20DA/Leitfaden_Jugendliche.pdf

Grundsätzlich jedoch sind die ARGE-Mitarbeiter in der Regel weder Psychotherapeuten, noch Sozialarbeiter. Das heißt, wenn man sich als Antragsteller auf besondere Umstände beruft, die bei der Integration zu berücksichtigen sein sollten, muss man diese Umstände in der Regel nachweisen (durch ärztliche Atteste, Stellungnahme des Jugendamtes usw.).
Ich würde obigen Leitfaden durcharbeiten, nochmals das Gespräch mit dem zuständigen Vermittler suchen und wenn das nichts fruchtet, das mit dem vorgesetzten Teamleiter. Wichtig ist in diesem Zusammenhang: zu den Gesprächen immer einen Beistand (= Zeugen) mitnehmen.
Unabhängig davon sind natürlich Arztbesuche angesagt, um ggf. eine Reha vorzbereiten und anzustoßen, denn das ist grundsätzlich nicht Sache der ARGE.

Kommentar von casilein,

DH!

Darüber hinaus könnte man den Sachbearbeiter bitten, einen in eine Maßnahme zuzuweisen, in der man die nötige Unterstützung erhält, um die Situation abzuklären. Bei uns gibt es solche Maßnahmen. Gerade bei psychischen Problemen haben die betroffenen oft starke Schamgefühle, sind unsicher und wissen auch ganz praktisch nicht, an wen sie sich wenden müssen. Eine BV-Maßnahme hilft da aber sicher nicht.

Der Betreffende sollte zum nächsten Termin beim Jobcenter auf keinen Fall alleine gehen. Er sollte sich jemanden mitnehmen, der sich mit seiner Situation gut auskennt und im Gespräch den Überblick behalten kann.

Antwort von Stechschritt,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Wenn das Arbeitsamt seiner Pflicht nicht nachkommt,ist immer noch das Arbeitsgericht da.Also dort gegen das Amt klagen. Dem Menschen muss geholfen werden. Man darf ihn nicht abschreiben.Er scheint hilflos zu sein.Es gibt Arbeitsstellen extra für solche Leute.Dort haben sie ne Beschäftigung tagsüber u werden auch dafür bezahlt.Das sind Werkstätten u Wohngemeinschaften für behinderte oder psychisch kranke.Man muss sich halt erkundigen wo es das in seiner Gegend gibt

Kommentar von minzefan22,

Ich denke, der Person würde es eher helfen, einen richtigen Rehaprozess anzustreben, mit Therapie und dann einem Wiedereinstieg in den 1. Arbeitsmarkt, ohne Druck und Stress, dass man endlich von den Eltern wegmuss.

Klagen? Von welchem Geld? Mit welchen Mitteln? Gibts dafür Finanzierungen?

Antwort von heureka47,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Evtl. ist das Beantragen einer "gesetzlichen Betreuung" / "Rechtlichen Betreuung" eine Möglichkeit, ihn juristisch einwandfrei aus dem Haus zu kriegen.

Die gesetzliche Betreuung hat vor über 10 Jahren die "Entmündigung / Vormundschaft" usw abgelöst.

Der gesetzliche Betreuer hat nicht mehr die weitreichenden Befugnisse wie früher ein Vormund, sondern bekommt nur Verantwortung für die Teilbereiche, in denen Betreuung erforderlich ist - z.B. für GEsundheitssorge, Aufenthaltsbestimmungsrecht, Finanzen, Behördenverkehr u.ä.

Kommentar von minzefan22,

Ich kenne Leute, die einen gesetzlichen Betreuer haben. Sie empfinden das als Strafe und hassen diesen Zustand. Aber danke für den Rat.

Nur wie soll die Person damit aus dem Haus zu holen sein? Das regelt doch nicht die finanzielle Abhängigkeit von den Eltern, oder?

Kommentar von heureka47,

@ minzefan22:

Ich weiß. Ich kenne auch Menschen, die sehr unter dem Zustand leiden. Aber es wäre eine legitime Lösung. Der Betreuer könnte bestimmen, dass der Betreute in eine eigene Wohnung zieht und, daß er die Mittel dafür bekommt - z.B. Sozi oder was ihm zusteht.

Antwort von Dichterseele,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Er sollte sich vom Arzt zum Psychologen überweisen lassen und bei einer Familienberatung fragen, ob ihm jemand helfen kann woanders unterzukommen - vielleicht in einer betreuten WG oder in einem Heim.

Die ARGE-Mitarbeiter sind meist selbstherrliche Bürokraten, die mit Menschen in Ausnahmesituationen total verkehrt umgehen und diese obendrein allzu gerne betrügen.

Auf jeden Fall braucht derjenige mehr Selbstdisziplin und ein dickeres Fell gegenüber den Aggressionen der Eltern - das könnte eine fachkundige Sozialberatung bringen.

Antwort von keinefee,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

das schlimme an solchen sachen ist ja, dass psychisch kranke oft garnicht in der lage sind arztbesuche wahrzunehmen. wenn dann noch eine depression hinzukommt nimmt das übel seinen lauf. sie können sich zu nichts aufraffen.

trotzdem! ärztliche hilfe ist dringendst nötig. denn ohne bescheinigungen und atteste läuft leider nichts.

wenn ein suchtproblem besteht dann helfen auch suchtberatungsstellen und sozialarbeiter weiter.

bitte nicht warten bis die situation völlig ausweglos ist. die scheu vor einem stationären aufenthalt kann ich nachvollziehen, aber das wäre trotzdem gut, denn dann hätte der betroffene schon einen nachweis über seine krankheit, falls es zu sanktionen kommen würde und die sozialarbeiter in den kliniken helfen weiter.

vielleicht käme er so auch schneller zu einer eigenen wohnung die sonst als u25 verwehrt wäre.

wenn die krankheit bekannt ist, kommen solche leute in manchen job-centern in ein sonderprogramm mit intensiver betreuung.

Antwort von Pinetree,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Hallo, wieso kam es denn zu unentschuldigten Fehlzeiten? Wenn jemand psychisch krank ist, kann er sich doch krank schreiben lassen. Der Arzt/Therapeut kann dann sicher auch weiterhelfen und beraten, was es für berufliche Möglichkeiten gibt. Ich bin keine Expertin, denke aber Voraussetzung für eine Ausbildung/Schulabschluss etc. ist eine gewisse psychische Stabilität und daher wäre in Absprache mit dem Arzt vorher eine Therapie/Reha sinnvoll. Viele Grüße!

Kommentar von minzefan22,

Naja, kein Arzt vorhanden gewesen, kein Vertrauen zu fremden Personen gehabt. Keine Kraft gehabt. Dazu trug die Maßnahme natürlich auch bei, die ein zermürbender Drecksschuppen war, bei dem die Leute durch pure Unterforderung und Aufgabenlosigkeit ausgepowert wurden. Da drin konnte die Person nur kaputt gehen.

Deine Empfehlung teile ich. Nur muss das finanziert werden und hier kommt das Amt ins Spiel. Die haben Rehaabteilungen, die haben Leute die Anträge weiterleiten. Aber die wollen der Person ja nichtmal mehr einen Berufsberater zuweisen. Schwierige Situation und sicher auch alles andere als alltäglich.

Kommentar von Pinetree,

Hallo, das ist natürlich übel! Ich glaube aber, dass das Arbeitsamt ohne ärztliches Gutachten gar nichts machen kann. Es muss ja erst mal festgestellt werden, ob jemand überhaupt arbeitsfähig ist, in welchem Umfang (geht Vollzeit überhaupt) und welche Tätigkeiten in Frage kommen. Dafür braucht es einen Arzt! Man kann aber in der Regel niemanden zwingen zum Arzt zu gehen. Wenn jemand nicht zum Arzt geht, ist er für das Arbeitsamt eben gesund und die können dann vermutlich gar nichts fördern. Viele Grüße!

Antwort von camir,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Wie sieht es aus mit sozialleistung Arbeitsagentur aus?

Kommentar von minzefan22,

Wollen nicht zahlen, wollen nicht vermitteln, wollen nicht beraten, wollen nichts finanzieren. Da ist die Tür.

Antwort von DerHans,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Dafür gibt es Wohngruppen. Über die kann man sich beim Sozialamt erkundigen.

Kommentar von minzefan22,

Stationäre Aufenthalte und solche Wohngemeinschaften werden kategorisch abgelehnt.

Kommentar von casilein,

Es gibt auch betreutes Einzelwohnen. Der Betreffene sollte sich entsprechende Angebote zumindest anschauen, bevor er sich eine abschließende Meinung bildet.

Kommentar von minzefan22,

Betreuung wird NICHT abgelehnt, nur das Zusammenwohnen mit Fremden oder die Einweisung in eine Klinik sind nicht gewünscht.

Antwort von mausili508,

Doch da kenn ich andere lass dich nicht verunsichern da gibt es unterstützung.erstmal muss man mit hilfe des sozial-psychischen dienst die arge davon überzeugen wie krass es zu hause bei den eltern ist.die arge muss die sebstständigkeit des jungen menschen unterstützen und dann wenn ruhe im herzen ist gibt es mit hilfe des sozialen dienstes eine zweite chance auf bildung.kann ich nur raten lg mausili508 und viel glück

Antwort von mausili508,

Doch da kenn ich andere lass dich nicht verunsichern da gibt es unterstützung.erstmal muss man mit hilfe des sozial-psychischen dienst die arge davon überzeugen wie krass es zu hause bei den eltern ist.die arge muss die sebstständigkeit des jungen menschen unterstützen und dann wenn ruhe im herzen ist gibt es mit hilfe des sozialen dienstes eine zweite chance auf bildung.kann ich nur raten lg mausili508

Antwort von mausili508,

Doch da kenn ich andere lass dich nicht verunsichern da gibt es unterstützung.erstmal muss man mit hilfe des sozial-psychischen dienst die arge davon überzeugen wie krass es zu hause bei den eltern ist.die arge muss die sebstständigkeit des jungen menschen unterstützen und dann wenn ruhe im herzen ist gibt es mit hilfe des sozialen dienstes eine zweite chance auf bildung.kann ich nur raten lg mausili508

Antwort von Lisa1672,

Geh mit ihm zur AWO und sprecht das Thema dort mal an.Es gibt die Möglichkeit zur stationären Betreuung.Dies ist gleichzusetzen mit einem Therapiehaus,wie es bei uns umgangssprachlich heißt.Das ganze wird entweder vom Rentenverband oder vom LVR finanziert.Dort hat er sein Zimmer,bekommt Taschengeld,hat von 8-16h verschiedene Therapien um im Leben normal Fuß fassen zu können und es wird geschaut,was er gerne machen möchte.Sei es Schule oder Ausbildung,dort wird ihm geholfen,seine Ziele zu verwirklichen.Nach 1-2 Jahren wird er auch soweit sein,dann alles von einer eigenen Whg. aus zu meistern.Zuerst also stationäres betreutes Wohnen für psyschich kranke Jugendliche und anschl.ambulant betreutes Wohnen,d.h.es wird in regelmäßigen Abständen jemand zu ihm nach Hause kommen und durchsprechen ob Hilfe benötigt wird,z.B.bei Post,Schulden o.ä.viel Glück und Erfolg

Antwort von krissy9120,

in dieser situation würde ich dieser person raten, sich schnellstmöglich ein gutachten eines psychologen einzuholen, mit diesem gutachten wird sich dann auch die "soziale" bundesagentur für arbeit nicht mehr so quwer stellen können. kein gutachten zu haben erschwert diese ganze geschichte enorm. beim arbeitsamt werden (meistens) spezielle "programme" angeboten, die für psychisch instabile in frage kommen- auch ausbildungsprogramme. beim "arbeitplus", welches ja aufgrund des alters (sprich 18 bis max. 25 J.)für diese person zuständig ist, lässt sich ein antragsfomular abholen. die wohnungen dürfen dann (je nach norm der stadt) ca. 45 qm und ca. 245€ KM zzgl. NK groß sein und kosten. wenn diese person bei einem psychologen in behandlung ist, wirklich psychische probleme hat und zuhause auf keinen grünen zweig kommt, dann dürfte meines erachtens nach einer eigenen wohnung nichts im wege stehen. es gibt genug schmarotzer, die den staat ausnehmen was hierbei nicht der fall wäre... > Viel Glück und toi toi toi. ich hoffe, dass ich irgendwie weiterhelfen konnte. ach und vielleicht sollte es noch ein langes und ehrliches gespräch zwischen den eltern und dem kind geben, eventuell lassen sich die einen oder anderen probleme oder vorwürfe auf diese weise aus der welt räumen.

Antwort von Honigkuchenpunk,

institutionen für psychisch kranke, Heime .....Notunterkunft

Kommentar von minzefan22,

Klar für den Notfall geht das schon. Ich hab meine Frage aber eher langfristig gemeint.

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