Frage von PCProblem05, 115

Hilfe: Fristlose Kündigung möglich?

Hallo,

wie sieht das in folgender Situation aus: Ich werde bald wegziehen, sodass es unzumutbar wäre, der Tätigkeit in Betrieb A nachzugehen. Betrieb B hat in der anderen Stadt hat mir heute eine Zusage erteilt, sodass ich Morgen direkt anfangen könnte. Meine Kündigungsfrist von 2 Wochen könnte ich in Betrieb A demnach also nicht einhalten. Was könnten für Konsequenzen auf mich zukommen, wenn ich fristlos kündige und Morgen in Betrieb A einfach nicht mehr zur Arbeit erscheine?

Es handelt sich bei Betrieb A um ein Cafe, wo ich als Servicekraft arbeite. Mein Vertrag idt befristet und die Kündigungszeit beträgt, wie gesagt, 2 Wochen.

Grüße

Antwort
von DerHans, 17

Wenn du die Kündigungsfrist nicht einhältst, wird der Arbeitgeber auf deine Kosten eine Ersatzkraft bestellen. Wahrscheinlich hast du ja auch noch eine Lohnforderung

Umziehen kannst du doch auch nicht von heute auf morgen. Du hättest also jederzeit fristgerecht kündigen können.

Antwort
von NSchuder, 35

1) Ein Umzug ist kein Grund für eine fristlose Kündigung seitens des Arbeitnehmers. Du hättest ja längst zum Umzugstermin fristgerecht kündigen können. Warum hast Du das nicht getan?

2) Mit "unzumutbar dort weiter zu arbeiten" hat das ebenfalls rein gar nichts zu tun. Die Kündigungsfrist war Dir bekannt. Du hättest das Koordinieren können.

3) Wie kommst Du auf 2 Wochen Kündigungsfrist? Steht das ausdrücklich in Deinem Arbeitsvertrag drin? Sonst gilt nämlich die gesetzliche Regelung aus dem BGB (sowie evtl. eine Regelung aus einem Tarifvertrag)

§ 622 Abs. 1 BGB sagt aus:

1) Das Arbeitsverhältnis eines Arbeiters oder eines Angestellten (Arbeitnehmers) kann mit einer Frist von vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats gekündigt werden.

Die Vorschrift des § 622 BGB findet auf alle Arten von Arbeitsverhältnissen Anwendung, so auch auf Teilzeitkräfte, befristet beschäftigte Arbeitnehmer und geringfügig Beschäftigte.

4) Von dem Rat bei Betrieb A einen "gelben Schein" als eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorzulegen und gleichzeitig bei Betrieb B zu arbeite, kann ich Dir nur dringend abraten. Wenn das raus kommt hast Du mindestens eine Schadenersatzklage am Hals.

Eigentlich gibt es für Dich nur eine Möglichkeit:

Du musst Dich mit Deinem alten Chef im Betrieb A zusammen setzen und einen Auflösungsvertrag machen. Nur so kannst Du "sauber" und termingerecht bei Betrieb B anfangen.

Darauf einlassen muss sich Betrieb A aber nicht. Man kann dort auch auf Erfüllung des Arbeitsvertrages bestehen. Kommst Du dem nicht nach bist Du Schadenersatzpflichtig. In Falle dass Betrieb A wirklich auf Einhaltung der Kündigungsfrist besteht, bleibt Dir nichts anderes übrig als im Betrieb B Bescheid zu sagen, dass Du erst später dort anfangen kannst.

An dem Dilemma bist Du aber ausschließlich selber schuld.

Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeit, 13

Verschaffe dir einen sauberen Abgang in dem Cafe und bespreche das mit dem Arbeitgeber, vielleicht könnt ihr euch ja auf einen Aufhebungsvertrag mit verkürzter Kündigungsfrist einigen.

 Aber ohne die Zustimmung des Arbeitgebers klappt das nicht. Warum hast du dem Betrieb B  denn nicht die Wahrheit gesagt, die zwei Wochen hätte der bestimmt gewartet.

Wenn du zu Betrieb A nicht mehr gehst, dann wird das u.U. als Arbeitsverweigerung angesehen und u bekommst evtl. eine fristlose Kündigung, außerdem kann der Arbeitgeber einen Schadenersatz von dir verlangen.

Antwort
von Centario, 46

Teile den neuen Betrieb mit das du 2 Wo. Kündigungsfrist hast und ob er dich danach einstellt.

Antwort
von emib5, 35

Ein Vertrag ist rechtlich bindend.

Der Umzug, oder der neue Job ist kein Grund für eine fristlose Kündigung.

Das Du umziehst weist Du ja auch nicht erst seit gestern, Du hättest also problemlos fristgerecht kündigen können.

Antwort
von BlackDoor12, 42

Das kannst du nicht machen das ist ein Vertragsbruch dir kann eine Vertragsstrafe blühen.

Vor allem wäre es auch nicht fair anderen Kollegen gegenüber sie müssen deine Arbeit mitmachen.

Wenn du dich später mal auf eine andere Arbeitsstelle bewirbst steht ja auch im Lebenslauf das du dort gearbeitet hast, manche Arbeitgeber informieren sich über Ihre Bewerber bei den alten Arbeitgebern und das kommt mit Sicherheit nicht gut an.

Antwort
von martinzuhause, 63

der alte betrieb kann schadensersatz von dir verlangen wenn du die frist nicht einhalten willst. das bekommt der betrieb sicher auch begründet

Kommentar von Familiengerd ,

das bekommt der betrieb sicher auch begründet

Auf den Nachweis des Schadens - und die Begründung - wäre ich aber echt einmal gespannt!

Und weil in der Regel ein derartiger Nachweis für einen solchen Schaden - der alleine und unmittelbar nur deshalb entstanden sein muss, weil das Arbeitsverhältnis vertragswidrig beendet wurde, und nicht auch z.B. aufgrund von Erkrankung entstanden wäre - nicht zu erbringen ist, vereinbaren viel Arbeitnehmer eine Vertragsstrafe für einen solchen Fall.

Kommentar von heyheymymy ,

das ist meistens nicht möglich, deshalb beruhen die sich ja auf die vertragsstrafe, da sie da keinen genauen schaden  angeben müssen.

Kommentar von Familiengerd ,

Eine Vertragsstrafe hat nichts mit einem Schadenersatzanspruch zu tun!

Ein Schadenersatzanspruch - sofern er denn überhaupt geltend gemacht werden kann - besteht unabhängig von der Vereinbarung einer Vertragsstrafe.

Antwort
von meini77, 29

Du ziehst ja sicher nicht morgen um. Und wenn doch, dann weißt Du das ja sicher nicht erst seit heute.

Verträge werden dazu gemacht, daß jeder weiß, was seine Rechte und Pflichten sind.

Die Pflicht des Arbeitgebers ist, Dich für die geleistete Arbeit zu bezahlen.

Die Pflicht des Arbeitnehmers ist, zur Arbeit zu erscheinen.

Für beide gilt die Pflicht, Kündigungsfristen einzuhalten.

Antwort
von heyheymymy, 57

Nein, ist kein Grund, man wird dir sagen, dass du mit deinem Umzug bis ende der Kündigungsfrist warten musst.

Mach nicht den Fehler und tus trotzdem, dann droht dir eine Vertrafsstrafe von bis zu einem gesamten Bruttomonatseinkommen.

Kommentar von Familiengerd ,

dann droht dir eine Vertrafsstrafe von bis zu einem gesamten Bruttomonatseinkommen

Wo ist denn hier davon die Rede, dass eine Vertragsstrafe vereinbart worden sei?!?!

Und selbst wenn: Bei einer Kündigungsfrist von 2 Wochen  wäre eine Vertragsstrafe in Höhe von maximal 1/2 Monatsentgelt erlaubt; wurde mehr vereinbart, wäre die gesamte Vertragsstrafenklausel nichtig!

Kommentar von heyheymymy ,

nein nein du verstehst das falsch, die vertragsstrafe richtet sich nicht nach der kündigungsfrist, sondern nach dem schaden den man in etwa anrichtet, wenn man grundlos ausfällt. vereinbart ist sowas ganz klein ganz hinten vorletzte seite eines vertrags, indem du ihn unterschrieben hast. wenn das bei dir nicht drin steht, heißt das aber nicht, dass das nicht passieren kann. bei mir stands im letzten vertrag jedenfalls, ich hatte ne pauschale von 350 €.

Kommentar von Familiengerd ,

die vertragsstrafe richtet sich nicht nach der kündigungsfrist, sondern nach dem schaden den man in etwa anrichtet

Das ist schlicht und einfach falsch!

Eine Vertragsstrafe hat nichts damit zu tun, ob und in welcher Höhe möglicherweise ein Schaden entstanden ist.

Die vereinbarte Vertragsstrafe "bestraft" - wie der Name schon sagt - lediglich das vertragswidrige Verhalten eines Vertragspartners. Und wenn es eine Vertragsstrafenvereinbarung in Verbindung mit vertragswidriger Beendigung des Arbeitsverhältnisses gibt, dann darf die Vertragsstrafe bei einer 2-wöchigen Frist kein ganzes Monatsentgelt betragen, sondern nur die Hälfte!

Für Schäden - wenn sie denn tatsächlich und nachweisbar entstanden sein sollten - gibt es den Schadenersatzanspruch, der mit der Vertragsstrafe aber überhaupt nichts zu tun hat!

bei mir stands im letzten vertrag jedenfalls, ich hatte ne pauschale von 350 €.

So, wie Du das beschreibst, wäre denkbar, dass diese Klausel in Deinem Vertrag nichtig war; das kann man aber nur bei Kenntnis der genauen Formulierung beurteilen!

Kommentar von heyheymymy ,

von 350 € stand bei mir nichts, bei mir stand, dass der ag berechtigt ist, eine vertragsstrafe von bis zu einem bruttomonatseinkommen veranlassen darf. da das deutlich mehr gewesen wäre as die pauschalen 350 €, habe ich nichts gesagt sondern mich mit den 350 € abgefunden.

Kommentar von Familiengerd ,

???

Kommentar von heyheymymy ,

was ist denn daran fraglich?

Kommentar von Familiengerd ,

Einmal schreibst Du "ich hatte ne pauschale von 350 €", dann aber "von 350 € stand bei mir nichts" und wieder "mich mit den 350 € abgefunden".

Da frage ich dann: Was denn nun?!?!

Aber das ist für den Fragefall ja auch irrelevant!

Kommentar von heyheymymy ,

in meinem vertrag stand nix von 350, aber 350 musst ich zahlen.

Antwort
von Wohlfuehlerin, 50

betrieb A kann dich auf schadensersatz verklagen und ein schlechtes zeugnis kriegste och noch...

Kommentar von Familiengerd ,

betrieb A kann dich auf schadensersatz verklagen

... wenn er denn einen Schaden nachweisen könnte, der alleine und unmittelbar in direktem Zusammenhang mit der vertragswidrigen Beendigung des Arbeitsverhältnisses entstanden wäre!

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