Frage von JanineKlose, 123

Hilfe! Freund wurde ins Krankenhaus gebracht wegen Alkoholkonsum,was nun?

Hallo. Also es geht um folgendes.. mein Freund (30) ist seit ca. 2 Jahren alkoholsüchtig. Manchmal lief es 2 Wochen ruhig und ist dann wieder rückfällig geworden. Er hat einige Therapien wegen Depressionen und Aggressivität hinter sich gebracht,wurde darauf aber auch nicht richtig eingestellt. Gestern Abend habe ich ihn von der Polizei rauswerfen lassen. Er hat eine ganze Wodka Flasche getrunken und war nicht ansprechbar. 3,1 promille hatte er. Sie haben ihn ins KH gebracht zum ausnüchtern. Dort ist er dann bis ca. 3 Uhr Nachts geblieben und ist dann abgehauen (hat man mir am telefon gesagt). Da das alles für mich zu viel würde,bin ich dine Nacht bei meiner Mutter geblieben. Heute gegen ca. 14 Uhr rief mich dann der Hausmeister an,dass mein Freund wohl die ganze Nacht vor dem Haus und im Hausflur randaliert habe. Sie hätten ihn wieder abholen lassen zum erneuten ausnüchtern im KH. Die Polizei hat ihm auch Hausverbot erteilt. Er zeigt sehr starke Anzeichen eine Shizophrenie,doch genau wurde er bisher nicht behandelt. Nun habe ich mich erkundigt und man hat mir gesagt er wäre Ambulant ins KH gekommen und was dann passiert wäre,wüssten sie nicht. Nun weiß ich nicht wo er ist. Sein Handyakku ist leer,ich bin zu Hause und mache mir Gedanken. Man hat mir gesagt falls er eingewiesen worden sei,könne man mir keine Auskunft geben. Er hat nichts bei sich,außer seinem Handy und seinem Portmornait. Er ist nicht in derselben Stadt gemeldet,ist aber zu mir gekommen um hier einen neuen Job zu suchen und sich eine neue Wohnung zu suchen. Kann ich in Haus 5 (geschlossene) persönlich erscheinen,fragen ob ich ihn sehen kann? Falls er nicht dort sein sollte,dann würden die Zuständigen dort das sicher sagen und mich wegschicken. Doch falls er doch dort eingeliefert worden sein sollte,würde man mich zu ihm lassen? Ich weiß nicht weiter. Niemand weiß etwas und da sein Handy aus ist und er keine Handynummern auswändig weiß,kann er niemanden erreichen. Ich gebe mir die schuld und ich möchte nur wissen das es ihm gut geht. Er hatte 1 1/2 Jahre Zeit sich behandeln zu lassen,doch hat immer Wege gefunden sich rauszureden. Er hat viel kaputt gemacht und in dem Zustand viel getan. Wenn ich wüsstr wo er ist,könnte ich ihm wenigstens Sachen vorbeibringen. Wie kann ich jetzt vorgehen?

Ps; seine eltern wissen durch mich bescheid,nur kann ihn niemand erreichen.

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Polizei, 94

Solch eine Situation kenne ich zur Genüge und weiß, wie sehr die Alkoholkrankheit des Partners einen runterzieht.

Ein Alkoholabhängiger kommt erst dann vom Alkohol los, wenn er das selbst will. So wie du es schilderst ist er immer noch nicht so weit unten angekommen, damit sich die Einsicht durchsetzt, aufzuhören. Im Versprechen, aufzuhören, sind Alkoholiker richtig gut, auch darin, Schuldzuweisungen zu verteilen. Man sollte einem Alkoholabhängigem nichts glauben, die ständige Lüge gehört zum Krankheitsbild.

Dein eigenes Leben wird doch schon vom Alkohol bestimmt, du bist, wie man sagt "koabhängig".  Wenn du noch eine Weile wartest, dürften bei ihm neben dem Saufen noch körperliche Schäden eintreten. Er säuft sich buchstäblich zu Tode.

Als Antwort auf deine abschließende Frage:

So hart es ist, mache ein Ende, auch mit Schrecken, denn sonst hast du den Schrecken ohne Ende. Bemühe dich also nicht, ihm irgendwas vorbeizubringen. Breche den Kontakt ab. Es gibt derzeit keine Alternative.

Du solltest für dich Hilfe suchen. In jeder größeren Stadt gibt es Suchtberatungsstellen, dort sitzen wirklich qualifizierte Menschen, die dir in dieser Situation helfen und dich beraten. 

Ich wünsche dir viel Kraft, das durchzustehen. 

Antwort
von Silvie11700, 93

Nütze diese Gelegenheit um ihn aus Deinem Leben zu streichen....der einzige Rat den ich Dir geben kann.  Pack seine Sachen zusammen und bring die zu seinen Eltern. Nimm Dir eine neue Telefonnummer und tausch die Schlösser aus, wenn er einen Schlüssel haben sollte.

Jeder Gedanke, den Du noch für ihn hast, ist verschwendete Liebesmühe. Hier gilt: Besser ein Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende.

Ich denke mal, dass es nicht das ist, was Du hören wolltest. Doch leider das Einzige, was ich dazu sagen kann. Ich drück Dich im Gedanken, denn ich weiss wovon ich rede, LG Silvie

Antwort
von atzef, 82

Gute Gelegenheit, um siich final von ihm zu trennen.

Und mach unbedingt selber auch eine Therapie. Du hast sie offensichtlich bitter nötig.

Kommentar von JanineKlose ,

Ich war vor ca. 4 Jahren in Therapie,danke ich komme zurecht  :)

Kommentar von Wepster ,

Dazu selber in Therapie gewesen, wenn du stabil bist und bleibst kannst du vielleicht auch andere überzeugen.

Antwort
von Wepster, 73

Die Geschichten sind immer die gleichen. Ich habe 1 Jahr auf der Alkoholentzugsstation gearbeitet, in einer Psychiatrie, wo er auch sein wird wenn geschlossene Station. Alkoholsucht ist echt übel, schlimm und schwieriger als Drogenentzug, wenn er nicht aufhört wird er am Alkohol zu Grunde gehen, Alkohol ist erstrangig, so wie du dir jetzt schon die Schuld gibst für seine Sucht...Seine Sucht führt zu den Problemen, nicht deine Reaktion auf seine Sucht. Er sollte dringend aufhören, wirklich...Das Verhalten ist ähnlich dem Suizid...es steigert sich ins extreme und das bleibt nie konsequenz-los. Wenn er dann mal 2 Flaschen Vodka trinken kann oder Desinfektionsmittel, Alkohol bunkert, lagert oder versteckt, haste damit nur Probleme, dauert es nicht mehr lange und der Körper macht schlapp sowie die Zuneigung und der Sozialkontakt. Das interessiert die Leute aber nicht...man kann reden und bitten, alles schon gemacht und immer nett gewesen und 2 Wochen später waren die wieder da. Weil im gleichen Mileu aktiv, bei Saufkumpels oder Bars etc...Der Wechsel in die "Normalität" muss sofort und extrem passieren...kalter Entzug ist schwer aber möglich, bloß nicht warten. Man muss die Leute festbinden und sehr lange warten, sonst aus eigener Kraft sehr schwierig.

Antwort
von Gothictraum, 55

trenne dich von ihm die Sachen kannst du seinen Eltern geben.

Auskunft wirst du keine kriegen da ihr nicht verwandt seit 

Antwort
von cristelmettigel, 71

also so lange ist er ja noch nicht weg. vielleicht taucht er heute nacht wieder bei dir zu hause auf. ansonsten rufst du am besten morgen nochmal überall an: polizei, seine familie, psychiatrie..

Kommentar von JanineKlose ,

Das ist es ja. Er soll nicht hier auftauchen. Sobald er hier ist,wird es wieder von vorne losgehen. Deshalb hatte ich ihn ja rausgeworfen. Ich wollte lediglich wissen ob ich noch irgendwo fragen kann wo sie ihn hingebracht haben,oder ob er draußen ist. 

Kommentar von cristelmettigel ,

achso! ich hab das so verstanden, dass du dir sorgen um ihn machst. die sachen kannst du ihm doch irgendwann geben.

Antwort
von gerti77hotchick, 67

Ich an deiner Stelle würde mich trennen, bevor du daran zu Grunde gehst. lg

Antwort
von Herpor, 38

Für Angehörige von Alkoholikern gibt es Al-Anon. Da bist du gut aufgehoben.

Der Alkoholiker ist, wenn er den ersten Schluck macht, dem Alkohol gegenüber machtlois. Und der Angehörige ist dem Alkoholismus seines Partners gegenüber machtlos.

Alles andere ist Selbsttäuschung.

Und: die Angehörigen sind ebenso krank wie die Alkoholiker selbst. Deren Suchtmittel ist der Alkoholiker.

Und genau dafür gibt es die Selbsthilfegruppen für Angehörige.


Antwort
von robi187, 43

sollte dein freund was ändern möchten dann sollte er mal dort anrufen oder besser hingehen dort haben viele alki ihr leben wieder auf die rehe bekommen

https://www.anonyme-alkoholiker.de/content/02willk/02index.php

Antwort
von Ille1811, 35

So wie du dich verhältst, hat dein Freund überhaupt keinen Grund, mit Saufen aufzuhören. Wenn ein Alkoholiker merkt, dass kein anderer seine Probleme aus dem Weg räumt, 'kann' er zur Einsicht kommen. Guck dich mal auf der Webseite, die Robi187 dir empfohlen hat, um. Auch im blog.Al-Anon wirst du Lebensgeschichten finden, in denen du dich und dein Verhalten wiedererkennst - wenn du ehrlich mit dir bist.

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