Frage von Yesterdaylove, 56

HILFE Freund hat ein Alkohol Problem, wie kann ich Ihm helfen?

Hallo Leute

Mein Freund hat ein Alkoholproblem von dem er selbst auch schon Kenntnis genommen hat. Er sagt auch er holt sich Hilfe. Das Problem ist er versucht mich zu schützen indem er mich verlässt... Es tut Ihm und mir weh zu sehen das unsere Liebe scheitern soll an den Problemen seiner Vergangenheit. (Da stecken Schulden, Familienverluste und mit der Trauer kommt eben auch der Alkohol dahinter) Wir waren schon einmal getrennt wegen seiner Angst mich damit Kaputt zu machen und jetzt wiederholt sich das ganze aber mit dem unterschied, dass er mir sagt und zeigt das er mich wirklich liebt. Ich will nichts mehr als ihm bei Seite stehen, ihm helfen und zeigen das diese Beziehung auch mit höhen und tiefen Funktioniert ohne das er sich schlecht fühlt mit dem Gedanken das es mich kaputt macht. Ich weiss das er nie Handgreiflich werden wird weil er das selbst erfahren hat in der Vergangenheit von seinen Eltern (Vater ist Alkoholiker).

Ich weis er kann da raus kommen aber wie kann ich Ihm helfen so das ich seine Freundin bleibe und ihn so unterstütze?

Ich bin sehr froh über Ratschläge, Hilfe und Erfahrungen.

Vielen Dank Yesterdaylove

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MikeausLahr, 54

Ja, der verdammte Alk. Dein Freund sagt, er holt sich Hilfe. Tut er das wirklich oder lügt sich selbst in die Tasche und belügt Dich? Wenn er sich nicht mit diesem Problem auseinandersetzt, sich aktiv (!) um Hilfe bemüht, geht nichts.

Das muß er aber selber machen, der Wille muß von ihm kommen, aufhören mit Trinken. Und das ist verdammt schwer. Aber er ist ja nicht allein, und wenn Du ihm was wert bist, wird er das begreifen.

Es gibt nur einen Weg: Ab in eine Entgiftung, dauert etwa 3 Wochen, stationär. Dann anschließende Therapie. Und alles meiden, was einen wieder in die Sucht treibt. Einmal Alk, immer Alk.

Das schlimmste ist der Anfang, sich eingestehen, ich bin Säufer Dann der Wille, aus diesem Sch...leben rauszukommen.

Ich rede nicht von ungefähr.

Bin selber Alkie. Habe mehrere Anläufe gebraucht, und auch Rückfälle gehabt. Jetzt bin ich trocken. Trotzdem kämpfe ich jeden Tag dagegen, wieder zu saufen. Andererseits bin ich stolz darauf, trotz manchen Widerwärtigkeiten und Rückschlägen abends sagen zu können: Es geht auch ohne....

Liebe Grüße

Michael

Kommentar von Yesterdaylove ,

Vielen Dank für deine Antwort. Ich denke er ist noch nicht ein so starker Alkoholiker, dass er es so schwer haben wird wie du es hattest. Ich denke der Wille hat er aber der weg dazu sich wirklich Aktiv Hilfe zu holen hat er noch nicht gefunden... In die Entgiftung wird schwierig er arbeitet 100% und kann den Job nicht liegen lassen... Ich hoffe sehr dass er bald auch sagen kann "Es geht auch ohne.." 

Danke nochmals für deine Antwort. Liebe Grüsse Yesterdaylove

Kommentar von blumenkanne ,

du hast auch allen grund stolz auf dich zu sein :)

Antwort
von BlackRose10897, 52

Sei für ihn da, das ist das wichtigste. Zeige ihm, dass Du das gemeinsam mit ihm durchstehen möchtest, aber dränge ihn nicht. Und vergiss Dich nicht selbst dabei.

Er muss selbst etwas gegen seine Sucht und seine Probleme tun wollen. Nur dann kann er auch erfolgreich therapiert werden. Ich hatte selbst psychische Probleme durch meine Vergangenheit, die durch einen berufsbedingten Nervenzusammenbruch(Mobbing) über mich einbrachen. Ich bin damals mehrfach "geflüchtet" und wollte mir das Leben nehmen, weil ich dachte, dass meine Familie ohne mich besser dran ist. Als es sich dann zuspitzte, wies mich mein Hausarzt ein und dadurch wurde mir dann die Augen geöffnet und ich war bereit eine Therapie zu machen. Mein Mann hat mich jederzeit unterstützt, aber nie auf mich eingeredet oder zu irgendwas gedrängt, und wenn ich wieder einen meiner Zusammenbrüche hatte, hat er mich auch nie verurteilt. Er war für mich da, aber gab mir die Zeit, mich zu regenerieren. Er ließ sich dann über mich krankschreiben und kümmerte sich um unsere Tochter und den Haushalt. Danach arbeitete er eine Zeit lang nur Teilzeit, bis ich wieder auf den Beinen war. Außerdem suchte er selbst einen Therapeuten auf, um sich zu erkundigen, wie er am besten mit mir umgeht und sprach mit ihm über seine Situation als Angehöriger und wie er der Kleinen erklären kann, warum Mama so traurig ist.

Du könntest Beratungsstellen wie pro Familia aufsuchen. Die können dir sagen, wie Du deinen Freund am besten unterstützt und was du auch für dich selbst tun kannst,damit du nicht selbst zu sehr dadurch belastet wirst oder sogar in eine Coabhängigkeit fällst.

Kommentar von Yesterdaylove ,

Danke vielmals für deine Antwort, sie hat mir Kraft gegeben und mich noch mehr Motiviert. Ich bin auch froh zu hören das es bei dir positiv weiter ging nach der Therapie. 

Vielen Dank und schönes Wochenende LG Yesterdaylove

Antwort
von rehgiiina, 42

Ich will nichts mehr als ihm bei Seite stehen, ihm helfen und zeigen das diese Beziehung auch mit höhen und tiefen Funktioniert ohne das er sich schlecht fühlt mit dem Gedanken das es mich kaputt macht.

VORSICHT, Liebes !

Gerade Alkoholkranke (aber auch andere Suchtkranke) brauchen oftmals den Punkt, an dem sie "ganz unten" sind, also quasi in der Gosse liegen - um so zu erkennen, dass sie sich wirklich ernsthaft bemühen müssen.

Da ist jede Hilfe Deinerseits kontraproduktiv weil sie seine Sucht oder seine Weltsicht verlängern oder bestärken könnte und weil Du selbst Teil der Sucht wirst.

Lies mal dies:

https://de.wikipedia.org/wiki/Co-Abh%C3%A4ngigkeit

Auch unter dem Stichwort "Co-Alkoholiker" findest Du viele Informationen.

Entweder dein Mann geht ernsthaft in Therapie - dann solltest Du ihm beistehen (kein Alkohol im Haus, kein Bargeld in seiner Verfügungsgewalt) - oder eben akzeptieren, dass er die Trennung - auch für Jahre - braucht, um clean" zu werden.

Lasst Euch gemeinsam mal bei einer Beratungsstelle für Suchtkranke beraten. Die haben Schweigepflicht.

Kommentar von ginatilan ,

beste Antwort ,DH!!!

Kommentar von rehgiiina ,

*ehrfurchtsvoll niederknie*

Danke  ;-)

Antwort
von blumenkanne, 43

er ist erwachsen, wenn er dich verlässt. immerhin ist eine co-abhängigkeit nicht zu unterschätzen. such dir dafür hilfe, es gibt dafür therapeuten und selbsthilfegruppen.

lass ihn ziehen. nur weil sein vater alkoholiker ist, muss er ja keiner werden. den weg des alkohols hat er gewählt, er ist ihn gegangen und er ist der einzige der da wieder rauskommt und damit aufhört. du kannst ihm dabei nicht helfen. würde er hilfe wollen, wäre er schon längst unterwegs und in einer suchtklinik. er will aber garnicht. zieh dich zurück und sieh ihm aus der ferne zu. selbst wenn er weg kommt, hat er ein leben lang daran zu knabbern nicht rückfällig zu werden. es sind probleme nicht nur der vergangenheit, sondern sein problem ist er selbst. er will sich dem nicht stellen, ganz bewußt.

Kommentar von Yesterdaylove ,

Hallo Blumenkanne, danke für deine Antwort. Ich denke nicht das ich Co-abhängig werde weil ich bekomme wegen einer Krankheit welche mein Vater hat extreme Gelenkschmerzen in den Handgelenken wenn ich schon nur 2Stangen Bier hatte. Deshalb und wegen dem Autofahren lasse ich die Hände vom Alkohol. Er will sich helfen lassen, das weis ich aber der weg zu dieser Hilfe zu finden ist noch das Problem. Er war schonmal in Therapie aber hat sie abgebrochen weil sie nicht half und jetzt ist er auf der suche einen besseren Therapeuten zu finden.

Trotzdem danke in einigen Punkten hast du recht.

Kommentar von blumenkanne ,

co-abhängig heißt nicht das du alkohol trinkst, sondern das du ihn in schutz nimmst. bestes beispiel: er hat die therapie abgebrochen, weil sie nicht gut war. er muss gut sein, indem er aufhört zu trinken und den willen hat das durchzuziehen. dabei kann der beste therapeut nicht helfen. er gehört in eine suchtklinik und sollte erst wieder raus, wenn er es durchgezogen hat. du brauchst ebenfalls hilfe, du bist bereits co-abhängig.

Kommentar von Yesterdaylove ,

ok. das heisst mit ihm zusammen am besten in eine Therapie? Ist dann nicht jeder Co-abhängig, der sich um andere sorgt?

Kommentar von blumenkanne ,

in gewisser weise vielleicht, aber es kommt auf die tiefe der abhängigkeit an. wie gesagt, für dich gibts selbsthilfegruppen für familienmitglieder und freunde von alkohohlabhängigen. ich bin kein therapeut, aber es ist gut wenn man sich verstanden füllt und sieht das andere das gleiche durchmachen oder gar schlimmer und auch menschen die rausgefunden haben aus dem teufelskries.

Antwort
von pumka2, 56

Ja gehe mit ihm in eine Alkoholentzugseinrichtung und da soll er dann paar Wochen/Monate bleiben. Dort kannst du ihn jederzeit besuchen wenn du willst. Danach kommt er nüchtern wie Glas raus und wird nie wieder saufen.

Kommentar von Yesterdaylove ,

Das wird schwierig wegen dem Beruf...

Aber danke für den Vorschlag 

Kommentar von blumenkanne ,

den muss er bis zum ende seiner entgiftung unterbrechen oder er wird ihn aufgrund seiner sucht dauerhaft verlieren.

Antwort
von Pangaea, 35

Du bist auf dem besten Weg, in eine "Co-Abhängigkeit" hineinzurutschen - Entschuldigungen zu finden und ihn zu beschützen. Es gibt nur einen Weg: Er muss da selbst rauskommen.

Mach doch mal diesen Selbsttest: http://www.blaues-kreuz.de/bundeszentrale/uebersucht/info-angehoerige/co-selbstt...

Kommentar von ginatilan ,

so isses, DH!

Kommentar von rehgiiina ,

Danke ! Du hast aber absolut Recht mit Deinem Beitrag.

Antwort
von Biberchen, 45

wenn dein Freund dich wirklich liebt, dann macht er eine Entziehung und bleibt anschließend aus Liebe zu dir trocken! Das andere war früher und ist vergangen, es ist aber ein Alibi für ihn nicht mit dem trinken auf zu hören.

Kommentar von blumenkanne ,

völlig verkehrt. er bleibt aus liebe zu sich trocken, nur wegen sich selbst macht er das und sonst niemanden.

Antwort
von ginatilan, 29

Hallo

Das Problem ist er versucht mich zu schützen indem er mich verlässt...

dieser Schritt von ihm sagt mir, dass er nicht auf den Alkohol verzichten will

wenn er dich wirklich liebt sollte er eine Therapie machen, dadurch beweist er dir, dass du ihm wichtiger bist als sein Alkoholkonsum

du kannst ihm nicht helfen, du kommst sonst in Gefahr Co-Alkoholikerin zu werden, und das hat nichts damit zu tun das du dann auch anfängst Alkohol zu trinken

google mal nach " Co-Alkoholiker", dann weißt du was ich meine

Kommentar von rehgiiina ,

dieser Schritt von ihm sagt mir, dass er nicht auf den Alkohol verzichten will

Ein ganz wichtiger Punkt, den ich vergessen habe...DANKE

Antwort
von robi187, 12

die haben viel erfahung ist eine selbsthilfegruppe ich denke die können dier helfen

http://www.al-anon.de/

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